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Vom Wesen der Hochbegabung...

sAensibrelmaxn


Es gibt auch Hochbegabte, bei denen Fehler in der Erziehung gemacht wurden und bei denen Persönlichkeitsstörungen vorliegen

Es ist wesentlich schwerer, Hochbegabte zu fördern und ihnen das zu geben, was sie für eine positive Entwicklung benötigen (im Sinne von problemarmen Leben), weil "Normale" sich schlecht in deren Denkweise der Hochbegabten hineinversetzen können. Wichtig wären ansprechende Angebote zu machen (z.B. anspruchsvolle Aufgabenstellungen ohne große Hilfestellung- die Hilfestellung wird oft eher als lästig empfunden) und Gängelungen zu unterlassen. Oft sind die Denkvorgänge und daraus erfolgte Handlungen für "Normale" nicht einfach nachvollziehbar und werden sehr häufig fehlinterpretiert. Besonders häufig sind beispielsweise Fehleinschätzungen von hochbegabten Jugendlichen mit Lese-Rechtschreibschwäche.

Hochbegabte haben es aber auch mit ihrem sozialen Umfeld oft schwer, weil ihr Handeln und ihre Denkweise für "Normale" nicht nachvollzogen werden kann- nach dem Motto: Alle machen das so, alle machen mit- warum du nicht? (mitunter spielen da auch Minderwertigkeitskomplexe seitens der "Normalen" sehr negativ mit rein). Nicht selten werden Hochbegabte ausgegrenzt oder als Freak verschrien.

E`hemali]ger 6Nut/zer -(#5302x18)


Allgemein hat man es besser, wenn man der Norm des jeweiligen (Schul)Umfeldes entspricht. Gut angepasst eben und nicht zu viel hinterfragend. Daher verstehe ich nicht, warum es oft als etwas Positives gelabelt wird sehr intelligent oder gar hochbegabt zu sein. Das mag zwar sehr praktisch sein, wenn es darum geht nicht viel Zeit zum Lernen von Stoff auszuwenden, aber zum Einen lernt man dadurch nie zu lernen (ist ja nicht nötig) und andererseits hat man immer dieses Alien-Label. Gerade in der Pubertät.

Wenn man sich das aussuchen dürfte, würde ich also zu einer durchschnittlichen Intelligenz raten. Ist auch psychisch gesünder, weil man dann weniger aneckt und/oder als "andersartig" erlebt wird, weil man einfach so ist wie man ist. Zum Glück kann man seine Intelligenz ja dafür einsetzen sich die allgemeinen sozialen Regeln abzuschauen und sich zu tarnen. Hat aber auch seinen Preis.

Selig sind die Bekloppten, denn sie brauchen keinen Hammer.

eHddsie-]theH-eagxle


Gibt es denn Studien, was im Berufsleben aus den Hochbegabten wird? Sind sie dort erfolgreich?

In der Schule geht es ja nicht nur darum, der Beste zu sein. Sie ist ja auch Schmiede der Nation, desegen geht es dort ja auch um Dinge wie Anpassung, Disziplin etc., deswegen bringt dort Hochbegabung auch nicht viel.

Aber wie ist es im Beruf? Ist dort Hochbegabung wichtig, oder eher Durchboxen, Streßresistenz, Selbstdarstellung, einschleimen beim Chef etc.?

Wenn ich mir Leute wie Mehdorn anschaue, sind die hochbegabt oder in der richtigen Seilschaft? Bringt Intelligenz über 130 was?

a=ug23x3


Lieber mit einem Hammer umzugehen wissen, dann muss man nicht seelig bekloppt sein! ]:D ]:D

Hochbegabung - neeeee ;-D

Wenn das Leben herum ist, dann zeigt sich in der Zusammenfassung, ob dem Verblichenen die Hochbegabung etwas genützt hat; oder ob sie ihm eher im Wege war.

Ich denke, eine Lebensplanung auf eine zugesprochene oder ausgetestete Hochbegabung zu gründen, das wäre in meinen Augen "auf Sand gebaut". - argumentiert jetzt nicht mit den Hochhäusern im Wüstensand oder wo auch immer auf Sand gebaut; das Leben ist keine berechenbare Statik!

Eohemali7ger N{utzer (j#479013x)


@ devilindisguise

Ich denke, daß der gemessene IQ wenig über Hochbegabung aussagt. Dafür ist der zugrundeliegende Intelligenzbegriff zu beschränkt bzw. er liegt quer zum Phänomen der Hochbegabung. Der IQ sagt eher etwas über die zu erwartenden Schulnoten aus (abgesehen vom Phänomen des Underachievers aufgrund von Langeweile, psychischer Belastung, ADHS u.Ä.) als über Hochbegabung.

