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Vom Wesen der Hochbegabung...

j{ackPrabbit


dass man seine Intelligenz zur Lösung auch einsetzt = dass man seine Intelligenz zur Lösung von Aufgaben/Problemen auch einsetzt

pIelzKtiexr86


Sicherlich ist Dyskalkulie nicht mit einfachen Schwierigkeiten beim (Kopf)Rechnen gleichzusetzen.

OMG - ich meinte: ...nicht einfach nur mit Schwierigkeiten beim (Kopf)Rechnen gleichzusetzen. (wenn das prinzipielle Verständnis für Arithmetik jedoch vorhanden ist)

OT: weiß jemand, wie man diese schlimme Auto"korrektur" beim iPad ausstellen kann?

Wie repräsentativ sind 500 Mitglieder des Mensa-Clubs für die Gruppe der Hochbegabten?

Da stimme ich dir, jackrabbit, zu.

Ich denke, Hochbegabte, die diesem Club beitreten, weisen tendenziell andere Persönlichkeitsmerkmale auf als Hochbegabte, die das nicht tun, oder die nicht um ihre Hochbegabung wissen, weil sie keinerlei besondere, einer Hochbegabung potentiell geschuldeten Schwierigkeiten im Leben haben

Daneben gibt es überdurchschnittlich Intelligente, die handeln, bildhaft oder bevorzugt durch Lesen lernen.

Sicher. Genauso gibt es diese unterschiedlichen Lerntypen bei Normalbegabten. Ich habe z.b. sehr schnell eine neue Vokabel gelernt, wenn ich sie an der Tafel ausgeschrieben betrachten konnte.

- hierbei genügte ein kurzes Hinsehen. Wurde dieselbe Vokabel jedoch nur laut ausgeprochen, habe ich deutlich länger gebraucht, um sie abzuspeichern, weil ich mir zunächst ein Bild vom Wort bzw. der Schreibweise machen musste. Andere Mitschüler dagegen waren eher ein auditiver denn visueller Lerntyp.

pGelzti3er86


Vielleicht ist es auch eine Art ausgleichendes Defizit , dass Hochbegabung öfter mit geringeren Kompetenzen in anderen Bereichen einhergeht, sei

Als "ausgleichendes Defizit" würde ich das nicht bezeichnen. Eher als eine mögliche, aber nicht zwingend auftretende Konsequenz der differenten Funktionsweise des Gehirns.

saevze4nthrexe


Als "ausgleichendes Defizit" würde ich das nicht bezeichnen. Eher als eine mögliche, aber nicht zwingend auftretende Konsequenz der differenten Funktionsweise des Gehirns.

lezteres wird auch gern als Entschuldigung genutzt um die Schwächen des eigenen Kindes zu kaschieren

soll heißen, die Kinder sind zwar in der Schule doof wie Brot, was aber ausschließlich an ihrer Hochbegabung auf anderen imaginären Gebieten liegt. Auch der gern aufgeführte IQ- Test muss eine extrem große Toleranz haben

p<elzCt&ier8x6


lezteres wird auch gern als Entschuldigung genutzt um die Schwächen des eigenen Kindes zu kaschieren

Da magst du Recht haben. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass im Einzelfall eine Kombination aus hohem Intellekt und einem Defizit in einem bestimmten Bereich tatsächlich vorliegt. Anstatt zu sagen, dass eindeutige, partielle geistige Defizite wie Legasthenie, Dyskalkulie oder weniger "harte" Defizite wie Gesichtsblindheit einen hohen Intellekt nicht per se ausschließen, scheint mir heutzutage umgekehrt ein Schuh daraus zu werden: vor allem Kinder mit Defiziten werden nach jedem kleinsten Hinweis auf eine Hochbegabung gescreent. Unter Umständen wird so lange gesucht und die Teilergebnisse eines IQ Tests gedreht und gewendet, bis am Schluss dem Kind eine "verhinderte" Hochbegabung attestiert werden kann. Das führt dann wiederum zu solchen Aussagen wie: "Er/Sie könnte ja aufgrund seiner/ihrer eigentlichen HB, wenn er/sie xy Defizit nicht hätte...! "

Partielle geistige Defizite und soziale Auffälligkeiten scheinen mitterweile als DAS Kiterium für ein "(verkanntes) Genie" herangezogen zu werden.

Und diese Entwicklung empfinde ich als falsch.

pOelzStier8x6


Kurz OT - nur aus Interesse...

