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Ich zweifle an der Wirksamkeit meiner Medikamente

L.awer`tmes hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin schizoaffektiv mit Borderline (zumindest sagt man das von mir) und ich nehme seit etwa 2-3 Jahren folgende Medikamente: Lithiumcarbonat (2,5 Tabletten pro Tag à 450mg), Olanzapin (2mg) und Citalopram (30mg). Seit geraumer Zeit fühle ich mich nach einer halbwegs stabilen Phase manchmal völlig grundlos total down und depressiv, mit neuen gedanklichen Annäherungen an Suizid. Meine Psychiaterin hat mir vor gut 1 Jahr erstmals Melperon verschrieben, als eine Art Notfallmedikament. Ich hatte es einmal genommen und danach nie wieder, weil es mir zu stark wirkte. Kürzlich hab ich es nochmal genommen, um gedanklich abschalten zu können und da hat es keinerlei Wirkung gezeigt. Gestern hat ein Date endgültig Schluss gemacht und da habe ich es wieder genommen, um schnell einschlafen zu können, bevor ich "was Dummes" anstellen kann, hat aber nicht funktioniert. Ich hab 2-3 Stunden wach gelegen und das war's und das obwohl ich seitdem das Olanzapin auf 20mg erhöht wurde, immer sehr gut schlafen konnte.

Vor etwa einem halben Jahr wurde mir Lorazepam als Alternative zu Melperon verschrieben, aber als Notfallmedikament gegen teils suizidale Einbrüche scheint es nicht gut zu wirken.

Meine Frage daher, wirken die Medikamente nicht, weil ich sie falsch einsetze? Setzen sie nicht bei jedem gleich stark ein? Wann sollte ich sie nehmen? und gibt es bessere Notfallmedikamente, die im Notfall Gefühle ganz abtöten können?

liebe grüße und tut mir leid, wegen der umstände

Antworten
ThStaxrlet


Ich finde es eh einen Wahnsinn "150" Sorten Psychopharmaka gleichzeitig zu nehmen. Da weiß man doch eh nicht mehr was wie wirkt und was wie wechselwirkt mit den anderen Medis usw...mal abgesehen von den vielen Nebenwirkungen. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln über solche Psychiater und auch Patienten, die das freiwillig mitmachen. [...] Kannst du das mit deinem Date nicht so aushalten? Und wenn eine schlafarme Nacht dadurch kommt, dann kommt eben eine.... %-|

(editiert, medizinisch bedenklich)

I@sabxell


Laertes

Machst Du denn eine begleitende Psychotherapie? (Wenn nicht, würde ich dringend dazu raten. Ich würde es schon fast fahrlässig nennen, Jemanden mit solch vielen Medikamenten in recht hohen Dosen auszustatten und dann damit alleine stehenzulassen....).

Was sagt der Therapeut dazu?

Und wenn Du keine machst, was sagt Deine Ärztin? Sie sollte der erste Ansprechpartner sein, dass sie vielleicht Deine Medikamente neu einstellt.

Ansonsten frage ich mich auch gerade, ob Du Dich nicht zu sehr auf die Tabletten verlässt. Sie sind kein Zaubermittel welches auf Knopfdruck wirkt, sondern sie sollen Dir helfen Dich zu stabilisieren, Dir helfen besser mit Deiner Erkrankung umzugehen. Heilen können sie nicht. Ein wenig mußt auch Du dazu tun, dass es Dir besser geht.

Das ist nicht immer einfach, aber das geht auch Menschen so, die nicht Deine Krankheit haben.

:)* :)*

Sypi+nn+erxin


@ TStarlet:

Bei einer solchen Diagnose liegt eine komplexe Störung vor, die eine komplexe Behandlung erfordert. Das darf man ruhig den Experten überlassen, die ihren Patienten gut kennen. Wegen nichts bekommt man nicht so viele Medikamente verschrieben, und meistens auch nicht gleich alles auf einmal. Die richtige Einstellung ist oft ein langwieriger Prozess. Abgesehen davon ist bei Krankheiten von dem Kaliber eine schlaflose Nacht Gift.

