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Ich hasse mein Leben

M{arylxin02 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen *:)

Wo fange ich am besten an? Ich bin im Moment ziemlich verzweifelt und immer wieder ist es sogar so schlimm dass ich daran denke mein Leben zu beenden.

Nun also es ist so, meine Familienkonstellation ist ziemlich unglücklich: Vater und Mutter getrennt seit ich eins bin, einziges Kind, bin bei meiner psychisch kranken Mutter und Tante aufgewachsen, welche beide immer wieder schwere Depressionen sogar mit Klinikaufenthalten hatten. Das prägt natürlich und färbte ab. Ich hatte eine ziemlich einsame und traurige Jugend (geringes Selbstwertgefühl und übernommene negative Gedanken-> Ausstrahlung), habe dadurch natürlich irgendwie den Anschluss verloren und habe das Gefühl entwicklungstechnisch hinterherzuhinken (bin 19 und fühle mich wie 16). Kurzum die Schulzeit war eine ziemliche Qual und ich war heilfroh meine Stadt verlassen zu können und für ein halbes Jahr nach Neuseeland zu gehen, was definitiv die richtige Entscheidung war. Ich wurde während der Zeit dort viel offener, selbstbewusster, dachte positiver und es fiel mir immer leichter mit Leuten in Kontakt zu knüpfen. Es ging sogar so weit, dass ich es schaffte, eine Art Beziehung mit einem anzufangen, mit dem ich in meinen schönsten Träumen erträumt hätte und versuchte mich darauf einzulassen (was ich davor natürlich auch noch nie hatte) , stellte dann jedoch fest, dass ich Nähe nicht wirklich zulassen kann (wahrscheinlich aus Angst verletzt zu werden oder wie ich vermute unbewusstes Kindheitstraum wegen Trennung der Eltern) und habe die Angst bekommen für immer beziehungsunfähg zu sein, was ja auch kein Wunder wäre, wenn man sich meine Vorbilder anschaut, die scheinbar alle nicht fähig zu einer Beziehung sind und mir diese nie vorgelebt wurde , außer Streit.. Als er dann schließlich meinte ich sei einfach nicht reif genug, gab mir das ganz schön zu denken und war eigentlich auch der Hauptauslöser für meine ganze Krise jetzt nachdem ich wieder zurück bin und mir darüber klar geworden bin warum das alles so ist.

Seit ich wieder hier bin, bin ich wieder in die alten Muster verfallen, bin ziemlich einsam und denke negativ, was wahrscheinlich wieder an der alten Umgebung liegt. Eigentlich will ich wirklich nur raus von hier und wieder so leben wie in Neuseeland, in einer anderen Stadt neu anfangen. Doch das Problem ist, dass ich jetzt hier in meiner alten Stadt einen sicheren Ausbildungsplatz habe (zu dem mich meine Eltern vor dem Abflug gedrängt haben), den ich jetzt wohl annehmen muss und eigentlich auch will aber ich habe so große Angst davor zu vereinsamen und auch so zu enden wie alle in meiner Familie...

Ich weiß auf jeden Fall, dass ich in eine Therapie muss, auch wenn mich das in so eine unglaubliche Wut über meine unverschuldete Situation bringt!!

Vielleicht weiß ja jemand von euch Rat, oder ist/ war in einer ähnlichen Situation?

Ich würde mich sehr über Antworten zu einem oder mehreren Themen freuen und entschuldigt bitte den sehr langen Text!...

Antworten
c unctaxtor


Hallo Marylin,

zunächst einmal gut, dass du alles so ausführlich aufgeschrieben hast. Es kann helfen, sich durch das Schreiben über die Zusammenhänge klar zu werden. Vielleicht ergeben sich daraus auch schon gewisse Lösungsansätze. Schaue es dir selbst einmal rational an.

Manches, was du beschreibst, kommt mir selbst auch ziemlich bekannt vor. Es wird sicherlich so sein, dass du nicht allein in der schwierigen Situation drinsteckst.

Versuche dir ganz bewusst deine Stärken vor Augen zu führen:

Ich wurde während der Zeit dort viel offener, selbstbewusster, dachte positiver und es fiel mir immer leichter mit Leuten in Kontakt zu knüpfen.

:)^

Das hast du selbst geschafft, und deshalb bist du bestimmt auch in der Lage, das noch einmal zu schaffen!

