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Man kann nicht alles haben - leider?

YYes, xBo


Vielleicht ist das auch eine besondere Typ-Frage, kann es sein das du mehr so der Träumer bist ?

Nicht direkt. Ich langeweile mich zwar nie, weil mir immer genug einfällt, über das ich nachdenken kann und ich arbeite auch im kreativen Bereich, aber ich verliere mich nicht in Träumereien, sondern bin recht zielstrebig und weiß, was ich will. Ich habe bislang auch alles "erreicht", was ich wollte und bin zufrieden. Vielleicht, auch wenn manche darin wohl einen Widerspruch sehen, vielleicht ist gerade deshalb Raum für solche Gedanken.

Wieso machst du nicht erstmal die Erfahrungen die möglich sind bevor du dich in unerfüllbare Gedankenspielen verrennst ?

Das tue ich. Ich mache all die Erfahrungen, die mich interessieren und realisierbar sind :)z

M_ilIky_xe77


Die Erfahrung ein Mann zu sein möchte ich gar nicht machen. Ich bin durch und durch weiblich ;-D

In Fragen pro oder contra Kind musste ich mich natürlich entscheiden. Da kann man eben nur eine Entscheidung treffen. Ob es die richtige war, das weiß man erst hinterher ;-)

K8leixo


Yes, Bo

Das geht sicherlich in gewisser Hinsicht, aber es gibt eben Grenzen. Ich kann eine Weile so und eine Weile so leben. Vielleicht eine Weile beruflich gefestigt, in einer festen Partnerschaft leben usw. und dann eine Weltreise machen oder ganz woanders neu anfangen. Aber manchmal geht nur "entweder oder". Ich kann nicht heute Mutter sein und morgen nicht. Ich kann auf fremde Kinder aufpassen, die "Rolle" einer Mutter für eine Weile annehmen, aber ich werde unter den Umständen nie erfahren, wie es ist, selbst schwanger zu sein, ein Kind zur Welt zu bringen und wie es sich anfühlt, eigene Kinder zu haben. Und als Mutter werde ich am Ende des Lebens nie wissen, wie es gewesen wäre, ohne diese Verantwortung zu leben.

Den Umkehrschluss verstehe ich nicht. Eine Mutter hat immer die Vergleichsmöglichkeit zu wissen, wie sie sich gefühlt hat, als sie noch ohne Kinder war und wie sie sich gefühlt hat, nachdem sie Kinder hatte. Ich kann es mir nur vorstellen, wie es ist Kinder zu haben, trotzdem reicht es mir völlig. Wie schon erwähnt – natürlich bin ich nicht die andere Person und es bleibt eine Vorstellung. Umgekehrt sehe ich es nicht so, wie Du das beschreibst, denn nachdem die Lebenserwartung von Menschen mittlerweile ganz schön lange ist, so kann man meiner Ansicht nach sehr wohl "mehrere" unterschiedliche Leben leben und der Trend geht ja auch dahin bzw. wird das ja schon gelebt. Die wenigsten sind 50 Jahre miteinander verheiratet, sie haben ein Leben als Single, als Verheiratete, als Eltern, genauso unterschiedliche Berufe während eines langen Lebens. Du scheinst das ja völlig anders zu sehen.

Ich kann es mir natürlich vorstellen. So wie ich mir vorstellen kann, wie es wohl sein mag, ein Mann zu sein. Aber das bleibt alles reine Fantasie. Ich könnte mich irren. Denn ich kann nur ich sein und nur so denken, wie ich denke, wie es mein "beschränktes" Ich (geprägt von den Erfahrungen, die ich mache und nicht mache) zulässt. Und leben kann ich nur mein Leben, ein einziges. Das finde ich einfach schade, obwohl das schon sehr viel ist.

Ich meine, warum sollte ich ein anderes Selbstverständnis als Mann haben, als ich es jetzt als Frau habe – von den biologischen Gegebenheiten abgesehen natürlich, aber da reicht mir wiederum meine Vorstellung. Ich verstehe noch nicht genau, woran Du das für Dich festmachst. Wie schon erwähnt – bei jeder Unterhaltung, bei jedem Buch lasse ich meine Denkweise beiseite und fühle und denke mich in die andere Person hinein. Deswegen verstehe ich glaube ich noch nicht ganz, woran Du das für Dich festmachst, dass es ein so extremer Unterschied sein soll, das Du Dir generell nicht vorstellen kannst, wie es anderen geht. Bei Extremerscheinungen kann ich es z. B. nicht, allerdings stört es mich auch nicht sehr, weil ich es nicht als Begrenzung auffasse.

