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Burn out?

E[rdbe"erez206x0 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

weiß einer genau, welche Anzeichen es für Burn out gibt? Ich habe das Gefühl, dass ich einfach nicht mehr kann, so gern ich auch möchte.

Ich arbeite bis nachts um 1-2 Uhr. Um 4 Uhr meint meine Jüngste, sie muss die Nacht zum Tag machen. 2 Stunden später schläft sie wieder ein. Dafür ist dann mein Jüngster wach. Frühstücken, Umziehen, Zähneputzen Kindergarten. Dann Haushalt, Selbstständigkeit und Fernkurse. Nebenbei Kinder bespaßen und aufräumen, was die vier Kinder herumliegen lassen. Bei den Großen rufe ich nur noch hinterher, bei den Kleinen ist es ständig was anderes, was sie liegen lassen und ich renne von Mini zu Mini-Maxi und zurück. Dennoch sieht es hier aus wie bei Schweins. Mittlerweile kann ich nicht mehr.

- Ich bin dauermüde

- Mein Blutdruck ist im Keller (64/48)

- Mir wird häufig schwarz vor Augen bzw. ich falle um

- Manchmal ist es so, dass es mich so sehr kraft kostet, dass ich überhaupt wach bleiben kann, dass ich irgendwo sitze und nur vor mich hinstarre

- körperliche Beschwerden machen mir das Leben schwer (Schwindel, Übelkeit, Übermüdung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Wasser in den Beinen, die auch wie Feuer schmerzen).

Dazu die Angst vor meinen Eltern, ständig! Ich möchte perfekt sein, meine Lehrgänge gut abschließen (einen davon habe ich fast aufgegeben, den anderen auch bald), eine saubere Wohnung haben, eine gute Mutter sein, die Zeit mit den Kindern verbringt usw. Dann die Angst, ob mein Freund im Ausland treu ist. Ich habe nur noch ihn, dem ich Vertrauen könnte. Alle anderen haben mich enttäuscht. Ich bin alleine auf der Welt, habe niemanden mehr. Habe angefangen, die Menschen zu hassen und nur schlechtes in ihnen zu sehen.

Wenn ich meinen Freund auch noch verliere, habe ich nichts mehr.

Manchmal möchte ich alles hinwerfen, und gehen. In eine andere Welt, wo es keine Schmerzen, Demütigungen und Vertrauensverlust gibt. Und wo ich mal wenigestens 5 Stunden Schlafen könnte.

Mein ganzer Körper ist ein Wrack, es gibt so viele Baustellen. Kann sein, dass ich zu viel erwarte, aber es muss sein.

Mir ist übel, habe keine Kraft mehr und der Tag hat erst richtig begonnen. Bin schon seit 3 1/2 Stunden wach wegen der Kleinen. Sie schläft jetzt, dafür ist mein vierjähriger wach.

Geht es jemandem ähnlich? {:(

Antworten
Z{wack4x4


Hallo, Erdbeere2060, ein Burn-out ist nichts anderes als eine Erschöpfungsdepression. Wenn Du schreibst, dass Dir nur 2 h zum Schlafen bleiben, wundert mich nichts mehr. Da muß wohl Dein Umfeld stark umorganisiert werden. Du hast ja selbst die Punkte herausgearbeitet, die Dich stressen. Genau diese Punkte sind es, an denen sich etwas ändern muß. Vielleicht kannst Du das einmal mit Deinem Freund diskutieren, vielleicht auch mit Deinen Eltern. Angst vor Deinen Eltern ist völlig unangebracht; glaubst Du nicht, dass sie auf Deinen Hilferuf reagieren? Wenn ich einen Blutdruck von 64/48 hätte, würde ich nahezu scheintod im Bett liegen!