Solche Messungen sind schon deswegen unseriös und wenig aussagekräftig, weil bevorzugt verhaltensauffällige Minderleister für die Tests ausgewählt werden. Man pfuscht schließlich nicht an reibungslos funktionierenden Schülern herum. Davon abgesehen ist ein IQ von 130 nicht weltbewegend. Ab 140 wird es dann wohl interessant, aber bei 130 sind auch viele Hyperaktive dabei, die einfach nur etwas Übung mit IQ-Test-ähnlichen Handy-Apps haben. Das Phänomen hinter dieser Fehlentwicklung lässt sich auch verallgemeinern: Beachtung wird immer den Oberen (und ggf. Unteren) einer Leistungsskala gewidmet und niemand macht sich die Mühe, das willkürlich festgelegte Schwierigkeitsniveau mal global zu vergleichen. So werden beispielsweise 1,0er-Realschulabsolventen zum Händeschütteln ins Ministerium eingeladen, während 1,3er- oder 1,4er-Abiturienten ignoriert werden. Natürlich hat das keinen praktischen Wert, aber es veranschaulicht die dahinter befindliche Perversion: Das System muss nur irgendwie notdürftig funktionieren, aber es gibt keine echte Transparenz und was einen tatsächlich im Leben weiterbringt, ist einfach nur Auffallen und Fresse zeigen.

slen3sibel mxan


aber zum Einen lernt man dadurch nie zu lernen (ist ja nicht nötig)

Hochbegabte lernen auch- aber eben sehr schnell und sehr selbständig und eigenwillig- sie lassen sich oft nicht gerne "belehren"- sie sind eher fantastische Auodidakten. Durch Hochbegabte wurde und wird unsere technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben.

Lieber mit einem Hammer umzugehen wissen, dann muss man nicht seelig bekloppt sein!

Es gibt zahlreiche Hochbegabte, die gleichzeitig hervorragende Handwerker sind- das erleichtert die Umsetzung ihrer Ideen oft ungemein.

Und keineswegs jeder Hochbegabte ist sozial schwierig. Viele Hochbegabte fallen verhaltensmäßig nicht auf und sind sozial integriert. Probleme müssen überhaupt nicht sein.

[[http://www.sueddeutsche.de/bildung/gute-schueler-unser-bild-von-hochbegabung-ist-klischeelastig-1.1880531 Interessant finde ich diesen Artikel z.B. dazu]]

p-el5ztieerx86


@ Don

Nur als kleiner Nachtrag zu deinem kleinen Einwurf: Habe noch nicht erwähnt, dass eben jene Mitschülererin letztlich das beste Abitur mit 1,0 hatte. Ihr Name stand dann auch in jeder Lokalzeitung, und sie bekam die Studienstiftung des deutsches Volkes, ein Stipendium.

Ich hatte, sowie ich mich erinnern kann ;-) , einen Abi Schnitt von 1,3, und 2 Wochen für die 3 schriftlichen Abiturfächer mattem Deutsch und Französisch gelernt. (Das war zwar ursprünglich nicht ganz so geplant, aber es hatte sich dann so ergeben, weil ich völlig in der Arbeit für meine Projektarbeit in Kunst, welche mein zweites mündliches Prüfungsfach ersetzte, aufging und die Zeit sehr knapp geworden war. Aber mir war die Arbeit wichtig - nicht so sehr wegen der Abiturnote, sondern weil das Thema, das ich mir ausgesucht hatte, mich schon lange beschäftigte, und ich ein großes künstlerische Interesse besaß, was ich von jeher neben der Schule (oder auch mal in langweiligen Schulstunden) ausgelebt hatte.

Eine der zwei Mitschüler, welche ich auch für ziemlich intelligent hielt, viele Interessen hatte und sich sozial engagierte, hatte 1,5 bei mäßigem Einsatz.

Und was war? Auf der Abiturfeier wurde natürlich allein wieder jene Mitschülerin mit dem 1,0 Abitur hervorgehoben, obwohl ihre Leistung nicht nur meiner Meinung nach überschaubar war. Ich war nicht neidisch und ich machte mir auch nichts aus öffentlicher Anerkennung, aber ich dachte mir das, was du ansprachst: gewürdigt wird in den meisten Fällen nicht, wer wirklich Außergewöhnliches und Einzigartiges vollbringt , sondern wer angepasst ist und im Rahmen des Gewöhnlichen viel (oder auch nur scheinbar viel) leistet; oft genug genügt es sogar schon, nur besonders selbstbewusst bis dreist und auffallend zu erscheinen - mit gerade so viel Type und Eigenheit, wie von der Gesellschaft toleriert wird, und was für ein klein wenig Abgrenzung von der Masse sorgt. Das sind dann die Menschen, die virtuos auf der gesellschaftlichen Leiter zu spielen vermögen; vermeintlich eine Type, mit de sich jeder ein Stück weit identifizieren kann, sind sie doch nichts anderes als ein Produkt des Mainstreams, und für mich unerträglicher als diejenigen, die offenkundig angepasst und Durchschnitt sind. Die hochrangigsten Positionen in unserer Gesellschaft sind zumeist mit genau dieser Sorte Mensch besetzt.

DUie K(eltixn


Pelztier, weißt du, was aus besagter Mitschülerin geworden ist? Was sie beruflich und privat erreicht hat?

