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Plötzlich verwirrt, wie watte im Kopf ... Kennt das jmd?

C?orazxon89 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen, :-)

ich hole mal ein klein wenig aus, damit man die Situation besser beurteilen kann.

Ich arbeite seit einem knappen Jahr in einem recht stressigen beruf, mache nochmal eine Ausbildung. Außerdem habe ich einen kleinen Sohn, der bald 5 wird.

Es ist sehr anstrengend alles unter einen hut zu bekommen. Dazu kommt noch viel Stress mit dem Vater des kleinen. Nicht zu vergessen die Belastung der Ausbildung, ich muss viel lernen, das mache ich meist am Wochenende, es bleibt also auch wenig Zeit für andere Dinge oder für mich selbst.

Ich habe in den letzten Jahren viel mitmachen müssen, die Trennung vom Vater des kleinen vor 2 1/2 Jahren war eine sehr, sehr schwere Zeit.

Nun ist es seit einiger Zeit (2,3 Monate) so, dass es mir psychisch immer wieder schlecht geht. Zum einen bin ich seit letztem Herbst annährend durchgehend krank, mit pausen von 3,4 Wochen maximal. Und mit krank mein ich krank, also mit Fieber und allem drum und dran. Ich habe Probleme mit dem Magen- schon lange - aber seit Beginn der Ausbildung fast durchgehend. Spiegelung fand vor einem Jahr statt: Reflux, sonst alles okay. Seitdem achte ich auf ernährung und mache Sport, jedoch bringt jede kleinugkeit meinen Magen aus dem Konzept.

Nun ist es eben auch psychisch immer schlimmer geworden, so dass ich oft Phasen habe in denen ich einfach merke dass ich meine Grenzen erreicht habe, einfach nur fertig, müde, kaputt und weinerlich bin. Diese Phasen kommen und gehen ohne besonderen Auslöser. Mein Hausarzt weiss um alles Bescheid und sagte mir schon dass ich aufpassen muss kein burnout oder eine Depression zu bekommen.

Aber nun zu meinen neuen Symptomen:

Ich war vergangenen Freitag auf der Arbeit und habe ganz normal gearbeitet (stressig wie immer, ich neige auch dazu mich noch mehr reinzusteigern, kann schwer abschalten oder Abstand nehmen). Plötzlich hatte ich das Gefühl, mein Hirn schlatet ab. Es war auf einmal wie Watte in meinem Kopf, ich habe nichts mehr begriffen, ich konnte die einfachsten dinge, die ich tgl erledige, nicht mehr, ich wusste gar nicht mehr warum ich das alles tue bzw worauf ich achten muss. Nicht mal mehr einen Satz habe ich hinbekommen. Außerdem hatte ich den totalen Verlust des Gefühles für Zeit und Raum. Wie eine Art jetleg. Ich fühlte mich als sei ich total betrunken, hätte die Nacht durchgemacht und bin verwirrt und orientierungslos. Ich musste mich enorm zusammenreißen überhaupt noch arbeiten zu können. Dieser Zustand hielt ein paar std an. Dann wurde es besser, aber den ganzen Tag über hatte ich dieses Problem, später allerdings nur noch in ganz leichter Form.

Das hat mir nun wirklich ein wenig Angst gemacht. Kennt jemand diese Gefühle? Was war das und was kann da noch passieren? Ich bin wirklich erschrocken und habe das Gefühl dass das ein Warnzeichen meines Körpers war, aber wie soll ich das einordnen?

Vielen Dank fürs lesen und für die Hilfe! :-)

Antworten
E[hemali4gGer YNutzeKr (A#5302x18)


Ich bin wirklich erschrocken und habe das Gefühl dass das ein Warnzeichen meines Körpers war, aber wie soll ich das einordnen?

So blöd das klingt so ernst meine ich das: Ordne das als Warnzeichen ein und schau, ob es Möglichkeiten gibt dich weiter zu entlasten und plane dir Pausen ein und streich die später nicht einfach ersatzlos.

Natürlich kann das vom Stress kommen und wenn dir bereits dein Hausarzt sagt, dass du gefährdet bist bzw. damit sagt, dass du dich überforderst und selbstausbeutest ungesund, würde ich das wirklich ernst nehmen. Solchen Erschöpfungszuständen frühzeitig entgegenzuwirken oder noch besser denen vorzubeugen, geht "leichter" als wenn du erst ganz in den Seilen hängst.

Du spielst langfristig bis mittelfristig mit deiner generellen Arbeitsfähigkeit und Gesundheit.

EhhemaligerL Nutizer (#53:021x8)


Gibt es Sachen, die du delegieren kannst? Z.B. bei der Kinderbetreuung? Könntest oder "müsstest" du deine innere Abgrenzung von der Arbeit und deinem Ex ausbauen?

Wer könnte dich unterstützen? Was ist wirklich nötig und wichtig und was nicht? All solche "banalen" Sachen würde ich - im Zweifel dann noch mal - durchgehen und rauswerfen, was geht.

m3ond+.sterne


Was war das und was kann da noch passieren?

