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Wie mit "Ungerechtigkeitsgefühl" leben?

PZowSerPuffxi


Glück und Fairness gibt es auf der Erde nicht. Jeder Mensch, der nur noch wenige Tage zu leben hat, beneidet dich um dein Schicksal und findet es unfair, dass du dein Leben einfach so wegschmeißen willst, obwohl du kerngesund bist. Ich glaube, viele würden unheimlich gerne mit dir tauschen.

Gesundheit ist das höchste Gut im Leben und das hast du. Das ist mehr, als viele andere haben. Viel, viel mehr.

Du solltest aufhören, dich selber zu bemitleiden und dir einzureden, dass es dich schwer getroffen hat. Natürlich ist es doof, aber jeder hat sein Päckchen zu tragen. Ich hab mehrere chronische Krankheiten, werde von alleine auch nicht schwanger und mein Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, ist extrem hoch - hänge ich mich irgendwo auf? Nein, ich freue mich, dass ich lebe. Dass ich atme. Dass ich genug zu essen habe. Ein Dach über dem Kopf. Alle Arme und Beine besitze und im Prinzip alles machen kann, was ich möchte. Ein Kind ist nur die Kirsche auf dem Eisbecher - das richtige Geschenk ist das Leben. Alles andere ist nur dekorativer Schnickschnack.

LJewi#axn


unfaehig

"Womit habe ich das verdient?" "Was ist so falsch an mir?" "Was macht andere Frauen besser als mich?"

Warum glaubst du, du haettest dir das "verdient"? Oder irgendetwas sei an dir falsch?

Warum nimmst du nicht an, dass du einfach Pech gehabt hast?

Kyobol)d?makxi2


Besonders Fragen wie "Warum ich?" "Womit habe ich das verdient?" "Was ist so falsch an mir?" "Was macht andere Frauen besser als mich?" die ich mir täglich mehrfach stelle.

Warum denn nicht du?

Ich habe in der zeitung einen Artikel von einer 8 jährigen gelesen, die an Kinder-Demenz leidet und nach und nach alle ihre kognitiven und körperlichen Funktionen verliert, pflegebedürftig werde und dann sterben. Hat die das verdient? Manche menschen greifen halt in die Scheisse und manchen passiert das sehr oft. Das ist so und das war auch schon immer so. Je weniger man damit hadert und höhere Mächte dafür verantwortlich macht, die sich in den Kopf gesetzt haben, einen zu ärgern, desto besser für dich.

J*a#alxma


Wisst ihr, etwas kann ich sie schon verstehen.

Bei uns ist es auch so, dass wir einen Schicksalsschlag nach dem anderen verkraften müssen. Meist passiert das nächste, obwohl das andere noch nicht verarbeitet wurde. Manchmal gibt es täglich schlechte Nachrichten.

Und dann kommt meine Tante bzw. Frau meines Onkels an und meint überheblich "So etwas kann uns nicht passieren." Da könnte ich auch manchmal schreien vor Wut und Frust.

uknfäh"ig8x7


Ach Leute, Danke, über den ein oder anderen Beitrag konnte ich herzhaft lachen! Klar, wenn es einen selber nicht betrifft bzw. ihr selbst keinen solchen stark ausprägten Kinderwunsch habt, lässt es sich natürlich leicht reden. Typisch Mensch! Ihr könnt nicht über mich urteilen, ob meine Gedanken und Gefühle angebracht sind, ihr seid meinen Weg nicht gegangen. Oder ist jemand hier, der mehrere Icsis hatte und Kinder verloren hat und weiß, wovon er da eigentlich schreibt? Wie bescheuert muss man sein, um zu denken, dass "Aidskindern lesen beibringen" und "Pflegekinder" ein Ersatz für leibliche Kinder mit dem Partner / eine Schwangerschaft / Geburt sind? Meint ihr das ernst? Kein Bedarf! Es gibt nichtigere Gründe warum Menschen psychisch krank werden bzw. in Depressionen verfallen. Leid kann man nicht messen. Die Beiträge sind teils einfach nur lächerlich. Und an die ganz schlauen Hobbypsychologen: Ich brauche kein Kind um meine "kranke Seele" zu retten, sondern meine Seele ist höchstens krank (geworden), weil ich zwei Kinder VERLOREN habe. Wofür andere dankbar wären oder nicht interessiert mich doch nicht, als ob mir das was helfen würde. Und wenn ihr meinen Beitrag peinlich findet, dann verschont mich doch einfach mit euren dummen, peinlichen, realitätsfremden Antworten.

mmnef


Und genau damit habe wiederum ich gerechnet.

Dass alles Geschriebene auf "ihr versteht das nur nicht" heruntergebrochen wird.

Welche Antwort wäre denn realitätsnah und dir genehm?

Dir zu sagen, dass dein Leben scheiße und verpfuscht ist und keinerlei Sinn mehr ergibt?

Es gibt nichtigere Gründe warum Menschen psychisch krank werden bzw. in Depressionen verfallen.

Vielleicht gehst du mal in dich und denkst nach, wie logisch das jetzt war. Du lachst über Beiträge, weil sie dich angeblich nur nicht verstehen. Gleichzeitig erlaubst du dir, andere Gründe, die Menschen krank machen, als "nichtiger" zu beurteilen als dein Problem. Das ist genau dieselbe Argumentation, dide du bei anderen hier als "leicht reden" bezeichnest.

