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Wie mit "Ungerechtigkeitsgefühl" leben?

ufnJfähIig87 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mir geht es psychisch absolut beschissen. Ich hatte nach 3 Jahren unerfüllten Kinderwunsch 2 Fehlgeburten in Folge. Ich ertrage das alles nicht mehr. Besonders Fragen wie "Warum ich?" "Womit habe ich das verdient?" "Was ist so falsch an mir?" "Was macht andere Frauen besser als mich?" die ich mir täglich mehrfach stelle.

Das Gefühl, es selbst so schwer zu haben und so "gestraft" zu werden, frisst mich fast auf, während andere einmal ihre Hose aufmachen und schwanger werden/bleiben und am besten noch trotz rauchen und saufen ein Kind nach dem anderen auf die Welt bringen. Es kotzt mich richtig an. Warum haben immer nur die anderen Glück? Ich bin machtlos und weiß nicht, wie dieser Weg enden wird ... Darf ich je Mutter werden? Oder bleibe ich immer nur die ewige Tante, die Frau, die es zwar versucht, aber nie schafft? Ich habe das Gefühl, jemand würde mir das Herz rausreißen und immer weiter darauf einstechen.

:°(

LG

Antworten
Rhatl{os23


Hallo unfähig, ich kann deine Gedanken verstehen, allerdings solltest du dir vor Augen führen, dass selbst wenn nur ganz tolle und liebevolle Menschen Kinder bekommen würden, dir das ja erstmal auch nicht weiterhelfen würde...

Versuch also diesen "Ungerechtigkeitsgedanken" beiseite zu schieben, "Fruchtbarkeit" hat ja nichts mit Fairness hinsichtlich der eigenen Lebensführung zu tun. Bist du in einer Kinderwunschklinik? Liegen eventuell irgendwelche Einschränkungen bei dir oder deinem Partner vor?

u;nfeähig87


Denke inzwischen oft an Selbstmord, weil ich so nicht mehr lange durchhalten kann, und ich nicht mehr in der Hölle leben will ...

RHatlosx23


Ich kann nachvollziehen das es hart ist, aber bitte nimm Hilfe in Anspruch. Was sagt dein Freund/ Mann dazu? Was habt ihr bisher an Untersuchungen hinter euch? Du wirst ja anscheinend schwanger, kannst diese nur nicht aufrechterhalten... hier im Forum sind viele Frauen die teilweise 5-6 FG hatten und dann hat es doch mit einem gesunden Baby geklappt.

Bitte klammere dich nicht nur an dem Kinderwunsch fest! Magst du ein paar mehr Infos geben? Hier haben wie gesagt viele Erfahrung, vielleicht sind da noch gute Tipps dabei, auch wie du das verarbeiten kannst.

Bist du bereits in psychologischer Betreuung?

Mfachdie9auge,nzuh6N66


Ich verstehe dich hundertprozentig. Ich habe auch solche Gedanken.

Bei mir geht es zwar nicht um Kinder sondern um andere Sachen, aber dieses Gefühl, dass es so ungerecht ist und andere Glück haben und ich Pech, ist mir SEHR vertraut.

Ich komme damit auch nicht klar. Deswegen hab ich leider keinen heißen Tipp, aber eine virtuelle Umarmung wenigstens... :)_

m]ovin%gxstar


Ich schließe mich auch vollentschlossen an und habe auch solche Gedanken wie die TE, nur nicht in Sachen Kinderbekommen, aber zu allen restlichen Themen im Leben. Die einen bekommen alles, ohne sich Mühe zu geben, ohne es "verdient" zu haben, die anderen bekommen das gesamte Leben über nicht einen Krümel davon, egal, was sie dafür tun.

Ich fühle auch dieses extrem tiefe total schmerzhafte Ungerechtigkeitsgefühl. Ich kann das gar nicht beschreiben. Das frisst einen auf wie ein Wolf. Ich versuche immer wieder neu, damit umzugehen. Mehr kann man ja nicht machen, als immer versuchen, das beste zu tun. :-|

fqilosxofia


Denke inzwischen oft an Selbstmord, weil ich so nicht mehr lange durchhalten kann, und ich nicht mehr in der Hölle leben will ...