Das ist richtig.

Wobei es da durchaus sehr interessante Fälle gibt: Menschen, die z. B. nach einem Unfall sich eben nicht mehr an ihr Leben davor erinnern können, dass sie z. B. Mutter sind und eine völlig andere Persönlichkeit bilden, mit ganz anderen Neigungen, Geschmack, Beruf, als vorher. Es gibt Menschen, die bilden von einander unabhängige Persönlichkeiten parallel zueinander. Die Personen wissen nichts von einander. Darum denke ich, dass ich Deinen Punkt noch nicht ganz habe, woran Du das für Dich festmachst.

Doch. Aber eigenes Erleben ist trotzdem noch mal etwas anderes. Die Erfahrung habe ich jedenfalls schon öfter gemacht

Finde ich jetzt seltsam. Ich wäre jetzt davon ausgegangen, dass Du eine besonders gute Vorstellungskraft hast und von Extremen abgesehen, Dich sehr gut in die Lage anderer versetzen kannst. Vielleicht liegt es aber dann daran, dass Du es nicht so gut kannst und es Dir deswegen wünschst jemand anders zu sein? Wie siehst Du es?

Y5esV, Bxo


Eine Mutter hat immer die Vergleichsmöglichkeit zu wissen, wie sie sich gefühlt hat, als sie noch ohne Kinder war und wie sie sich gefühlt hat, nachdem sie Kinder hatte.

Ja, das schon, aber sie weiß eben nicht, wie es sich angefühlt hätte, kinderlos zu bleiben. So meine ich das auch in Bezug auf die anderen Erfahrungen. Natürlich kann man unterschiedliche Erfahrungen im Leben machen. Man kann eine Weile Single sein, eine Weile verheiratet, eine Weile kinderlos. Das sind dann unterschiedliche Lebensphasen in diesem einen Leben und es sind sicherlich diese unterschiedliche Phasen, die ein Leben reich machen. Aber es bleibt eben doch ein Leben bzw. ein Lebensweg. Wenn man zwischen 20 und 30 liiert war, wir man nie erfahren, wie es gewesen wäre, seine Jugend als Single zu verbringen. Oder mit einem anderen Menschen. Oder oder oder.

Es gibt immer nur einen Weg für den jeweiligen Menschen. Wenn er Glück hat, kann er ihn sich aussuchen und abwechslungsreich gestalten, klar. So kann man auch unterschiedliche Erfahrungen machen. Aber es wird immer unzählige Erfahrungen geben, die man nie machen können wird, weil man sich eben entscheiden muss. Dies oder das. Jetzt oder später. Hier oder da. Und immer hätte sich daraus ein ganz anderes Leben ergeben, in dem man dann ganz anderen Menschen begegnet wäre usw.

Ich kann es mir nur vorstellen, wie es ist Kinder zu haben, trotzdem reicht es mir völlig. Wie schon erwähnt – natürlich bin ich nicht die andere Person und es bleibt eine Vorstellung. Umgekehrt sehe ich es nicht so, wie Du das beschreibst, denn nachdem die Lebenserwartung von Menschen mittlerweile ganz schön lange ist, so kann man meiner Ansicht nach sehr wohl "mehrere" unterschiedliche Leben leben und der Trend geht ja auch dahin bzw. wird das ja schon gelebt. Die wenigsten sind 50 Jahre miteinander verheiratet, sie haben ein Leben als Single, als Verheiratete, als Eltern, genauso unterschiedliche Berufe während eines langen Lebens. Du scheinst das ja völlig anders zu sehen.

Für mich sind das nicht unterschiedliche Leben, die gelebt werden. Es sind unterschiedliche Lebensphasen in einem Leben. Aber man hat eben nur dieses eine Leben, diesen einen Weg.

Ich meine, warum sollte ich ein anderes Selbstverständnis als Mann haben, als ich es jetzt als Frau habe

Die Frage stelle ich mir eben auch. Ich weiß nicht, was ich für ein Selbstverständnis als Mann hätte. Ich fände halt interessant, zu wissen, wie es sich anfühlt, ein Mann zu sein. Oder auch eine andere Frau. Ich kann ja eben nur ich, nur eine Frau sein.