Übrigens finde ich das überhaupt ganz bewundernswert, dass du ins Ausland gegangen bist. Ungeheuer mutig ... Das zeigt, was eigentlich in dir steckt und welche Entwicklungsmöglichkeiten du (auch in der Zukunft) hast, mögen dir auch im Moment noch Steine in den (deinen) Weg gelegt werden. Es ist ja nun leider nicht realistisch, dass einem im Leben alles gleich einfach geschenkt wird.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen: Du schreibst, dass du in eine Therapie musst. Überprüfe genau, ob das wirklich so zutrifft ob es nicht noch viele andere Wege gibt. Das wäre eine sehr weitreichende Entscheidung: Eine Therapie ist normalerweise sehr langfristig angelegt. Du könntest dann wahrscheinlich nicht einfach in eine andere Stadt umziehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass so eine Therapie mit einigen Entscheidungen und Festlegungen verbunden ist/sein wird.

Überlege rational, welche Möglichkeiten es generell gibt. Viel Erfolg! :-)

ELhemaligeqr Nutz`e6r (#5x65974)


Ich weiß auf jeden Fall, dass ich in eine Therapie muss, auch wenn mich das in so eine unglaubliche Wut über meine unverschuldete Situation bringt!!

Wut bringt dich nicht weiter, ich bin mir sicher, dass niemand aus deiner Familie so eine Entwicklung gewollt hat.

Seit ich wieder hier bin, bin ich wieder in die alten Muster verfallen, bin ziemlich einsam und denke negativ, was wahrscheinlich wieder an der alten Umgebung liegt. Eigentlich will ich wirklich nur raus von hier und wieder so leben wie in Neuseeland, in einer anderen Stadt neu anfangen. Doch das Problem ist, dass ich jetzt hier in meiner alten Stadt einen sicheren Ausbildungsplatz habe (zu dem mich meine Eltern vor dem Abflug gedrängt haben), den ich jetzt wohl annehmen muss und eigentlich auch will aber ich habe so große Angst davor zu vereinsamen und auch so zu enden wie alle in meiner Familie...

Gibt es keine Möglichkeit, eine Ausbildung in Neuseeland anzufangen und vielleicht sogar dort zu bleiben? Es scheint dir dort sehr gut gegangen zu sein.

Ejhemaliger7 Nutzer (x#565974)


Ich habe noch eine wichtige Frage: Was genau hasst du an deinem Leben?

STerapIhinCa 1


Seit ich wieder hier bin, bin ich wieder in die alten Muster verfallen, bin ziemlich einsam und denke negativ, was wahrscheinlich wieder an der alten Umgebung liegt. Eigentlich will ich wirklich nur raus von hier und wieder so leben wie in Neuseeland, in einer anderen Stadt neu anfangen. Doch das Problem ist, dass ich jetzt hier in meiner alten Stadt einen sicheren Ausbildungsplatz habe (zu dem mich meine Eltern vor dem Abflug gedrängt haben), den ich jetzt wohl annehmen muss und eigentlich auch will aber ich habe so große Angst davor zu vereinsamen und auch so zu enden wie alle in meiner Familie...

Ich weiß auf jeden Fall, dass ich in eine Therapie muss, auch wenn mich das in so eine unglaubliche Wut über meine unverschuldete Situation bringt!!

Du bist einfach zu kopflastig. Versuche doch einfach auf Null zu gehen und neu anzufangen. Du bist keine Außenseiterin, du redest dir es nur ein. Versuche doch offen mit neuen Leuten umzugehen und dein Leben zu planen. Alles ist offen und nichts ist erstmal negativ. DU redest es nur negativ. Ob nun familär Trennungen und was weiss ich stattfanden ist für dich doch erstmal egal. OK. Du hast es erlebt und das formt dich. Aber dein Leben kann auch anders verlaufen. Offen für ALLES.

Versuche nicht an die Vergangenheit zu denken. Die haben es nicht geschafft. Gut oder auch nicht. Aber du bist anders und was gestern war muss nicht für dich morgen auch so sein.

Sei offen für alles und plane und organisiere DEIN Leben. Es ist deins. Nur du entscheidest, was geht und was nicht. Wo die Grenzen sind und wo du was ändern kannst.

Versuche die Vergangenheit abzulegen und dich nur auf dich zu konzentrieren. Plane und lebe.

Ich wünsche dir alle Gute und die Erkenntnis, dass du einzig und besonders bist.

