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Tagesklinik oder Vollstationär

n)otjtraTnquxilized hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich habe eine Angststörung, soziale Phobie, Depression, Persönlichkeitsstörung, Zwangsgedanken. Mein Leben sieht so aus: aufstehen, arbeiten, essen, schlafen. Ich habe keine Hobbies, keine Interessen, keinen Antrieb, ich mache nie etwas, habe ständige Unruhe und sehe keinen Sinn im Leben. Freunde habe ich auch nicht. Die beziehung zu Menschen ist oft schwierig, man kann sagen je länger ich mit Menschen zusammen bin desto mehr Probleme gibt es.

Mein Arzt hat mir eine Tagesklinik empfohlen. Aber in der SHG und andernorts verunsichert man mich, da heißt es, Tagesklinik sei mehr Beschäftigungstherapie und macht man NACH einer vollstationären Klinik. Ich vertraue da eher meinem Arzt, er würde mir doch keine Tagesklinik empfehlen, wenn er nicht denken würde, dass es mir helfen kann. Es heißt auch immer man kann sich selber eine Klinik aussuchen, aber ich kann mich gar nicht dazu aufraffen und bin froh, dass das mein Arzt macht.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

Antworten
P=lüscRhbiexst


Hallo,

ich würde dir empfehlen vollstationär in die Klinik zu gehen. Tagesklinik hat MIR nicht viel gebracht.

Tagesklinik bedeutet morgens hinfahren, dann mit allen Teilnehmern gemeinsam frühstücken und danach die einzelnen Therapiestunden abarbeiten. Einzelgespräche mit der Psychologin hatte ich nur selten.

Die Zeit dort war sehr schön, hat aber nachhaltig bei mir nicht soviel bewirkt.

nIottr\an?q5uili[zed


hm ok danke für deine Einschätzung. Bei dir gab es also ein Standprogramm, aber speziell auf deine Probleme wurde nicht eingegangen?

Dann muss ich mit meinem Arzt nochal reden, dass immer alles so kompliziert sein muss.

L`i4nea


Auch wenn es vielleicht paradox klingt: Vollstationär ist das Programm nicht so intensiv und Du lernst von Anfang an, auch mal Langeweile auszuhalten bzw. Dich mit Dir selber zu beschäftigen. In der Tagesklinik hast Du von morgens bis nachmittags Programm und zuhause fällst Du dann wahrscheinlich tot ins Bett oder vor den Fernseher.

Ich bin seit fünf Wochen stationär untergebracht und bin die ersten Tage Amok gelaufen, weil überhaupt kein Programm stattfand. Im Nachhinein weiß ich nun, warum.

Mein Leben sah übrigens auch fast 1:1 so aus wie Deins.

niotturanquiklizxed


ok hm, dafür wäre mir die Zeit aber dann zu schade, wenn man mich einfach dasitzen lässt und sagt "so lerne mit der Langeweile umzugehen". Die Ängste, Unruhe und Antriebslosigkeit werden doch dadurch auch nicht besser.

Mit was hast du dich denn dann beschäftigt?

N'annig77


Ich fand Tagesklinik super! So hab ich strukturen beibehalten. Aufstehen, sich fertig machen los gehen, pünktlich sein usw.

Die Therapien waren gut und ich hatte auch zweimal die Woche Einzelgespräche. Leerlaufzeiten gab es da auch in denen man sich selbst beschäftigten oder ausruhen konnte.

Stationär wäre für mich ein Alptraum.

J_ulxey


Ich kann nur von einem tagesklinischen Aufenthalt auf einer normalen Station berichten, nicht von einer richtigen TK. Das war sehr langweilig, weil da nicht so viel Programm war wie in einer richtigen TK. (weiß von Freunden so ungefähr, wie es in einer TK abläuft)

Ich wäre auch erst für stationär und anschließend evtl TK. Bei stationär kommt es ganz drauf an, auf was für einer Station man landet. War mal auf einer Therapiestation, da wurde viel viel mehr angeboten als auf Akutstationen oder Kriseninterventionsstationen.

ntottran;quili,zed


Nanni77 das hört sich ja positiv an, wegen was warst du da? Und ging man speziell auf deine Probleme ein? Gab es spezielle Therapien gegen deine Probleme?

