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Wie kommt man mit chronischen Schmerzen klar?

_!Pa<r5vatix_


Die derzeitige empfohlene Tagesdosis liegt bei 2-4 µg. Neue Studien gehen aber davon aus, dass der Bedarf bei 7-10 µg liegt. Wenn ein Mangel ausgeglichen werden muss, werden 1000 µg(!) gespritzt und das anfangs alle zwei bis drei Tage. Nach einer gewissen Zeit wird der Abstand vergrößert bis man in der Regel nur noch jeden Monat eine Spritze benötigt. Der Körper wird sicher nicht die ganzen 1000 µg verwerten können - was er nicht braucht, scheidet der Körper wieder aus - aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper viel aufnimmt ist bei hohen Dosen höher als bei sehr niedrigen. Bei oraler Einnahme besteht dann eben noch die Gefahr, dass das das B12 nicht dort ankommt, wo es gebraucht wird.

tThe-"caxver


Ich hab so den Eindruck, dass Schmerzen einsam machen, man zieht sich zurück, da man seinen Mitmenschen nicht zur Last fallen möchte

Ja, das ist bei chronischen Scherzen sehr häufig. Spätestens wenn man merkt: Jetzt ist nicht mehr "nur" der Schmerz, jetzt fängt mein Leben an, den Bach runterzugehen - dann ist es Zeit zu handeln. Dass Du das erkannt hast und nach Möglichkeiten suchst, ist schon mal ziemlich gut!

Wenn man sich sehr eingeschränkt fühlt und sich zurückzieht; sich gedanklich sehr mit allem (Rückzug, "Last sein", Einschränkungen, unklarer Perspektive) beschäftigt, kann auch eine spezialisierte Psychotherapie helfen. Zu einer umfassenden, sog. multimodalen Schmerztherapie gehört neben Medikamenten, Physiotherapie, div. anderen Dingen (ggf. TENS, Wärem/Kälte,...) i.d.R. auch Psychotherapie.

Ggf. anfangs alles geballt in einem stationären Rahmen.

Absolute Zustimmung. Je nachdem wo Du wohnst, ist evtl. auch eine multimodale Therapie in einer Schmerztagesklinik sinnvoll, die sind aber regional extrem unterschiedlich verteilt (Bayern ist hier die Insel der Seligen). Wenn Du dir eine Schmerzklinik suchst, schau Dir vorher das Konzept gut an - leider gibt es momentan für schlechte Schmerztherapie genausoviel Geld wie für gute, deswegen sind da einige Geldverdiener unterwegs...

Ich vermute mal stark, das man solch eine Therapie erst nach einem sehr langen Leidensweg von der Krankenkasse gezahlt bekommt.

Nein - die Dauer ist nicht das entscheidende, sondern das Ausmaß der Problematik. OK, 6 Monate müssen es sein, weil man sonst kein chronisches Scherzsyndrom diagnostizieren kann. Aber ansonsten haben wir eher das Problem, dass wir Patienten viel zu spät sehen - eigentlich lecken wir uns die Finger nach Leute, die noch keine 10 Jahre Scherzkarriere hinter sich haben, da erreicht man nämlich mehr.

In einer guten Klinik wird vor der Aufnahme geschaut, wie ausgeprägt die Problematik ist - und wenn die Klinik ja sagt, ist das deren Problem, wenn später der MDK rumzickt (es ist nicht nötig, vorher die Kasse zu fragen).

Die Hoffnung, dass die Ursache für meine Schmerzen irgendwann noch gefunden wird ist noch da,

Ich weiß jetzt natürlich nicht, was für Schmerzen du hast, aber generell: Ursachensuche führt irgendwann nicht mehr weiter, bei einem großen Teil der Rückenschmerzpatienten findet man z.B. keine klare Ursache (wenn der dritte Orthopäde keine gefunden hat, findet sie der zehnte auch nicht). Und dann ist es wichtig, umzudenken und nach vorne zu schauen: Die wichtige Frage ist dann incht mehr "was genau hat meinen Schmerz verursacht" - das wird man nicht herausfinden, und wenn würde es an der Therapie nichts ändern. Wichtiger ist die Frage: Warum wird mein Schmerz nicht besser? Und da spielen neben Dingen wir Arbeitsbelastung und Muskulatur eben auch die seelischen/sozialen Faktoren eine Rolle, denn der Rückzug und die schlechtere Stimmung wirken sich ihrerseits wieder auf den Schmerz aus.

seit 1 1/2 Monaten ununterbrochen Schmerzen

Aber insgesamt schon seit August - dann reicht's ja für die f45.41.

stechender Schmerz im Mund

Da ist neben dem Zahnarzt auch der Neurologe gefragt. Wenn die einschlägigen Ursachen ausgeschlossen sind, wird es wohl die Diagnose "idiopathischer Gesichtsschmerz" werden - da gilt dann ähnliches wie ich es gerade für den Rückenschmerz geschrieben habe.

