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Wirklich alles nur Psychosomatische Beschwerden? Oder doch mehr?

WZhoKnpoxws10 hat die Diskussion gestartet


Hatte hier schonmal einen Beitrag verfasst, jedoch gab es darauf leider keine Resonanz :-( deswegen versuche ich es erneut.

Vorab zu meiner Person:

23 Jahre, männlich

Student im 2. Semester

starker Raucher (1 Packung am Tag)

früher sehr sportlich, heute nicht mehr

Ich fange mal mit meiner aktuellen Situation an: Ich bin in den letzten Tagen,Wochen,Monaten sehr geplagt. Ich leide unter Muskelzuckungen, unter erhöhten Blutdruck (Ruhepuls immer um die 90 Schläge/min), spüre mein Herz am ganzen Körper pochen. Manchmal in den Fingern oder Armen, sehr häufig mittig im Bauch. Ich habe sehr oft Schmerzen in der linken Brust und im linken Arm. Mal ist das ein Stechen, mal ein Drücken und mal fühlt es sich im linken Oberarm wie Muskelkater an. Kurze Zeit später dann wieder wie wenn die Nerven schmerzen würden. Mir wird manchmal schwindlig, so eine Art Panickattacke. Habe oft das Gefühl meine Brust zieht sich zusammen und ich bekomme einen Herzinfarkt. Manchmal lieg ich nachts im Bett und will einschlafen und schrecke plötzlich auf weil ich dann in diesem Moment denke "Jetzt habe ich einen Herzinfarkt". Oft fühlt sich meine linke Brust aufgebläht an, so wie wenn man nicht tief einatmen kann (sehr doof zu beschreiben :-( ) Ich habe manchmal so eine komische Bewusstseinsstörung: ich fühle mich bei Bewusstsein aber irgendwie dass alles hinter einem Schleier liegt, man sich nicht auf spezielle Dinge konzentrieren kann. Ist schwer zu beschreiben weil es eben so eine komische Wahrnehmung ist. Manchmal schmerzt mir der Nacken oder anderswo die Wirbelsäule am Rücken.

Ich habe öfters Zwangsgedanken die mir sehr viel Angst machen. Sei es ich tue jemandem den ich liebe oder mag etwas schlimmes an oder sei es dass ich mich jetzt die nächste Brücke runterstürze oder vor die nächste Bahn werfe.

Soviel mal zu meiner aktuellen Situation. Mehr fällt mir grade nicht ein auch wenn es da sicherlich noch andere Beschwerden gab und gibt.

Zur Vergangenheit oder wie alles begann:Ich war immer beschwerdefrei. War oft krank,als Kind war zwar alle halben Jahre meine Mandeln entzündet, oft war ich erkältet. Aber nichts Schlimmeres. Der Auslöser seitdem es mir so schlecht geht liegt vor ca. 2 Jahren: Ich saß in der Schule und plötzlich zog sich mir der Magen zusammen und ich dachte jetzt hab ich einen Herzinfarkt, mir wurde schwarz vor Augen und ich musste mich sehr zusammenreißen dass ich nicht umkippe. Bin umgehend zum Hausarzt und habe mich untersuchen lassen und er meinte nach einem EKG sofort "Das war eine psychosomatische Reaktion". Boom. Ersmal war ich froh dass es nix mit dem Herzen war und ich hab mich dann auch total schnell beruhigt, aber ich soll was mit der Psyche haben? Wo ich bisher nie irgendwelche Probleme hatte? Und woher sollte es kommen? Habe nie Drogen oder ähnliches genommen außer Alkohol und Zigarette, traumatische Ereignisse gab es auch keine, außer dass sich meine Eltern vor gut 7 Jahren trennten was mich stark mitnahm.

Aber trotzdem konnte ich das nicht so wirklich glauben.

Seit diesem Zeitpunkt habe ich die oben beschrieben Beschwerden.