Ich verstehe noch nicht genau, woran Du das für Dich festmachst. Wie schon erwähnt – bei jeder Unterhaltung, bei jedem Buch lasse ich meine Denkweise beiseite und fühle und denke mich in die andere Person hinein. Deswegen verstehe ich glaube ich noch nicht ganz, woran Du das für Dich festmachst, dass es ein so extremer Unterschied sein soll, das Du Dir generell nicht vorstellen kannst, wie es anderen geht.

Ich schrieb doch gar nicht, dass ich mir "generell nicht vorstellen kann", wie es anderen geht. Dem ist nicht so. Ich kann mir schon vorstellen, wie es anderen geht. Wie sie fühlen. Ich kann vieles nachvollziehen. Aber (er)leben kann ich eben nur (m)ein Leben.

Wobei es da durchaus sehr interessante Fälle gibt: Menschen, die z. B. nach einem Unfall sich eben nicht mehr an ihr Leben davor erinnern können, dass sie z. B. Mutter sind und eine völlig andere Persönlichkeit bilden, mit ganz anderen Neigungen, Geschmack, Beruf, als vorher. Es gibt Menschen, die bilden von einander unabhängige Persönlichkeiten parallel zueinander. Die Personen wissen nichts von einander.

Ja, sehr interessant.

Ich wäre jetzt davon ausgegangen, dass Du eine besonders gute Vorstellungskraft hast und von Extremen abgesehen, Dich sehr gut in die Lage anderer versetzen kannst. Vielleicht liegt es aber dann daran, dass Du es nicht so gut kannst und es Dir deswegen wünschst jemand anders zu sein? Wie siehst Du es?

Ich kann mich gut in die Lage anderer versetzen. Ich sage nur, dass es für mich gefühlt ein Unterschied ist, mir etwas vorzustellen oder es tatsächlich zu erleben. Ich weiß nicht, ob das für dich unter "Extreme" fällt, aber ich konnte mir z.B. schon vorstellen, wie es sein muss, jemanden zu verlieren. Die Eltern beispielsweise. Ich hatte nie Mühe, die Trauer anderer nachzuvollziehen, ganz im Gegenteil, ich habe oft mitgelitten und mir lebhaft ausmalen können, wie sie sich fühlen. Aber als es dann bei mir soweit war, merkte ich, dass "es sich vorstellen" und auch "es nachvollziehen können" doch nochmal etwas anderes ist, als den Verlust tatsächlich zu erleben.

Ähnlich stelle ich mir die Geburt eines Kindes u.a. vor.

Kslexio


Yes, Bo

Es gibt immer nur einen Weg für den jeweiligen Menschen. Wenn er Glück hat, kann er ihn sich aussuchen und abwechslungsreich gestalten, klar. So kann man auch unterschiedliche Erfahrungen machen. Aber es wird immer unzählige Erfahrungen geben, die man nie machen können wird, weil man sich eben entscheiden muss. Dies oder das. Jetzt oder später. Hier oder da. Und immer hätte sich daraus ein ganz anderes Leben ergeben, in dem man dann ganz anderen Menschen begegnet wäre usw.

Gut, das bezieht sich jetzt auf Dein/mein Leben ohne im Zusammenhang eine andere Person zu sein. Für mich klingt es zumindest so. Du gehst davon aus, dass Du auch eine andere Entscheidung hättest treffen können und Du dann aufgrund dieser Entscheidungen auch ein anderes Leben gehabt hättest. Ich glaube das übrigens nicht. Ich bin der Meinung, dass Menschen determiniert sind und somit auch die vermeintliche Entscheidung nie wirklich eine ist, nur weil ich sie mir abstrakt ausdenken kann. Meiner Ansicht nach kann ich nur dieses Leben leben und es würde immer so ausschauen, weil ich immer diese "Entscheidungen" treffen würde. Es wäre immer und immer wieder dasselbe Leben. Ist eine ewige philosophische Diskussion.

Für mich sind das nicht unterschiedliche Leben, die gelebt werden. Es sind unterschiedliche Lebensphasen in einem Leben. Aber man hat eben nur dieses eine Leben, diesen einen Weg.

Ja, wir haben "nur" ein Leben. :-)

Die Frage stelle ich mir eben auch. Ich weiß nicht, was ich für ein Selbstverständnis als Mann hätte. Ich fände halt interessant, zu wissen, wie es sich anfühlt, ein Mann zu sein. Oder auch eine andere Frau. Ich kann ja eben nur ich, nur eine Frau sein.

