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Freund ist so kühl geworden...Depression?

AGl9exxa hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich hab jetzt hier einiges gelesen und würde gerne einen Rat bekommen.

Mein Freund und ich sind jetzt seit ca. 6 Monaten zusammen. Diese Zeit war bis jetzt ein Traum. Wir empfinden sehr viel füreinander bzw war das bis vor ca. 3 Wochen so. Plötzlich empfand er eine tiefe Traurigkeit, die ihm seine ganze Lebensfreude genommen hat.

Vor dieser Zeit hat er ständig meine Nähe gesucht, sagte mir ständig, dass er sehr starke Gefühle für mich hat. Wir hatten immer Spass, haben viel gelacht und unheimlich viel unternommen.

Dann kam der Abend, als er mir sagte, dass er mit einigen Dingen, die geschehen sind, nicht zurecht kommt, unter anderem der Tod seines Freundes letztes Jahr. Er hat das alles verdrängt, aber plötzlich kam alles hoch und hat seine Lebensfreude geraubt. Er sagt, er kennt sich selbst so nicht und er hasst es.

Ich versuche alles, ihm zu helfen, weil ich ihn liebe.

Was mich allerdings total verunsichert...er ist so gefühlskalt geworden.

Vor 3 Wochen war noch alles gut.

Hat er eine Depression? Wie kann ich ihm helfen?

Ist dieses Verhalten typisch für eine Depression?

Ich möchte ihn mit meiner Unsicherheit nicht so sehr belasten, aber es macht mich traurig.

Antworten
Zzw4ack4x4


Schon möglich, dass er eine depressive Episode durchlebt. Falls das so wäre, würde der Begriff "gefühlskalt" seinem Zustand nicht ganz gerecht werden. Ich würde das dann eher als "innere Leere" charakterisieren. Dazu kämen dann evtl. verminderte Belastbarkeit, Entscheidungsschwäche, abrupte Stimmungsschwankungen, Sozialphobie, "das Leben ist so beschwerlich", Introvertiertheit, Sozialphobie, Schlafstörungen, Libidoverlust - insgesamt keine gute Situation für tägliche Fragen "Liebst Du mich noch?" Mach nicht den Fehler, die Ursache für diese temporäre Schwäche bei Dir zu suchen. Wenn der Zustand anhält, würde sich der Gang zum Psychiater oder Psychotherapeuten empfehlen. Leider haben letztere meistens sehr lange Wartelisten.

A:lexxxa


So einiges, was du beschrieben hast, trifft zu.

Das mit dem Gang zum Arzt hab ich ihm auch schon vorgeschlagen, weil ich auch einfach nicht mehr weiss, was ich ihm noch sagen könnte, was ihm helfen kann.

Ich weiss auch nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Soll ich ihm so wie immer meine Gefühle zeigen? Soll ich mich zurück halten? Keine Ahnung!

Ziwack4x4


Soll ich ihm so wie immer meine Gefühle zeigen? Soll ich mich zurück halten?

Das wirst Du an seiner Reaktion merken. Wenn er wirklich depressiv ist, will er vielleicht oft einfach seine Ruhe haben - Kopfkissen über den Kopf ziehen und keine Pflichten haben. Oft fühlt man sich nicht mehr in der Lage, ein Telefonat zu führen; wenn einem das jemand abnimmt, empfindet man das als hilfreich. Nur keine Entscheidungen treffen müssen. Die Wahl der Krawatte kann eine halbe Stunde dauern. Die Wahl zwischen zwei fast baugleichen Maschinen im Baumarkt kann unlösbar werden. Die Frage meiner Frau, was ich mittags essen möchte, empfand ich als unglaubliche Qual. Hinterher merkt man, dass das Leben aus lauter kleinen Entscheidungen besteht; dann versteht man auch, weshalb man mit dieser Krankheit nicht für diese Welt geschaffen zu sein scheint.

Ich mache aber darauf aufmerksam, dass Dein/mein Verdacht ein Schuß aus der Hüfte war. Ich habe in diesem Forum auch schon erlebt, dass ich etwas als schwere Depression betrachtet habe, was sich dann als "Lebenskrise" entpuppte. Auf diesem Feld habe ich keine eigene Erfahrung und könnte dann nicht mehr mitreden.

Einen depressiven Patienten zum Arztbesuch zu überreden, kann schwierig sein, weil wir mit diesem Krankheitsbild wenig in Kontakt kommen und deswegen (als Patient oder Angehöriger) keine Ahnung davon haben. Man betritt ein "weißes Feld". Sei für ihn da, wenn er Dich braucht; zieh Dich zurück, wenn er seine Ruhe haben will. Aber Du darfst auch sagen, wie Dich dieses Verhalten bedrückt. Niemand hat Schuld an seiner Depression. Wenn man aber versteht, dass das familiäre Umfeld darunter leidet, hat man auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, um wieder gesund zu werden. Da man nach einiger Zeit sieht, dass man aus dem tiefen Loch durch eigene Energie nicht wieder herauskommt, muß man dann eben professionelle Hilfe annehmen. Ich wünsche Euch beiden viel Glück. :)* @:) @:) :)*

Z(wack(4x4


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