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Mein Sohn (8) muss in ein Therapiezentrum, bin so fertig

AFlic7eimWo<n.derlanxd


Ich kann einfach nicht mehr, bin am Ende meiner Kräfte.

Komm erst mal wieder zu Kräften - und dann auf in den "Kampf"! ;-D ;-)

I-ndiviIdualxist


@ Alias

Deine "Antwort" an mich hat kaum etwas mit Inhalt und Geist meines Beitrages zu tun und wird damit selbst zum erschütternden Live-Beleg für meine These von scheiternder Kommunikation.

In was für einem Film bist du? :-o

Alias 706397


Vielleicht habe ich einen falschen Moment erwischt, keine Ahnung. Ich werde es mit etwas Abstand noch einmal versuchen. Tut mir leid, wenn ich deinen Beitrag scheinbar total mißverstanden haben sollte.

I5ndi;vxidua9lisxt


@:)

Alias 706397


Wenn ich all das Ganze, wofür dies nur Beispiele sein sollen, auf mich wirken lasse, finde ich bedrückend, wie sehr dein Sohn in seiner Welt praktisch dauernd und durchgängig irgendwo Objekt ist! Wo bleibt er als Mensch? Und: Er steht als alleiniger Problemträger da, während seine Umgebung, der du dich stillschweigend auch zurechnest, sich auf der Seite von Gesundheit und Normalität wähnt.

Ich sehe ihn nicht als alleinigen Problemträger. Wie kommst du darauf? Diese Passage finde ich ein wenig absurd, insbesondere den letzten Satz. Ich bin eben nicht gesund! Ich bitte dich, Individualist, was ist normal? Man kann es nicht nur an meinem Sohn und mir festmachen, die gesamte Familiensituation war schwierig. Das möchte ich aber hier nicht breit treten.

Falls du aber damit meinst, dass er sich als Verantwortlicher fühlt und derjenige ist, der sich einer Therapie unterziehen muss und nicht zuhause leben darf im Moment, dann hast du Recht.

Aber ich bin mir sicher, inwiefern diese Sichtweise hilfreich sein sollte. Vielmehr schürt sie noch mehr mein schlechtes Gewissen. Mein Sohn ist nicht bei mir und das müssen wir beide akzeptieren, vorerst.

Nun bist du aber nicht Vertreterin dieses Systems, sondern seine Mutter. Als solche ist deine Aufgabe eine ganz andere. Du bist nicht genötigt, dem offiziellen Paradigma zu folgen und aus der Position des Gesunden heraus auf deinen Sohn als "Patienten" und "Problemfall" herabzublicken - oder gar irgendwas bei ihm "durchbrechen" zu wollen. Du kannst ihm auch einfach menschlich begegnen, auf Augenhöhe, von Person zu Person, mit Neugier und Interesse statt mit Absichten. Ihn als eigenständiges Subjekt wahrnehmen. DAS braucht dein Sohn von dir - für alles andere sind die Fachleute da.

Diesen Absatz fand ich schon beim ersten Lesen sehr interessant. Aber den musste ich allerdings erst mal sacken lassen. Vielleicht fehlt uns tatsächlich die Augenhöhe. Vielleicht fehlt mir unbewusst tatsächlich das menschliche im Umgang mit ihm. Ich vermute eher, dass es da war und irgendwann im Dschungel der Probleme verloren gegangen ist. Vielleicht finde ich es wieder. Als Patienten sehe ich ihn nicht. Ich sehe ihn als meinen Sohn, für den ich unglaublich viel empfinde. Und als meinen Sohn, der aus irgendwelchen Gründen Probleme hat und Hilfe braucht, die ich ihm nicht geben kann. Leider.

Hast du hilfreiche Ansätze für mich? Wie begegne ich ihm menschlich, wenn er im Spiel beginnt unruhig zu werden und über Tische und Bänke geht, weil er sich nicht mehr im Zaun hat? Wie reagiert man da? Ich habe kein Rezept und die Klinik auch nicht. Dort gibt es allerdings den Toberaum, in den er bei diesen Anfällen geschickt wird. Aber was macht eine Mutter in solchen Situationen, wenn ihr Kind derart durchdreht und man null Chance hat, zu ihm durchzudringen?