Ich war mehrmals in der Notfallambulanz weil ich mir mehrmals einbildete einen Herzinfarkt zu haben. Dort wurde mir jeweils Blut abgenommen und ein EKG gemacht, alles ohne Befund.

War dann beim Kardiologen um ein Belastungs EKG und ein Langeiz EKG zu machen: ohne Befund. Es wurde zwar festgestellt dass mein Herz Extraschläge macht, diese jedoch in einem Sinusrhytmus (?) kommen und daher nicht weiter bedenklich seien. Ein großes Blutbild sowie eine Stuhlprobe ergaben auch nichts.

Wegen der Muskelzuckungen war ich beim Neurologen: EEG,EMG,Gehirnströme und Nervenströme messen alles optimal und ohne Befund. CT vom Gehirn auch ohne Befund. Der gab mir dann auch die Empfehlung zum Psychotherapeuten zu gehen, dazu gleich mehr.

War auch beim Lungenarzt welcher nichts gefunden hat. Beim Zahnarzt den Kiefer röntgen lassen - alles OK.

Bin jetzt schon ein paar mal bei einem Psychotherapeutischem Heilpraktiker gewesen, der mir sagte dass könne sehr gut von der Psyche alles kommen und er wird mir helfen diese Störungen zu bekämpfen. Ich darf jetzt Entspannungsübungen machen und mit Hypnose CD's arbeiten und er hat mir schon geholfen und mir aufgezeigt was ich ändern kann dass es mir besser geht. Bald werden wir mögliche Ursachen dieser Symptome erforschen.

Um jetzt auf mein Hauptanliegen zu kommen: Rühren diese Symptome tatsächlich nur von der Psyche? Oder steckt doch eine andere Krankheit dahinter die nicht entdeckt wurde?

Erkennt sich hier vielleicht irgendjemand mit ähnlichen Symptomen wieder der eine körperliche Ursache ausfindig machen konnte?

Was kann ich noch paralell zur Psychotherapeutischen Behandlung untersuchen lassen?

Ich bin generell kein Skeptiker, aber ich möchte mein Leben nicht aufs Spiel setzen nur weil die Ärzte oder ich selbst irgendetwas übersehen habe/n. :°(

Ich bin über jede Antwort, jede Idee, jeden Denkanstoß..ja einfach über alles froh was ihr mir eventuell zu erzählen habt. Danke fürs Lesen :)^

Antworten
Hlanqca


Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Du ernsthaft krank bist, zumal schon so viel untersucht wurde. Diese Ängste haben ja sehr viele junge Menschen hier im Forum.

Ich würde die Therapie weitermachen. Es muss nicht immer etwas Bestimmtes vorgefallen sein, um Ängste zu entwickeln.

früher sehr sportlich, heute nicht mehr

Wie sieht es denn mit Bewegung in Deinem Alltag aus?

Vielleicht solltest Du mal wieder mit Sport anfangen.

W8hoK6noxws10


Hallo Hanca :-)

danke für deine Antwort.

Ich bewege mich sehr wenig. Es ist fast ein Wunder wie "schlank" ich dennoch bin, obwohl ich seit fast 2 Jahren kaum Sport betreibe und auch sonst nicht viel Bewegung im Alltag habe. :=o

Mein Therapeut sagte mir auch ich soll mir vor Augen halten dass ich gesund bin, viele Untersuchungen ohne Befund waren und so weiter. Ich konnte mir nie vorstellen dass die Psyche solche Symptome hervorrufen kann. Es fällt mir auch deshalb immer wieder schwer

das wirklich zu verinnerlichen und wirklich zu dieser Überzeugung zu kommen, besonders wenn ich diese Symptome sehr stark spüre.

Eventuell hängt es auch damit zusammen dass ich seit dem Vorfall sehr sensibel bin und immer sehr genau auf meinen Körper achte?!

Hianca


Eventuell hängt es auch damit zusammen dass ich seit dem Vorfall sehr sensibel bin und immer sehr genau auf meinen Körper achte?!

Ja natürlich.

Und eben an der mangelnden Bewegung.