@ Laertes:

Ich schließe mich Isabell an. Mich würde auch interessieren, ob du keine Therapie machst / gemacht hast? Da könntest du Strategien entwickeln, mit solchen Situationen umzugehen, ohne gleich eine Tablette zu brauchen. Den Wunsch Gefühle abschalten zu können kenne ich selbst sehr gut - aber um eine solche Situation zu entschärfen gibt es auch andere Möglichkeiten als Medikamente.

L-aertxes


Also ich hatte Anfaing Mai eine Probesitzug bei einem Psychotherapeuten und werd Mitte Juni eine zweite haben. Früher hatte ich eine feste Feste Psychotherapie, die dann von ihm aus nicht verlängert wurde, weil zu gestört war, als dass es mir hätte helfen können. Aber darum geht es einfach nicht mehr. Ich will abschalten, komplett abschalten. Gibt es denn kein legales Mittel dagegen?

Iesab.ell


Laertes

Ich will abschalten, komplett abschalten. Gibt es denn kein legales Mittel dagegen?

Nein.

Zumindest keins, dass alles so abschaltet und Du ein normales Leben weiterführen könntest.

Vielleicht magst Du ja stattdessen erzählen was in Dir vorgeht? Deinen Schmerz, die Gefühle in Worte fassen?

L?aerteis


Okay Isabell, was also in mir vorgeht? Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich das nicht so genau. Ich hab wirklich geglaubt, dass ich mich mit diesem Mädchen gut verstehe. Wir haben so viel gemeinsam, hatten beide noch nie einen Freund/Freundin und teilten so viele Hobbies und hatten doch ein paar Sachen unterschiedlich und sie meint einfach, das passt nicht. Einfach so. Ich bin fast gestorben und wollte auf mich einprügeln und ritzen und mich einfach nur umbringen, als Bestrafung, dass ich auch das versaut habe, weil sie meinte, das Date wär okay gewesen, aber was ich ihr anschließend geschrieben hätte nicht. Sie meinte, dass es nicht darum ging, wie ich aussehe (also schreiend hässlich), sondern an meinem Charakter und das hat noch viel mehr weh getan als alles andere. Ich will nicht mehr allein sein, ich hab das durch.

Beruflich steh ich vor einer Wand. Hab mich gestern für eine Universität beworben, rechne aber nicht damit, dass ich auch wirklich genommen werde, wobei einige Freunde meinten, dass ich einen guten Schnitt hätte. Aber mal sehen. Ausbildungsplatz werd ich wahrscheinlich nie bekommen also ist Studium der letzte Weg. Ich überleg ernsthaft mich umzubringen, wenn ich nicht genommen werde, damit ich meinen Eltern nicht länger auf der Tasche lege, Selbst wenn dieser Therapeut mich auf seine Warteliste nimmt ist das im bestenfall 1mal pro Woche und das verursacht wieder Fahrtkosten, die ich gar nicht tragen kann, weshalb meine Eltern wieder bluten müssen, weil ihr Sohn nicht mit sich klar kommt. Klinikaufenthalt wäre mit den 10 Euro pro Tag + Fahrtkosten wegen Wochenende noch teurer also, was für Alternativen hab ich denn noch? Wobei ich hier hinzu fügen muss, dass ich sowieso nicht mehr leben will.

I&sabxell


Laertes

Also insgesamt reagierst Du unverhältnismäßig stark auf Einbrüche/negative Situationen die im Leben immer wieder vorkommen (werden)? Neigst extrem zur Autoaggression und Selbsthass? Das sind wohl Alles Symptome Deiner Erkrankung.

Als ich habe gerade den Eindruck (bitte beachten: Ich bin Laie, kein Fachmann!), dass die "Hilfe" die Du momentan bekommst - und dazu zählen auch die Tabletten - bei weitem nicht ausreicht. Da muß mehr passieren.

Klinikaufenthalt wäre mit den 10 Euro pro Tag + Fahrtkosten wegen Wochenende noch teurer also, was für Alternativen hab ich denn noch?

Da gibt es Möglichkeiten, glaube mir. Selbst ein ALGII-Empfänger kann sich einen solchen Klinikaufenthalt "leisten". Und selbst wenn die 10 Euro pro Tag anfallen würden - das wären 300 Euro im Monat, die kostest Du Deine Eltern auch so (um es mal so auszudrücken).