Und damit zurück zum Thema: Was, wenn das bizarre und destruktive Verhalten deines Sohnes auch gewissermaßen Planetenbahnen sind, die nur aufgrund einer unpassenden Theorie unnötig kompliziert und kaum entschlüsselbar erscheinen? Könnte auch hier ein Paradigmenwechsel helfen, die Dinge einfacher und klarer zu sehen? Ich glaube ja - ganz im Sinne des Einsteinschen Satzes, dass eine andere Theorie auch andere Beobachtungen und Ergebnisse ermögliche.

Da wäre ich sofort dabei. Aber wie könnte das aussehen? Das sind Dinge, die ich auf jeden Fall mit der neuen Gruppe besprechen werde. Das scheinen sehr sehr gute Leute zu sein und sicher offen dafür. Danke für diesen Denkansatz. Es ist aber nicht so, dass ich nicht auch schon darüber nachgedacht hätte.

Ich hätte da eine bestechend einfache, bodenständige Alternativ-Theorie, die das Verhalten deines Sohns meines Erachtens mindestens ebenso gut erklären kann, aber gänzlich ohne psychopathologische Zuschreibungen wie "Zwänge" usw. auskommt, ja überhaupt ganz ohne Stigmatisierung. Meine "Theorie" geht so: In allem, was ich zur Interaktion mit deinem Sohn und zur Erfolglosigkeit all deiner Bemühungen lesen kann, erkenne ich vor allem eins: den Inbegriff scheiternder Kommunikation. Das scheint mir die elementarste Essenz dessen, was ich sehen kann.

Auch das ist aber nur ein Versuch einer Erklärung/Theorie. Denn ob das wirklich aussschlaggebend ist, kannst auch du aus den Bruchstücken meiner Schilderungen hier nicht einschätzen. Wir hatten viele gute Zeiten, in der die Kommunikation gestimmt hat. Also muss (wenn überhaupt) irgendwann eine Wende eingetreten sein, in der eine vernünftige Kommunikation nicht mehr möglich war. Das gilt es zu durchleuchten. Du solltest dir aber dennoch vor Augen halten, dass es auch schwere Fälle gibt, die sich nicht alleine mittels Kommunikation lösen lassen. Wie schon erwähnt hege ich große Hoffnung, dass die neue Gruppe auch neue Perspektiven für meinen Sohn und mich aufzeigt.

Diese Frage scheint bei allen deinen Überlegungen eine erstaunlich geringe Rolle zu spielen.

Diesen Punkt werde ich gleich in meiner letzten Therapiestunde anbringen. Denn das kann ich mir nicht so richtig vorstellen. In jeder Stunde war mein Sohn Thema. Ich setze mich damit zu viel auseinander und das ist nicht zielführend. Hier liegst du also daneben.

Konkret mitgeben möchte ich dir Folgendes: Hör auf, deinen Sohn verändern zu wollen - das ist Aufgabe der Fachleute. Versuche ihn lieber vorbehaltlos zu verstehen und dich auf ihn als Menschen einzulassen. Versuche auch nicht, bei euren Treffen möglicht "heile Welt" zu zelebrieren, als bräuchtest du etwas Bestätigendes, woran du dich selbst festhalten kannst. Dein Sohn ist zu schwach, zu desintegriert, um dir Halt zu geben, und das sollte auch wahrlich nicht seine Aufgabe sein. Nutze die Treffen lieber als Chance, "ergebnisoffen" und mit absichtsloser Neugier dem Menschen zu begegnen, der er wirklich ist.

Und wenn du unbedingt etwas verändern willst, dann versuche forschend und ohne Schuldgefühle dem nachzuspüren, was dein Anteil an der so oft scheiternden Kommunikation sein könnte. Denn das ist der Teil, auf den du potenziell wirklich Einfluss hast, wo es also reale Erfolgsaussichten gibt.

Diesen Abschnitt lasse ich erst einmal auf mich wirken und werde dazu nach meiner Therapiesitzung etwas schreiben.

Imndiv+iduQalxist


@ Alias

Es kann ein paar Tage dauern, bis ich antworte, da ich gerade in Urlaubsvorbereitungen stecke. Ich melde mich dann von Urlaubsort, da hab ich mehr Zeit und Muße. Nur damit du Bescheid weißt.

