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Man kann nicht alles haben - leider?

YLes,x Bo hat die Diskussion gestartet


Ich bin glücklich. Mit diesem Satz möchte ich beginnen. Ich rede es mir nicht ein, nein, ich bin wirklich glücklich. Ich bin gesund, lebe in einer glücklichen Partnerschaft, habe tolle Freunde, einen Job, der mir Spaß macht... was will man mehr?

Ich bin froh und dankbar, als freier Mensch in einem freien Land geboren worden zu sein. Ich kann gehen wohin ich will und im Grunde tun und lassen, was ich möchte. Durch die Bildung, die ich genießen durfte, stehen mir alle Türen offen. Ich kann mich wirklich nicht beklagen.

Und doch, manchmal bedaure ich, dass ich nur ein Leben führen, nur eine Persönlichkeit sein kann. Ich kann mein Leben mit allen möglichen Dingen vollpacken, aber ich kann doch nur ich sein. Ich kann beispielsweise nicht heute eine Frau und morgen ein Mann sein. Ich bin gerne Frau, das ist nicht das Problem, aber manchmal frage ich mich schon, wie es wäre, ein ganz anderes Leben zu führen.

Ich frage mich beispielsweise, wie es wohl wäre, wenn ich keine oder andere Geschwister hätte. Ich war immer froh, kein Einzelkind zu sein, aber manchmal finde ich es schade, dass es so viele Erfahrungen gibt, die ich einfach nie werde machen können. Ich werde nie wissen, wie es sich anfühlt, eine Schwester zu haben oder mehrere Geschwister. Oder, oder, oder... Ich habe "nur" mein Leben.

Dabei kann ich doch dankbar sein. Es ist schließlich ein tolles Leben! Ich habe einen fantastischen Bruder, einen wunderbaren Partner usw. Und trotzdem frage ich mich manchmal, wie es wäre, ein ganz anderes Leben zu führen. Ich habe vieles selbst in der Hand und gestalte mein Leben so, wie es mir am besten gefällt, aber wenn es nur "Entweder oder" gibt, macht mir das manchmal schon zu schaffen. So kann ich z.B. nicht Mutter und kinderlos zugleich sein. Ich muss mich entscheiden und werde, wenn ich mich für A entscheide, nie erfahren, wie es wäre, ein Leben mit Entscheidung B zu leben.

Kennt diese Gedanken und vor allem dieses Gefühl jemand?

Antworten
d[ana{e8x7


Klar, gehört zum Leben einfach dazu. Wäre es anders würde es den Entscheidungen im Leben aber auch jeden Wert nehmen. Alles wär beliebig und somit viel weniger kostbar.

B\enirtaB.


Ganz ehrlich, so züchtet man Unzufriedenheit....

Wenn ich A bin und bedaure, dass ich nicht B bin, überschatte ich das Ganze doch, wie will ich da behaupten, glücklich zu sein?

Wenn ich mich mit A 100 %ig identifiziere - davon hab ich was und muß dann nicht rumnörgeln....

d!ana]eZ8x7


Was heißt bedauern? Ich bedauere nichts, bin aber einfach neugierig wie es anders wäre und manchmal würde ich gerne für eine Weile in ein anderes Leben reinschnuppern um dann wieder in meines zu eilen. Ich bedauere gar nichts im Leben, aber das ändert nichts daran, dass ich immer weiß was es alles nicht gibt. Das ist ja auch nicht nur negativ.

Yges, "Bo


Ich bedauere nichts, bin aber einfach neugierig wie es anders wäre und manchmal würde ich gerne für eine Weile in ein anderes Leben reinschnuppern um dann wieder in meines zu eilen. Ich bedauere gar nichts im Leben, aber das ändert nichts daran, dass ich immer weiß was es alles nicht gibt. Das ist ja auch nicht nur negativ.

:)z "Neugierig" trifft es gut! Ich bedaure auch nicht, für was ich mich entschieden habe, es fühlt sich alles stimmig an und ich würde mich auch immer wieder so entscheiden. Aber interessant fände ich es trotzdem, in ein anderes Leben "reinschnuppern" zu können. Teilweise geht das ja auch... nur manchmal gibt es wirklich nur "Entweder oder" und da fände ich es schon reizvoll, mal für einen Tag oder einen Monat, zu "tauschen". Einfach weil mich die Erfahrung interessieren würde. Aber das hier:

Wäre es anders würde es den Entscheidungen im Leben aber auch jeden Wert nehmen. Alles wär beliebig und somit viel weniger kostbar.

Stimmt natürlich auch.