@ Blizza

was hast du denn studiert?

@ jackrabbit

ich nehme an, du hast Chemie studiert? bist du in der Lehre tätig?

jSack6rabbixt


ich nehme an, du hast Chemie studiert? bist du in der Lehre tätig?

Ja, ich habe Chemie studiert. In der Lehre war ich längere Zeit tätig. Jetzt bin ich aber einem Labor tätig.

_MBloizFzva_


Ich denke, Hochbegabte, die diesem Club beitreten, weisen tendenziell andere Persönlichkeitsmerkmale auf als Hochbegabte, die das nicht tun,

Das kann gut sein, auch bezogen auf die o.g. Studie, aber wie will man das verifizieren, ohne alle unerkannten Hochbegabten mit einzubeziehen? Kennst du jemanden persönlich, der Mitglied bei Mensa ist? Ich kenne niemanden. Die Mensa-Webiste sieht ziemlich durchschnittlich aus, wie die anderer Vereine auch - es geht um das Knüpfen von Netzwerken, gemeinsame Aktivitäten, Diskussionsrunden usw.

Unter Umständen wird so lange gesucht und die Teilergebnisse eines IQ Tests gedreht und gewendet, bis am Schluss dem Kind eine "verhinderte" Hochbegabung attestiert werden kann. Das führt dann wiederum zu solchen Aussagen wie: "Er/Sie könnte ja aufgrund seiner/ihrer eigentlichen HB, wenn er/sie xy Defizit nicht hätte...! "

Ob das gehäuft vorkommt, kann ich nicht beurteilen, aber was hätten die betroffenen Eltern oder das Kind davon? Gesellschaftliche Rehabilitation? Förderung? Ich habe von solchen Fällen bisher nur am Rande gehört und hoffe nicht, dass das zu einem Trend wird.

Meine Tochter hat ein auf Mathematik und Naturwissenschaften spezialisiertes Gymnasium besucht, auf Empfehlung der Grundschulrektorin. Sie sollte auch in der Grundschule schon 1 oder 2 Klassen überspringen, wir hatten aber davon abgesehen, da sie eh schon die Jüngste in ihrer Klasse war und wir sie nicht aus dem Klassenverband reißen wollten. Das Gymnasium jedenfalls führt Eignungstests durch, nur mit guten Noten wird man nicht aufgenommen. Die Anforderungen sind auch in anderen Fächern höher als an "herkömmlichen" Gymnasien, und die Schule führt auch ein recht strenges Regime, also Schüler, die nicht mehr mitkommen, verlassen das Gymnasium i.d.R. , eine irgendwie attestierte Hochbegabung hin oder her.

Pelztier,

ich habe Werkstoffwissenschaften studiert, also quasi eine Kombi aus Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften.

E8hemal7iger NJutzeWr (#4L7901x3)


Das kann gut sein, auch bezogen auf die o.g. Studie, aber wie will man das verifizieren, ohne alle unerkannten Hochbegabten mit einzubeziehen? Kennst du jemanden persönlich, der Mitglied bei Mensa ist? Ich kenne niemanden. Die Mensa-Webiste sieht ziemlich durchschnittlich aus, wie die anderer Vereine auch - es geht um das Knüpfen von Netzwerken, gemeinsame Aktivitäten, Diskussionsrunden usw.

Ich würde mit diesen Leuten ehrlich gesagt gar keine Netzwerke knüpfen wollen, da Exklusion ohne echte Exklusivität verheerende Rückschlüsse auf deren Charakterbild zulässt.

pTelztUierx86


@ Blizza

bzgl des von dir zitierten Artikels (ich habe ihn erst gerade eben gelesen):

Ich glaube, ich verstehe diesen anders, als du es zu tun scheinst.

Du nimmst Bezug auf ihn im Sinne eines deine Aussage ("ausgleichende Defizite bei HB")

unterstützendes Argument ("Wasserwaage-Prinzip"). Ist das so richtig - oder habe ich dich hier schlichtweg falsch verstanden?

Mein Verständnis dagegen ist, dass der Autor die Anwendung eines Wasserwage-Prinzips als ein im Alltag sehr nützliches Vorgehen beschreibt, was er in diesem Sinne als "intelligent von Mutter Natur" empfindet. Jedoch enlarvt er meinem Empfinden nach dieses Modell als im eigentlichen Sinne unsinnig und irrational.

