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Wie soll ich noch 17 Jahre leben?

Uelme/r Spxatz


@ Koboldmaki2

Dieser Rat ist Unsinn bei Menschen mit Depression oder anderen Problemen. Das bewirkt entweder überhaupt nichts oder verschlimmert die Sache noch, weil der Betroffene sich dann zusätzlich schuldig fühlt...

Würde ich nicht unbedingt sagen. Das beste Mittel, unglücklich zu werden, ist, wenn man sich dauernd mit Leuten vergleicht, denen es (angeblich) viel besser geht als einem selbst. Klar, ich werde, wenn ich danach suche, immer jemanden finden, der hübscher, reicher, erfolgreicher, intelligenter, fröhlicher, sportlicher etc. als ich ist. Wenn ich mich mit solchen Leuten vergleiche, scheint das eigene Leben trübsinnig und langweilig.

Wenn ich mir aber mal vor Augen führe, was ich alles auf der "Haben-Seite" meines Lebens habe und mich mit Leuten vergleiche, die es nicht so gut im Leben getroffen haben als man selbst, kann man daraus meiner Meinung nach doch viel Positives ziehen.

Beispiel: Jemand der Hartz IV bekommt, fühlt sich arm, wenn er sich mit dem deutschen Durchschnittsverdiener vergleicht.

Wenn ihm aber bewusst wird, dass er mit Hartz IV - ohne zu arbeiten - dennoch zu den wohlhabendsten 15% dieses Planeten gehört, dann erscheint diese Situation schon in einem ganz anderen Licht

M3e4ta4


Die Frage ist immer nur: Was ist der zugrunde liegende Zustand?

Ist das Grundgefühl ein Gutes und wird nur durch die aktuellen Erfahrungen im Außen vermiest?

Oder ist das Grundgefühl ein schlechtes und die aktuellen Erfahrungen verstärken es nur noch?

Im ersten Fall hilft es, sich klar zu machen, dass es auf die Sicht ankommt und dann man diese auch ändern kann.

Im zweiten Fall sieht es schwieriger aus. Ein andere Sicht auf das Geschehen kann da das Grundgefühl nicht verbessern. Eher fühlt man sich missverstanden, wenn einem jemand das vorschlägt und es ist auch nicht hilfreich.

UWlmer 8Spa}tz


Ich denke, Vieles fällt auch unter das Stichwort "selektive Wahrnehmung".

Wenn meine Grundhaltung die ist, dass das Leben so böse und ungerecht zu mir ist, werde ich auch hauptsächlich die negativen Erlebnisse wahrnehmen und ihnen eine gesteigerte Bedeutung beimessen, während ich die positiven Dinge ignoriere und ausblende.

Das Zweite ist die selbsterfüllende Prophezeihung. Wenn ich z.B. der Meinung bin, dass mich niemand mag, werde ich genau das ausstrahlen und miesepetrig werden, sodass mich am Ende wirklich niemand mehr mag.

Eine Freundin von mir hat letzte Woche allein von Freitag bis Sonntag folgendes erlebt:

- Einen üblen Anschiss vom Chef bekommen ("Sie bringen die geforderte Leistung nicht mal ansatzweise")

- Ihr Kind hat sich ganz übel den Finger eingeklemmt

- Sie hat nen üblen Unfall mit dem Auto gebaut (im anderen Auto war ne junge Familie und eine schwangere Frau)

- Ihr Opa ist gestorben

Klar war sie niedergeschlagen und hat geweint. Aber dennoch versucht sie, dies zu verarbeiten, frei nach dem Motto: "An manchen Tagen sollte man am Besten das Bett gar nicht verlassen" und sie ist überzeugt, dass da halt alles auf einmal gekommen ist und wieder bessere Zeiten kommen. Sie versucht sogar, in diesen Erlebnissen noch was Positives zu sehen.

Vielleicht ist die Rüge vom Chef ja ein Zeichen, dass sie sich einen Job suchen sollte, in dem sie glücklicher ist und die jetzige Arbeit einfach nicht das Richtige. Denn so geht man einfach nicht mit seinen Mitarbeitern um.

Das mit dem eingeklemmten Finger war zwar schlimm und schmerzhaft, aber immerhin war der Finger doch nicht gebrochen oder gar abgequetscht; es hätte also noch schlimmer kommen können.