Also ich rate Dir dringenst, Dich an Deinen Hausarzt/Psychiater/Therapeuten zu wenden, mit der Bitte um komplexere Hilfe. Sage, dass Deine Suizidalität immer schlimmer wird, die Mauer vor der Du stehst immer breiter und höher, der Druck immer heftiger.

So gerne wir hier das auch wollen würden - wir können Dir zur Seite stehen, Du kannst Dich hier gerne und jederzeit aussprechen, Du kannst uns "benutzen" wenn Du mal wieder kurz davor stehst durchzudrehen, dafür sind wir gerne da. :)_ @:)

Aber wirklich helfen, in dem Sinne, dass wir Dir z.B. irgenwelche Ratschläge bezüglich Deiner Medikamente geben - das können wir nicht, das wäre unverantwortlich. Das können ausschließlich Fachleute vor Ort, die Dich kennen, die Dich beobachten, die Dir jederzeit fachlich zur Seite stehen.

Also bitte wende Dich da an Jemanden und sage klar und deutlich, dass Du mehr Hilfe brauchst als Du jetzt bekommst :)*

c<ri]ec*harlxie


Warum wußte ich, dass das ein Faden aus dem Psychologie-Bereich ist?

Ernsthaft:

ich kenne soooo viele psychisch Kranke, die selbst an ihrer Medikation rumgedoktort haben und das war dann der Anfang vom Ende.

Wenn Du den Eindruck hast, das Zeug hilft nicht, geh' zu Dienem Arzt und einigt Euch auf was anderes oder laß Dir erklären, warum genau das und nichts anderes.

Ich bin wirklich der Mienung, dass ein psychisch Kranker die Wirkung selbst nur sehr schwer einschätzen kann, weil es ist immer die Krankheit, die seine Wahrnehmung beeinflusst und sich hinter für ihn angenehmen Gedanken versteckt, die ihm Zweifel einflüstert und an seiner schwächsten Stelle ansetzt.

Du und der Dok - Ihr seid Verbündete für das Fernziel: Laertes hat bals ein besseres Leben.

Fall' Deinem Teambuddy nicht in den Rücken.

Thema Studium:

ich habe da echt einiges hinter mit mit Exmatrikulationen etc.. - es geht IMMER irgendwie weiter,

dann ist es halt ein anderer Studiengang, eine andere Uni. So what?

Freu' Dich, Du hast wenigstens schon Abitur!!!!

Ernshaft, das ist keine Selbstverständlichkeit, dass Dir diese Möglicheit offen steht.

c7riebchaxrlie


Ich will abschalten, komplett abschalten. Gibt es denn kein legales Mittel dagegen?

Da müssen ALLE durch. Und nicht jeder kann/soll dafür einfach Tabletten einwerfen.

Aluroxra


Meine Frage daher, wirken die Medikamente nicht, weil ich sie falsch einsetze? Setzen sie nicht bei jedem gleich stark ein? Wann sollte ich sie nehmen? und gibt es bessere Notfallmedikamente, die im Notfall Gefühle ganz abtöten können?

Ich finde deine Einstellung zu den Medikamenten nicht gesund. Du scheinst das Zeug ja fast wie Bonbons einzunehmen und zu erwarten dass sie jedes störende Gefühl sofort abschalten. Das ist alles eine sehr gefährliche Sache, besonders wenn man mal die Packungsbeilagen mit den Nebenwirkungen liest. Vermutlich würde niemand eine Psychotherapiesitzung machen, wenn die Sitzung eine mögliche Todesfolge hätte. Aber die Medikamente werden alle bedenkenlos eingenommen und dann auch noch so viele durcheinander ":/ Teilweise stehen bei den Nebenwirkungen auch Dinge wie suizidale Gedanken, Ängste, psychotische Schübe etc - also alles die Dinge, gegen die die Medikamente eigentlich genommen werden. Und am Ende weiß man nicht, ob es eine Nebenwirkung ist, oder ob man selbst krank ist. Deshalb würde ich die ganzen Medikamente auch nicht so durcheinander einnehmen wie du. Wenn überhaupt Medikamente sein müssen, dann mit ordentlicher ärztlicher Aufsicht und Absprache.

s:chnebcke19x85


Ich komme mit Seroquel und einem Antidepressivum dazu sehr gut klar.

Allerdings hat bei mir die medikamentöse Einstellung auch richtig lange gebraucht. Zwischendurch hatte ich auch ein Antidepressivum, das irgendwann die Wirkung verloren hat - auch das ist möglich.