Also das finde ich doch arg grenzwertig. Ich würde mal psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Man kann auch ohne Kind glücklich werden.

fdilosnofixa


womit ich nicht sagen will, dass es bei dir nicht klappen wird!!!

Ich meinte nur, dass du unbedingt Druck rausnehmen solltest, denn dadurch wird es nicht wahrscheinlicher schwanger zu werden. Sorry für die missverständlichen Worte.

Rnatkloxs23


Ich fühle auch dieses extrem tiefe total schmerzhafte Ungerechtigkeitsgefühl. Ich kann das gar nicht beschreiben. Das frisst einen auf wie ein Wolf. Ich versuche immer wieder neu, damit umzugehen. Mehr kann man ja nicht machen, als immer versuchen, das beste zu tun. :-|

Wieso empfindest du so? In welcher Hinsicht? Jeder Mensch ist mal neidisch auf andere, wenn dieses Gefühl aber bestimmend wird, gar in Missgunst umschlägt und einen innerlich auffrisst würde ich das ganze doch ernsthaft angehen.

Der Fokus sollte doch immer auf einem selbst liegen. Macht es einen selbst ernsthaft glücklicher wenn es anderen mies geht?

Wenn man einsam ist, ist es dann nicht heilsamer die Initiative zu ergreifen und Menschen kennenzulernen statt sich zu wünschen alle anderen würden auch einsam sein? DAS würde ja nun das eigene Problem nicht lösen...

Es gibt ja nun immer Menschen die mehr Glück haben, die gesünder, reicher, schöner, erfolgreicher usw. sind.

Nur: was bringt mir persönlich das? Was hätte ich davon wenn diese Menschen plötzlich krank, häßlich, einsam und erfolglos wären? An der eigenen Situation ändert sich doch nix...

Statt daher auf andere zu schauen würde ich immer dringend an mir selbst arbeiten.

mBovi'ngsZtar


Wieso empfindest du so? In welcher Hinsicht? Jeder Mensch ist mal neidisch auf andere, wenn dieses Gefühl aber bestimmend wird, gar in Missgunst umschlägt und einen innerlich auffrisst würde ich das ganze doch ernsthaft angehen.

Der Fokus sollte doch immer auf einem selbst liegen. Macht es einen selbst ernsthaft glücklicher wenn es anderen mies geht?

Wenn man einsam ist, ist es dann nicht heilsamer die Initiative zu ergreifen und Menschen kennenzulernen statt sich zu wünschen alle anderen würden auch einsam sein? DAS würde ja nun das eigene Problem nicht lösen...

Es gibt ja nun immer Menschen die mehr Glück haben, die gesünder, reicher, schöner, erfolgreicher usw. sind.

Nur: was bringt mir persönlich das? Was hätte ich davon wenn diese Menschen plötzlich krank, häßlich, einsam und erfolglos wären? An der eigenen Situation ändert sich doch nix...

Statt daher auf andere zu schauen würde ich immer dringend an mir selbst arbeiten.

Ratlos23

Du hast da was völlig falsch verstanden. So wie du es hier wiedergibst, ist es nicht.

Und ja, ich arbeite schon lange an MIR, an wem sonst?

Aber so einfach, wie du dir das vorstellst ist es halt oft nicht.

MTachdeie@augen"zux666


@ Ratlos23

Es geht sicher nicht darum, dass man den anderen Schlechtes wünscht.

Es geht vielmehr darum, dass man sich selbst was Gutes wünscht. Nämlich das, was andere haben, man selbst aber nicht (obwohl es keinen Grund dafür gibt, weil man sich z.B. nicht richtig verhalten hätte oder so).

krleimner_drachkenstxern


Warum haben immer nur die anderen Glück?

Ich glaube du hast einen sehr falschen Blick auf das Leben anderer, der komplett durch deine subjektives Unglück geprägt ist!

Ich persönlich kenne wirklich niemanden, der immer nur Glück hat, irgend ein Päckchen hat jeder zu tragen, auch wenn du es vielleicht nicht siehst!

Allein in meinem privaten Umfeld sind so viele Menschen chronisch krank, hatten in ihrem Leben schlimme Schicksalsschläge, Unfälle, Verlust der sozialen Sicherheit und so vieles mehr.

