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Mein Sohn (8) muss in ein Therapiezentrum, bin so fertig

m?ond"+sterxne


Vielleicht wehre ich mich nur dagegen, zu glauben, dass der Kontakt nicht gut für meinen Sohn war, weil es bedeutet, dass ich Schuld daran trage. Das ist kein schönes Gefühl.

Ich würde sagen, Du springst auf den Gedanken an, der Onkel sei nicht gut für Deinen Sohn, weil Du dann dem Onkel die "Schuld" geben kannst.

Deshalb finde ich es so wichtig, dass Du die Schuldfrage für Dich klärst. Solange Du Dich schuldig fühlst, wirst Du immer versuchen, diese gefühlte Schuld auf jemand anders abzuwälzen. Das finde ich ungerecht.

Alias 706397


@ mond+sterne

Das siehst du leider völlig falsch und wäre auch viel zu einfach.

Denn wenn ich nicht selbst schon früher Gedanken in dieser Richtung gehabt hätte, dass der viele Kontakt vielleicht doch nicht gut ist, dann hätte Individualist absolut keine Chance gehabt, mich mit seinen Worten zu berühren. Es tut mir leid, dich in deinen Grundfesten erschüttern zu müssen, aber leider ist das von Individualist geschriebene so nah an der Realität, dass es mich selbst erschreckt. Und es hat nichts mit Schuld zu tun in eigentlichem Sinne. Denn die Schuld würde vordergründig dennoch bei mir liegen. Weil ich den Kontakt in dieser Form zugelassen habe.

k)leinOer_drac4henxstern


Was aber zu all diesen Erklärungsansätzen nicht passt ist doch die zeitlich Abfolge oder habe ich da was falsch verstanden?

Der Junge kam doch immer wieder zum Onkel, weil er so verhaltensauffällig war, dass die Mutter damit komplett überfordert war und eine Auszeit benötigt hat?

Also war doch das Ausrasten und die Auffälligkeit VORHER da und nicht nachdem er beim Onkel war, oder?

Wie soll denn dann bitte der Onkel der Grund sein?

Alias 706397


Der Kontakt zum Onkel bestand von klein auf. So dass man das nicht abgrenzen kann. Er ist ja auch der Pate, war bei der Einschulung dabei und eben immer da.

kFleinerK_drGachenstxern


Also war dein Sohn von Säugling an tageweise beim Onkel?

Und wann haben seine Ausraster angefangen?

Ich möchte hier keine Lanze für den Onkel brechen, ich kenne ihn ja nicht, aber ich kenne es eben aus meiner Berufspraxis zur Genüge, diese aufreibende und völlig oft leider auch völlig sinnlose Suche nach Gründen.

Es gibt nicht immer Gründe und kausale Zusammenhänge und niemand muss Schuld haben an schrecklichen Dingen, weil die eben einfach geschehen! Ich habe Familien zerbrechen sehen, weil ja jemand Schuld haben musste, dass das Kind so war, das war furchtbar. Auch weil die Kinder und Jugendlichen natürlich mitbekommen haben, dass sie so "ver-rückt" sind, dass es nicht hinnehmbar ist und es daher einen Grund geben muss und wenn der Grund klar wäre könnte man sie wieder "gerade-rücken".

Gerade bei sehr früh sehr auffälligen Kindern ist das aber ein Trugschluss, der eine wirklich schreckliche Spirale in Gang setzt.

mLond*+stIernxe


Das siehst du leider völlig falsch und wäre auch viel zu einfach.

Ich sehe es so. Du siehst es anders. Wer von uns beiden da falsch liegt, lässt sich hier wohl kaum klären.

Was mich in meinen Grundfesten erschüttert hat: Du hast den Wunsch Deines Sohnes gehört nach Kontakt zum Onkel.

Du hast die Schuldgefühle als Dein Problem intellektuell erkannt, und versuchst auch, sie zu verarbeiten.

Du findest es anscheinend schlimm, wenn Dein Sohn als behindert eingestuft wird (so ganz klar habe ich dazu nichts gelesen, aber ich vermute deshalb fandest Du es so schlimm wenn er zum Personenkreis 35a gehört).

Nach dem Beitrag von Individualist bin ich nicht mehr in meinen Grundfesten erschüttert. Du siehst die Dinge wieder so, wie ich es nicht anders von Dir erwartet hätte.

@ kleiner_drachenstern

Der Onkel ist der Sündenbock. Da muss nichts passen. Wir sind jetzt jenseits rationaler Argumentation.

mjond+msterxne


@ kleiner_drachenstern

Ich habe Familien zerbrechen sehen, weil ja jemand Schuld haben musste, dass das Kind so war, das war furchtbar.