Wenn Schmerzmittel nicht wirken, sind sie entweder zu schwach oder es ist nicht das richtige Schmerzmittel für deine Art von Schmerz oder der Schmerz ist psychosomatisch.

Sorry, aber das ist *ziemlich* falsch. Natürlich muss man schauen, welche Art von Medikament für den Schmerz geeignet ist. Aber beim chronischen Schmerz ist es sehr häufig so, dass mit Medikamenten relativ wenig auszurichten ist - auch wenn von interessierter Seite gerne so getan wird, als wäre alles nur eine Frage der richtigen Opiatdosis. Die Vorstellung, man könnte auf diese Weise körperlich verursache von seelisch verursachten Schmerzen unterscheiden, ist unrealistisch - zumal es diese Unterscheidung gar nicht gibt, denn bei jedem Schmerz sind körperliche *und* seelische Faktoren beteiligt.

Natürlich muss nicht gleich jeder Mensch mit lngeren Schmerzen in eine Psychotherapie oder multimodale Therapie - man kann ja auch ne Menge selber machen. Sehr hilfreich finde ich z.B. das hier: [[http://www.change-pain.de/cmsdata/change-pain-portal/de_DE/pdf/cp_de_Schmerz-Werkzeugkoffer.pdf]]

Ist von einem Schmerzpatienten geschrieben - unsere Psychologen arbeiten viel damit und die Patienten finden's klasse!

Egal was Du im einzelnen machst: Wichtig ist, sich klarzumachen dass der Schmerz und der Rest des Lebens was miteinander zu tun haben - in beide Richtungen. Und es ist wichtig, selber in die Gänge zu kommen und was zu tun. Anscheinend fängst Du gerade mit beiden Punkten an :)^

_#Parv2atix_


@ the-caver

Sorry, aber das ist *ziemlich* falsch. Natürlich muss man schauen, welche Art von Medikament für den Schmerz geeignet ist. Aber beim chronischen Schmerz ist es sehr häufig so, dass mit Medikamenten relativ wenig auszurichten ist - auch wenn von interessierter Seite gerne so getan wird, als wäre alles nur eine Frage der richtigen Opiatdosis.

Da stimme ich dir auch zu. Ich ging aber bei meiner Aussage von einem Akutschmerz aus, da die TE zu diesem Zeitpunkt schrieb, dass sie die Schmerzen erst 1 1/2 Monate hätte.

Ich bin ehrlich gesagt auch großer Skeptiker in Sachen Verschreibung von Opiaten bei chronischen Schmerz - zumindest nehme ich selbst keine Opiate ein, weil ich der Meinung bin, dass es eher schadet als nutzt. Und bis jetzt bin ich auch gang gut damit gefahren. Ich konnte meine Schmerzen auch ohne Schmerzmittel auf Dauer reduzieren. Nur in Ausnahmefällen schlucke ich mal eine Metamizol.

SVunflo:werx_73


Opiate sind wichtige Schmerzmittel, keine Frage. Aber gerade bei chronischen Schmerzen unklarer Ursache spielen z.T. andere Medikamente(ngruppen) eine große Rolle: Antiepileptika, Antidepressiva,... Ist i.d.R. mit einigen Experimenten verbunden, aber es gibt nun mal viele Ansatzpunkte allein schon im medikamentösen Bereich.

@ the-caver:

Toller Link! :)^

I!ceLadxy_50


Das Gehirn ist fähig, Schmerzen zu "lernen".

Wenn man demgemäß regelmäßig "adäquate" Schmerzen hatte - hiermit sind Schmerzen mit nachvollziebahrer Ursache gemeint - kann es sein, dass Du immer noch signalisiert bekommst, dass Du Schmerzen hast, obgleich die Ursache eigentlich behoben ist. Daher rühren auch die so genannten "Phantomschmerzen" nach Amputationen.

Hier würde es ggf. helfen, beispielsweise Amitriptylin in sehr geringer Dosis abendlich einzunehmen. Am besten per Tropfen, die gesteigert/reduziert werden können. Hier kann ein Schmerztherapeut weiterhelfen.

Ich habe den anderen Faden nicht gelesen, aber ist dieser Gesichtsschmerz neurologisch abgeklärt? Eine Trigeminusneuralgie macht auch Schmerzen, die nicht ansprechen auf "normale" Schmerzmittel.

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