M%aja-%Coluxmbo


Über so etwas habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Macht es dich unzufrieden, weil du nicht wechseln kannst vom Männlein zum Weiblein und umgekehrt oder ist es wirklich nur rein die Neugierde?

kvater8c|harlxie


man könnte feststellen: du jammerst auf hohen niveau?

keine ahnung wie alt du bist.

ich bin jetzt in einem alter, in dem man ein stück weit zurückschauen kann:

"was ist draus geworden, aus den träumen, aus den plänen, aus den vorstellungen, die als junger mensch einmal das idealziel waren, und nicht nur bei mir, sondern auch bei den wegbegleitern im reallive...reallive..."</p>
<p>durch das spezielle leben, dass ich/wir seit einigen jahren begonnen haben, kann ich heute sehr gut in andere biografien reinschnuppern - nein nicht nur reinschnuppern - und das ist so superinteressant, diese anderen linien!</p>
<p>??fernsehn oder romane lesen ist richtig langweilig geworden, das echte leben ist so unglaublich spannend!

d;ana-e87


Wieso jammern? Es war doch einfach nur eine Frage ob jemand diese Gedankengänge nachvollziehen kann und ich kann es. Einfach ein sanftes Bedauern der eigenen Grenzen, das ist doch schon alles.

YEems, Bxo


Macht es dich unzufrieden, weil du nicht wechseln kannst vom Männlein zum Weiblein und umgekehrt oder ist es wirklich nur rein die Neugierde?

Das war nur ein beliebiges Beispiel von viele und rangiert für mich wirklich unter reiner Neugierde. Ich fühle mich durch und durch weiblich, mag meinen Körper und bin gerne Frau. Ich glaube, mit meiner weiblichen Identität würde ich mich nicht wohlfühlen in einem männlichen Körper. Aber interessieren würde mich es trotzdem, wie es wohl wäre, ein Mann zu sein, eine männliche Identität zu haben oder auch nur, wie es sich anfühlt, einen männlichen Körper zu haben.

Aber auch so viele andere Dinge... Wie es wäre, andere Eltern zu haben oder in einer anderen Zeit, einem anderen Umfeld aufzuwachsen. Alleine die Vorstellung, wie viele Menschen ich nie kennenlernen werde. Ich wüsste einfach gerne so vieles.

Unzufrieden macht mich das nicht wirklich. Es sind eher Gedankenspiele.

k!atlercharxlie


dann spiel mit deinen gedanken!

und irgendwann

zu irgendeinem zeitpunkt

bekommst antworten auf die fragen, die du dir jetzt stellst

d|anqa0e8x7


Eben nicht. Ich werde nie wissen wie es mit einer anderen Familie gewesen wäre. Selbst wenn es eine Wiedergeburt geben sollte, würde ich mich ja nicht erinnern und der Vergleich wäre nicht gegeben. ;-) ;-)

Ybes, xBo


und irgendwann

zu irgendeinem zeitpunkt

bekommst antworten auf die fragen, die du dir jetzt stellst

Wie soll ich die bekommen? ":/ Ich werde sicher nicht eines Tages als Mann aufwachen. Und ich werde nie erfahren, wie es sich anfühlt, eine Schwester zu haben. Oder wie es gewesen wäre, als Single zu leben oder mein Leben mit einem anderen Partner zu verbringen. Und wenn ich kinderlos bleibe, werde ich nie erfahren, wie ich mich als Mutter gefühlt hätte. Etc.

Ich mag mein Leben und bereue nichts. Ich würde mich immer wieder so entscheiden und es mir immer wieder so einrichten wie derzeit. Aber es gibt unzählige Erfahrungen, die ich nie machen werde. Ich habe nur (m)ein Leben.

Ich finde es schon interessant, am Leben anderer teil zu haben. Das ermöglicht mir teilweise tiefe Einblicke. Aber ich werde dabei eben nie dieselben Erfahrungen machen können, sondern immer auf die Beobachterperspektive beschränkt bleiben.

danae87 hat es schön ausgedrückt, wie ich finde:

ein sanftes Bedauern der eigenen Grenzen

:)z

Koleixo


Yes, Bo

"Neugierig" trifft es gut! Ich bedaure auch nicht, für was ich mich entschieden habe, es fühlt sich alles stimmig an und ich würde mich auch immer wieder so entscheiden. Aber interessant fände ich es trotzdem, in ein anderes Leben "reinschnuppern" zu können. Teilweise geht das ja auch... nur manchmal gibt es wirklich nur "Entweder oder" und da fände ich es schon reizvoll, mal für einen Tag oder einen Monat, zu "tauschen".

Du könntest es doch, wenn Du es wolltest bzw. so wärst. Umgekehrt hast Du und jeder andere viele unterschiedliche Persönlichkeitsfacetten und kannst auch noch welche erfinden. Jeder erfindet sich doch und es stünde Dir völlig offen, Dich so oft wie möglich zu erfinden, wenn Du tatsächlich so wärst.

Aber auch so viele andere Dinge... Wie es wäre, andere Eltern zu haben oder in einer anderen Zeit, einem anderen Umfeld aufzuwachsen. Alleine die Vorstellung, wie viele Menschen ich nie kennenlernen werde. Ich wüsste einfach gerne so vieles.