Was für ein völlig anderes Gefühl meinst Du denn, dass Du als Mann haben würdest, was Du als Frau nicht nachvollziehen kannst oder ist es generell auf eine andere Person bezogen, egal ob nun eine andere Frau oder Mann?

Wäre ich, wie ich bin ein Mann, dann wäre meine Persönlichkeit im Körper eines Mannes, also immer noch ich. Wäre ich ein völlig anderer Mann, dann wäre halt wieder die Vorstellungskraft gefragt.

Ich schrieb doch gar nicht, dass ich mir "generell nicht vorstellen kann", wie es anderen geht. Dem ist nicht so. Ich kann mir schon vorstellen, wie es anderen geht. Wie sie fühlen. Ich kann vieles nachvollziehen. Aber (er)leben kann ich eben nur (m)ein Leben.

Ich selbst sehe das anders, eben in Bezug auf meine Beispiele mit der Fähigkeit sich schlichtweg neu zu erfinden. Keine Ahnung wie das bei Personen mit mehreren Persönlichkeiten allgemein betrachtet wird, aber in der Regel fühlen sie sich alle eigenständig in einer Person. Spielt aber keine Rolle. Würdest Du sagen, dass eine Person, die in sich mehrere von einander unabhängige Persönlichkeiten hat auch unterschiedliche Leben leben?

Ich kann mich gut in die Lage anderer versetzen. Ich sage nur, dass es für mich gefühlt ein Unterschied ist, mir etwas vorzustellen oder es tatsächlich zu erleben. Ich weiß nicht, ob das für dich unter "Extreme" fällt, aber ich konnte mir z.B. schon vorstellen, wie es sein muss, jemanden zu verlieren. Die Eltern beispielsweise. Ich hatte nie Mühe, die Trauer anderer nachzuvollziehen, ganz im Gegenteil, ich habe oft mitgelitten und mir lebhaft ausmalen können, wie sie sich fühlen.

Extreme sind für mich Persönlichkeiten, in die ich mich beim besten Willen nicht hineinversetzen kann – oft mir schwierigen psychischen Störungen. Da komme ich dann nicht hin. Also solche Dinge, wie Du sie nennst, das nehme ich, wie schon beschrieben, Trauer ist Trauer, Liebe ist Liebe, Wut ist Wut, etc. Das sind aus meiner Sicht die "einfachen Übungen". So, wie Du beschreibst – so lange ich kein Elternteil verloren habe, weiß ich es nicht, ich habe aber auch keinen großen Unterschied festgestellt zwischen meiner Vorstellung und dann der Tatsache. Dafür kenne ich mich zu gut. Ich weiß, wie ich bin.

Aber als es dann bei mir soweit war, merkte ich, dass "es sich vorstellen" und auch "es nachvollziehen können" doch nochmal etwas anderes ist, als den Verlust tatsächlich zu erleben.

Wenn ich mir so etwas vorstelle, dann ist es doch real. Umgekehrt gibt es Menschen, die sich sofort vorstellen, dass es nicht real ist, wenn jemand z. B. stirbt. Es ist doch immer eine Vorstellung, die man sich denkt. Ohne Vorstellung gibt es ja nicht einmal ein Ich. Muss ich mir ja nicht erschaffen. Es läuft alles über die Fähigkeit der abstrakten Gedanken. Ob es tatsächlich real ist oder nicht, spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Es geht ja darum, was ich jetzt gerade als Realität sehe.

Ähnlich stelle ich mir die Geburt eines Kindes u.a. vor.

Dazu gibt es schon Simulationen. Wird für Dich wohl nicht zählen. ;-)

SQinaSuouxndso


Klar denkt man darueber nach, was gewesen waere, wenn man sich an der und der Stelle fuer ein "anderes Leben" entschieden haette.

Mich verfolgt manchmal die Frage, ob es nicht toll gewesen waere, ganz frueh (mit 18,19,20) Mutter geworden zu sein und dann ein ganz tolles Verhaeltnis zu den Kindern zu haben. Wenn es mir so geht, lese ich ein Buch zu dem Thema oder schaue Gilmore Girls.

Mit Buechern habe ich auch meine Drogen- und Sektenerfahrungen gemacht.

Dadurch, dass ich mich sehr gut in alles reinfuehlen kann und fuer den Moment "wirklich" dort bin, konnte ich durch's Lesen so viele Erfahrungen machen, dass es mir reicht=).

Vielleicht waere das auch eine Moeglichkeit fuer Dich?

