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Wenn Realität auf Erfindung basiert

EcvH8outexn hat die Diskussion gestartet


Karl ist ein guter Freund, jedoch sein Partner, im weiteren Verlauf Alexandra genannt, leidet meiner Meinung nach an einer psychologischen Störung. Da der Umgang mit ihr nicht vermieden werden kann, würde ich gerne wissen, unter welches Krankheitsbild sie fällt um in Zukunft besser mit ihr umgehen zu können.

Alexandra erfindet Dinge, die nicht passiert sind, jedoch für sie sind diese Ereignisse Realität. Beispiel: Mein Partner, sein Vater und besagter Freund waren auf einer Geburtstagsfeier. Alexandra war an diesem Abend selbst mit Freunden unterwegs. Obwohl Karl frühzeitig wieder daheim war und Alexandra trotz Schwangerschaft erst spät nach Hause kam, wurde die Geburtstagsfeier zum Anlass für einen Streit, da Alexandra der Meinung war, dass auf der Geburtstagsfeier Stripperinnen und Prostituierte waren. Trotz Unterstützung des Freundeskreises, der bezeugen kann, dass dies NICHT der Fall war, so ist es für Alexandra Realität und somit Anlass ihren Partner verbal anzugreifen.

Nächstes Beispiel, sie behauptete, dass ein Freund von Karl ihr Geld schuldete, da er einer ihrer Welpen gekauft habe und regte sich regelmäßig darüber auf, dass sie die Bekannten trotz mehrfacher Telefonanrufe nicht erreichen könne. Sie würden auch nicht zurückrufen etc Besagter Bekannter wurde von Karl separat auf den "Welpenkauf" angesprochen und schwor Stein und Bein, dass er den Hund damals aus Mitleid genommen habe, denn Alexandra hatte kein neues Zuhause für ihn finden können. Der liebe Friede willen und weil die Famile den Hund wirklich lieb gewonnen hatte, haben sie Alexandra's Partner das Geld nachträglich angeboten.

An einem anderen Tag kam Karl mit seinem Vater vom Einkaufen nach Hause. Alexandra hatte darum gebeten, da sie ja schwanger war, dass Karl die Einkäufe erledigen soll. Zudem sollte er auch die Einkäufe ins Haus tragen. Da es ihr dann jedoch nicht schnell und gut genug war drängelte sie sich mit Ellbogen-Einsatz an Karl vorbei, der ihr jedoch trotzdem nicht aus dem Weg ging. Schließlich hatte sie ihn ja ursprünglich gebeten die Einkäufe ins Haus zu bringen und man muss sich ja vom eigenen Partner auch nicht den Ellbogen in die Rippen stoßen lassen. Da sie damit nicht gerechnet hatte, dass Karl ihr nicht Platz machte prallten beide ineinander und sie landete auf ihrem Po. Daraufhin beschuldigte sie Karl, dass er sie, eine Schwangere (!!!) mutwillig geschubst und zu Fall gebracht habe. Keine 5 Minuten später rief sie ihre Eltern weinend an und erzählte von ihrer "Misshandlung". Aber Karl's Vater kann bezeugen, dass sie nicht geschubst wurde... als Karl um die Hand seiner schwangeren Partnerin anhielt, sagte ihr Vater nur: Sie ist jetzt dein Problem. Von diesen und anderen Kommentaren im "Familienurlaub" kann man schlussfolgern, dass Alexandra's Eltern sowie Alexandra's Bruder von ihrem Fehlverhalten wissen.

Weiterhin erzählt sie an ihrem Arbeitsplatz und anderen Bekannten, dass Karl sie misshandeln würde. Wir kennen Karl seit seiner Kindheit und mittlerweile leben seine Eltern auch im gemeinsamen Haushalt. Wir wissen, dass sie lügt.

Während sie jedoch wilde Lügen verbreitet, so macht es den Eindruck, dass sie tatsächlich an deren Realität glaubt, was die Situation noch viel erschreckender macht. Ich selbst wurde auch ca ein halbes Jahr lang von ihr gemobt, da sie im gemeinsamen Bekanntenkreis Lügen verbreitete. Sie stellte es jedoch so geschickt an ("Ich erzähle dir ein Geheimnis, aber sag es bloß nicht weiter" und die gutgläubigen Freunde und Bekannten haben natürlich ihr Versprechen gehalten), dass es erst nach einem halben Jahr ans Tageslicht kam, welche unglaublichen Geschichten sie verbreitete.

