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Halte Unruhe nicht mehr aus

nMottrVanqubiliGzxed hat die Diskussion gestartet


Hallo, was kann man gegen Unruhe machen?

Ich habe jeden Tag Unruhe, wegen allen möglichen und unmöglichen Dingen. Ich habe dann sehr negative Gedankenspiralen, welche ich nicht beenden kann. Ablenken kann ich mich leider nicht, weil ich nie etwas mache und bei der Arbeit hab ich diese Gedanken auch, neben anderen Problemen. Aber die Unruhe ist sehr belastend.

Ich habe vorher Tavor genommen, weil ich es müde bin, ich konnte nicht mal mehr richtig durchatmen und habe einfach auch genug, ich gewöhne mich leider auch nicht an diese Unruhe, es scheint viel mehr so als kostet es Kraft. Durch die Tavor kann ich jetzt zwar richtig durchatmen und die Gedanken belasten nicht mehr so, aber meine Stimmung hebt es gerade irgendwie auch nicht, weil wenn ich morgen früh aufstehe ist sie wieder da und mein Leben ist auch einfach nur sinnlos.

Nach der Arbeit nehme ich immer 2 müdemachende Antidepressiva, sodass ich bald einschlafe, weil wenn ich schlafe habe ich wenigstens meine Ruhe und träumen tue ich fast nie.

Gibt es Medikamente die nicht abhängig machen, welche gegen Unruhe helfen? Diese habe ich schon probiert: Venlafaxin, Cymbalta, Mirtazapin, Opipramol, Clomipramin, Quetiapin, Zyprexa. Und andere, aber die fallen mir gerade nicht ein.

Antworten
S3pisnnfexrin


Hallo nottranquilized,

Medikamente sind nicht die Antwort auf alles, und sollten es auch nicht sein.

Ablenken kann ich mich leider nicht, weil ich nie etwas mache

Und was hält dich davon ab, etwas zu machen? Was ist mit Bewegung an frischer Luft, Yoga, Sport etc.? Oder vielleicht ein Buch lesen?

ich gewöhne mich leider auch nicht an diese Unruhe, es scheint viel mehr so als kostet es Kraft.

Es scheint nicht nur so, es kostet wirklich wahnsinnig viel Kraft. Solche Unruhezustände kenne ich sehr gut.

mein Leben ist auch einfach nur sinnlos.

Und wie wäre es mit einer Sinnsuche, bzw. etwas zu finden, was dem Leben Sinn gibt? Oder dich zumindest entspannt. Irgendetwas muss dir doch Spaß machen?

Nach der Arbeit nehme ich immer 2 müdemachende Antidepressiva, sodass ich bald einschlafe, weil wenn ich schlafe habe ich wenigstens meine Ruhe und träumen tue ich fast nie.

Vielleicht ist die Unruhe eine Nebenwirkung von den Medikamenten? Wie lange nimmst du die denn schon?

EJrdbee}re2060


Wenn du Medikamente gegen deine Unruhe nimmst, wirst du immer Medikamenten nehmen wollen. Zur Not sind sie in Ordnung, aber nicht auf Dauer.

Könntest du dir kein Hobby vorstellen, an dem du Freude hast und du dich ablenken kannst? Das wäre am sinnvollsten.

Ich war auch so eine nervöse Nudel. Machte mir so viele Gedanken und ständig Sorgen. Hatte immer etwas zu grübeln. Und auch ich habe Notfall Medikamente im Schrank. Die ich aber schon lange nicht mehr gebraucht habe. Denn ich habe meine Ablenkung gefunden.

1. Mache ich einen Fernkurs. Da ist Konzentration Pflicht und am Ende hat man etwas erreicht.

2. Mache ich Handarbeiten. Ich habe mir das stricken und häkeln beigebracht. Ich bin mit Maschen zählen beschäftigt. Da bleibt keine Zeit zum grübeln und man wird mit einem Ergebnis belohnt. Ich mache Topflappen, Kleidung für uns und Spielwaren für die Kinder.

Könntest du dir so etwas vorstellen? Oder liest du gerne? Obwohl mir lesen nicht geholfen hat, mich abzulenken, aber vielleicht wäre es das Richtige für dich.

ANmbivaYlentx70


Wurden bei Dir mal Schilddrüsenwerte getestet? Bei einer Freundin kam eine so belastende Unruhe von einer Überfunktion der Schilddrüse.

n6ottranmquilvized


Und was hält dich davon ab, etwas zu machen? Was ist mit Bewegung an frischer Luft, Yoga, Sport etc.? Oder vielleicht ein Buch lesen?

