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Die mütterliche Kerbe

d%eviliIndisguise


Der Großteil der Ratschläge, die ich hier lese, geht davon aus, daß deine Mutter psychisch gesund ist und normal reagiert. Und daß du dich in einem gesunden Umfeld gesund entwickeln konntest.

Das ist aber alles nun mal nicht der Fall.

Was die Sache mit dem Umzugsunternehmen angeht: Es geht dir ja wahrscheinlich nicht darum, daß sie auf keinen Fall das Unternehmen aussuchen soll. Sondern um die Herabsetzung, die in ihrem Verhalten steckt: Sie hätte ja einfach sagen können "ich schenk dir den Umzug, und zwar mit Firma X, die finde ich nämlich am besten." Statt dessen behandelt sie dich wie einen verhaltensauffälligen Teenager, den man einerseits aktivieren muß, dem man aber andererseits keine echte Verantwortung zutrauen kann.

Was meiner Meinung nach für dich wichtig ist:

Zu erkennen, daß du NICHT für deine Mutter verantwortlich bist. Weder für ihr Verhalten noch für ihre Gefühle. Es ist schwer, z.B. ein angebotenes Geschenk zurückzuweisen - nicht nur, weil das Geld an sich ja wirklich hilft. Sondern auch, weil man seine Mutter nicht vor den Kopf stoßen will. Laß mich raten: Wenn du zu ihren Hilfsangeboten sagst "danke, ich komm auch so klar", reagiert sie äußerst verletzt und/oder arbeitet an dir, bis du doch noch annimmst?

Es ist NICHT deine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß sie sich ändert.

Deine Aufgabe ist es nur, dich und deine späteren Kinder vor ihr zu schützen. Du sagst es ja selbst: Sie schadet dir und wird auch deinen Kindern voraussichtlich schaden.

Du mußt ja nicht zwangsläufig den Kontakt komplett abbrechen. Vielleicht kannst du ihn erst mal nur einschränken - und weniger über dich und dein Leben erzählen, so daß sie weniger Gelegenheit zum "Helfen" bekommt?

Vielleicht entsteht dann bei dir schon so viel Entlastung, daß du ruhiger über alles nachdenken kannst und mehr innere Distanz findest.

Ich denke aber, du solltest die Ansprüche an dich selbst nicht zu hoch stellen: Warum solltest du ruhig und sachlich bleiben?

aRnfancg2mitf~reuxde


@ freiheitsliebende:

Ist nur wie gesagt schwierig, unter den Voraussetzungen, da du dich durch die Annahme des Geschenks freiwillig in eine Art Abhängigkeit begeben hast. Denn es bestünde natürlich die Möglichkeit, dass sie angesichts einer solchen Reaktion von dir dann sagt: "SO nicht mein Junge, dann sieh zu, wie du den Umzug alleine finanzierst!". Davor hast du vermutlich Angst, denn alleine kriegst du es ja nicht hin.

eben das ist der kern der sache. ich würde ihr ja gern die stirn bieten, aber kann es eben momentan noch nicht.

in zukunft will ich das natürlich alles angehen, aber ich kann jetzt auch nicht mit dem finger schnippen. ;-D

@ icelady:

sorry, aber du interpretierst sehr viel in die ganze sache hinein. mehr, als dort ist.

ich will dir aber trotzdem gern zu ein paar punkten rede und antwort stehen:

Aber einiges stößt mir dennoch auf. Du sagst, Du seist 30 Jahre alt und musstest jetzt Dein Studium auf Lehramt unterbrechen wegen Erkrankungen etc.

Sorry, aber wie lange studierst Du schon bzw. wie lange hast Du zwischendrin "pausiert"?! Kein Mensch studiert 10 Jahre lang und falls doch, stellen sich wohl noch andere Probleme dar....

Keinen Führerschein in dem Alter zu haben, zeugt evtl. von Angst vor der Freiheit. Führerschein = Auto fahren = Freiheit. Die Freiheit, zu fahren, wohin ich will, so weit ich will (hier: auch weg von Mama).