Keine Bewegung zu haben, ist mit das Schlimmste, was man sich antun kann.

Fang einfach wieder klein an und wenn es Spaziergänge sind.

Vielleicht hilft es Dir auch ein Hobby zu suchen für Deine Freizeit.

Du musst davon wegkommen, Deinen Körper zu beobachten.

Schau Dir mal die ganzen anderen Themen hier an.

Viele junge Menschen Anfang 20 haben Angst, einen Herzinfarkt zu bekommen, Krebs zu haben oder sonst etwas.

Dabei sind solche Krankheiten in eurem Alter sowas von unwahrscheinlich.

Wenn man mal nachfragt, dann haben die jungen Leute Übergewicht, ernähren sich schlecht, bewegen sich fast gar nicht und beobachten ständig ihren Körper.

Das ist doch kein Wunder, dass man sich da nicht gesund fühlt.

Deine Gesundheit liegt in Deiner Hand. Mach was draus.

WNho/Knowsq10


Danke für deine Beiträge Hanca. Werde es mir fest vornehmen.

Das mit dem Nichtbeachten des Körpers ist garnicht so einfach wenn es mal überall pocht :-/

H!an7ca


Das mit dem Nichtbeachten des Körpers ist garnicht so einfach wenn es mal überall pocht :-/

Ich glaube Dir, dass das nicht einfach ist.

Du musst Dich ablenken mit Sport, Hobbies und Entspannungsübungen.

Es braucht eine Weile bis man sich eine schlechte Angewohnheit wieder abgewöhnt hat.

Hoy7brkidXx99


Ich habe/hatte genau das gleiche Problem. Ich bin nun seit 1,5 Jahren in Behandlung und erst jetzt zeigt sich eine besserung. Was man oft nicht versteht in so einer Situation: Das ganze pochen, das ganze ziehen und drücken, das ist ganz normal. Man spürt es aber nur, wenn man darauf achtet. Mir hat es geholfen, Sport zu treiben, generell einen Ausgleich im Alltag zu schaffen und Therapie. Wenn ich mal eine richtig lange radtour mache, dann kann ich garnicht an meinen Körper denken. Ich sitze dann daheim auf meinem Sofa und bin einfach nur zufrieden mit mir und mit dem, was ich geschafft habe und bin geistig einfach nichtmehr bei meinem Körper (außer diesem angenehmen kaputt-gefühl nach viel Sport)...

W-hoKAnoHwsx10


Alles klar :)^

Entspannungsübungen hab ich erst letztens frisch angefangen aber ich werde mir vornehmen auch wieder etwas Sport zu machen, hatte eh vor etwas abzunehmen und wieder fitter zu werden.

HybridX99 darf ich dich fragen wie das bei dir angefangen hat? Bei mir war ja wie im OP zu lesen dieses Zusammenziehen im Bauch in der Schule eines Tages und die anschließende riesige Panik und Angst vor einem Herzinfarkt der Auslöser bzw. der Anfang der ganzen Beschwerden. Gabs bei dir auch so ein bestimmtes Erlebnis?

Hsy,br8idX9x9


Bei mir ging das sehr schleichend von statten und ich habs erst spät gemerkt. Auf meinen Körper habe ich schon immer geachtet und bin da auch sehr ängstlich gewesen, aber es hat sich dann langsam richtung Panikattacken und weiterem entwickelt, wobei bei mir da noch andere Ängste und Faktoren reingespielt haben. Meine Körperbezogenheit kommt von meiner Mutter, die meinte wegen jedem sch**** zum Arzt zu gehen und mir Horrorgeschichten über alles mögliche, was krank macht, zu erzählen (ich traue mich bis heute noch kein Ei zu essen, das älter als 3 Tage ist, weil meine Mutter mir immer was von Salmonellen erzählt hat).