Ich habe nie gelernt etwas zu machen, traute mir nie etwas zu, heute habe ich für nichts mehr Antrieb außer aufstehen, arbeiten und manchmal einkaufen. Ich habe täglich 2-3h Sport gemacht, das hat mir körperlich geholfen, psychisch war es neutral, bzw habe sonst nichts gemacht und war oft übermüdet. Lesen würde ich gerne, kann mich aber nicht dazu aufraffen.

Und wie wäre es mit einer Sinnsuche, bzw. etwas zu finden, was dem Leben Sinn gibt? Oder dich zumindest entspannt. Irgendetwas muss dir doch Spaß machen?

Mir kommt alles so unnütz vor. So direkt macht mir auch nichts Spaß.

Vielleicht ist die Unruhe eine Nebenwirkung von den Medikamenten? Wie lange nimmst du die denn schon?

Ich nehme seit Jahren schon Medikamente, die Unruhe war aber davor da, ich kriege die Medikamente ja unter anderem dagegen.

@ Erdbeere2060

Wenn die Medikamente denn helfen, habe ich kein Problem damit es ewig zu nehmen. Hobbies habe ich keine, ich schaffe es nicht mich mit etwas zu beschäftigen. Lesen würde ich gerne, habe leider so den Zwang dass ich alle Wörter mehrmals lesen muss und die Seitenzahlen kontrollieren, das ist dann nicht sonderlich entspannend und kann mich halt auch nicht dazu aufraffen.

@ Ambivalent70

ja, die waren in Ordnung.

nCottreanqQui'lizxed


Ich beisse mir in die Haut oder drücke mit der Messerspitze in die Haut, aber das hilft nur kurz um mich abzulenken.

n3ottrTanqu8ilixzed


Habe gegen Nachmittag Quetiapin genommen und früh geschlafen, jetzt bin ich dafür wach. Schneide mir mit der Scherenspitze in die Haut bis sie platzt aber das hilft auch nicht, gegen die Unruhe kurz, aber gegen die Niedergeschlageheit gar nicht. Mein Arzt wollte mich zurückrufen wegen einem Klinikaufenthalt, hat er aber noch nicht getan

Eqhemali%ger lNutzYer q(#54A5421)


Schneide mir mit der Scherenspitze in die Haut bis sie platzt

Vielleicht solltest Du Dich an eine Notfallambulanz wenden ...

sPch3nec?ke129x85


Klingt fies, aber eine ausschließlich medikamentöse Lösung wird sich für das Problem nicht finden.

Du brauchst Hobbies, einen Ausgleich, der dich ruhiger macht. Das können Sudokus, Handarbeiten, Vereine, Wohnung umgestalten ect. sein.

Denn: Auch ein psychisch Gesunder würde auf Dauer krank, wenn er außer Arbeit keine erfüllenden, ausgleichenden Beschäfitigungen hat. Es geht nicht ohne! Davon bin ich fest überzeugt.

Ich hab mir z.B. ein Haustier angeschafft, was mir in schlechten Phasen enorm viel Kraft gegeben hat. Ablenkung ist meiner Meinung nach ein ganz, ganz wichtiges Instrument, um Krisen ohne Selbstverletzung zu überstehen.

Was machst du psychotherapeutisch gegen deine Probleme? Bist du in einer Selbsthilfegruppe o.ä.?


Egal, wie du es drehst und wendest, ohne eine sinnvolle Freizeitgestaltung wird es dir nie besser gehen. Ich kenne diese Unruhe nur zu gut, und weiß in etwa, was du durchmachst :)* :)_

Ich bin zwar medikamentös gut eingestellt, aber ohne "Seelenhygiene" meinerseits (das heißt, aktives Handeln, das mir guttut) wäre ich ein Wrack.

Man kann auch viele Sachen von zuhause aus machen. Ich hab z.B. angefangen, mein Englisch zu verbessern, meine Wohnung umgestrichen, koche und backe gerne und in miesen Zeiten nehme ich mir Auszeiten für meine Hobbies.

Ich vergleiche das Unglück jetzt mal mit einem Computerspiel: Wenn du nur einmal auf das Monster schießt (also einen halbherzigen Versuch des Bekämpfen startest), dann wird das nix. In der Depression muss man so lange gegenfeuern, bis sich der Zustand verbessert - also viele Dinge hintereinander tun, die der Seele Halt geben. Eine neue Sprache kann man z.B. auch im Bett lernen.

Ergo: Es gibt keinen einfachen Weg aus diesen Unruhezuständen. Medikamente können zwar eine Basis schaffen, aber ohne Eigeninitiative geht gar nichts. Der Wunsch nach dauerhafter Sediertheit kann nur in einer Abhängigkeit enden - die wiederum neue Probleme generiert.