Das ist jedenfalls auch ein Weg, Unabhängigkeit zu vermeiden.

ich habe mein studium vorher nie pausiert, ich pausiere es aktuell.

und krank bin ich eben nicht erst seit einem jahr, sondern war es eigentlich schon länger, aber die krankheit wurde da erst entdeckt. ;-)

den führerschein habe ich einfach nie gemacht, weil nie geld da war. habe zum anfang meines studiums und auf dem internat geld gespart, um mir z.b. mal einen urlaub oder den führerschein leisten zu können. das geld wurde mir dann immer durch meine mutter aus den rippen geleiert mit der begründung, sie tue so viel für mich, da könne ich mich ja auch mal beteiligen.

ausserdem war ein führerschein mit 18 für mich nicht machbar, da ich wie gesagt auf einem abgelegenen internat war. später im studium war er eigentlich geplant, ich habe aber festgestellt, dass sich in dieser stadt mit den öffis viel leichter von A nach B kommen lässt. und wozu dann 1000-2000 euro für einen führerschein und nochmal viel geld für ein auto ausgeben, wenn man eh nie fährt? ;-)

hinzu kommt irgendwo auch, dass ich ihn nicht gemacht habe, eben weil ich unabhängig von meiner mutter bin. muss mir, seit ich 18 bin immer anhören "wenn du jetzt den führerschein hättest, könntest du für mich da und da hin fahren oder mich mal wohin bringen". ;-)

Cwinnbamonx4


Die Schwiegereltern müssen Möbel für Euch kaufen... liebe Leute.... das geht gar nicht. Entweder, ich kaufe sie mir selber (Zauberwort: sparen), oder ich habe eben keine.

Du (ich möchte fast sagen: Ihr) hast Dir auch aktiv alle Umstände geschaffen, Mama noch zu brauchen.

Moment, Moment, Moment! So ist das nicht! Meine Eltern haben das angeboten und da bei mir/uns und meinen Eltern kein Abhängigkeitsproblem besteht, haben wir bzw. ich das auch gerne angenommen! In meiner Familie herrschen da eigene Abmachungen zum Thema Finanzen, die ich hier auch nicht näher erläutern möchte, aber es gibt da nix Unausgesprochenes oder irgendeinen Hilfebedarf.

Und - wie gesagt: Meine Familie, anderer Schauplatz.

aRnfan7gmbitfrexude


Ist nicht böse gemeint, aber du lässt es ja auch dazu kommen ;-) ! Mir ist klar, dass da auch unterbewusste Automatismen eine Rolle spielen, die vermutlich nur eine Therapie beseitigen kann, aber trotzdem. Wichtig ist dabei die Erkenntnis: Du bist ihr NICHT hilflos ausgeliefert!

mir ist ja auch klar, dass das eine sache ist, an der immer zwei beteiligt sind. ;-)

ich finde es nur schade, dass ich von ihr da immer dann rein gezogen werde, wenn es ihr privat und/oder beruflich nicht gut geht.

Sie muss einfach lernen, dass du sie nicht liebst, weil sie dein Leben für dich regelt, dass denkt sie nämlich vermutlich, dass sie sich für dich unentbehrlich machen muss. Zeig ihr, dass du sie liebst, weil sie deine Mutter ist. Fertig.

im prinzip stimm ich dir zu. :)z ich hoffe ja auch, dass das alles so klappt.

ich hab aber auch die befürchtung, dass sie das niemals lernen wird. habe bisher die erfahrung gemacht, dass sie dann einfach eingeschnappt und beleidigt ist, wenn jemand von ihr verlangt, sich respektvoll zu verhalten.

natürlich kann es sein, dass sie einen besonderen lernimpuls bekommt, wenn ihr sohn ihr grenzen aufzeigt. aber was ich so in meiner verwandtschaft erlebt habe mit verklagen und gegenseitiges runtermachen über leserbriefe in der lokalzeitung lässt mich ein bisschen zweifeln. ":/


Was die Sache mit dem Umzugsunternehmen angeht: Es geht dir ja wahrscheinlich nicht darum, daß sie auf keinen Fall das Unternehmen aussuchen soll. Sondern um die Herabsetzung, die in ihrem Verhalten steckt: Sie hätte ja einfach sagen können "ich schenk dir den Umzug, und zwar mit Firma X, die finde ich nämlich am besten." Statt dessen behandelt sie dich wie einen verhaltensauffälligen Teenager, den man einerseits aktivieren muß, dem man aber andererseits keine echte Verantwortung zutrauen kann.

