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Verdacht Depression, ritzen

Svabinel196x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Seit zwei Wochen wissen wir, dass unsere Tochter sich ritzt, tieftraurig ist, Panikattacken hat und sich selbst nicht mag. Der Kinderarzt vermutet eine Depression. Wir haben einen Gesprächstermin in einer Klinik Ende Juli und ich telefoniere mir gerade die Finger wund nach einem ambulanten Therapieplatz. Wir haben viel geredet und dabei ist mir aufgefallen, dass unsere Tochter nie weint.

Wir kommen als Eltern um vor Sorge und waren einfach nicht darauf vorbereitet. Was können wir denn noch tun, damit die Zeit bis zu einem Spezialistentermin nicht so lange wird. Jede Nacht diese Vorstellung, dass sie sich verletzt, ich habe Alpträume.

Vielleicht können Betroffene sagen, was sie sich gewünscht hätten?

Danke

Sabine

Antworten
P'lüsc{hbinexst


Hallo Sabine,

wie alt ist deine Tochter? Was für ein Typ ist sie denn so? Habt ihr sie mal liebevoll gefragt, was sie denn belastet?

S(abinNe196x8


Hallo Plüschbiest,

Sie ist 15. Bei direkten Fragen zuckt sie die Schultern. Es kam aber raus, dass sie sich wenig anerkannt fühlt, zu dick und meint keiner würde sie mögen.

Wir haben noch eine Tochter von 12 Jahren, die mühelos Kontakt findet, eher schlank ist, nicht viel lernen muss und auf der Sonnenseite steht. Die Große hatte es immer schon schwerer. Dabei ist sie ein herzensguter Mensch, der sich immer um die schwächeren kümmert. Ich verstehe es nicht, dass sie sich so schlecht macht und fast krankhaft auf Bestätigung angewiesen ist.

Sabine

A nti$gonxe


ich telefoniere mir gerade die Finger wund nach einem ambulanten Therapieplatz

Wenn sie unter 14/15 Jahre ist, würde ich eine stationäre Therapie suchen.

ACntigxone


Ah, 15.

Bald hast du keine Chance mehr, sie gegen ihren Willen in eine Therapie (ob ambulant oder stationär) zu bekommen.

ich würde mich ganz schnell nach Plätzen umsehen.

P63sc;hbie+st


Hat sie Hobbys? Ist sie in einem Verein?

SZaJb8ine196x8


Hallo,

Ich werde sie nicht gegen ihren Willen in eine Therapie stecken. Sie will Hilfe, deswegen hat sie ja mit uns gesprochen. Es ist ja ein Gesprächstermin in einer Klinik Ende Juli aber die entscheiden erst danach, ob sie stationär aufgenommen wird. Ich suche daher parallel einen ambulanten Platz, zudem man den ja nach der Klinik sowieso benötigt. Für uns Eltern ist eben die Warterei so schlimm und für unsere Tochter auch. Sie sucht Hilfe und jeder vertröstet sie, keiner macht kurzfristig was.

Ja sie hat Hobbys, sie ist aktiv bei den Pfadfindern und malt.

Sabine

vBamXp2x8


Ich finde es toll, dass du deiner Tochter helfen willst. Vielleicht ist sie im Konkurrenzkampf mit deiner Schwester. Wenn sie sowieso schon wenig Selbstbewusstsein hat und dann ihre Schwester dünner und beliebter in der Schule usw. ist, auch alles recht einfach hinbekommt, dann kann es schon einem selbst traurig machen, das man solche Dinge nicht hat. Das wäre ein Grund, gibt aber noch viele andere Gründe. Ich denke viel könnt ihr nicht tun.

Ich verletzte mich auch. Hab mit 17 Jahren angefangen. Ich kann zwar nicht sagen was ich mir von meinen Eltern gewünscht hätte, da meine Eltern an allem Schuld waren und ich viel Schlimmes erfahren habe von ihnen. Aber ich kann schreiben was ich mir generell gewünscht habe von Leuten. Und auch heute noch von meinem Partner mir wünsche. Ich wollte eigentlich so genommen werden wie ich war. Ich mochte kein Mitleid oder zu viel Sorge. Ich wollte auch nicht abgehalten werden vom SVV. Oder das Druck gemacht wurde, das sein zu lassen. Das hat nur noch mehr Stress verursacht. Genauso wenig mag ich, wenn andauernd geschaut wird, ob ich mich wieder verletzt haben könnte.