Danke Juley, ok ich komme ja in eine richtige, hätte da also viel Programm.

BvenxitaB".


Auch wenn es vielleicht paradox klingt: Vollstationär ist das Programm nicht so intensiv und Du lernst von Anfang an, auch mal Langeweile auszuhalten bzw. Dich mit Dir selber zu beschäftigen. In der Tagesklinik hast Du von morgens bis nachmittags Programm und zuhause fällst Du dann wahrscheinlich tot ins Bett oder vor den Fernseher.

Ich bin seit fünf Wochen stationär untergebracht und bin die ersten Tage Amok gelaufen, weil überhaupt kein Programm stattfand. Im Nachhinein weiß ich nun, warum.

Mein Leben sah übrigens auch fast 1:1 so aus wie Deins.

Das kommt ja wohl auf die Klinik an. Nicht jede ist effektiv. Ich habe Programm gehabt bis zum Umfallen. Mit hochmotivierten Therapeuten. Und über 90 % der Patienten haben der Klinik Effektivität bescheinigt. Und bis man in die Klinik kommt und danach gibt es Hilfe im Internet (Chat).

Und es kommt auch immer drauf an, wie man sich einbringt. Dazu braucht es natürlich den eigenen Entschluß, was ändern zu wollen.....

IYsafbelxl


....wenn man mich einfach dasitzen lässt und sagt "so lerne mit der Langeweile umzugehen". Die Ängste, Unruhe und Antriebslosigkeit werden doch dadurch auch nicht besser.

Aber das ist ja doch genau der Punkt (den auch schon Linea beschrieben hat) - Du sollst lernen mit Deinen Ängsten und Co. selbst auch allein sein zu können und eben nicht ständig abgelenkt zu sein, diese Möglichkeit gar nicht zu haben.

vvamIp28


Jede Klinik ist anders, es gibt TK wo viel Programm statt findet, auch viel einzel, gibt aber auch welche, wo dies nicht der Fall ist. Bei Vollstationär gilt das selbe Prinzip. Jede Klinik ist anders und arbeitet auch anders. Manche Kliniken machen mehr einzel, manche weniger bis gar nicht. Hab mir eine Klinik zu vollstationären Therapie angeschaut, da gab es 20 Minuten einzel in der Woche und da wird auch nur besprochen wie man in den Gruppen voran kommt. Würde mir nie helfen, daher hab ich es gelassen. Ich brauch mindestens zwei einzel in der Woche, wenn ich schon vollstationär gehe. TK bieten generell nur eine Stunde Einzeltherapie an, ansonsten nur Gruppentherapie. Gibt aber auch Tk die bis zu zwei Stunden anbieten. Ist aber eher selten. Vollstationär ist intensiver als TK. Da wird mehr angeboten und natürlich findet auch im normalfalls mehr Einzeltherapie statt. Ich hab die Erfahrung gemacht das man gut beschäftigt ist vollstationär. Man hat ja auch abends wenn keine Therapie statt findet, hausaufgaben zu erledigen. Und früh schlafen muss man auch, da man sehr früh aufstehen muss. Aber genauso war es auch Tagesklinisch. Also Therapie ist immer anstrengend, wenn man mit arbeitet. Wenn man sich langweilt, macht man was falsch. Es gibt natürlich immer solche Situationen das Therapeuten krank werden, oder im Urlaub sind, dann kann es passieren(gerade in der TK, das Therapien ausfallen, sogar auch Einzeltherapien werden beschränkt).

