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Alles sinnlos oder nicht?

k}leinoer_dracheznsterxn


ist es in der Therapie ähnlich wie beim Arzt, dass ich nicht gut rüberbringen kann, wie schlecht es mir geht. Ich sitze immer ungerührt mit einem Lächeln da und erzähle alles völlig abgeklärt. So bin ich einfach.

Das kann ich gut verstehen, denn genau so bin ich auch und genau wie du habe ich die Erfahrung gemacht, dass einen damit keiner ernst nimmt!

Ich bin inzwischen dazu übergegangen, Tatsachen aufzuschreiben und abzulesen, damit werde ich dann erfahrungsgemäss ernst genommen und wirklich "rumzujammern". Offensichtlich sind Ärzte so viele Leute, die extrem jammern, obwohl es nicht wirklich schlimm ist gewohnt, dass sie den Umkehrschluss, dass es bei grinsenden Leuten evtl. wirklich schlimm sein könnte nicht gewohnt.

Otceânixca


Oh, schön mal von jemand anderem mit diesem Problem zu lesen. Danke, kleiner_drachenstern. @:)

Wie hast du es denn geschafft, dich dahingehend zu ändern, dass du es jetzt schaffst zu jammern?

Ich bekomme das einfach nicht hin. Ich rattere zwar meine Symptome herunter, kann alles gut verständlich in Reihenfolge der Jahre erzählen und erwähne natürlich auch meine Einschränkungen und sage dazu, dass es mir in Hinblick auf die Zukunft sehr große Angst macht, aber eben in normalem Ton mit kräftiger Stimme, nicht leidend, nicht weinend, nicht verzweifelt (obwohl ich es innerlich oft bin).

Ja, es wird leider angenommen, dass es nicht so schlimm sein kann, wenn man ohne extrem zu klagen aufrecht mit fester Stimme vor jemandem sitzt. Ich weiß nicht, wie ich das ändern könnte, ich kann einfach nicht aus meiner Haut. :-/

kCleinerA_dXrache1nsterxn


Ich habe einfach angefangen zu jammern, nachdem mir diese Erkenntnis gekommen ist.

Ist aber evtl. bei mir auch einfacher, da es bei mir inzwischen hauptsächlich um eine schon diagnostizierte chronische Krankheit handelt. Aber da hat mich im KH zu Beginn z.B. auch keiner ernst genommen, denn ich bin ja noch aufgestanden, hab mich um meine Belange gekümmert und habe gelacht, bis ich zusammengebrochen bin und die Ärzte nach bereits 5,5 Wochen Krankenhausaufenthalt festgestellt haben, dass es mir so schlecht geht, wie ich ihnen täglich, aber eher fröhlich, mitgeteilt habe. :(v

Bei psychischen Problemen nimmt einen gar keiner ernst, wenn du nicht heulend vor ihnen sitzt, so zumindest meine Erfahrung :(v . Ich habe einmal nach dem total überraschenden Krebstod meines Partners mit 35 mit viel Familienstreß im Schlepptau mal wieder eine Therapie versucht mit dem selben Ergebinis wie du: das könne ja gar nicht so schlimm sein... ich stecke das ja total leicht weg... blablubber .... man könnte meinen, die haben voll ihren Beruf verfehlt, wenn sie es nicht mal schaffen hinter so eine Fassade zu sehen :(v .

kBleinerR_dr7achentstxern


Aber ich kann dich soooooo gut verstehen @:) .

Ich bin auch viel zu stolz vor fremden Lauten zu weinen oder so.

Auch ich habe mich in meinem Leben sehr oft selbst wieder aus der Sch**** gezogen, vielleicht kommt das da her.

Um vor jemandem zu weinen muss ich sehr viel Vertrauen haben, das geht nicht von heute auf morgen.

Also weine ich immer noch nicht, aber ich schauspiele beim Arzt... Also ich senke den Kopf, spreche leise, mache Pausen... und meine Erfahrung: ich werde zumindest ernster genommen.

S.in=aSou@ndsxo


Ich kenne das auch.. Egal ob Psychologe oder anderer Arzt; wenn Du nicht voll Terz machst, nimmt Dich eh keiner fuer voll. Aber mir ist das zu doof..

Bin da auch eher rational und schildere sachlich, was los ist. Mit dem Ergebnis, dass ich ja so eine starke und selbstbewusste Frau bin und das alles schon schaffe. Achja? Weshalb war ich dann doch gleich da? Stimmt, aus Spass..

Oh man, wenn es nicht so traurig waere, koennte man sich fast kapuut lachen ;-D

@ Oceânica:

dann muessen wir uns wohl drachenstern anschliessen und die Jammer-Nummer abziehen. Weiss zwar noch nicht ganz genau wie ich das anstelle, aber irgendwie muss es wohl gehen.

mmira19x76


Ich bekomme das einfach nicht hin. Ich rattere zwar meine Symptome herunter, kann alles gut verständlich in Reihenfolge der Jahre erzählen und erwähne natürlich auch meine Einschränkungen und sage dazu, dass es mir in Hinblick auf die Zukunft sehr große Angst macht, aber eben in normalem Ton mit kräftiger Stimme, nicht leidend, nicht weinend, nicht verzweifelt (obwohl ich es innerlich oft bin).