Y)es,x Bo


Du gehst davon aus, dass Du auch eine andere Entscheidung hättest treffen können und Du dann aufgrund dieser Entscheidungen auch ein anderes Leben gehabt hättest.

Ja, davon bin ich überzeugt.

Ich glaube das übrigens nicht. Ich bin der Meinung, dass Menschen determiniert sind und somit auch die vermeintliche Entscheidung nie wirklich eine ist, nur weil ich sie mir abstrakt ausdenken kann. Meiner Ansicht nach kann ich nur dieses Leben leben und es würde immer so ausschauen, weil ich immer diese "Entscheidungen" treffen würde. Es wäre immer und immer wieder dasselbe Leben.

Ich finde die Vorstellung echt beklemmend, aber ist eine interessante Sichtweise.

Was für ein völlig anderes Gefühl meinst Du denn, dass Du als Mann haben würdest, was Du als Frau nicht nachvollziehen kannst oder ist es generell auf eine andere Person bezogen, egal ob nun eine andere Frau oder Mann?

Ist generell auf eine andere Person bezogen, daher ja auch die Überlegung, wie es bzw. vielmehr wer ich wohl wäre, wäre ich anders "groß geworden", in einem anderen Umfeld, mit anderen Menschen usw.

Bei der Mann-Frau-Sache würde mich vor allem die körperliche Erfahrung reizen. Also ganz banal oder auch nicht: Wie es sich wohl anfühlt, andere Geschlechtsorgane zu haben, durch einen anderen Hormonhaushalt gesteuert zu werden etc.

Keine Ahnung wie das bei Personen mit mehreren Persönlichkeiten allgemein betrachtet wird, aber in der Regel fühlen sie sich alle eigenständig in einer Person. Spielt aber keine Rolle. Würdest Du sagen, dass eine Person, die in sich mehrere von einander unabhängige Persönlichkeiten hat auch unterschiedliche Leben leben?

Schwierig. Streng gesehen ist es für mich auch wieder "nur" ein Leben, das diese Person führt. Eben als Mensch mit mehreren Persönlichkeiten. Aber das ist schon tricky und wohl abhängig davon, wie das derjenige wahrnimmt, also ob er von den unterschiedlichen Persönlichkeiten in sich weiß oder nicht. Wenn nicht, dann kommt das für mich schon nahe an "unterschiedliche Leben leben" ran.

Extreme sind für mich Persönlichkeiten, in die ich mich beim besten Willen nicht hineinversetzen kann – oft mir schwierigen psychischen Störungen. Da komme ich dann nicht hin.

Ach so, verstehe.

Wenn ich mir so etwas vorstelle, dann ist es doch real.

Ja? ":/ Muss ich mal länger drüber nachdenken.

Dazu gibt es schon Simulationen. Wird für Dich wohl nicht zählen. ;-)

In Bezug auf die körperliche Erfahrung? Das finde ich schon spannend. Aber ja, es "zählt" für mich insofern nicht, als dass zu der tiefgreifenden Erfahrung, Mutter zu werden und dann auch zu sein, sicher mehr gehört, als per Simulation ein paar Muskeln kontraktieren zu lassen. Wobei, wenn man dazu den "passenden" Hormoncocktail verabreicht bekommt, dann kommt es vielleicht schon wirklich nah an die "echte" Erfahrung ran. Scheinschwangerschaften (im Sinne einer Wunschneurose) sind in dem Zusammenhang auch ein spannendes Thema.

Mit Buechern habe ich auch meine Drogen- und Sektenerfahrungen gemacht.

Dadurch, dass ich mich sehr gut in alles reinfuehlen kann und fuer den Moment "wirklich" dort bin, konnte ich durch's Lesen so viele Erfahrungen machen, dass es mir reicht=).

Vielleicht waere das auch eine Moeglichkeit fuer Dich?

Ich glaube nicht, weil mir dabei doch immer sehr bewusst ist, dass ich mir das alles gerade nur "vorstelle" und mich "nur" in eine andere Person hineinfühle, aber doch ich bin und bleibe und mein Leben ein ganz anderes ist.

YKe5s,u xBo


Letzteres ist aber wie gesagt nicht schlimm. Ich bin ja gerne ich :-D und froh, überhaupt (m)ein Leben zu haben :)z

Lcebk#uchenh$erzchxen


Ich kenne diese Gedanken und würde auch oft gern verschiedene Erfahrungen im Leben machen, die zusammen aber nicht realisierbar wären. Ich würde z.B. gern wissen, wie es sich anfühlen würde, nicht studiert zu haben. Ob ich heute genauso denken würde wie jetzt. Und ich wäre vom Typ her auch oft gern beides von Natur aus - blond/hell und dunkel/exotisch.