Das Ziel des Ganzen scheint zu sein, sich selbst als Opfer darzustellen und durch die Geheimniskrämerei einerseits die Bekannten voneinander fernzuhalten (denn sie erzählt ja jedem einzelnen, was für eine Unperson eine von den anderen Personen ist) und andererseits zu verhindern, dass ihre Lügengeschichten auffliegen. Da ja alle anderen so unmöglich sind, führt es dazu, dass im Bekanntenkreis keiner mehr mit dem anderen etwas zu tun haben will. Das hat zudem den positiven Effekt für Alexandra, dass sie a) besser dasteht als alle anderen und b) die einzig valide, vertrauenswürdige "Freundin" darstellt.

Karl lebt mittlerweile sehr isoliert von Freunden und Familie. Da Karl alle Rechnungen, wie Haus, Elektrizität, Telefon etc zahlt, bleibt ihm oft kein Geld um überhaupt ein Bier mit Freunden trinken zu gehen oder für sich selbst etwas zu kaufen. Aber Alexandra behält IHR Gehalt für sich. Von seinen Eltern wissen wir jedoch, dass er selbst oft auf der Couch schlafen muss. Obwohl er außerhalb arbeitet und nur selten zu Hause ist so muss er fast jede freie Minute, die er zu Hause ist als ALLEINIGER Babysitter dienen, denn schließlich will Alexandra ja "auch mal" Zeit für sich. Sie geht dann ins Schlafzimmer und möchte ihre Ruhe haben. Jedes Bier mit Freunden, sei es eine Stunde oder 4 Stunden wird mit mindestens einem vollen Tag babysitten geahndet. Und das obwohl Karl's Mutter 5-7 Tage die Woche das Kind hat, denn Alexandra wollte ja wieder zurück auf die Arbeit. Denn trotz Karl's guten Gehalts braucht sie mehr, mehr, mehr... und jammert immer noch, dass sie zu wenig hat.

Und das weiterhin faszinierende ist, dass sie nicht begreift, warum sie mittlerweile von allen gemieden wird, denn schließlich sind ja alle anderen Schuld... denn in ihrer Fassung der Realität sind alle anderen die Unmenschen :-o Der Versuch vernünftig mit ihr zu reden um bestehende Probleme zu bereinigen wurde ihrerseits mehrfach und komplett abgelehnt. Problematisch daran ist, dass sie nicht möchte, dass Karl mit seinem Bekannten- und Freundeskreis zu tun hat, denn schließlich wären die anderen ja ihr gegenüber ablehnend und ungerecht...

Ich selbst habe vorher noch nie mit einer solchen Person zurecht kommen müssen, aber man muss doch irgendetwas für Karl / Alexandra tun können. Karl wird sich definitiv auf Grund des gemeinsamen Kindes nicht trennen. Wie kann man helfen - was kann man tun um eine Re-Integration in den Bekanntenkreis zu unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Beiträge :)

Antworten
f/reefDallx1


Hallo!

Ich bin kein Arzt, aber das erste, was mir eingefallen ist, ist Pseudologie. Google das mal.

Die Geschichte ist ja echt mal krass.

Würde eigentlich zur Paar-/Familientherapie raten. Problem dabei ist, dass Alexandra wohl bestimmt nicht krankheitseinsichtig ist. Dies ist aber Voraussetzung, sonst hat das ja keinen Sinn.

Ich weiß nicht, was ich raten soll.

Finde es jedenfalls einerseits echt gut, dass Karl sich nicht trennen will.

Andererseits ist das für ihn ja auch kein akzeptabler Dauerzustand.

Hmm.

mAondr+stearfnxe


Ich selbst habe vorher noch nie mit einer solchen Person zurecht kommen müssen, aber man muss doch irgendetwas für Karl / Alexandra tun können. Karl wird sich definitiv auf Grund des gemeinsamen Kindes nicht trennen. Wie kann man helfen - was kann man tun um eine Re-Integration in den Bekanntenkreis zu unterstützen?

Es ist sehr schwer, etwas für die beiden zu tun. Die Initiative dazu müsste zudem von ihnen ausgehen.

Sie bilden zusammen mit Karl und Alexandra eine Dreiecksbeziehung, die es nocheinmal besonders schwer macht zu helfen.

Also, ich bin ratlos. Tut mir leid. :)_

E"hemaliger& Nuitzer (#565x974)


Ich würde in jedem Fall das Jugendamt informieren. 'Alexandra' scheint wirklich psychisch schwer krank zu sein und 'Karl' kann sich aus dieser krankhaften Beziehung offenbar nicht lösen.