Wir sehen gerade wieder eine Familie zerbrechen. Man kann sich fragen, warum wir uns an derartigen Diskussionen beteiligen. Hast Du eine Antwort?

Ich wollte heute morgen schon schreiben, dass ich aufgebe, da hatte Alias zu meiner Überraschung eingesehen, das es nicht um Schuld geht. Aber leider hat das nur bis zum Beitrag von Individualist gehalten. Jetzt sind wir wieder in der alten Spur.

Ich kann einfach nicht aufhören zu hoffen, obwohl ich immer wieder enttäuscht werde. Das ist mein Problem.

mIond+set5ernxe


Und es hat nichts mit Schuld zu tun in eigentlichem Sinne. Denn die Schuld würde vordergründig dennoch bei mir liegen. Weil ich den Kontakt in dieser Form zugelassen habe.

Klar hat es etwas mit Schuld zu tun, wenn Individualist dem Onkel auf verschwurbelte Art Missbrauch vorwirft. Wenn Du Dir diesen Vorwurf zu eigen machst, erklärst Du den Onkel für schuldig.

Du konntest davon selbstverständlich nichts wissen. Deshalb hast Du auch nichts falsch gemacht.

kfleimner__dr,achetnstern


@ mond & sterne:

Weil ich weiß, dass es für viele Menschen absolut unvorstellbar ist, dass ein Kind nicht als reines und unschuldiges Wesen auf die Welt kommt, das wird uns doch so eingetrichtert. Kinder sind per se unschuldige Wesen, die nur durch "Umwelt" und "aktive Selbstgestaltung" zu dem werden, was sie sind. Die Komponente "Anlage" kommt in dieser Sicht bei psychischen Defekten nicht vor, deswegen ist z.B. bei Amokläufen von Jugendlichen das Entsetzen so groß und es wird nach - rate mal - Schuldigen natürlich, gesucht.

Das hat auch viel mit Selbstschutz zu tun, sonst müsste man ja nicht nur Angst haben, dass man ein körperlich behindertes Kind bekommt, sondern auch eines mit einem psychischen Defekt (der aber auch oft was mit körperlichen Störungen zu tun hat) und jedes Elternpaar müsste sich Sorgen machen, einen Massenmörder o.ä. in die Welt gesetzt zu haben. Deswegen ja die Mär von den guten Kindern, die auch gerne mal als "Engel" o.ä. bezeichnet werden. Kinder, die ausrasten oder ihre Schwester umbringen o.ä. kommen in dieser Weltsicht, vielleicht auch zum Glück, nicht vor! Und deswegen muss es eben einen Grund geben, das kann ich schon nachvollziehen...

Wie gesagt:

Liebe TE: wäre dein Sohn jetzt nicht schwer verhaltensauffällig und hochgradig aggressiv sondern hätte z.B. Trisomie 21 oder wäre taub oder blind, würdest du auch so vehement nach den Ursachen suchen?

Und ja, eine normale heilpädagogische Tagesstätte in oft überfordert mit solchen Austastern und ja, viele Kinder die da landen haben wirklich einen langen Leidensweg hinter sich, oft mit viel Gewalt, Missbrauch und ähnlichem, bis sie so auffällig werden, dass sie Hilfe bekommen.

Aber es gibt eben auch Einrichtungen für Kinder, denen z.B. jegliches Empathievermögen fehlt o.ä, die werden so geboren. Die können da nichts dafür und meist hat niemand Schuld (außer die Mutter hat in der Schwangerschaft gesoffen, das kann eine Ursache sein), aber sie können trotzdem lernen ein relativ normales Leben zu führen, wenn ihnen früh genug geholfen wird.

Alias 706397


Ich glaube, es war nicht gut für mich, diesen Faden zu eröffnen. Das alles bringt mich gerade total durcheinander.

Nochmal: Der Beitrag von Individualist hat mich im Innersten berührt und zum nachdenken angeregt. Was ist daran so verwerflich? Ich kann mich doch nicht nach dir richten in meiner Denkweise, damit es dir gut geht und du inneren Frieden hast, mond+sterne. Da läuft doch dann was schief.