Aber es ist eher eine Gedankenspielerei. Nichts, was mich wirklich traurig macht oder runterzieht. Es geht ja allen Leuten so, dass sie sich auf etwas festlegen und dann nicht mehr wissen können, wie es ihnen ohne diese Sache oder Entscheidung ergangen wäre. Die Sachen, die von Natur aus festgelegt sind, kann man ja sowieso nicht ändern.

Sxhzojxo


Ich verstehe Deine Gedanken sehr gut. Es geht überhaupt nicht darum, ein anderes Leben zu wollen, es geht nur um diese unendliche, atemberaubende Weite der Möglichkeiten und der menschlichen Empfindung. Es ist nicht Unzufriedenheit oder Lebensüberdruss, sondern das genaue Gegenteil - es ist überschäumende Begeisterung für das Leben und das Empfinden, es ist Hunger und Neugier und übersprudelnde Freude daran, zu sein. Wenn wir uns für eine Tür entscheiden, bleiben alle anderen verschlossen, und das ist auch in gewisser Weise sehr gut so, weil ein ganz unverbindliches Leben, in dem keine Entscheidung zählt und alle Möglichkeiten offen bleiben, weder lebbar ist noch schön wäre - das Spannende sind ja gerade verwirklichte Optionen, nicht theoretische, denn nur verwirklichte sind auch erfahrbar. Aber ich verspüre auch, so blitzzufrieden ich mit den meisten meiner Entscheidungen bin und mit dem Leben, zu dem sie geführt haben, manchmal diesen Andrang all der unverwirklichten Möglichkeiten und auch derer, die niemals überhaupt eine Option waren. Wie wäre es, ein Vogel zu sein? Ein Baum? Wer wäre ich eigentlich, wenn ich einige wesentliche Entscheidungen anders getroffen hätte?

Diese Vorwurfshaltung, die hier aufschimmert, diese Mahnungen, das sei der Weg in die Unzufriedenheit, finde ich total bizarr und musste ein bisschen drüber lachen, weil sich darin spiegelt, dass viele Leute es wirklich nicht verstehen, also ganz anders ticken. Wie wäre es wohl, so jemand zu sein?
Wenn ich gern nach Borneo und nach Island fahren will und auch noch einige andere Reiseziele interessant fände, aber im Sommer nur eine einzige Reise machen kann, dann entscheide ich mich und freue mich wie Wildsau auf meinetwegen die Galapagos-Inseln. Dadurch werden doch aber all die anderen Reiseziele - von denen ich einige niemals sehen werde, vor allem nicht welche, die gar nicht mehr zur Verfügung stehen, wie beispielsweise das Madagaskar vor 200 Jahren (und jaja, ich weiß, dass ich da nicht wirklich hätte hingehen wollen, weil niemand, der bei Verstand ist, wirklich Königin Ranavalona hätte begegnen wollen) ... die werden dadurch doch nicht reizlos? Selbstverständlich bereise ich sie in Gedanken. Ich mache mein Zeug, ich lebe im Hier und Jetzt, und ein Teil dieses Hier und Jetzt sind eben auch Träume und Gedankenspiele. Wozu haben wir denn ein phantasiebegabtes Hirn, wenn wir es nicht benutzen?

a{_pleAa_foxr_eros


Kennt diese Gedanken und vor allem dieses Gefühl jemand?

Leck mich am Arsch, ja! Ich sitze erledige das, was ich grad schaffe, heute schon den ganzen vormittag mehr oder weniger Rotz und Wasser heulend, weil ich das grad so sehr nicht packe.

Dieses Gefühl, auch gern wissen zu wollen, wie ein anderes Leben ist, kenn ich schon lange. Die Beispiele, die du nennst, sind ja auch Dinge, die so gar nicht in unserer Hand liegen, und auf solche Dinge bezog sich mein Gefühl oft. Wie würde es sich anfühlen, die 20er in einer monogamen Partnerschaft zu verbringen, statt in einem großzügigen Freundschaftsgefüge? Wie wäre es/wie wäre ich, wenn ich die große Nachkommenschar tatsächlich hätte, die ich mir in jungen Jahren vorgestellt hätte. Etc. Interessant. Manchmal schmerzhaft, dass man nicht alles erleben kann. Aber handlebar.