Oder ist jemand hier, der mehrere Icsis hatte und Kinder verloren hat und weiß, wovon er da eigentlich schreibt?

Siehst du - das weißt du nichtmal.

Hier gibt es viele Menschen mit schlimmen Schicksälen, die dein Problem "nichtiger" nennen würden oder genau dasselbe Problem haben, aber trotzdem nicht so reagieren wie du.

ufnfähNig87


Ach mnef, ich bin der Maßstab für mein Leben, und sollte ich es als verpfuscht wahrnehmen, ist das doch mein gutes Recht. Was wollt ihr denn eigentlich?!

ufnfpähixg87


Ich sage euch gleich, dass ich hier nichts mehr schreiben werde, weil das ist mir einfach zu doof und verschwendete Zeit. ]:D

mNn=ef


Natürlich ist das dein gutes Recht. Wenn du meinst dass es dir damit besser geht - gut.

Die Frage zielte aber darauf ab, ob du das auch von anderen hören willst. Denn positive Beiträge willst du ja offenbar auch nicht lesen. Vielmehr bleibt nicht. Irgendwas wirst du dir beim Eröffnen des Fadens erwartet haben. Oder auch nicht.

Aber mit einem hast du Recht - so bringts eh nix " ]:D "

P,o7werPu7ffi


Die Beiträge sind teils einfach nur lächerlich. Und an die ganz schlauen Hobbypsychologen: Ich brauche kein Kind um meine "kranke Seele" zu retten, sondern meine Seele ist höchstens krank (geworden), weil ich zwei Kinder VERLOREN habe

Ist das so? Wie viele erleiden einen Schicksalsschlag und verfallen nicht in Depressionen? Was ist an diesen Menschen anders?

Häufig ist die Affinität zu einer Depression bereits vorhanden - die Situationen triggern sie nur. Jeder Mensch ist durch seine Erziehung unterschiedlich empfindsam. Die einen verlieren schon bei einer beendeten Beziehung den Halt unter den Fußen und andere geben selbst dann nicht auf, wenn sie auf eine Miene treten und nur noch mit einem Bein und mit leerem Magen ihre Kindheit verbringen müssen.

Was ist die Bessere Entscheidung? Hoffnungslosigkeit und Freitod oder Akzeptanz und Leben? Was bringt dir mehr?

Mich hat eine Geschichte, die ich in der Zeitung gelesen habe, total getroffen. Eine 40-jährige Frau wird nach 15 Jahren Ehe von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen. Kurze Zeit später wird bei ihr Brustkrebs festgestellt. Sie ist also alleine und krank. Ich glaube, ich hätte schon spätestens hier die Krise gekriegt. Sie aber gab sich nicht auf. Engagierte sich politisch und sozial und lernte hier ihren neuen Mann kennen. Er war ca 13 Jahre jünger als sie. Auch ihren Krebs überwand sie. Obwohl man ihr sagte, dass sie nach der Chemo keine Kinder mehr bekommen könnte, wurde sie schwanger. Mit ihrem Exmann hatte sie sich immer Kinder gewünscht, doch es klappte nie.

Das Gute an einem Tiefpunkt ist, dass es nur noch einen Weg nach oben gibt. Selbst, wenn die Scheiße unendlich groß ist, kann hinter jeder Ecke das große Glück versteckt sein. Man darf nie aufgeben. Das größte Geschenk ist das Leben und man entscheidet immer selber, was man daraus macht und wie man mit einer Situation umgeht. Ein Baum trägt immer gute und schlechte Früchte, genauso berhält es sich mit dem Leben.

Es ist noch nicht vorbei und alles kann sich ändern :)_

p$elztiexr86


Es ist noch nicht vorbei und alles kann sich ändern

Sicher, man kann viel über das Mentale steuern. Aber auch da gibt es eine Grenze.

Es gibt Zustände, die irreversibel sind. Die kann man dann nur akzeptieren. Wenn das nicht geht, z.b. wegen unüberwindbarer körperlicher Leiden, dann geht eben nichts mehr.

sech$ne+cwke1985


Ich schließe mich pelztier voll und ganz an!

Und: Es gibt unzählige Schicksale da draußen, die man von außen nicht sieht.

Man hat im Leben keinen Anspruch auf nichts - alles was wir haben, was wir empfangen ist ein Geschenk. x:)

Mein Partner ist absolut unfruchtbar, aber wir schauen halt auf die vielen Dinge, die wir haben. Wir planen unser Leben so, dass es trotzdem voll, reichhaltig und lebenswert ist.

Es ist immer ein stückweit unsere Entscheidung, wovon wir uns fertig machen lassen. Ich bezeichne das als "in die Depression fallen lassen".

Pvow6erPu2ffi


Da hast du ganz Recht - diesen Punkt habe ich vergessen. Akzeptanz gegenüber den Dingen, die sich nicht ändern lassen, gehört natürlich auch dazu.

Man kann auch mit einer schiefen Nase, einer fehlenden Brust oder einem fehlenden Bein glücklich sein. Meine Großtante im Rollstuhl lässt sich dadurch auch nicht die Butter vom Brot nehmen.

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