Dass ein Kind nicht immer rein und unschuldig zur Welt kommt, ist auch schon bis zu mir vorgedrungen. Mein Sohn scheint mit solchen Anlagen geboren worden zu sein, weil es einfach von Anfang an schwierig mit ihm war und ich schnell an meine Grenzen gestoßen bin. Das schließt aber nun mal nicht aus, dass der Kontakt zum Onkel für ihn nicht gut war. Einerseits ist er seine männliche Bezugsperson gewesen. Andererseits hat er meinen Sohn zu seinem Lebensinhalt gemacht, was auch erklärt, dass er geheult hat wie ein Schlosshund und nicht in der Lage war, für mich da zu sein. Ich musste ihn noch mit trösten. Das war nicht einfach für mich, ganz gewiss nicht. Dazu kommt eben das Problem mit seiner Vorliebe für Bier. Ich habe ihm ganz klar gesagt, dass er bitte nicht trinken mag, wenn der Kleine bei ihm ist. Hat nicht immer funktioniert, leider. Auch deswegen mache ich mir Vorwürfe und die kann mir leider keiner nehmen. Besser gesagt, ich habe sie mir gemacht. Aber das nutzt niemanden und deshalb habe ich es irgendwann als gegeben hingenommen.

Und was ich auch nicht verstehe: wieso könnt ihr nicht nachvollziehen, dass ich/wir nach einer Erklärung suchen, warum sich alles nach diesem einen Besuch so dermaßen verschlechtert hat? Das ist doch nur natürlich und verständlich.

kyleinerm_draDche*nstern


Und was ich auch nicht verstehe: wieso könnt ihr nicht nachvollziehen, dass ich/wir nach einer Erklärung suchen, warum sich alles nach diesem einen Besuch so dermaßen verschlechtert hat? Das ist doch nur natürlich und verständlich.

Doch das verstehe ich gut!

Mir ging es für dich darum, dass du aus der Schuldspirale rauskommst, weil das weder für dich, noch für deinen Sohn gut ist.

Und dass eben in alle Richtungen gedacht wird, z.B. dass das Verhalten deines Sohne darauf zurückzuführen ist, dass er gehofft hat, der Onkel holt ihn raus. Kenne ich übrigens auch aus der Zeit im Heim zur Genüge: dass die Kids ausgetickt sind, sich geritzt haben, sehr aggressiv wurden wenn die Familie nach dem Besuch wieder nach Hause gefahren ist und sie dableiben mussten. Viele Kids, auch die Kleinen, empfinden so eine Einrichtung wie ein Gefängnis, da nützen auch keine bunten Bilder an der Wand und sind zutiefst frustriert nicht nach Hause zu dürfen.

Hat die Einrichtung denn gar nicht in diese Richtung gedacht?

Alias 706397


Doch, die Einrichtung hat auch in diese Richtung gedacht. Genau wie ich.

Wir haben aber eben auch die Schattenseite dieser sehr engen Beziehung durchleuchtet und tun es immer noch. Allerdings hat am Mittwoch bei der Konferenz der Arzt auch gesagt, dass das jetzt nicht sinnvoll ist und erst mal auf Eis gelegt werden soll, bis mein Sohn und alle Beteiligten sich wieder beruhigt haben. Erst mal soll Ruhe einkehren und eine geeignete Einrichtung für ihn gefunden werden, da die aktuelle ja nun ausfällt. Das stört mich auch massiv, aber ich kann leider an diesem Umstand nichts ändern.

m&ondv+sterxne


Ich wünsche Dir eine gute Nacht. zzz

Morgen sehn wir weiter. @:)

MyetaH4


Liebe Alias,

ich möchte dir raten, die Beiträge von Mond und Sterne einfach zu übergehen.

Diese Person zieht den Faden auf eine ganz komische Ebene. Dieser Mensch fühlt sich hier auf eine ganz persönliche Ebene angegriffen und enttäuscht, entwickelt Erwartungen an dich, entwickelt eine völlig abgekoppelte und realitätsfremde Sicht von den Dingen (Kind soll zum Onkel ziehen) und ist außerstande, diese zu korrigieren.

Das ist schon so seltsam, was da geschrieben wird, dass ich da gar nicht direkt drauf antworten will. Aber ich möchte dir mitteilen, dass diese Beiträge nicht hilfreich sind, was du ja letztendlich selber auch schon festgestellt hast.

kHl)eiVneWr_d&rachenCstxern


Ich drücke dir von Herzen die Daumen, dass ihr eine Einrichtung findet, die deinem Sohn gut tut und ihm hilft, seinen Platz im Leben zu finden wie immer der auch aussehen mag @:) .

Ich kann mir auch wirklich nicht vorstellen, was es für dich bedeutet, dass dein Kind wahrscheinlich weit weg von dir untergebracht werden wird, aber ich wünsche dir, dass du es annehmen kannst im Vertrauen, dass ihm und dir geholfen wird. @:)

Da dein Sohn noch so klein ist bestehen nach meiner Erfahrung wirklich berechtigte Hoffnungen, dass er seinen Platz im Leben finden wird. :)* :)* :)*

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