Was mich persönlich grad an den Rand bringt (und sorry, ich steck da grad so mittendrin, dass ich erst mal nur dein Eingangsposting gelesen hab, weil für mehr grad nicht der Moment ist - vielleicht passt, was ich schreibe ja trotzdem, andernfalls einfach drüber weglesen), ist die Zukunft. Auch in der Zukunft gibt es nur ein Leben zu leben, und man kann nicht alles, man kann oft mehr, als man meint, aber man kann eben nicht unabhängig, vogelfrei, partner- und kinderlos durch die Welt tingeln und gleichzeitig erleben, wie sich das ganze mit Partner und mit Kind(ern) anfühlt. Man kann nicht beobachten, wie sich der eigene Körper verändert, wenn man die 30er durchtrainiert und gleichzeitig sehen, was der Körper macht, wenn er ein heranwachsendes Kind beherbergt.

Ich bin auch nicht unglücklich, auch grad nicht unzufrieden - ganz im Gegenteil! Aber, ich finde es grad so fürchterlich schrecklich ungerecht, sich entscheiden zu müssen. Scheiß drauf, dass das so was von Luxusprobleme sind (und natürlich kann ich es in den allerallerallermeisten Momenten meines Lebens dementsprechend runterregulieren/runterrelativieren), aber im Moment muss ich einfach sagen: Dass nicht alles geht, tut so verflucht, verfickt scheiß weh!

P.S. Nochmal sorry, falls völlig am Thema vorbei. Wollte keinesfalls deinen Thread meutern (sagt man das so?). War vom Them her aber grad so zum Tag passend ... und hat offenbar einen Wortschwall freigesetzt. Anywho. Falls es irgendwo Überschneidungen gibt umso besser, andernfalls einfach überlesen.

keatercZharlixe


Ich kann es mir natürlich vorstellen. So wie ich mir vorstellen kann, wie es wohl sein mag, ein Mann zu sein. Aber das bleibt alles reine Fantasie. Ich könnte mich irren.

das ist nur ein beispiel aus deinen vielen aussagen.

ich seh es so:

man lebt und sammelt erfahrungen aus den situationen, die einem begegnen

und man handelt danach...eigene erfahrung und so...

allerdings sind ist die sichtweisen auf die ähnlichen "gegebenheiten" von mensch zu mensch verschieden. manchmal total verschieden, obwohl "mensch" eine gleichartige situation erlebt. und das ist nicht nur abhängig vom charakter, sondern auch vom stand der gestirne, vom wetter, den hormonen usw.blabla.

genauso wie man durch das verschieben seiner sichtweise seine eigene persönliche welt verändern kann.

denn jeder lebt ja in seinem eigenen "bild", und das verändert sich ständig...

und es hat jeder die möglichkeit, seine welt durch verschieben des standpunktes zu ändern auch wenn man es meist nicht macht

es ist so spannend sich drauf einzulassen!

d]anaxe87


Ich verstehe die verwunderung auch nicht so ganz. fakt ist: Das Leben ist zu kurz für ales wa sich toll fände, wenn man mal alles unmögliche rauslässt. Doch bin ich verdammt froh über die zeitliche Grenze, ein ewiges Leben wäre nämlich wirklich ein Albtraum.

K4l\exio


Ich finde die Vorstellung echt beklemmend, aber ist eine interessante Sichtweise.

Wenn es Dich interessiert, so gibt es zu dem Thema viel Literatur. Ich finde weder Determinierung noch die ansicht die Wahl zu haben beklemmend.

Ist generell auf eine andere Person bezogen, daher ja auch die Überlegung, wie es bzw. vielmehr wer ich wohl wäre, wäre ich anders "groß geworden", in einem anderen Umfeld, mit anderen Menschen usw.

Ja, da gibt es jetzt schon unterschiedliche Ebenen. Eimmal nur Du allein, die als dieses Du unterschiedliche Leben führen würdest, wenn Du andere Entscheidungen getroffen hättest, dann tatsächlich eine ganz andere Person zu sein. Jetzt wurde noch andere Zeitalter. Also alles keine Vorstellungen, die andere nicht auch schon gehabt hätten. Auch da gibt es ja genug Literatur.