Ich mag es eher, wenn man mich in schlimmen Zeiten in Ruhe lässt. Denn wenn ich reden möchte, komme ich selbst. Ihr könnt eurer Tochter sagen, dass sie jederzeit kommen kann, aber ihr die Ruhe gibt, die sie braucht. Dann weiß sie es. Aber immer wieder nach zu fragen, das würde eure Tochter nerven und mehr unter Stress setzen. Vertraut eurer Tochter, sie kam schon zu euch und hat nach Hilfe gefragt. Das tut nicht jedes Kind.

Vielleicht könntet ihr Beratungsstellen anrufen, da bekommt man meistens schneller einen Termin. Und das falscheste was ich ihr tun könntet, sie zu einer Therapie zwingen, oder zwangseinweisen lassen(nur wenn sie akut suizidgefährdet ist) aber wegen svv und Depressionen sollte man kein Kind zwangseinweisen. Therapie hilft dann sowieso nicht, wenn dicht gemacht wird. Aber du schreibst ja, dass euer Kind Therapie möchte. Vielleicht kann sie auch mit suchen und entscheiden dann auch wo sie hin möchte. Es ist immer wichtig, dass man sich selbst den Therapeuten aussucht. Aber ihr macht es schon. :)

Lg Vamp28

E{hemali\ger Nutfzer (#565x974)


Vielleicht können Betroffene sagen, was sie sich gewünscht hätten?

Ich hätte mir von meinen Eltern gewünscht, dass sie Verständnis für mich haben, absolut hinter mir stehen und mir Rückendeckung geben. Gleichzeitig möchte ich mich aber nicht bevormundet fühlen, bemitleidet werden oder mir ständig Vorwürfe anhören müssen - selbst wenn es aus Sorge wäre.

Achtet aber trotzdem darauf, ihrer Depression nicht zu viel Raum zu geben. Am besten ist, wenn sie einen geregelten Tagesablauf hat und ev. auch ein Hobby, dass ihr Spaß macht und bei dem sie positive Rückmeldung bekommt.

Sie ist kein kleines Kind mehr. Gebt ihr die Möglichkeit, auch selbst etwas gegen ihre Probleme zu tun bzw. sich selbst Hilfe zu suchen und zu helfen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt.

Du könntest sie z. B. fragen, ob sie selbst bei einem Therapeuten anrufen möchte. :-)

Für uns Eltern ist eben die Warterei so schlimm und für unsere Tochter auch. Sie sucht Hilfe und jeder vertröstet sie, keiner macht kurzfristig was.

Bei psychischen Problemen ist es oft sehr schwierig, kurzfristig zu helfen.

Wichtig ist, dass sie jemanden zum reden hat. Gibt es denn eine gleichaltrige Bezugsperson für deine Tochter? Natürlich solltet ihr ihr als Eltern auch vermitteln, dass sie immer mit Problemen zu euch kommen kann. Aber manchmal redet man eben lieber mit einer Freundin als mit seinen Eltern - das ist völlig normal. :-)

Ihr könnt übrigens sehr viel tun, um die Zeit bis zu den Gesprächstermin zu überbrücken.

Zum Beispiel auf die Ernährung eurer Tochter achten bzw. auf ausreichend Bewegung im Freien.

Unternehmt schöne Ausflüge, macht nette Familienabende, unterstützt sie. :-)

JPulxey


Liebe Sabine, ich finde es super, dass du dir da so viele Gedanken machst! @:) Glaube mir, das ist nicht selbstverständlich. Bei mir hat es damals niemand bemerkt bzw bemerken wollen. Hab leider keinen richtigen Rat für dich, außer vielleicht (wie schon genannt wurde) dass ihr mal guckt, ob es Beratungsstellen in eurer Nähe gibt, bei denen man zeitnah einen Termin bekommt. Oder gibt es an ihrer Schule vielleicht einen Schulpsychologen? @:) :)*

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