Ich will hier jetzt nichts empfehlen, ich bin kein Arzt, aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit? Natürlich ersetzen Medikamente keine therapeutische Arbeit, aber mit Medis bin ich "normal", also diese Gefühlsausbrüche nach oben und unten bleiben aus. Was ich damit sagen will: Es gibt viele Möglichkeiten.

Vollkommenes Abschalten (und ja, den Wunsch kenne ich) ist nicht sinnvoll. Wir brauchen ein gewisses Maß an Gefühlen im Leben, um uns zurechtzufinden, um uns selbst zu regulieren. Völlige Gefühllosigkeit hab ich in der Depression erlebt und das war das aller- allergrauenhafteste Stadium von allen.

Also ich rate Dir dringenst, Dich an Deinen Hausarzt/Psychiater/Therapeuten zu wenden, mit der Bitte um komplexere Hilfe. Sage, dass Deine Suizidalität immer schlimmer wird, die Mauer vor der Du stehst immer breiter und höher, der Druck immer heftiger.

:)z :)^

Mitunter kann auch ein Stimmungs-Tagebuch dabei helfen, deine Gefühle zu sortieren. Man kann anhand dessen große, dauerhafte Belastungen leichter von kleinen, impulsiven Belastungen trennen, man lernt sich selber besser kennen und kann daraus auch Strategien für zukünftige Situationen entwickeln.

Auf jeden Fall brauchst du weit mehr Hilfe, als du momentan zur Verfügung hast.

Nicht die Hoffnung aufgeben! :)_ :)*

sOchnReck.e198x5


Vermutlich würde niemand eine Psychotherapiesitzung machen, wenn die Sitzung eine mögliche Todesfolge hätte. Aber die Medikamente werden alle bedenkenlos eingenommen und dann auch noch so viele durcheinander ":/ Teilweise stehen bei den Nebenwirkungen auch Dinge wie suizidale Gedanken, Ängste, psychotische Schübe etc - also alles die Dinge, gegen die die Medikamente eigentlich genommen werden. Und am Ende weiß man nicht, ob es eine Nebenwirkung ist, oder ob man selbst krank ist. Deshalb würde ich die ganzen Medikamente auch nicht so durcheinander einnehmen wie du.

Sorry, aber seine Medikation ist ja nicht auf dem Baum gewachsen, sondern von einem Psychiater verordnet worden. %-|

Und gewisse psychische Krankheiten haben Todesraten von über 15% - an Psychopharmaka stirbt man nicht so leicht. Es ist immer ein Abwägen von Risiken - aber so wie es dem TE momentan geht, sind Nebenwirkungen wirklich das kleinere Übel. Und die Nebenwirkungen treten vor allem in den ersten drei Wochen auf, dann verschwinden sie teilweise völlig oder bilden sich deutlich zurück.

Zudem gibt es Stadien psychischer Krankheiten, wo eine Therapie ohne vorherige Stabilisierung durch Medikamente nicht möglich ist. Weil der Patient zu tief in der Krankheit drinsteckt.

Meinen Zustand ohne Medikamente kann ich am besten mit "ich halte mich selbst nicht aus, sodass ich mir am liebsten die Haut abziehen würde" umschreiben. Sicher sind Tabletten nicht die Primärlösung, aber ganz ganz ganz wichtig für Krisensituationen.

I]sabMe}ll


schnecke85

Aber Du stimmst doch grundsätzlich zu, dass bei Medikamentengabe eine begleitende - je nach Umständen mehr oder weniger intensive - Therapie unbedingt nötig ist, oder?

Hier habe ich das Gefühl, dass der TE wirklich ZU sehr alleine gelassen wird......

n otOtranquiilizxed


Hm, mir helfen Medikamente auch nicht, außer zum Schlafen (Quetiapin), Citalopram hat mir auch nicht geholfen, Olanzapin habe ich damals als erstes bekommen, wurde müde davon, mehr weiß ich nicht mehr. Benzodiazepine unterdrücken die Gefühle noralerweise, aber das Lorazepam hat dir ja auch nicht wirklich geholfen und sind auch nicht zur Dauereinnahe geeignet. Würde nochmal mit deiner Psychiaterin reden.

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