" Somit stellt sich doch die Frage, worauf die Annahme fußt, dass Hochbegabte immer ein Defizit haben müssen. Antwort: Wasserwaage eben! Wenn links mehr, dann rechts weniger oder umgekehrt. Das Modell hat zur Grundannahme, dass jedem Mensch ein bestimmte Summe an Eigenschaften gegeben ist. Die zu füllende Flasche ist für jeden gleich groß (welche Grundannahmen und Weltanschauungen können wohl dahinter stehen?!). Und wenn von einem Anteil mehr im Paket ist, muss woanders wieder weniger sein. Sonst stimmt es ja nicht.

Ich frage mich, wie dies zu erklären wäre, wenn wir über Körperlänge sprächen."

Ob das gehäuft vorkommt, kann ich nicht beurteilen, aber was hätten die betroffenen Eltern oder das Kind davon?

Es gab sowohl in meinem Jahrgang als auch in dem meines Bruders zwei Fälle, bei denen die Eltern, die fast alle einen hohen sozialen Status und teilweise einen sehr guten Bildungshintergrund hatten, wirklich alles daran setzten, dass die Kinder am Gymnasium trotz ihrer unterirdischen Leistung, den massiven sozialen Auffälligkeiten und eines meinem Empfinden nach möglicherweise vorhandenen Leidensdruckes der Kinder verbleiben durfte.

Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob sie ihren Kindern damit einen Gefallen getan haben.

Weil fast jedes Jahr mit einer Diskussion über die Versetzung und die seitens der Eltern geforderten Nachteilsausgleiche endete, wurden die Kinder beinahe jedes Jahr neu einem IQ Test und anderen psychologischen Tests unterzogen. Irgendwann stand dann auch die Diagnose Hochbegabung bzw. partielle Hochbegabung, jedoch mit deutlichen Defiziten (Legasthenie, ADHS, sehr gering ausgeprägte Sozialkompetenz) im Raum - das aber erst nach etlichen Jahren, in denen die Kinder bereits zig Tests durchlaufen und zig Psychologen besucht hatten, die offenbar zuvor nicht oder (im Falle der Legasthenie) nur teilweise diese Diagnose gestellt hatten.

Da kann schon der Gedanke aufkommen, dass es den Eltern vor allem (vielleicht auch nur unbewusst) um den Erhalt des sozialen Status ging...dass diese Tests doch nicht die Aussagekraft besitzen, die manche Psychologen ihnen zusprechen...und dass manche klinisch tätigen Psychologen sich mehr Kompetenz zusprechen, als ihnen gut stehen würde.

Aber das ist natürlich nur mein subjektiver Eindruck, der dem anderer (wenn auch naturgemäß nicht aller) Menschen aber durchaus entspricht.

p4elVztiXexr86


@ Blizza

OT: und was macht man dann mit Werkstoffwissenschaften?

Ich kenne mich mit so etwas so gar nicht aus... ;-D

Was auch nicht sher verwunderlich ist, weil die Ausbildungsfrage nach meinem Abitur aufgrund der Entwicklung meiner Erkrankung schnell nicht mehr gegeben war.

ppelzt3ierx86


edit: eines deine Aussage ("ausgleichende Defizite bei HB") unterstützenden Argumentes...

...menno....

F|ex.


zu "Wasserwaage-Prinzip":

So ein Unfug. Ist aber durchaus verbreitet in den Köpfen der Leute. Wenn man dann merkt, dass ich gut Mathematik kann, wird gleich vermutet, dass ich wahrscheinlich in Sprachen nicht so gut sei. Den Zahn kann ich denen dann schnell ziehen.

Zwar sind die Menschen alle ungefähr gleich groß (fast alle zwischen 1,50 und 2 m, bei ein paar Ausreißern, die auch nicht so weit davon weg liegen), aber bei der Intelligenz, insbesondere bei der Frage, wie komplexe Aufgaben sie erledigen können, unterscheiden sie sich meinem Eindruck nach um mehrere Größenordnungen, ähnlich wie die Körpergröße von Hunden ziemlich variieren kann. Nur die Normierung der IQ-Skala sorgt dafür, dass die IQ-Werte alle ähnlich groß aussehen.

@ jackrabbit

Meine Beobachtung ist, dass Interesse überhaupt erst einmal vorhanden sein, dass man seine Intelligenz zur Lösung auch einsetzt.