Man kann auch Skills gegen Unruhe entwickeln, aber auch das bedarf einer Anstrengung bzw. dem Willen, verschiedene Dinge auszuprobieren. Und du solltest dir vor Augen halten, dass dein Wunsch im Grunde nur mit einem lebenslangen Dasein als Seelenkrüppel erfüllbar ist. Es ist bequem, sich abzuschießen, von einer Rehamaßnahme in die andere zu pendeln, aber es ist auch ein Weg ohne Wiederkehr.

Ich wollte mehr aus meinem Leben machen.

n0ottranqu:iliez6ed


Rübensüßchen, die würden mir doch auch nur Tavor geben zur Beruhigung.

schnecke1985, ich komme halt nie zur Ruhe, ich denke immer, egal was ich mache. Und ich schaffe es nicht etwas zu machen, nicht mal Zocken. In einer Selbsthilfegruppe bin ich, aber da gibt es niemand der so ist wie ich. Ich kann einfach auch nichts machen, ohne dass es zu Problemen kommt. Ich kenne einfach niemanden, der gar nichts macht.

n`ottiran>quiltized


Soviel vergeudete Lebenszeit. Angenommen ich hätte jetzt Antrieb für irgendwelche Dinge, dann wüsste ich gar nicht wo und mit was ich anfangen soll, ich habe da einfach nicht die Ruhe dafür. Ein Beispiel: Musik: Selbst mit einer Band könnte man sich ein jahr beschäftigen, wenn man sich alle Lieder anhört, alle Interviews liest, Bücher über die Band liest, sich alte Konzerte anschaut. Anderes Beispiel: Filme: Alle Filme des Lieblingsschauspielers anschauen, Bücher von und über den Schauspieler lesen, Interviews anschauen. Versteht ihr mich? Wenn ich aber nu 10 Lieblingsbands und 10 Lieblingsschauspieler habe?

Man hat doch gar nicht soviel Lebenszeit um sich mit allen Dingen zu beschöftigen, für die man sich interessiert? Und dann muss man sich j aauch noch um andere DInge im Leben kümmern.

DAS IST EIN GRUND FÜR MEINE UNRUHE

Denke ich falsch? Ist das so normal? Wahrscheinlich denke ich vollkommen falsch, ich hatte in der Kindheit schlimme Zwänge, darum habe ich wahscheinlich niemals gelernt richtig zu denken.

Und dabei bin ich dermaßen antriebslos seit Jahren, dass ich gar nichts mache, aber selbst wenn ich jetzt anfangen würde etwas zu machen, ich würde niemals damit fertig werden und könnte nicht mal den Bruchteil davon erledigen.

Sltu'hlGbei/n


Man hat doch gar nicht soviel Lebenszeit um sich mit allen Dingen zu beschöftigen, für die man sich interessiert? Und dann muss man sich j aauch noch um andere DInge im Leben kümmern.

DAS IST EIN GRUND FÜR MEINE UNRUHE

Denke ich falsch?

Und weil du nicht alles machen kannst, machst du lieber gar nichts? Das ist nun keine sehr hilfreiche Strategie. ;-)

Und dabei bin ich dermaßen antriebslos seit Jahren, dass ich gar nichts mache, aber selbst wenn ich jetzt anfangen würde etwas zu machen, ich würde niemals damit fertig werden und könnte nicht mal den Bruchteil davon erledigen.

Oft hilft es, große Aufgaben, von denen man sich überfordert fühlt, in kleine überschaubare Teilaufgaben zu zerlegen. Außerdem sollte man Prioritäten setzen können.

nrottrTanSquilixzed


Ne der Grund wieso ich nichts mache ist meine Antriebslosigkeit.

Aufgaben sind das eine, Zeitvertreib ist das andere, ich mache weder das eine noch das andere.

nSott@ranqu~ilizxed


Ich hätte wahrscheinlich gar nie hier sein sollen auf dieser Welt, ich komme einfach nicht klar mit mir und dem Leben.

A-liceJgegenWundBerlxand


Nottranquilized du hast mich ziemlich fies getriggert als ich grade angefangen habe hier zu lesen %:|

Aber jetzt mal davon abgesehen warum genau kommst du nicht klar? Definiere es doch mal ganz genau und teile es in kleine Punkte auf die du dann bewältigen kannst.

Hab im Moment auch so eine Phase aber mit kleinen Aufgaben schaffe ich es mich nicht ganz aufzugeben. Heute habe ich zb eine Stunde für die Uni gearbeit weil ich mir die Aufgabe gegeben habe nicht den ganzen Tag sinnlos im Bett zu liegen und meine Freizeit zu "vergeuden"...

Wäre das eine Möglichkeit für dich? :)*

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