E;rdbee`re206x0


Hallo Zwack,

entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde, habe übersehen, dass ich eine Antwort bekommen habe. |-o

Tja ich habe versucht, mir wenigstens 6 Stunden Schlaf pro Tag zu gönnen und das Ergebnis ist nun, dass das Geld für eine Rechnung nicht bezahlt werden kann. Muss also meinen Schlaf wieder zurückstecken, anders geht es nicht. Ich hätte so gerne Zeit für meine Kinder, aber das läuft nur nebenbei. Ich war seit Jahren nicht mehr im Urlaub und konnte seit Monaten kein Buch mehr lesen oder sonst ein Hobby ausüben. Es ist einfach kein Leben mehr. Haushalt und Arbeiten, mehr ist nicht drin. 7 Tage in der Woche, von morgens 6 Uhr bis nachts.

Mittlerweile bin ich hochgradig depressiv. Habe keinerlei Freude mehr am Leben. Denke immer öfter an Suizid, was ich nicht machen werde wegen der Kinder, aber der Gedanke ist so verlockend.

ZVwac'k44


Erdbeere2060, wenn man Suizidgedanken hat, ist man fällig für ein Antidepressivum (eigene Erfahrung). Für eine Depression ist es nicht untypisch, dass sich der Patient selbst jeden Ausweg als nicht machbar definiert und deshalb in einem Gewirr von Sackgassen stecken bleibt. Ähnliche Züge sehe ich bei Dir. Wenn Du keine lindernden Maßnahmen ergreifst, bleibt Deine Situation unverändert; das weißt Du selbst. Du steuerst wahrscheinlich auf einen Zusammenbruch zu, und danach wird jeder Außenstehende sagen: "Das hätte sie doch selbst wissen müssen."

Du hast nicht auf die Frage geantwortet, ob Freund oder Eltern in irgendeiner Weise hilfreich einspringen könnten.

EYrdbAeer~e206x0


Die Frage habe ich übersehen. Meine Eltern können nicht einspringen, weil unser Verhältnis nicht das Beste ist. Und mein Freund ist sehr oft beruflich unterwegs.

ZDwacEk44


Angenommen, Du hättest einen Zusammenbruch: Dann müßtest Du wohl kleine Brötchen backen und Deine Eltern um Hilfe bitten. Überleg mal, ob es dann nicht besser wäre, diese Maßnahme im voraus in Angriff zu nehmen, auch wenn es Dir wie ein Canossa-Gang vorkommen mag. Wenn Du ausfallen würdest, wäre es vermutlich für Dich der Super-Gau.

Jhan7x4


Auch wenns Dir missfallen mag, ich kann mir sehr gut vorstellen, was mit Dir los ist, und auch, woran das liegt.

Ich stelle mal die These auf dass Du davon getrieben bist, immer Leistung bringen zu müssen, zum einen von äusseren Umständen, zum anderen aber vor allem auch aus Dir selber heraus - "ich bin nur liebenswert wenn ich etwas leiste".

Du zeigst nach allem was ich von Dir bisher gelesen hab genau das Bild, was sich ergibt, wenn man ein bestimmtes Elternhaus hat, dessen fachliche Bezeichnung Du bisher (vehement bis aggressiv) verneint hast, aber dennoch exakt die zureffenden Verhaltensweisen und Konsequenzen geschildert hast.

die Angst vor meinen Eltern

Lies mal den Satz mit etwas Abstand! ANGST vor den Eltern, noch dazu wohnen diese ja nicht gerade am anderen Ende der Welt.

Ich denke Du hast nicht (nur) Burn-Out, sondern eine tief gehende Problematik, die umfassend und schonungslos angegangen werden muss. Dazu gehört auch, die Rolle gegenüber den Eltern neu zu definieren (aber da bist Du ja auch schon bei).

Mir ging es phasenweise selber ähnlich in Bezug auf "sich selber aufreiben bis zur absoluten Erschöpfung" und ich weiss rückblickend auch, wieso ich das getan hab. Wobei Du mir noch viel erschöpfter scheinst, das klingt alles wirklich gar nicht gut. Wende Dich bloß an kompetente Stellen, je nach Wohnort an ein renommiertes psychiatrisches Krankenhaus. Bist Du eigentlich bisher in irgendeiner Form von Therapie? Du hast auch sonst schon ab und an so Nebensätze geschrieben, die durchblicken ließen, dass Du das Leben eher scheisse als schön findest.