Und wenn du dann mal deinen Blick aus deiner Enklave erhebst siehst du Menschen, die verhungern, vertrieben werden, deren Familien in Kriegen abgeschlachtet werden und vieles mehr. Die haben also alle Glück und es geht ihnen viel besser als dir?

Was wäre denn eine für dich gangbare Alternative?

Wie wäre es mit einem Engagement als Pflegemutter o.ä?

Meist klappt es nämlich erst richtig mit dem Kinderkriegen, wenn dieser irrsinnige Druck weg ist, dass es doch endlich passieren MUSS!

J>aa;lma


Hallo unfähig,

wann hast du denn deine Babys verloren?

Ich habe in einem anderen Thread gelesen, dass du einer Frau geschrieben hast, dass sie froh sein soll, wenigstens zwei Kinder zu haben.

Bei mir ist es so, dass ich vier Kinder habe. Darf ich deshalb nicht trauern? Ich habe fünf Sternenkinder. Zwei davon durfte ich schon wochenlang spüren. Nur eines meiner Sternchen bekam ein Grab, wo ich hingehen und trauern kann. Es ist die Hölle, ungeborene Kinder zu verlieren. Mein erstes verlor ich in der 8. SSW und ich dachte, es ist die pure Hölle. Aber ein Kind zu verlieren, welches man schon länger gespürt hat, das ist für mich um einiges schlimmer. Diese Hoffnung, das es endlich gut ausgehen möge und dann bekommt man tote Kinder in den Arm gelegt.

Als ich dann ein gesundes Kind in den Armen halten durfte, hielt ich es für einen Traum. Ich hatte Angst, aufzuwachen. Einmal ging ich einkaufen und vertraute den Kleinen meiner Mutter an. Ich hatte Angst, nach Hause zu gehen und das Baby ist nicht mehr da, weil mir die Psyche einen Streich gespielt hat.

Ich wünsche dir aus tiefstem Herzen, dass du bei deiner nächsten Schwangerschaft ein gesundes Baby austragen kannst. Auch du wirst diesen Traum erleben dürfen.

Alles Gute :)* @:)

m8oonyx09


Als ich knapp 6 Jahre alt war, hat meine Mutter meine Schwester bekommen, die leider aber nur einige Minuten gelebt hat. Ich habe unter dem Verlust damals unbeschreiblich gelitten. Von meiner Mutter war nur Härte und Sprüche wie: das war besser so, zu hören. Ausserdem wurde mir als Kind von ihr immer angedroht: wenn Du nicht gehorchst und das tust was ich sage, kommst Du ins Kinderheim.

Dementsprechend war meine gesamte Kindheit.

Mit 18 war ich schwanger von einem Mann, mit dem ich schon einige Jahre zusammen war. Ich hätte mir mit ihm eine eigene Familie sehr gut vorstellen können. Aber das hat meiner Mutter nicht gefallen. Sie hat ihn bearbeitet, bis er mich quasi wie eine heisse Kartoffel fallen lassen hat. Und mich hat sie bedroht und beschimpft und mir keinen Ausweg gelassen, dass ich schliesslich ende des dritten Monats abgetrieben habe. Ich war damals noch in der Ausbildung, wohnte bei meiner Mutter und war rundherum das Produkt meiner Erziehung.

Aber, die Abtreibung habe ich mir mein Lebenlang nicht verziehen. Ich habe angefangen zu trinken, und war zwischenzeitlich auch psychisch krank.

Im Laufe der Jahre in denen ich sehr viel Mist durchlaufen habe- Psychatrie, falsche Freunde etc. habe ich mich dann aber berappelt. Lernte einen Mann kennen den ich geheiratet habe, und wir bekamen einen Sohn. Diese Ehe war die Hölle. Der Mann hat mich betrogen, mich geschlagen und unser Kind missbraucht. Deshalb habe ich mich getrennt und mich scheiden lassen. Als mein Leben gerade wieder anfing in besseren und ruhigeren Bahnen zu laufen, haben meine Mutter und dieser Mann eine Allianz geschmiedet, mir meinen Sohn wegzunehmen.