Du hast es doch sicher auch sehr weit in deinem Leben gebracht....!

EJhemali:ger Nutzerx (#528~611)


Es ist, als erschiene Ihnen die Lösung beim Denken plötzlich vor dem inneren Auge, und häufig ist dies begleitet von anderen Wahrnehmungen (z.b. visueller Natur - ein mögliches Stichwort dazu: Synästhesie). Es scheint also vielmehr eine intuitive Art des Denkens zu sein als ein willentlich gesteuerter bzw. steuerbare Prozess. 

Genau so empfinde ich es.

Ich bin ein BILDERDENKER.

Es macht ZOOM, und du hast die Lösung.

Ich persönlich empfinde mein denken tatsächlich als stark vereinfacjt. Und konsequent. ;-D

p)elzYt8ierx86


Huch, blöde Autokorrektur : ich meinte natürlich: schriftliche Fächer mit Mathe, Deutsch und Französisch...

Solche Messungen sind schon deswegen unseriös und wenig aussagekräftig, weil bevorzugt verhaltensauffällige Minderleister für die Tests ausgewählt werden

Auch darin stimme ich mit dir überein - es handelt sich um ein Klientel, das meist von frühester Kindheit an Erfahrungen mit dieser oder ähnlicher Art von Test hat.

@ Keltin

Nun, was heißt schon "es sehr weit im Leben bringen". Das ist eigentlich ein subjektiv auslegbarer Begriff. Aber wenn es darum geht, was gemeinhin darunter verstanden wird, dann nein.

Es gibt nämlich etwas, was alle Menschen treffen kann, egal ob schlau, dumm, groß, klein, dünn oder dick, arm oder reich: das Schicksal. Weniger fatalistisch ausgedrückt: am Ende müssen alle ihr Leben meistern, und diese Aufgabe kann an unzähligen Widrigkeiten scheitern.

Und bei mir hieß diese Widrigkeit schwere und seltene Erkrankungen. Ich war eigentlich schon immer krank, von Geburt an - es wurde nur nie erkannt . Gerade weil ich viel über meinen Intellekt kompensierte, merkte man mir meinen gesundheitlichen Probleme lange Zeit nicht an - bis dann ein halbes Jahr nach meinem Abitur mein Körper vollends nichts mehr mitmachte. Seitdem war es mir nicht möglich eine Ausbildung zu verfolgen.

Daie Kecltixn


Und was ist aus dem Mädchen geworden?

pvel!zt8ierx86


Ich bin ein BILDERDENKER.

Es macht ZOOM, und du hast die Lösung.

Ich persönlich empfinde mein denken tatsächlich als stark vereinfacjt. Und konsequent. ;-D

Nun - das, was ich zu beschreiben versucht habe in meinem Eingangspost, ist "im Kleinen" auch meine Art des Denkens. Ich bin mir dennoch sicher, dass es noch einmal ein ganz anderes Level erreicht bei den wenigen Menschen, bei denen für mich das Prädikat hochbegabt gerechtfertigt ist (z.b. Einstein). Und nimm es mir nicht übel, aber ich bin mir fast sicher, dass du kein zweiter Einstein bist ;-D

puelz,tiexr86


@ Keltin

das weiß ich leider nicht. Ich glaube, sie hat Chemie studiert, was ziemlich vorhersehbar war. Aber ich habe kaum mehr Kontakt zu meinen ehemaligen Mischülerin, was vor allem der langen Krankheitssituation geschuldet ist.

EohemaligOer Nu;tyz<er (W#52861x1)


Einstein war ein Narzisst.

Der hat seiner Frau per Vertrag vorgeschrieben, wie oft sie mit ihm zu kopulieren hat.

Außerdem hat er sie reihenweise betrogen und ihr verboten, sein Arbeitszimmer zu betreten.

SO möchte ich nich sein und bin es GsD auch nicht

E=hemahliger DNutzerr (#5k30218x)


In der Schule geht es ja nicht nur darum, der Beste zu sein. Sie ist ja auch Schmiede der Nation

Ohja - nicht für die Schule, für das Leben lernt man dort sehr viel. Durch die eigenen "Sozialstudien". :=o

Ich denke zum Thema Hochbegabung oder eben auch sehr intelligente Menschen hier ausnahmsweise dazugerechnet, dass die es in ihrem weiteren Leben nur zu etwas überdurchschnittlichem bringen (gemessen an gesellschaftlichen Standards), wenn die zusätzlich psychisch gesund, diszipliniert, fleißig und leistungsfreudig/-willig sind bzw. sich ihre intrinsische Motivation dazu erhalten konnten aus ihrer Kindheit.

Der Hammer ... ja ein völliges Beklopptsein braucht man nicht umbedingt, aber mit bestimmten Macken kommt man auf der herkömmlichen beruflichen Leiter viel weiter - selbst wenn diese Macken allgemein verpönt sein mögen. Wenn man dann noch ein bisschen fachlich was auf dem Kasten hat, ist die Sache geritzt.

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