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selbstverletzendes Verhalten

SOa|binPe196x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Unsere Tochter, 15 schneidet sich und man sagte uns dass das in der Pubertät häufig vorkomme. Nachher verschwinde dieses Verhalten ob mit oder ohne Therapie oft einfach wieder.

Ich merke aber dass unsere Tochter damit sehr unglücklich ist und kann auch nicht zusehen und nichts tun.

Meine Frage ist aber eine andere. Gibt es wirklich Betroffene, die wieder aufgehört haben? Mir sind die Hintergründe für dieses Verhalten vom Verstand her klar, trotzdem ist es nur schwer zu ertragen, weil man so hilflos ist.

Sabine

Antworten
H'eyxm


Sicher gibt es welche, die es auch so geschafft haben.

Aber viele zeigen das Verhalten bis ins mittlere Erwachsenenalter. Ich würde das nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern versuchen für sie einen Psychotherapeuten zu bekommen - sie wird bestimmt deutlichen Redebedarf haben! @:)

mGondu+sJternxe


Mir sind die Hintergründe für dieses Verhalten vom Verstand her klar, trotzdem ist es nur schwer zu ertragen, weil man so hilflos ist.

Wie erklärst Du es Dir vom Verstand her?

Ich würde sagen, es gehört zur Pubertät dazu, Sachen zu machen, die den Erwachsenen missfallen. Die Jugendlichen brauchen das, um sich abzugrenzen und sich selbst zu finden.

Gibt es wirklich Betroffene, die wieder aufgehört haben?

Ja, es gibt viele, die einfach so wieder damit aufhören. Für andere ist es der Einstieg in eine lebenslange Psychotherapie-Laufbahn.

JSuley


Ich denke, es ist wichtig, rechtzeitig etwas dagegen zu tun, denn SVV kann wie eine Sucht werden, das heißt, irgendwann reicht oberflächliches schneiden nicht mehr, um den Druck abzubauen. Und dann wird's gefährlich.

Ich kann nur von mir reden. Bei mir fing es in der Kindheit an, mit "harmlosen" Sachen. Aber dabei blieb es nicht. Mittlerweile sind beide Arme übersät mit großen genähten Wunden. Habs jetzt geschafft, für 2 Jahre und 3 Monate damit aufzuhören, dachte ich habs überstanden, aber vor ein paar Wochen fing es wieder an. (zur Info: ich bin 31 Jahre alt)

Ich kenne sowohl welche, die irgendwann (von selbst oder mit Therapie) damit aufgehört haben, als auch welche, die über 40 oder 50 sind und es immer noch tun.

Skin/aS%ounbd+so


Hallo Sabine,

es kommt sicherlich immer auf die Beweggruende an.

Als ich im Alter Deiner Tochter war, gab es bei uns so eine Art "melanchonische" Bewegung. Viele haben sich im Zuge dessen auch einmal oder haeufiger geritzt. Aber keiner hat es beibehalten.

Es kann auch bei Deiner Tochter nur ein Phase sein, so dumm das klingen mag. Aber da sie selbst denkt, da sie Hilfe braucht, wuerde ich es auf keinen Fall abtun. Allerdings wuerde ich es auch nicht zu sehr in den Vordergrund stellen.

Du hattest im anderen Thread geschrieben, dass Ihr keinen Ansprechpartner findet. An meinem alten Wohnort gab e sowas wie "Haus der Familie", dort konnte man sehr kurzfristig Gespraechsttermine bei Psychologen bekommen. Man musste zwar selbst zahlen, aber ich meine als Schueler oder Student nur so 10-15 Euro pro Termin. Schaut doch mal in die Richtung.

Ansonsten waere noch die Frage, ob es an der Schule Deiner Tochter psychologisch geschulte Ansprechpartner gibt.

Alles Gute fuer Deine Tochter und den Rest der Familie!

JEulxey


Ansonsten waere noch die Frage, ob es an der Schule Deiner Tochter psychologisch geschulte Ansprechpartner gibt.

An das habe ich auch gedacht und im anderen Faden geschrieben :)^

v}almp2x8


Ich denke wenn das sich selbst verletzen mit der Pubertät zu tun hat, kann es schon von alleine wieder weg gehen, muss aber nicht. Sollte es andere Gründe für das SVV geben, so wird das ohne Therapeutische Hilfe kaum möglich sein das in dem Griff zu bekommen. Da eben das SVV nicht das Problem ist, sondern das was es auslöst. Deine Tochter hat vielleicht ganz andere Probleme als die Pubertät. Das gleich darauf zu schieben, ist das falscheste was man tun kann.

Sie braucht therapeutische Hilfe, da sie auch ziemlich unglücklich ist. Ich hab mit 17 Jahren richtig angefangen mich zu verletzen, vorher waren es eher kleinere Verletzungen. Bei mir war es nicht die Pubertät, sondern tiefgreifende Probleme. Und ich bin jetzt 26 Jahre alt und verletzte mich noch heute. Also schau zu das deine Tochter Hilfe bekommt. SVV ist nie normal, egal ob es mit der Pubertät zusammen hängt oder nicht. Selbstverletzendes Verhalten muss behandelt werden.

Lg Vamp28

S abipne1x968


Hallo,

Vielen lieben Dank für Eure Worte. Nach einem Gespräch mit dem Kinderarzt habe ich mich bei aller Angst entschieden meine Tochter erst mal mit ihrer Jugendgruppe in die Ferien fahren zu lassen. Sie wollte das unbedingt machen.

Dann habe ich heute einen Termin bei einer Therapeutin bekommen, direkt an dem Folgetage, wo sie zurück kommt. Und dann haben wir Ende Juli ein Gespräch in einer Klinik für Jugendpsychiatrie.

Es ist alles schlimm auszuhalten aber es hat auch die Seite, dass unsere Tochter sich langsam öffnet und mehr erzählt und ich seit ein paar Tagen auch mal vorsichtig Fragen stellen kann, ohne dass sie unwirsch wird.

Ich hoffe, dass wir die nächste Zeit überstehen und ihr dann eine Therapie hilft, unterstützt von der ganzen Familie

Sabine

P.s. gestern waren wir noch schnell einkaufen und Töchterchen hatte ein T-Shirt an. Ein anderer Teenager blieb stehen und starrte wirklich unverschämt abfällig. Als ich dann laut sagte, schau mal Schatz, ist das nicht die nächste, der Du die Kehle durchschneiden willst hätten wir eine Kamera gebraucht. Wir haben noch lange über diese Person gelacht.

m5ondg+st?er.ne


@:)

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