Das ging über Einbrüche in meine Wohnung, lügnerische Erpressung mit meinem Kind, gefälschte Briefe, die ich angeblich geschrieben haben soll bis dahin, dass ich vergiftet wurde.

Lange Rede kurzer Sinn, jedenfalls hat mir ein Gericht das Sorgerecht ab- und dem Vater zugesprochen. Von mir angeführte Psychologen und Jugendämter die ich vorher schon wegen dem Vater besucht hatte, wurden in keinster Weise zur Kenntnis genommen. Der Vater ist mit allen Lügen gegen mich , durchgekommen.

Danach habe ich jahrelang jeden Tag geweint. Oft ohne jede Vorwarnung, und egal wo ich gerade war, oder was ich gemacht habe. Mein Kind habe ich seitdem nie wieder gesehen. Das ist jetzt 13 Jahre her.

Aber trotz diesem so tiefen Leid und auch der Ungerechtigkeit die ich defacto erleben musste, ist es mir nie eine Sekunde in den Sinn gekommen, so zu denken wie es hier beschrieben wird.

Ich bin mir jede Sekunde bewusst darüber, dass es Millionen Menschen auf dieser Welt gibt, gegen die mein eigenes Schicksal quasi "ein Fliegenschiss" ist.

Täglich werden auf diesem Planeten Frauen vergewaltigt, gequählt und einfach getötet. Täglich verhungern Menschen. Täglich müssen Mütter dabei zusehen wie ihre Kinder sterben. Diese Liste von schwachsinnigen Gewaltaten oder Ereignissen die durch Profitgier oder stumpfe Ignoranz erzeugt werden, lässt sich endlos fortsetzen.

Natürlich ist es schlimm persönliche Tiefschläge verarbeiten zu müssen. Dafür hat auch jeder Mensch dem das begegnet, mein persönliches Mitgefühl. Aber so darüber zu denken, das finde ich echt peinlich.

Vielleicht solltest Du nach Afrika gehen, und Aidswaisen das Schreiben und Lesen beibringen. Das meine ich nicht sarkastisch.

Ich habe mich von null auf sofort von alleinerziehender Mutter ohne Arbeit umorientieren müssen, und habe in einem Job gearbeitet, das hätte ich ansonsten niemals tun können. Und dort habe ich meinen Mann kennengelernt, mit dem ich nun seit 10 Jahren verheiratet bin. Auch das hätte ohne dieses furchtbare Ereignis nie stattgefunden.

Und wenn Du Kinder so derart liebst, dann wende dich ihnen doch einfach zu. Es gibt unzählig viele Kinder auf dieser Welt, die bereits da sind. Und die nichts mehr brauchen als Zuwendung, Liebe und einen Menschen der sich um sie kümmert.

Die egoistische Szenerie mit dir und deinem Leben zu hadern, wird dich nirgens hinführen.

Und ich denke, dass Menschen wie Du dazu beitragen dass dieser Planet sozial und menschlich immer mehr vor die Hunde geht. Denn leider wird es zusehends mode, dem anderen die Butter auf dem Brötchen nicht zu gönnen.

Öffne Dein Herz und Deinen Verstand einfach mal dem Rest der Welt. Du lebst hier nicht alleine!

LG

mnnecf


Wurde denn medizinisch alles abgeklärt?

Warum haben immer nur die anderen Glück?

Es gibt sicherlich genügend Menschen, die sich das auch über Dinge Fragen, die du hast und sie nicht.

kleiner_drachenstern hat es gut beschrieben. Nur eine Pflegemutterschaft halte ich für äußerst ungeeignet in dieser Situation. Das würde ihr, selbst wenn es mal eben machtbar wäre, nur vor Augen führen, was sie selbst nicht "richtig" hat.

Und es hat n bisschen was von "Im Tierheim Gassi gehen, weil man keinen eigenen Hund darf". Pardon, die Idee ist wirklich skurril :-/

Denke inzwischen oft an Selbstmord, weil ich so nicht mehr lange durchhalten kann, und ich nicht mehr in der Hölle leben will ...

Wenn dem so ist denke ich nicht, dass ein Kind dein Leben langfristig bessern und deine Psyche kitten wird.

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