EIrdb?eere20x60


Zwack ich sagte ja, dass ich kürzer getreten bin und das Ende vom Lied ist, dass mir Geld fehlt. Ich habe also keine andere Wahl.

Und sollte es zum Zusammenbruch kommen, werden noch mehr Rechnungen unbezahlt bleiben. Da ist es nicht einfach zu sagen, OK, ich mache heute mal überhaupt nichts. So gerne ich das würde. Mein Ziel ist es, eine Arbeit zu finden, die mir mehr einbringt, und schon sind die Probleme gelöst.

Jan, das hat mit meinen Eltern nichts zu tun, sondern mit meiner finanziellen Lage.

JNaxn74


Dazu die Angst vor meinen Eltern, ständig!

das hat mit meinen Eltern nichts zu tun

Ich stelle mal die These auf dass Du davon getrieben bist, immer Leistung bringen zu müssen, zum einen von äusseren Umständen, zum anderen aber vor allem auch aus Dir selber heraus - "ich bin nur liebenswert wenn ich etwas leiste".

Ich möchte perfekt sein

Ähm, es schreit einen an, oder? *kopfkratz

Ich wünsche Dir, dass der Groschen demnächst fällt..

Ich habs ja schonmal geschrieben, ein letztes Mal dennoch: Du beschreibst zum einen massiv pathogene Eltern und genau die psychischen Folgen, die "man normalerweise dadurch hat", andererseits schwenkst Du sofort um 180 grad und verteidigst Deine Eltern, wenn man sie angreift (nee, alles doch nicht soooo schlimm, die Probleme kommen nur vom Geld, hätte ich nen anderen Job, wäre alles supidupi.. sorry, aber was für ein Quatsch. Glaubst Du das etwa selber??). Dieses co-Verhalten ist nichts weiter alsTeil der allgemeinen Gehirnwäsche und Du scheinst da noch ziemlich drinzuhängen (sonst würdest Du es ja nicht tun). Aus diesem Zwiespalt musst Du ausbrechen. Momentan scheinst Du gefangen in einer Zwickmühle, die nur aus Varianten besteht, die alle doof und erschöpfend sind. Du bist einfach überhaupt nicht "frei und Du selber".

Wie auch immer, such Dir kompetente Therapie.. dass DAS richtig ist, daran dürfte ja kein Zweifel bestehen, oder?

E_rdbeerUed2060


Nur weil DU Probleme mit deinen Eltern hast, brauchst du sie mir nicht in jedem Faden vorhalten, dass es bei mir genau daran liegt.

Meinst du, wenn ich in Australien leben würde, keinen Kontakt zu meinen Eltern hätte usw. dann wäre auf einmal mehr Geld in der Geldbörse? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Lasse es einfach. Wenn ich deinen Nick lese, egal in welchem Faden, geht es bei dir immer um das gleiche: Die Eltern sind Schuld!

Du verstehst hier mein Problem nicht. Also lasse es bitte.

C8o.mrxan


Liebe erdbeere, "Burn-Out" ist ein sehr spezifisches Problem. Ob du Burn-Out hast, kann niemand per Ferndiagnose bestätigen.

Du leidest aber definitiv unter Erschöpfung. Geistig und körperlich. Dein Lebensstil hält auf Dauer niemand durch.

Ich versuche mal zu sortieren:

- du bist weitestgehend auf dich allein gestellt, da dein Freund oft abwesend ist

- Hilfe von außen kannst du (unentgeltlich) nicht erwarten

- ihr habt 4 Kinder, das lässt sich jetzt nun mal nicht ändern

- du arbeitest selbständig, d.h. es gibt kein soziales Netz eines Arbeitgebers, d.h. du musst eure Kosten, Altersvorsorge und Krankenversicherung selbst stemmen

- du bist aufgrund nicht näher genannter Erfahrungen vom Leben enttäuscht

Gesundheitlich wäre das wichtigste, wenn du mal wieder zur Ruhe kommen könntest.