Also TK ist für Leute gedacht, die nicht so viel Hilfe brauchen und etwas stabiler sind. Denn jeden Tag hin und her fahren ist auch nicht gerade ohne. Und das wird erwartet dort, das man jeden Tag erscheint, außer man ist körperlich erkrankt. Daher fragen die einen oft in Vorgesprächen ob man es sich zutraut. Ansonsten bleibt nur vollstationär. Dafür sind auch solche Vorgespräche gedacht, das solche Dinge abgeklärt werden.

viamp2x8


Es ist auch wichtig in der Zeit in der keine Therapie statt findet, sich selbst zu beschäftigen. Es kann nicht rund um die Uhr, ein Pfleger oder Therapeut in deiner Nähe sein. Du must lernen, dich selbst zu beschäftigen und dir selbst zu helfen. Das sind dort keine Babysitter, sondern sie unterstützen dich, aber im großen und ganzen must du die meiste Arbeit machen. Sie zeigen dir nur die Tür, durchgehen must du alleine. Ich denke in der TK hat man genauso viel Therapie wie vollstationär, nur eben weniger Einzeltherapie. Der Vorteil an einer stationären Behandlung ist eben, das auch abends und nachts Schwestern/Pfleger da wären, wenn etwas sein sollte. Aber keine Ärzte oder Therapeuten. Die gehen natürlich schon Nachnmittags nachhause. Ein Arzt hat zwar Dienst, aber der wird nur im absoluten Notfall gerufen, der schwirrt irgendwo immer in der ganzen Klinik umher oder schläft.

NCaHnn#i7x7


Ich war dort wegen Depressionen und war dort auch in einer speziellen Gruppe. Die Leute wurden nach Problemen eingeteilt, so das jeder entsprechend behandelt wurde.

Einzel und Gruppentherapie, Entspannungsgruppen, Ergo und Musiktherapie, kognitives Training, Sport.

Aber jede Klinik ist anders, ich hab mir auch zwei andere angeschaut die mir nicht so gefallen haben. Deshalb sind die Vorgespräche auch wichtig für dich.

Snunfloxwer_73


Tagesklinik ist grundsätzlich keine Beschäftigungstherapie zum Zeit totschlagen. Wobei man genau prüfen muss, welches konkrete Angebot es gibt. Es gibt halt kleine und große Kliniken, eigenständig oder in große Psychiatrien eingebunden.

TK ist immer gut als Übergang NACH einer stationären Behandlung. TK kann aber genauso gut sein, wenn vollstationär nicht geht oder nicht sinnvoll ist (z.B. wenn man sich in die Klinik "flüchtet" und das reale Leben ausblenden will).

n<ottraniquil-izexd


Aber das ist ja doch genau der Punkt (den auch schon Linea beschrieben hat) - Du sollst lernen mit Deinen Ängsten und Co. selbst auch allein sein zu können und eben nicht ständig abgelenkt zu sein, diese Möglichkeit gar nicht zu haben.

Naja ich bin ja imer alleine und mache nie etwas, also hätte ich mich ja schon längst daran gewöhnen müssen, oder soll ich da dann wirklich in einem leeren Raum sitzen bis ich es lerne?

Danke vamp28, also jeden Tag fahren und erscheinen traue ich mir schon zu ich gehe ja auch arbeiten, aber sonst würde ich mich nicht als stabil bezeichnen, ich see das eigentlich auch so mit dem langweilen. Das Vorgespräch war eigentlich schon gut.

Mich selber beschäftigen ist halt auch so ein Problem, ich habe immer nur Sport gemacht, aber dann hatte ich für andere Sachen keine Zeit mehr und ich habe Sport immer gemacht, dass ich nichts anderes machen muss und habe den ganzen Tag nur an Sport gedacht. Ansonsten könnte ich vielleicht lesen, aber dabei uss ich immer die Seitenzahlen kontrollieren und immer wieder alles von neuem lesen, das ist so eine Art Kontrollzwang. Ich wäre ja schon froh, wenn ich PC-Spiele zocken könnte, aber nicht mal dazu kann ich mich aufraffen.

Nanni77, das hört sich gut an.

Sunflower_73, das mit dem flüchten klingt auch plausibel, ich würde gerne flüchten am besten nie wieder zurück in mein Leben, darum hab ich früher auch soviel TV geschaut, dann in jeder freien Minute Sport gemacht und schließlich jeden Tag Benzos genommen. Das wäre wiederum ein Pluspunkt für die Tagesklinik.

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