Ich würde sagen, Du bist neben der Spur, weil Du ein Leben lebst, das Du im Grunde Deines Herzens nicht mehr leben möchtest.

Ich bin wirklich erschrocken und habe das Gefühl dass das ein Warnzeichen meines Körpers war, aber wie soll ich das einordnen?

Ja, es ist ein Warnzeichen Deines Körpers. Du solltest dieses Warnzeichen und die Warnung Deines Hausarztes ernst nehmen und gut auf Dich aufpassen, damit Du nicht in einen Burnout rutscht.

Wenn Du nicht jetzt Verantwortung für Dich und Deine Grenzen übernimmst, wird es später eine Krankheit tun, die Dich ins Krankenhaus bringt.

mZo}onys09


Das was Du beschreibst, kenne ich auch aus der schlimmsten Zeit mit meinem kleinen Sohn nach der Trennung von dem Vater.

So wie Du es beschreibst, gibt es eigentlich kaum eine Möglichkeit für Dich, den Stress herunter zu fahren, ohne dass das noch grössere Probleme mit sich bringt. Ich kenne das sehr gut. Und ich kann mir vorstellen, dass der Gedanke an eine Auszeit, den Stress zu minimieren und irgendetwas von Deinem Pensum zu streichen, im Moment überhaupt nicht drin ist.

Also musst Du dadurch. Und das wirst Du auch schaffen.

Mir haben damals zwei sehr einfache Sprüche erstmal immer weitergeholfen. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." Und: "wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Licht daher". Daran habe ich mich geklammert. Und, es gibt auch immer wieder Menschen und Situationen, die einem ganz unverhofft Kraft geben und weiter helfen.

Meditation und mentales Training helfen auch dabei, um sich durch ein paar Minuten abschalten und Konzentration, die Kraft für Wochen zu holen.

Zusätzlich habe ich meinen Körper damals mit vielen Vitamingaben unterstützt. Vielleicht helfen Dir auch Bachblüten weiter. Oder homöopathische Mittel.

Und das Ziel sehen: irgendwann bist Du durch damit.

Aber das ist auch eine Angelegenheit des inneren Bauchgefühls. Bist Du gerade bei all der Belastung in einem Formtief, oder fühlst Du Dich total ausgebrannt und kannst wirklich nicht mehr?

Gib Dir selbst die Chance, Deine Verfassung realistisch einzuschätzen. Und dann zögere nicht, das richtige zu tun. Höre einfach auf Dein inneres Gefühl. Es ist besser die Zügel selbst in der Hand zu haben, und nicht durch einen Zusammenbruch gezwungen zu sein, das zu tun was einem dann andere vorschreiben.

Ich wünsche Dir und Deinem Kind alles Gute :)* :)*

L"uci"32


Wenn möglich wäre ein Kür/psychosomatische Reha sinnvoll. Burnout ist nicht zu spaßen. Man wird für die Zeit krankgeschrieben und es nutzt keinem etwas, wenn du so weiter machst und völlig zusammenbrichst. Ein Ausbildungsjahr kann man auch zur Not wiederholen. Gesundheit geht vor.

Im Alltag sind sonst Entspannungsübungen oder einfach kurz laufen gehen sinnvoll. Versuche mit andere Kita/Schulmutter zu sprechen. Manchmal hilft es auch, wenn ein paar mal die Woche deinem Sohn zu Freunde spielen geht. Revanchieren ist nicht unbedingt stressig - die Kinder spielen dann zusammen und du bist nicht ständig im Focus. Hast so auch ein oder 2 Stunden etwas Luft.

Versuche 1 Tag pro Woche richtig frei zu nehmen. Krankschreiben lassen. Man lernt danach auch wesentlich effektiver.

HHandbalJlerdin1963


Für mich klingt das nach Dissoziation... ich kenne das von mir. Ich stehe neben mir, fühle mich in Watte gepackt. sehe alles im Nebel, höre alles nur ganz weit weg.....

Das ist eine Schutzreaktion , wenn alles zu viel wird.....Kommt oft bei PTBS vor und ist therapierbar. Es dauert aber lange, bis diese " Zustände " leichter werden. Der Kopf muss lernen, dass er diese Schutzfunktion nicht mehr braucht und anders mit Belastungen umgehen kann...

Ist aber nur meine Erfahrung......wenn du mehr wissen willst ....gerne

LG Handballerin 1963

E`hemaliger/ Nut(zer (H#52X8x611)


Klingt nach Derealisation oder Depersonalisation. Hab ich auch öfter.

CSorfazoxn89


Puh, also erstmal vielen vielen Dank für die ganzen Reaktionen, das freut mich sehr :-)

Ich versuche mal auf einiges einzugehen ...