:)* *:)

MIarylJin02


Zuerst einmal vielen Dank für die Antworten!

Cunctator, ich habe noch einige Fragen: an was für Möglichkeiten/ Wege statt einer Therapie denkst du denn ? Z.b. daran, dass ich definitiv alleine daran arbeiten muss, negative Gedanken weniger zuzulassen? Oder kannst du da etwas Bestimmtes empfehlen? Und von welchen Entscheidungen/ Festlegungen bzgl einer Therapie spricht du denn, ich kann mir darunter gar nichts richtig vorstellen...Es stimmt auf jeden Fall, dass diese Entwicklungsmöglichkeiten da sind und hoffentlich auch weiter da bleiben werden bzw. ich versuchen muss, diese Fähigkeiten wieder zu entwickeln und zuzulassen.

@ swanlake:

An meinem Leben hasse ich die gesamte Situation in der ich mich befinde, aus der ich mich aber wohl auch selbst befreien muss.

Die zweijährige Ausbildung werde ich nun wohl hier machen, da ich nicht so wie meine Mutter enden will, die nicht richtig wusste, was sie beruflich machen soll und mehrere Studiengänge/Jobs/ Ausbildungen begann und dann abbrach und nun schauen muss, wie sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält.

@ seraphina1:

Danke für deine aufmunternden Worte. Du hast absolut recht, dass ich zu viel überlege und zu wenig einfach lebe. Nur das mit dem Ablegen der Vergangenheit ist so einfach gesagt, wenn man in der gewohnten Umgebung immer an diese erinnert wird und mit dieser konfrontiert wird. Aber das wird dann eben auch die Aufgabe für die kommenden zwei Jahre sein.

counct~ator


Zu deinen Fragen, Marylin: Es ist sicher gut und richtig, selbst positive Denkweisen zu verstärken und an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten, aber alles nur mit sich selbst auszumachen halte ich für verkehrt (ich spreche da selbst aus eigener Erfahrung, habe viele Fehler gemacht ...). Es führt eher dazu, dass man Mauern um sich herum aufbaut, nur noch sich selbst vertraut, bis eigentlich gar nichts mehr geht. Besser wäre es wohl, sich einer Gruppe anzuschließen, um gemeinsam mit Gleichgesinnten etwas zu erreichen (möglicherweise Selbsthilfegruppe, vlt. auch ganz informell, eher hobbymäßig, oder Selbstsicherheitstraining o.ä., bei verschiedenen Institutionen nachfragen). Das setzt u.a. voraus, dass man in der Lage ist, sich selbst mehreren anderen zu öffnen, wenigstens bis zu einem gewissen Grad.

Wenn man sich dagegen einem Therapeuten anvertraut, legt man sich auf eine ganz bestimmte Person fest, zu der man immer geht, wahrscheinlich für ca. 1-2 Jahre, immer dieselbe Grundsituation, dieselbe Umgebung, dieselben Formulierungen; vielleicht übertreibe ich es, aber es entsteht ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis, es ist ja so, dass man sich auf die Methode des Therapeuten einlassen will/muss. Natürlich kann man zu Beginn einige Probe-Gespräche führen (probatorische Sitzungen), dann aber lässt man sich auf die Richtung des Therapeuten ein, man verpflichtet sich gewissermaßen. Es gibt da ja ganz verschiedene Arbeitsmethoden (grob ausgedrückt: tiefenpsychologisch/psychoanalytisch, verhaltenstherapeutisch ...). Jeder Therapeut hat wohl auch seine eigene Arbeitsweise.

Nicht zuletzt wird dann über die Frage der Medikation entschieden. Und das ist (für mich zumindest) ein neuralgischer Punkt: Welches Medikament? Welche Dosis? Welche Dauer? Auswirkungen?

Ich habe dazu eine differenzierte Meinung, werde mich aber hier zurückhalten, da ich sicher kein Fachmann bin. Vieles kann auch missverstanden werden, wenn man es kurz und knapp ausdrücken will.

Zum Thema Ausbildung fällt mir noch ein: Es wäre bestimmt klug, die Ausbildung zu machen, dabei immer zu überlegen, was du für später lernen kannst und "mitnehmen" willst, was auf keinen Fall, dann später - vielleicht im Urlaub - man nach Neuseeland zurück um dort Möglichkeiten für eine Arbeitsstelle zu erkunden oder etwas Ähnliches.

SdeYrap@hina x1


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