Was meiner Meinung nach für dich wichtig ist:

Zu erkennen, daß du NICHT für deine Mutter verantwortlich bist. Weder für ihr Verhalten noch für ihre Gefühle. Es ist schwer, z.B. ein angebotenes Geschenk zurückzuweisen - nicht nur, weil das Geld an sich ja wirklich hilft. Sondern auch, weil man seine Mutter nicht vor den Kopf stoßen will. Laß mich raten: Wenn du zu ihren Hilfsangeboten sagst "danke, ich komm auch so klar", reagiert sie äußerst verletzt und/oder arbeitet an dir, bis du doch noch annimmst?

Es ist NICHT deine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß sie sich ändert.

alles sehr gut erkannt. ich bin heilfroh, eine mutter zu haben, die mich trotz meines alters noch finanziell unterstützt, wenn ich es brauche. ich bin auch heilfroh, dass sie mir beim umzug unter die arme greift.

das "was" ist nicht das thema, sondern eher das "wie".

ich bin es nach fast 30 jahren leid, von meiner mutter "erzogen" zu werden. ich bin es leid, dass sie mir was beibringen will. ich bin es leid, dass sie das, was ich leiste nicht würdigen kann, sondern mich wahrscheinlich selbst mit eigenem lehrstuhl noch behandeln würde, als sei ich geistig retardiert.

sie ist unfähig, zu erkennen, dass der 14-jährige rebellische teenie, der den ganzen tag musik gehört hat und nicht zur schule gegangen ist, der sich von früh bis spät gegen sie aufgelehnt hat sich weiter entwickelt hat zu jemandem, der an sich arbeitet, der sich eine zukunft aufbauen will und der in vielerlei hinsicht verlässlich und zuverlässig geworden ist.

nicht für die gefühle meiner mutter verantwortlich zu sein, vermutlich ist das ein guter anfang.

Du mußt ja nicht zwangsläufig den Kontakt komplett abbrechen. Vielleicht kannst du ihn erst mal nur einschränken - und weniger über dich und dein Leben erzählen, so daß sie weniger Gelegenheit zum "Helfen" bekommt?

puh, sie weiss schon kaum was über mein leben. eigentlich ist sie mir seit ich ausgezogen bin total fremd geworden. eben, weil sie sich in alle meine dinge hineinhängt, auch wenn ich mehrfach sage, dass es privat ist.

aber ja, wahrscheinlich ist es echt die lösung, den kontakt in zukunft eben so zu halten, dass man alle paar wochen mal telefoniert, sich dann eben kurz aufregt und dann wieder ein paar wochen in ruhe leben kann. :)z

KzlRettedrphflanze80


Ich finde, dass hier teilweise doch ein bisschen heftig argumentiert wird bzw. ziemlich starke persönliche Ideale auf den Te übertragen werden, wie hieß es in nem anderen Pfaden, als sich die TE auch einiges anhören musste, dass sie die sachen nicht selber auf die reihe kriegt, dass da einige superheldinngen rumhingen, die alles alleine auf die reihe kriegen. Und für solche Menschen scheint es dann nicht akzeptabel und grässlich zu sein, wenn jemand Hilfe von anderen annimmt oder gar erwartet.

Auf den konkreten Fall bezogen: Wa sist denn bitte so schlimm daran, sich die Möbel von den eltern anschaffen zu lassen, insbesondere wenn die das angeboten haben und wollen? Irgendwie halte ich nichts von pseudounabhängigkeit bzw. solcher erzwungen wirkenden freiheit. Wenn einem Eltern oder andere was gutes tun wollen und einem was schenken ist das doch vollkommen okay und in Ordnung. Wieso auf etwas verzichten, nur damit man sich sagen kann "ha ich bezahle immer alles selber". Nicht jeder braucht dieses Gefühl, anderen ist es wichtiger bestimmte Dinge zu ermöglichen, mal ganz davon abgesehen, dass einige eltern beleidigt sind, wenn sie ihren Kindern nicht helfen dürfen.

Problematischer ist es dann beim te bezüglich seiner Mutter, da sie dafür ja auch quasi einfordert, die Kontrolle zu übernehmen. Aber da kann ich den te irgendwie verstehen, es geht ja nicht um ne flasche champus oder den luxusurlaub auf den seychellen, sondern ganz konkret darum seine beziehung zu erhalten, die ansonsten auseinanderbricht. Da gehts dann ja schon um einiges. Und nur weil man Hilfe annimmt, gibt man nicht alle Menschenrechte auf, da gibts schon was dazwischen.