Bei der Therapie gilt: Je früher, desto besser. Selbst entspannen, sich auch mal eine Auszeit gönnen (sagen "jetzt nicht, ich hab jetzt pause"). Was mir auch gut hilft ist meditation. Gibt es gute Anleitungen im Internet. Es dauert eine weile, bis mans richtig kann, aber dann ist es wirklich wie eine Pause vor allem (nicht nur Panik, auch alltag, etc. Ich hab gerne in meiner Mittagspause meditiert).

W=h<oKnBows1x0


Schön sich mit jemandem austauschen zu können, der Ähnliches oder Selbes durchlebt hat. Mein Partner und Familie unterstützen mich zwar auch aber natürlich kann niemand von Ihnen so richtig nachvollziehen wie das ist wenn man solche Beschwerden hat ohne körperliche Ursache.

EOsteOllxe83


Deine Angehörigen werden es niemals nachvollziehen können, doch sie sind hilflos!

In so einer Situation kannst nur du dir selber helfen!

- Nicht reinsteigern! Bei mir hat es geholfen, in dem ich bei aufkommenden Panikattacken mir selber gesagt habe: hallo Angst, schön dass du da bist du musst dir aber keine Sorgen machen, alles ist okay!

- darüber reden, dann fühlst du dich weniger einsam damit

- sich Hilfe suchen

- nicht einfach aufgeben, weils mal unangenehm wird (ja, es ist nicht leicht!)

- es kann nur besser werden!

- herausfinden, was man gerne tut und das auch wirklich umsetzen! Nicht nur sagen, oder daran denken und oder darüber reden - das reicht nicht!

W.hoKn1owxs10


Hab heute mit leichtem Joggen angefangen und es war gar nicht angenehm. Nach einer Weile hat sich meine Brust mittig so pelzig und unter Druck angefühlt dass ich sofort wieder an irgendwelche Herzkrankheiten denken musste :|N bekam dann auch immer ne Angst sobald das Herz durch die Belastung schneller schlägt, hab mich leider wieder voll drauf konzentriert. Jetzt nach dem Joggen fühlt sich die linke irgendwie aufgebläht an und sticht ab und zu recht doll.

Habs zwar direkt nach dem Joggen mit Entspannungsübungen probiert aber wirkte nicht so recht. Kann mir jmd von euch hilfsbereiten Menschen Tipps geben wie ich damit beim oder nach dem Sport umgehen soll? :)_

Hab im Juli auch noch einen Termin beim Orthopäden (vor paar Monaten ausgemacht), da möchte ich mal abchecken lassen ob ein Nerv eingeklemmt ist oder ob der Verspannungen bei mir lösen kann sofern welche da sind.

Liebe Grüße

WZho>KnowTs1x0


Dazu sei noch gesagt dass die letzten Tage bei mir echt super waren. Hatte kaum Beschwerden und keinerlei Panikattacken oder Schlimmeres. Nur Probleme beim Einschlafen und generell Schlafen hab ich. Die gibts zwar schon ein bisschen länger, aber grade ist es extrem. Trotz starker Müdigkeit schlaf ich sehr spät ein und wach viel zu früh auf ":/ Hängt wohl auch damit zusammen.

L!ucif3"2


Werden die Zwangsgedanken auch therapiert? Sie gehen oft mit eine Angststörung einher. Die Schleier ist ein Form von Dissoziation. Oft kommen körperliche Symptomen wie z.B. ein Herzneurose hinzu.

Wichtig: hat die Heilpraktikerin ein Diplom in Psychologie? Heilpraktiker die die therapeutische Ausbildung machen sind nicht geregelt wie psychologische Psychotherapeuten.

W+ho Kno2ws1g0


Hallo, habe mal nachgeschaut. Nein mein Heilpraktiker hat kein Diplom in Psychologie. Macht das einen großen Unterschied? Kenne mich da nicht wirklich aus.

Die Zwangsgedanken habe ich bei ihm angesprochen und er hat mir Tipps auf den Weg gegeben. Sie sind aber momentan nicht stark ausgeprägt, will heißen ich habe zurzeit (fast) gar keine mehr.

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