Cwom?ra,n


Mich erinnert das stark an ein Paar aus meinem ehemaligen Freundeskreis. Sowohl ihr Mann als auch die Bekannten hatten ihre Geschichten lange geglaubt. Bis er irgendwann sagte, was zuhause an Hirngespinsten bei ihr abgeht. Er war lange wie co-abhängig und hat sie geschützt, indem er viele Sachen verharmloste und auch selbst schon Schutzbehauptungen um ihre Geschichten strickte, so dass es nicht rauskam, das sie völligen Unfug erzählt.

Auch in diesem Fall war eine Trennung keine Option - vermutlich auch wegen des gemeinsamen Kindes. Aber im vertrauten Gespräch wurde immer deutlicher, dass sie ernsthaft psychisch krank ist. Wie es heute aussieht, weiß ich nicht. Sie haben sich irgendwann zunehmend eingemauert, so dass die freundschaftlichen Kontakte immer weniger wurden. Sie war weder in Beruf noch im Freundeskreis tragfähig und er isolierte sich mit, weil er Angst davor hatte, mit ihr woanders aufzutreten. Vielleicht sind sie noch zusammen, vielleicht auch nicht. Hilfe hat sie jederzeit abgelehnt. Selbst als die Geschichten total wüst wurden (Nachbarn hätten das Kind bedroht, den Müll durchsucht, das Wasser ist vergiftet, usw., es wurde immer schlimmer).

AwntOigone


Da der Umgang mit ihr nicht vermieden werden kann, würde ich gerne wissen, unter welches Krankheitsbild sie fällt um in Zukunft besser mit ihr umgehen zu können.

Ich finde es irrelevant, wie genau diese Störung zu bezeichnen ist.

Die Frau hat definitiv eine Störung und ich würde es vermeiden, ohne Zeugen in ihrer Näher zu sein, oder mit ihr zu telefonieren.

Wusste Karl das denn nichts schon am Anfang der Beziehung? Dass sie ein Kind bekommt, macht die Sache leider nicht einfacher - Stichwort: erweitertes Münchhausen-Syndrom (was ich natürlich nicht hoffe).

Du kannst auch nach "dissozialen Persönlichkeitsstörungen" googeln.

E(hem|alig!er Ntutzer (#565+97x4)


Ich denke nicht, dass 'Alexandra' eine antisoziale Persönlichkeitsstörung oder das Münchhausen-Syndrom hat. Sie scheint sich ja irgendwelche Geschichten zusammen zu spinnen, die sie dann selbst glaubt.

Ixsab elxl


Wie auch Comran mußte ich ebenfalls an einen "Fall" in meinem Freundeskreis denken.

Sie war anfangs liebenswert, fröhlich, offen...ich kam gut mit ihr klar. Doch so im Laufe der Zeit gab es auch immer mehr merkwürdige Situationen in denen ich sie eindeutig bei Lügen ertappte. Das fing im Kleinen an, bei oberflächlich gesehen kleineren Flunkereien und Wahrheits"verdrehungen....derartige "kleine Verdrehungen" häuften sich mehr und mehr, es kamen größere Dinge hinzu, auch Mißhandlungsbehauptungen gegenüber ihrem Mannes....andererseits aber "spielte" sie perfekte Familie, setzte ihren Mann unter Druck - abgekürzt: eine mißhandelte Frau verhält sich ganz anders.

Mir tat auch ihr Mann, der ja ursprünglich ein Freund von mir war, sie kam nur hinzu - leid. Ich hatte auch mehrere Gespräche mit ihm, er litt ziemlich unter der Situation. Doch machen kann man, kannst Du, da nicht viel.

Ich selbst habe mich letztendlich von ihr (und somit zwangsläufig von ihm) distanziert, weil ich das Ganze für mich nicht mehr wollte.

Mehr kann man da nicht machen, 'Karl' ist alt genug um zu entscheiden ob er das (weiter) mitmachen will oder nicht.

Und 'Alexandra' helfen zu wollen, ohne Hilfegesuch oder Verhaltenseinsicht ihrerseits kannst Du schon mal ganz vergessen.

Ich würde das 'Karl' auch genauso sagen: Dass Du Dich von ihr auf jeden Fall distanzieren willst/mußt. Dass Du zwar für ihn da bist falls er irgendwann wirklich Hilfe braucht - aber ihn eben nicht weiter bezüglich dieser Beziehung unterstützen kannst. Alles Andere, jegliche Einmischung ohne ihren Willen/Wunsch führt zu nichts.

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