Wobei ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe, wieso überhaupt auf die Mutter vom TE zurückgegriffen wird, also wenn die eltern seiner freundin hilfsbereit sind etc. gehts dann nicht irgendwie von diesen das Geld zumindestens zu leihen? Also klar wäre das unangenehm und ungünstig, aber immernoch besser als sich mit der Mutter des TE auseinanderzusetzen.

C'inna&monx4


Ich finde, dass hier teilweise doch ein bisschen heftig argumentiert wird bzw. ziemlich starke persönliche Ideale auf den Te übertragen werden, wie hieß es in nem anderen Pfaden, als sich die TE auch einiges anhören musste, dass sie die sachen nicht selber auf die reihe kriegt, dass da einige superheldinngen rumhingen, die alles alleine auf die reihe kriegen. Und für solche Menschen scheint es dann nicht akzeptabel und grässlich zu sein, wenn jemand Hilfe von anderen annimmt oder gar erwartet.

Danke, Kletterpflanze :)^ ! Genau SO ist es!

über den angesprochenen faden mit den superheldinnen haben wir vorhin auch kurz gesprochen ;-D

Auf den konkreten Fall bezogen: Wa sist denn bitte so schlimm daran, sich die Möbel von den eltern anschaffen zu lassen, insbesondere wenn die das angeboten haben und wollen? Irgendwie halte ich nichts von pseudounabhängigkeit bzw. solcher erzwungen wirkenden freiheit. Wenn einem Eltern oder andere was gutes tun wollen und einem was schenken ist das doch vollkommen okay und in Ordnung. Wieso auf etwas verzichten, nur damit man sich sagen kann "ha ich bezahle immer alles selber". Nicht jeder braucht dieses Gefühl, anderen ist es wichtiger bestimmte Dinge zu ermöglichen, mal ganz davon abgesehen, dass einige eltern beleidigt sind, wenn sie ihren Kindern nicht helfen dürfen.

Sehe ich auch so. Ich habe da auch viel mit meinen Eltern diskutiert, ob sie uns diese Hilfe wirklich zukommen lassen können und wollen, auch wenn wir sie vielleicht nie ganz zurück zahlen können und mein Vater meinte dann irgendwann: "Weißt du... es ist so... im Leben ist das ziemlich unfair verteilt. Die jüngsten Menschen verdienen am wenigsten Geld, obwohl sie am meisten brauchen. Eigene Wohnung, Zusammenziehen, Hochzeit, Kinder etc... Da ist es schön, wenn wir als Eltern helfen können. Mein Vater hat deiner Mutter und mir sehr viel finanziell geholfen, als wir so jung waren, und ich bin ihm heute noch dankbar dafür. Ich konnte ihm das leider nie wieder geben, auch wenn er das sowieso nie erwartet hat, es war ein Geschenk, aber ich kann heute etwas in die nächste Generation investieren. Da weiß ich, dass mein Geld gut angelegt ist. Und ihr werdet dann irgendwann in eure Kinder investieren und leider auch irgendwann in so Dinge wie unsere Beerdigung investieren müssen. So ist das Leben. Das ist Familie." Und das fand ich wirklich sehr schön und so praktizieren wir das auch. Und nein, mein Vater erwartet im Gegenzug für seine finanzielle Hilfe keine Enkelkinder ;-D ! Ich will nur selber wirklich gerne Kinder, aber falls es nix wird, kann ich immernoch vermehrt Geld in meine Eltern investieren ;-) .

Wobei ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe, wieso überhaupt auf die Mutter vom TE zurückgegriffen wird, also wenn die eltern seiner freundin hilfsbereit sind etc. gehts dann nicht irgendwie von diesen das Geld zumindestens zu leihen? Also klar wäre das unangenehm und ungünstig, aber immernoch besser als sich mit der Mutter des TE auseinanderzusetzen.

Leider nicht, nein. Meine Eltern reißen sich jetzt schon ein Bein raus, ums uns zu helfen, und tragen die Hälfte der anfallenden Kosten. Mehr geht wirklich nicht und kann ich auch nicht verlangen.

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