Alias 706397


Danke für die Rückmeldung, Individualist @:)

m|ond+sxterne


@ Alias 706397

Dein Sohn steht im therapeutischen Rahmen als Problemträger da. In diesem Punkt teile ich die Auffassung von Individualist.

Das heißt nicht, dass er der Problemträger ist. In einer Einzeltherapie wird eigentlich immer der Patient zum Problemträger gemacht, weil er nunmal mit seinen Problemen zum Therapeuten geht.

Insofern finde ich eher bemerkenswert, dass es in Deiner Einzeltherapie so viel um Deinen Sohn ging. Denn wie soll man Dir helfen, wenn es nicht um Dich und Deine Probleme geht?

Alias 706397


Es ging immer um mich. Und auch um meinen Sohn. Das kann man wenig bis gar nicht isoliert betrachten. Da alles ein Zusammenspiel aller Faktoren ist.

Vordergründig ging es um meine Probleme, Ängste und Sorgen.

G\numsxel


Ich habe Deinen Faden seit Anbeginn verfolgt, denn Die Thematik erinnert mich sehr stark an unser Nachbarskind. Auch dieser M. verhielt sich ähnlich wie Dein Sohn und die Eltern waren am Anschlag, wie DU auch. Bei Dir kommt noch dazu, dass Du allein erziehend bist, also das Ganze alleine tragen und stemmen musst.

Viel Konstruktives kann ich nicht beitragen. Ich wollte Dir nur sagen, dass M. lange ohne Phosphate ernährt wurde, weil man eine Zeit lang glaubte, es sei eine Stoffwechselsache. Verschiedene andere Stoffe (z.B. Glutamat) liess man auch weg - nichts half.

Im Alter von 10 Jahren mussten die Eltern M. schweren Herzens in ein Heim geben, weil sich die Aggressionen inzwischen auch gegen den jüngeren Bruder und beide Elternteile richteten, aber auch gegen andere Menschen und vor allem auch Tiere.

Nach langen, zehrenden Leidensjahren bekamen die Eltern die Diagnose "Hirnschaden nach Aspiration von grünem Fruchtwasser unter der Geburt". Es war eine zu lange und sehr schwere Geburt und M. hatte Fruchtwasser aspiriert und eine Lungenentzündung gehabt - war lange in der Isolette.

"Schuld" suchen solltest Du nicht, Alias, ich glaube nicht, dass es welche gibt. Du musst ein sehr schweres Schicksal tragen, was Dich leider getroffen hat.

Besagter M. ist heute 43 Jahre alt und sein Zustand hat nie wesentlich gebessert. Täglich nimmt er Medis (kenne die Namen nicht), die er im Heim bekommt und seine Wutausbrüche sind weniger geworden und weniger heftig. Arbeitsfähig war er nie und therapeutische Bastelarbeiten verweigerte er stets.

Alias 706397


Das war ein sehr schöner und angenehmer Besuch heute. Der "Drachen" war nicht da, sondern wirklich wieder sehr nettes Personal. Morgen noch mal eine Stunde zu ihm. x:)

Außerdem habe ich die Rückmeldung erhalten, dass das Risperdal offensichtlich Wirkung zeigt. Mein Sohn kann jetzt vorher sagen, dass er wütend ist und geht selbstständig in den Toberaum. Und kommt schneller wieder runter und beruhigt sich. Das ist ja ein riesen Schritt für den kleinen Mann. Es wäre wirklich großartig, wenn er sich mit Hilfe dieses Medikamentes besser regulieren kann. Ich bin so gepannt, wie es ab Dienstag in der neuen Gruppe für ihn und uns weitergehen wird. Aber jetzt freue ich mich erst mal auf morgen. So oft wie im Moment habe ich ihn lange nicht gesehen und das nutzen wir so gut wie möglich. :)_

A.liceimWoKnderxland


A7:

Ich hoffe, dass Du Dich ein wenig erholen kannst! @:) *:)

Alias 706397


Ich hoffe auch. Ich zehre noch von unserer guten Begegnung gestern und freue mich auf heute Nachmittag mit ihm. :-)

d?anaQe87


Freutm ich zu hören das er da erste Erfolgserlebnisse hat. :-D :-D

m6ond+s te8rne


@:)

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