Und wenn du das genauso sagst? Dass dir bewusst sei, dass dein Ausdruck und dein inneres Empfinden nicht kongruent seien? Du aber nicht wüsstest, wie du das derzeit ändern könntest? Also dass du in deinem Stil (normaler Ton mit kräftiger Stimme) beschreibst, dass du dich verzweifelt fühlst und dir die Zukunft sehr grosse Angst macht und dir klar sei, dass deine Haltung und dein Tonfall diese Ängste und Verzweiflung nicht ausdrücken. Du aber derzeit nicht weisst, wie du dich gefühlsbetonter ausdrücken könntest. Und dann mal schaust, was dann passiert.

OHcIeâniWca


Das tut so gut, euch beide zu lesen. Ich kam mir immer wie ein Außerirdischer vor. Danke, dass ihr von euch erzählt habt! @:) @:)


kleiner_drachenstern, das finde ich schlimm, dass es so weit kommen muss, bis man zusammenbricht, dass einem endlich geglaubt wird. Aber ich freu mich für dich, dass du eine Diagnose hast und hoffe doch, dass dir geholfen werden kann!?

Bei psychischen Problemen nimmt einen gar keiner ernst, wenn du nicht heulend vor ihnen sitzt, so zumindest meine Erfahrung.

Ja, das ist auch leider meine Erfahrung, aber es ärgert mich, denn nicht jeder Mensch ist gleich, empfindet gleich, zeigt seine Gefühle gleich, das sollten doch gerade Psychologen wissen. Daher kann ich das nur unterschreiben:

man könnte meinen, die haben voll ihren Beruf verfehlt, wenn sie es nicht mal schaffen hinter so eine Fassade zu sehen  :(v.

Um vor jemandem zu weinen muss ich sehr viel Vertrauen haben, das geht nicht von heute auf morgen.

Leider hat bei mir auch Vertrauen (wie zu meiner letzten Therapeutin) nichts verändert, es läuft nie ein Tränchen. Ich reiße mich auch nicht extra zusammen, also ich muss nicht gegen Tränen ankämpfen, es passiert einfach nicht. Ich bemerkte zwar den Kloß im Hals und dass mir zum Weinen zumute ist, aber ansehen würde man es mir nicht. Das ist so in mir, schon von klein auf, das bekomme ich irgendwie nicht raus. :-/

Also weine ich immer noch nicht, aber ich schauspiele beim Arzt... Also ich senke den Kopf, spreche leise, mache Pausen... und meine Erfahrung: ich werde zumindest ernster genommen.

Oh, das würde ich auch gerne können, muss ich wohl nochmal versuchen. Es ärgert mich aber, dass man im Grunde gezwungen wird, eine Show abzuziehen :(v.


SinaSoundso

Bin da auch eher rational und schildere sachlich, was los ist.

Ja, das ist perfekt beschrieben, rational und sachlich. :)z

Dazu fällt mir gerade noch was ein, das noch deutlicher zeigt, wie ich gestrickt bin. Als ich 11 war, starb mein Opa und ich war natürlich sehr traurig. Am selben Wochenende starb auch der Opa einer Klassenkameradin. Sie war den gesamten Montag nur am Weinen, kam dann die restliche Woche auch nicht mehr zur Schule, während ich mir nichts anmerken ließ, mit anderen lachte und sogar am Tag seiner Beerdigung noch vorher die drei Stunden zur Schule ging, obwohl das keiner von mir verlangte, ich wollte aber (alle anderen: meine Eltern, Geschwister, andere Verwandte blieben daheim). Keine Ahnung, warum ich so bin, aber ich zeige niemandem, wie es mir wirklich geht und daher käme mir Jammern auch gar nicht in den Sinn, völlig abwegiger Gedanke für mich.

Ich kenne das auch.. Egal ob Psychologe oder anderer Arzt; wenn Du nicht voll Terz machst, nimmt Dich eh keiner fuer voll.

Eigentlich ist das richtig schlimm. :-/

Achja? Weshalb war ich dann doch gleich da? Stimmt, aus Spass..

Das hab ich auch schon öfter gedacht. Ich meine, was denken die denn, dass man aus Jux von Arzt zu Arzt oder von Psychologe zu Psychologe rennt?! :(v

dann muessen wir uns wohl drachenstern anschliessen und die Jammer-Nummer abziehen. Weiss zwar noch nicht ganz genau wie ich das anstelle, aber irgendwie muss es wohl gehen.

Ich habe den ganzen Abend darüber nachgedacht und es mir in Gedanken vorgestellt und weiß ganz sicher, ich bekomme das nicht hin. Es widerstrebt mir so sehr, da irgendeinen Unsinn vorzuspielen, das geht so komplett gegen meine Natur.