Ich habe immer wieder beobachtet, dass man mich mit großen Augen verständnislos anguckt, wenn ich frage: "Ein Molekül Hexan (C6H14) besteht aus 6 Kohlenstoff- und 14 Wasserstoffatomen. Ein Kohlenstoffatom wiegt 12 atomare Masseneinheiten, ein Wasserstoffatom wiegt eine atomare Masseneinheit. Wie schwer ist das Hexan-Molekül?"

Die Aufgabe scheint gradezu astronomisch schwer zu sein.

Formuliere ich dieselbe Aufgabe leicht anders: "Ein Blatt Papier wiegt ein Gramm, ein Stück Pappe 12 Gramm. Was wiegen 6 Stück Pappe und 14 Blatt Papier zusammen?", dann gibt es kein Problem.

Ich dachte bisher, das läge an einer weit verbreiteten (mir völlig unverständlichen) Antipathie gegen die Chemie, dass sofort die Schotten runtergehen, wenn sich eine Aufgabe auch nur im Entferntesten nach Chemie anhört.

Meinst du das ist eher eine Frage des Interesses?

Aber die Leute interessieren sich doch nicht ernsthaft für ein bisschen Pappe und Papier.

@ pelztier:

Sicherlich ist Dyskalkulie nicht mit einfachen Schwierigkeiten beim (Kopf)Rechnen gleichzusetzen.

Dyskalkulie scheint vor allem ein Verständnisproblem im Bereich der Arithmetik zu sein, und hier speziell im Grundlagenbereich. Prinzipiell ist dieses Verständnisproblem kompensierbar

Beim einfachen Rechnen sind andere Hirnareale aktiv als beim analytischen Denken, das bei höherer Mathematik zur Anwendung kommen muss.

Und mit den guten analytischen Fähigkeiten eines Hochbegabten sollte dieses Rechenproblem doch wohl wirklich kompensiert werden können.

Mir hilft die höhere Mathematik auch beim Rechnen, selbst bei Wurzeln, sin(x), exp(x) oder ln(x) greife ich nicht unbedingt zum Taschenrechner. Aber das erwarte ich ja gar nicht. Plus, minus, mal und geteilt durch mit natürlichen Zahlen, Brüchen und Dezimalzahlen sind doch nun wirklich kein Hexenwerk, zumindest dann nicht, wenn man Stift und Papier zur Verfügung hat.

Partielle geistige Defizite und soziale Auffälligkeiten scheinen mitterweile als DAS Kiterium für ein "(verkanntes) Genie" herangezogen zu werden.

lol :-)

Und diese Entwicklung empfinde ich als falsch.

Ja, allerdings. Sehe ich genauso.

stensi$be]lmxan


Meinst du das ist eher eine Frage des Interesses?

Aber die Leute interessieren sich doch nicht ernsthaft für ein bisschen Pappe und Papier.

Papier und Pappe gehören für die meisten Menschen zum Alltagshorizont (Gewohnheit), Hexan nicht. Ungewohntes macht viele Menschen unsicher.

pselztoier8x6


"Ein Molekül Hexan (C6H14) besteht aus 6 Kohlenstoff- und 14 Wasserstoffatomen. Ein Kohlenstoffatom wiegt 12 atomare Masseneinheiten, ein Wasserstoffatom wiegt eine atomare Masseneinheit. Wie schwer ist das Hexan-Molekül?"

Die Aufgabe scheint gradezu astronomisch schwer zu sein.

Echt jetzt? ]:D Ich würde die Reaktion der von dir Befragten verstehen, wenn du die Zusatzinformation, wieviel ein Kohlenstoffatom wiegt, weglassen würdest.

Und mit den guten analytischen Fähigkeiten eines Hochbegabten sollte dieses Rechenproblem doch wohl wirklich kompensiert werden können.

Nicht unbedingt.

Möglicherweise kann die Kompensation des "begrifflichen Verinnerungsproblems" nicht (nur) über analytisches Denken erfolgen, sondern muss zwingend über gezielte Therapie erfolgen, in der die Vorstellung dieser Begrifflichkeiten stur "antrainiert" wird.

Aus dem Wikipedia Artikel:

"Ebenso wenig ist bei Dyskalkulie die Fähigkeit zur Beweisführung in der höheren Mathematik zwingend beeinträchtigt. Vieles deutet in der aktuellen Forschung darauf hin, dass arithmetische und mathematische Fähigkeiten voneinander getrennt sind. So kann es sein, dass ein Dyskalkuliker Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von arithmetischen Problemen hat, jedoch ohne Beeinträchtigung oder sogar mit einer Begabung abstrakte mathematische Probleme lösen kann.[3]"

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