Ich weiß dass ich runter kommen muss und mehr Abstand zu meinem stressigen Alltag nehmen muss, emotional vor allem. Leider fällt mir das sehr schwer. Ich mache seit Jahren eine Therapie, meine Therapeutin ist eine ganz tolle Frau und ich hab ihr viel zu verdanken! Leider kann ich ihre Ansätze, was dieses Problem angeht, nicht umsetzen :(

Es ist mir schlicht nicht möglich Aufgaben sbzugeben. Tagsüber bin ich arbeiten, da kann ich nichts abgeben. Leider ist das arbeitsklima momentan gar nicht gut und das löst noch mehr Druck aus. Ich fühle mich dort aktuell auch mehr als unwohl. Ich habe meine Ausbildungszeit nun schon von 3 auf 2 Jahre runter brechen können, so dass ich in 10 Monaten die Prüfung machen kann. Das bedeutet zwar auch Stress, andererseits weiß ich aber auch, dass ich in einem Jahr damit durch bin und das wiederum ist ein sehr, sehr schönes Gefühl. Länger würde ich vermutlich auch nicht durchhalten. Danach möchte ich in Teilzeit gehen um mehr Zeit für meinen Sohn zu haben. Der kommt auch absolut zu kurz. Ich habe viel Hilfe und Unterstützung durch meinen Partner und auch durch meine Eltern. Das tut sehr gut! Dennoch ist es wohl einfach zu viel. Ich hab einfach Angst dass irgendwann etwas passiert, sei es, dass ich zusamenbreche oder körperlich krank werde, oder gar seelisch. Ich kann schwer einschätzen wie lange ich dieses Tempo noch so halten kann. Mein Ziel ist dieses eine jahr noch zu schaffen, damit die Ausbildung geschafft ist.

Was bedeutet dissoziation, derealisation und depersonalisation?

Solange ich Ruhe und keinen Stress und Druck habe ist alles gut. Aber sobald es anfängt stressig zu werden, hört es auf.

Kur oder ähnliches hat mir mein Arzt auch zu geraten, allerdings möchte ich das jetzt, in der Ausbildung, ungern. Habe auch schon überlegt nochmal zu ihm zu gehen, aber er sagte mir das letzte Mal schon, dass er immer für mich da ist, ich allerdings selbst das Gefühl haben muss dass ich noch oder eben nicht und ob wir handeln müssen. Aber das kann ich wie gesagt nicht einschätzen und ich wüsste auch nicht was zu tun wäre, da ich in meiner Ausbildung schwer länger fehlen kann. Eine Verlängerung der ausb kommt für noch in keinem Fall in Frage, weil ich absolut froh bin verkürzen zu können.

Hiand{baller&in19x63


Hallo, bevor ich dir den Begriff Dissoziation erkläre und vielleicht Fehler mache , rate ich dir dazu die Begriffe mal zu googeln.

Aber es hört sich für mich danach an

LG Handballerin 1963

C:ora?zonu89


Hab ich in der Zwischenzeit gemacht ... Und ja, das passt recht gut zu dem, was ich da erlebt habe.

LBucil32


Hallo, Dissoziation ist eine Spaltung. D.h. eine Hälfte der Psyche ist im Stress, die andere Hälfte versucht sich davon zu entfernen.

Ich würde die wirklich empfehlen einen Kur zu machen. Dissoziation oder Derealisation sind ernstzunehmende Symptomen!

Sie verhindern das Verarbeiten von Probleme. Die Psyche zieht ein Schützmauer hoch.

Problem: nächste Schritt sind oft somatische Störungen. Dann zieht der Körper komplett die Notbremse.

Das ist dann nicht mehr so leicht zu "heilen".

Besser jetzt kurz zu pausieren und dann wirklich eine Woche NICHTS tun.

CCor;azoxn89


Ich werde morgen mal einen Termin bei meinem Hausarzt machen und schaue mal,news er sagt.

Ich hatte heute wieder so merkwürdige Gefühle. Nicht so extrem wie vergangene woche, aber es war komisch. Ich muss total lange nachdenken, bis mir mal unsere Postleitzahl, meine Handynummer oä einfällt. Heute hatte ich schule und habe klausuren geschrieben und mich darauf zu konzentrieren und er erinnen was ich gelernt habe, war Anstrengung. Auch wusste ich auf meiner Heimfahrt plötzlich nicht mehr welche Ausfahrt ich nehmen muss.

Ich komme mir so ... Leer vor, so verwirrt und so vergesslich. Das ist wirklich schlimm, weil ich ja auch vergesse und dadurch auch Fehler mache, vor allem auf der Arbeit holt mich das schnell unangenehm ein.

Evhemalige]r Nutzer M(#528611x)


Passt gut zu Depersonalisation.

Ich fühle mich dann fremdbestimmt. Also ich bewege zb mein Arm, habe aber nicht das Gefühl, dass willentlich zu steuern.

Dann die emotionale Abflachung. Das Gefühl, dass man träumt...

Und noch etliches anderes.

Ist ein sehr unschönes Gefühl, aber wenigstens weiß man, dass die Realität noch stimmt. Auf "Psychologisch": Die Realitätsprüfung ist intakt.

Zumindest weist du ja, dass du nicht verrückt wirst.

Stimme Lucy32 übrigens zu: Ab zum Arzt! Mach den Termin ruhig. Es schadet nicht, da sich das auch manifestieren kann. Aber so schnell geht das Gsd nicht. Meine längste Phase dauerte 4 Tage.

Irgendwann bin ich aufgewacht, und es war weg.

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