Könnte das eigentlich auch eine Art psychische Erkrankung für sich sein, wenn man so eine harte Schale hat? Ich frage mich, woher das kommt, mir wurde das beispielsweise nicht vorgelebt. Allerdings war ich schon als Kind so. Ich wurde oft sehr doll von meinem Bruder verprügelt und anstatt zu meinen Eltern oder Großeltern zu gehen, hab ich mich still in irgendeine Ecke verzogen und ruhig weitergespielt und die Tränen runtergeschluckt. Das war im Alter von 4 Jahren (zumindest erinnere ich mich erst ab diesem Alter daran), deshalb muss das doch von jeher irgendwie in mir sein, dieses Verhalten, aber normal ist es ja nicht.

Ach, blöd alles. ;-)


mira1976

Und wenn du das genauso sagst? 

Das habe ich schon gemacht, leider hat darauf bisher nur ein Arzt gut reagiert, der meinte, dass er sich vorstellen könnte, wie es mir wirklich geht und er sogar verstehen könnte, dass ich Suizidgedanken hätte. Leider konnte er mich aber nicht weiter behandeln, weil er sich einfach nicht genügend auskannte und hat mich an einen Spezialisten verwiesen.

Bei allen anderen hat es mir bisher nie etwas gebracht und bei Ärzten kommt hinzu, dass sie oftmals sehr doof reagieren, sobald sie wissen, dass ich auch in psychologischer Behandlung war und Psychopharmaka nehme, so von wegen "ach so, na dann ist ja alles klar". >:(

Ich habe inzwischen das Gefühl, es gibt viel zu wenig wirklich empathische Ärzte, das finde ich sehr schade. Dass normale Mitmenschen vieles nicht nachvollziehen können, daran habe ich mich schon gewöhnt, aber bei Ärzten und Psychologen dachte ich immer, die müssten es doch wissen, aber nein, so ist es nicht. :-(

k5lein|er_drNachensxtern


Naja, eigentlich ist es aber doch logisch: Empathie gehört jetzt weder zu den Grundvoraussetzungen ein 1er Abitur zu machen, noch das Medizinstudium samt den irren Arbeitszeiten während der Facharztausbildung zu überstehen. Eigentlich braucht man dafür eher ein völlig gegengesetzte Fähigkeiten.

Und Psychotherapuet könnte sich vor kurzem ja leider noch jeder nennen, der einen dementsprechenden Kurs besucht hatte, das hat sich ja zum Glück (!) vor kurzem geändert.

Und wenn ich mir dann noch ansehe, wie viele Menschen Ausbildungen/ Studien in derartigen Berufsfeldern (Erzieher, Psychologe, Sozialarbeiter etc.) machen, die salopp gesagt selbst schwer therapiebedürftig sind, dann wundert mich das noch viel weniger!

Aber schlimm finde ich es auch nach wie vor.

Zum Glück hab ich in meinem "Kernkrankheitsfeld" (Gastroenterologie) nach Jahren dann doch einen super tollen Arzt gefunden, der mich ernst nimmt, wenn ich ganz normal bin und der eher mal sagt "Spielen sie das mal nicht so runter...". Dafür bin ich auch unendlich dankbar!

Ich finde es ganz schlimm Oceanica, dass dir bisher niemand helfen konnte :(v , dabei finde ich, wie viele Vorschreiber auch, dass es doch offensichtlich ist, dass in diesen einen Sommerferien was traumatisches passiert sein muss.

Und ich habe eigentlich mal gelernt, dass es zu schweren Traumata gehört, dass man sich eben nicht mehr daran erinnern kann, von daher ist das alles noch viel unverständlicher @:)

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dir irgendwann jemand helfen kann, bitte gib die Hoffnung nicht auf!

E{hem+aliger Nutz er .(#538x908)


@ Oceânica

Habe deinen Faden heute entdeckt und mir geht's in vielen Punkten ganz ähnlich wie dir. Darf ich dir vielleicht mal eine PN schicken? Ich frage lieber vorher, weil manche User keine PNs mögen.

O2ceâKnica


@ kleiner_drachenstern

Das ist schon richtig, man sollte von Ärzten nicht mehr Empathie verlangen als von anderen Menschen. Dummerweise dachte ich früher immer, die müssten empathischer sein, war aber ein Denkfehler.

Ach, dann betrifft es bei dir auch den Verdauungstrakt!? Ich komme mit den Darmproblemen einfach nicht weiter. Dein Gastroenterologe klingt toll, wohl ein Glücksfall :)^. Ich bin von dieser Gruppe der Fachärzte leider sehr enttäuscht. Nein, einen guten hatte ich, mit dem war ich sogar auf einem guten Weg, 2001, bis er in Rente ging (ein Jahr später :-(). Irgendwie hatte ich immer Pech.

Und ich habe eigentlich mal gelernt, dass es zu schweren Traumata gehört, dass man sich eben nicht mehr daran erinnern kann, von daher ist das alles noch viel unverständlicher  @:)

Vielen Dank, dass du davon erzählt hast, das wusste ich so noch nicht. Es war sogar eher so, dass ich das Gefühl vermittelt bekam, es wäre seltsam, dass ich mich nicht erinnern könnte. :-/

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dir irgendwann jemand helfen kann, bitte gib die Hoffnung nicht auf!

Danke dir @:), ich versuch's (noch ein bisschen).

@ Inselwölfin

Ja sicher, gern. :-)

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