Technisch gesehen wäre das wichtigste, dass eure Haushaltskasse immer voll genug ist, um über die Runden zu kommen.

Und da sehe ich den großen Widerspruch.

Verdient dein Freund mit den Auslandseinsätzen nicht genug, damit es für euch reicht? Habt ihr alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die es als Fördermittel gibt? Gibt es vielleicht die Möglichkeit, aufzustocken, damit du mit ALG2-Niveau und 4 Kindern über die Runden kommst, ohne dich komplett zu verausgaben? Können die Kleinen schon ganztags betreut werden, so dass du entlastet wirst oder vielleicht sogar eine Teilzeitstelle im Angestelltenverhältnis annehmen kannst?

Ich glaube, die Selbständigkeit ist der große Knackpunkt. Sie bringt nicht genug zum Leben ein, und daran geht ihr kaputt. Je nachdem, was du gelernt hast und wie die Kleinen betreut werden können, kannst du vielleicht die Chance ergreifen, den Schritt in ein anderes Arbeitsleben zu schaffen. Allein wegen der späteren Rentenansprüche dürfte das sehr lohnenswert sein. Man muss damit ja nicht reich werden, aber wenn du wieder ein Leben hast, damit wäre schon viel gewonnen. Ich hoffe, du schaffst das - nur Mut :)_ .

Dgu*mal


Erdbeere2060

sondern mit meiner finanziellen Lage.

Wieso mit deiner und nicht eurer? Wieso ist es bei euch denn finanziell eng? Klar, Kinder haben schon die Tendenz einem die Haare vom Kopf zu fressen und bei vier bleiben nicht viele Haare über,

Muss also meinen Schlaf wieder zurückstecken, anders geht es nicht.

Doch, es gilt nur herauszufinden wo die Stellschrauben sind. Du brauchst bei deinem Pensum ja 40 Stunden am Tag und die gibt es einfach nicht. Punkt. Jetzt hast du noch Handlungsspielraum, auch wenn er dir sehr klein vorkommen mag. Wenn es so weiter geht, wirst du gar keinen mehr haben - das merkst du ja jetzt schon.

Kannst du irgendwie die Lehrgänge pausieren o.ä.?

E`rdbeezre20x60


Dumal vielen Dank für deine Denkansätze. Die Lehrgänge konnte ich schon zweimal nach hinten verschieben. Mehr geht leider nicht mehr und sie wären mir schon wichtig.

Ja du hast Recht, ich spreche von meiner finanziellen Lage und nicht von unserer. Das hat seinen Grund und daran habe ich noch ganz gewaltig zu knacken.

H-ancxa


Dazu die Angst vor meinen Eltern, ständig!

Davon MUSST Du Dich frei machen.

Was können Deine Eltern Dir denn anhaben?

Ich möchte perfekt sein, meine Lehrgänge gut abschließen, eine saubere Wohnung haben, eine gute Mutter sein, die Zeit mit den Kindern verbringt usw.

Niemand ist perfekt mit 4 Kindern und Beruftätigkeit.

Wenn Du diesen Anspruch nicht herunterschraubst, wirst Du unglücklich bleiben.

Dann die Angst, ob mein Freund im Ausland treu ist. Ich habe nur noch ihn, dem ich Vertrauen könnte. Alle anderen haben mich enttäuscht. Ich bin alleine auf der Welt, habe niemanden mehr. Habe angefangen, die Menschen zu hassen und nur schlechtes in ihnen zu sehen.

Es ist sehr traurig, dass Du niemanden hast.

Umso mehr musst Du zu Dir selbst stehen.

Wie sieht denn Dein Tagesablauf aus? Du musst unbedingt etwas verändern unter dem Gesichtspunkt, dass niemand perfekt ist.

Wie sieht es mit Deiner finanziellen Lage aus? Hast du Schulden, die Du abtragen musst?

Warst Du mal bei einer Schuldenberatung? Kannst Du niedrigere Abzahlungen vereinbaren?

Du musst auch hier einen gangbaren Weg finden.

H@ancha


Korrektur:

Niemand ist perfekt mit 4 Kindern und Berufstätigkeit.

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