Ich kenne das ja auch von früher. Es gibt ja immer wieder Situationen im Leben, in denen ich vor einer vermeintlichen Entscheidung stand und im Nachhinein natürlich diese Gedanken kamen, hättest Du doch anders entschieden. Ich bin dem auf den Grund gegangen. Ich hätte nicht anders entschieden – niemals. In der selben Situation hätte ich jedes Mal dieselbe Entscheidung getroffen. Also z. B. wenn es mehrere Verehrer gibt. Dann entscheide ich mich für den einen und es wird nix. Logischerweise ist das unbekannte Land, was denn nun gewesen wäre, wenn ich mich für den anderen entschieden hätte sehr weit und bevorzugt dachte ich natürlich, dass es mit dem sicher geklappt hätte. ]:D Oder ein Job – hätte ich den anderen genommen. Solche Fragen kommen ja nicht auf, wenn alles gut geht, sondern wenn eine vermeintliche Wahl dagewesen ist. Dass ich die Situation im Nachhinein anders beurteilte, ist klar. Da wusste ich ja, was herauskam. Darum finde ich auch solche Bewertungen im Nachhinein als reine Gedankenübungen, weil ich halt des abstraken Denkens fähig bin. Sinnvoll für mein Leben sehe ich sie in diesem Zusammenhang nicht. Insofern gibt es bei mir auch nie ein Bedauern, warum ich nicht so, sondern anders entschieden habe.

Schwierig. Streng gesehen ist es für mich auch wieder "nur" ein Leben, das diese Person führt. Eben als Mensch mit mehreren Persönlichkeiten. Aber das ist schon tricky und wohl abhängig davon, wie das derjenige wahrnimmt, also ob er von den unterschiedlichen Persönlichkeiten in sich weiß oder nicht. Wenn nicht, dann kommt das für mich schon nahe an "unterschiedliche Leben leben" ran.

Das Buch, das ich gelesen habe, da wussten die Persönlichkeiten nichts von einander und das ist ja auch das Erscheinungsbild der Krankheit. Es ist nicht besonders prickelnd, wenn ich als Person ständig Gedächtnislücken habe, weil gerade eine andere meiner Persönlichkeiten ihr Leben lebt.

Ja? Muss ich mal länger drüber nachdenken.

Ja, vor allem klingt es bei Dir, als würdest Du einen Unterschied machen.

Ich glaube nicht, weil mir dabei doch immer sehr bewusst ist, dass ich mir das alles gerade nur "vorstelle" und mich "nur" in eine andere Person hineinfühle, aber doch ich bin und bleibe und mein Leben ein ganz anderes ist.

Ist auch bei mir so. Wenn ich mich in jemanden anderen hineinfühle, bin ich dieser jemand. Ich denke anders, ich fühle anders. Wenn ich Harry Potter lese bin ich Harry Potter oder jene Person, mit der ich mich identifiziere.

Ich verstehe die verwunderung auch nicht so ganz. fakt ist: Das Leben ist zu kurz für ales wa sich toll fände, wenn man mal alles unmögliche rauslässt. Doch bin ich verdammt froh über die zeitliche Grenze, ein ewiges Leben wäre nämlich wirklich ein Albtraum.

Finde ich interessant. Ich habe nun wirklich viele Interessen und ich habe nicht den Eindruck, dass mir etwas "entgeht" bzw. dass ich etwas nicht machen kann, was ich will. Dass ich nicht alles auf einmal machen kann, ist klar. Insofern habe ich auch nicht den Wunsch 3 Dinge auf einmal zu machen. Dafür bin ich dann zu sehr im Jetzt und in der Realität. Das sehe ich jetzt auch nicht unbedingt im direkten Zusammenhang zum Thema mehrere Dinge auf einmal zu Wollen. Ich bin ja trotzdem interessiert, wie andere sind. Mir fehlt nur der Wunsch jemand anders zu sein oder auch etwas unrealistisches zu wollen.

S~hojxo


Ich kenne das ja auch von früher. Es gibt ja immer wieder Situationen im Leben, in denen ich vor einer vermeintlichen Entscheidung stand und im Nachhinein natürlich diese Gedanken kamen, hättest Du doch anders entschieden.

Mir fehlt nur der Wunsch jemand anders zu sein oder auch etwas unrealistisches zu wollen.

Kleio, genau darum geht es doch nicht, zumindest nicht im Kern. Es geht nicht darum, etwas anderes zu wollen und sich zu wünschen, eine andere Entscheidung getroffen zu haben. Es geht um die Neugier, was wäre, wenn. Und das Staunen darüber, wie anders das eigene Leben sein könnte.

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