Das sind doch nur Träumereien – was wäre wenn. Damit ist es doch klar, dass es absolut unrealistisch ist. Du kannst nun einmal keine anderen Eltern haben, denn nur diese beiden haben Dich so wie Du bist so zeugen können. Wären es andere gewesen, gäbe es Dich mit Deinem Selbstverständnis nicht, sondern mit einem anderen.

Unzufrieden macht mich das nicht wirklich. Es sind eher Gedankenspiele.

Ja, manche schreiben Bücher darüber, indem sie sich unterschiedlichste Psychen vorstellen, andere träumen nur so vor sich hin. Wie schon erwähnt – für viele mit Phantasie völlig normal. Der eine oder andere schreibt ein Buch.

Wie soll ich die bekommen? Ich werde sicher nicht eines Tages als Mann aufwachen.

Du unterhälst Dich doch mit Männern, oder? Oder kannst Du nicht nachvollziehen, wenn Dir ein Mann erzählt, wie er sich fühlt, wie dernkt, etc.?

Ich finde es schon interessant, am Leben anderer teil zu haben. Das ermöglicht mir teilweise tiefe Einblicke. Aber ich werde dabei eben nie dieselben Erfahrungen machen können, sondern immer auf die Beobachterperspektive beschränkt bleiben.

Wenn Du anders fühlen würdest, dann hättest Du ein anders Ich-Verständnis. Auf der anderen Seite – Menschen lieben, ärgern sich, hassen – was soll da besonders unterschiedlich sein, auch wenn ich nicht weiß, ob sich ein anderer nun genauso fühlt, wenn er sich ärgert oder nur ähnlich? Ärger ist ärger.

Gut, aber ein

ein sanftes Bedauern der eigenen Grenzen

verspüre ich nicht. Mir reicht mein Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen wie andere denken und fühlen. Ich will nicht anders sein, als ich bin und wenn mir etwas an mir nicht passt, dann ändere ich es. Ich sehe mich, meine Persönlichkeit und das, was mich ausmacht auch nicht als Begrenzung.

Y^es, xBo


Du könntest es doch, wenn Du es wolltest bzw. so wärst. Umgekehrt hast Du und jeder andere viele unterschiedliche Persönlichkeitsfacetten und kannst auch noch welche erfinden. Jeder erfindet sich doch und es stünde Dir völlig offen, Dich so oft wie möglich zu erfinden, wenn Du tatsächlich so wärst.

Das geht sicherlich in gewisser Hinsicht, aber es gibt eben Grenzen. Ich kann eine Weile so und eine Weile so leben. Vielleicht eine Weile beruflich gefestigt, in einer festen Partnerschaft leben usw. und dann eine Weltreise machen oder ganz woanders neu anfangen. Aber manchmal geht nur "entweder oder". Ich kann nicht heute Mutter sein und morgen nicht. Ich kann auf fremde Kinder aufpassen, die "Rolle" einer Mutter für eine Weile annehmen, aber ich werde unter den Umständen nie erfahren, wie es ist, selbst schwanger zu sein, ein Kind zur Welt zu bringen und wie es sich anfühlt, eigene Kinder zu haben. Und als Mutter werde ich am Ende des Lebens nie wissen, wie es gewesen wäre, ohne diese Verantwortung zu leben.

Ich kann es mir natürlich vorstellen. So wie ich mir vorstellen kann, wie es wohl sein mag, ein Mann zu sein. Aber das bleibt alles reine Fantasie. Ich könnte mich irren. Denn ich kann nur ich sein und nur so denken, wie ich denke, wie es mein "beschränktes" Ich (geprägt von den Erfahrungen, die ich mache und nicht mache) zulässt. Und leben kann ich nur mein Leben, ein einziges. Das finde ich einfach schade, obwohl das schon sehr viel ist.

Das sind doch nur Träumereien – was wäre wenn. Damit ist es doch klar, dass es absolut unrealistisch ist. Du kannst nun einmal keine anderen Eltern haben, denn nur diese beiden haben Dich so wie Du bist so zeugen können. Wären es andere gewesen, gäbe es Dich mit Deinem Selbstverständnis nicht, sondern mit einem anderen.

Das ist richtig.

Du unterhälst Dich doch mit Männern, oder? Oder kannst Du nicht nachvollziehen, wenn Dir ein Mann erzählt, wie er sich fühlt, wie dernkt, etc.?

Doch. Aber eigenes Erleben ist trotzdem noch mal etwas anderes. Die Erfahrung habe ich jedenfalls schon öfter gemacht ;-)

NjordYix84


Irgendwie ist das für mich absolut nicht nachvollziehbar. Vielleicht ist das auch eine besondere Typ-Frage, kann es sein das du mehr so der Träumer bist ? Wieso machst du nicht erstmal die Erfahrungen die möglich sind bevor du dich in unerfüllbare Gedankenspielen verrennst ?

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