Auch beim Unfall ist glücklicherweise den Leuten nichts passiert und es ist "nur" ein Sachschaden. Außerdem hat sie erzählt, dass sich die Polizisten sehr gut um sie gekümmert hätten, sie beruhigt und getröstet hätten, weil es ja keine Absicht war und sie gemerkt haben, wie leid es ihr tut

Und obwohl sie unendlich traurig um ihren verstorbenen Opa ist, so muss er doch nun nicht mehr leiden, er hatte ein schönes Leben und lebt in ihrem Herzen weiter.

Genau das meine ich: obwohl sie ein Wochenende hinter sich hat, das man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht, sieht sie das Glas hab voll statt halb leer und vergleicht sich nicht mit Leuten, denen es besser geht, sondern ist in der Lage, dies zu verarbeiten und nach vorne zu schauen. Nach Regenwetter folgt Sonnenschein

Dpreams,2L015


@ Ulmer Spatz,

Genau das meine ich: obwohl sie ein Wochenende hinter sich hat, das man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht, sieht sie das Glas hab voll statt halb leer und vergleicht sich nicht mit Leuten, denen es besser geht, sondern ist in der Lage, dies zu verarbeiten und nach vorne zu schauen.

Es ist richtig klasse, dass Deine Freundin die Kraft besitzt, in dieser Lebenslage das Glas halb voll zu sehen. Ich nehme jedoch an, das sie vollkommen gesund ist. Die Lilli-Katze hat allerdings geschrieben, dass sie seit 8 Jahren in Therapie ist. Einen gesunden Menschen mit einem depressiven zu vergleichen ist aus meiner Sicht nicht richtig. Klar hat man im Leben immer wieder einschneidende Erlebnisse, manchmal auch - wie es bei Deiner Frau ist - traurigerweise alles auf einmal. Wenn man sonst mental stabil ist, verarbeitet man das leichter als jemand, der ohnehin psychisch angeknackst ist.

Ich habe auch mal einen geliebten Menschen verloren. Bei mir hat diese Nachricht einen Schub der Zwangsgedanken und Impulse ausgelöst, der monatelang andauerte (weil ich diese Störung nunmal hatte). Da ist es extremst schwierig, das Glas noch halb voll zu sehen!

UElme/r xSpatz


Ein Patentrezept für solch einen Fall habe ich natürlich auch nicht.

Ich finde es aber noch viel fataler, diese Leute noch dazu zu ermuntern, sich im Selbstmitleid zu suhlen und schulterzuckend zu sagen, dass man da halt nix machen kann.

M~e$tSa4


Leute noch dazu zu ermuntern, sich im Selbstmitleid zu suhlen

Wer hat denn das wo gemacht?

zu sagen, dass man da halt nix machen kann

Gibt es in deinem Leben keine Situationen in denen das so ist, dass man etwas einfach mal akzeptieren muss?

%-|

ELhemalinger NEutzer$ (#5F659x74)


und schulterzuckend zu sagen, dass man da halt nix machen kann.

Falls das auf meinen Beitrag bezogen ist - ich schrieb lediglich, dass sie lernen sollte es die Dinge, die sie nicht ändern kann (Sternenkinder, Missbrauch), zu akzeptieren und damit ihren Frieden zu schließen. Wenn möglich mit der professionellen Hilfe ihrer Psychologin.

D%reRamQs20x15


Ein Patentrezept kann hier Niemande bringen, auch von Dir wird es nicht erwartet, Ulmer Spatz. Doch von Dir kam nicht einmal ein Vorschlag.

und noch einmal. Bitte nachdenken und dann schreiben: was GENAU könnte die Lilli-Katze tun, um die Dinge "grundlegend anders" zu sehen/anzugehen?

Und ja, die Vergangenheit kann man halt nicht mehr ändern und muss sie akzeptieren. Daher bitte die Beiträge vollständig lesen, bevor Du etwas schreibst.

Urlmepr ESpatxz


Man könnte z.B. einfach mal alles aufschreiben, was man Positives im Leben erlebt hat.

Diese Liste dann an einem Ort aufhängen, an dem man sie immer wieder sieht und dann immer weiter ergänzen.

Also so ne Art "Glückstagebuch", wie es auch Herr Hirschhausen empfiehlt.

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