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Mein Sohn (8) muss in ein Therapiezentrum, bin so fertig

Alias 706397


@ kleiner_drachenstern

das ist ganz lieb von dir, danke schön.

Ich wünsche mir auch nichts sehnlicher, als dass ihm geholfen wird. Denn dadurch wird ja auch mir geholfen. Die Fragezeichen in meinem Kopf werden bestehen bleiben, aber wenn der Kleine und ich uns sehen, sind nur wir beide wichtig. Wir stehen im Vordergrund und genießen die wenige Zeit, die wir haben.

@ Meta4

Ganz so extrem wie du sehe ich das mit mond+sterne zwar noch nicht. Dennoch möchte ich anbringen, dass ich Teile seiner Beiträge befremdlich empfinde. Denn wenn ich eines nicht tun werde, so ist es die Augen verschließen vor etwas, das ich vielleicht selbst herbei geführt habe. Das muss geklärt werden, nur zu einem anderen Zeitpunkt als jetzt. Denn jetzt gerade steht nur eines im Vordergrung: meinem Sohn helfen zu können, aus diesem Ausrastemodus herauszukommen.

Alias 706397


Mir ist aufgefallen, dass der Onkel von selbst eigentlich kaum nach meinem Sohn fragt. Für die Konferenz am Mittwoch wurde mir nichts gewünscht. ZB Kraft, gute Ergebnisse, etc. Nichts. Er geht seit dem Besuch Gesprächen aus dem Weg und hat noch nicht angerufen, um nachzufragen, wie es am Mittwoch gelaufen ist. Das wundert mich doch sehr und macht mich auch ein wenig traurig. Er läßt mich ziemlich allein damit.

m2ond+`sterBnxe


Der Onkel drückt sich vor seiner Verantwortung. So würde ich sein Verhalten interpretieren.

l5ivingnonlLine


Ich glaube auch, es hat mit dem Onkel zu tun. Und es trat auch nach seinem Besuch wieder auf. Dein Sohn kann ja anders...es ist ja bewiesen, es war schon wieder gut und dann kam der Onkel...dann noch die Tatsache wie der drauf ist...

Für mich wäre es klar, das hängt mit dem Onkel zusammen. Ich würde da dringend weiterforschen, was da abgelaufen ist. Denn der Onkel ist psychisch ja nicht normal, wenn du sagst, dass er nur für sich Empathie empfindet und für keinen anderen. Dieser Typ ist psychisch schwer daneben, dann war das Kind immer dort...oh man...

lQiv?ingoznlinxe


Ich würde dafür sorgen, dass er seinen Onkel nicht mehr sieht.

Dass er den Onkel sehen wollte, muss nicht heissen, dass der Onkel gut für ihn ist. Es könnte z.B. auch heissen, dass er sich für den Onkel verantwortlich fühlt.

Ein Kind, das von den Eltern geschlagen wird, wird meistens trotzdem zu seinen Eltern wollen, das hat also nichts zu heissen.

Offensichtlich tut ihm der Kontakt zu seinem Onkel nicht gut, egal aus welchem Grund.

Man sollte aber die Möglichkeit eines Missbrauchs nicht ganz ausschließen, dies passiert nämlich meistens im familiären Umfeld.

Meta4

:)^

LLich!tAmH)orizoxnt


Ich schließe mich bezüglich des Onkels [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/706397/?p=3#p21685021 den Vermutungen von Individualist]] an. Der Junge könnte sich (wie hier bereits geschrieben wurde) für das Wohl des Onkels verantwortlich fühlen. Wenn er dann sieht, dass der Onkel weint, ist das für ihn unerträglich.

Ich würde daher auch den Kontakt vorerst unterbinden. Nötigenfalls würde ich, falls der Sohn noch einmal nach einem Besuch des Onkels fragt, etwas erfinden, weshalb das nicht geht (denn mit einer Antwort wie "ich will nicht, dass du ihn siehst" wird er kaum zufrieden sein), etwa, der Onkel ist auf Kur ganz weit weg oder so etwas…

S(uWnfloOwer_x73


@ Individualist:

:)^ :)z

Ansonsten:

Ich denke, es wäre sinnvoll, einige Aspekte zu trennen. Bspw. die Schuldthematik von dem, was aktuell ganz einfach zu beobachten ist. Die Frage nach dem, was war vs. den aktuellen Zustand. Ja, es ist alles sehr miteinander verwoben, aber festzuhalten ist: Da ist ein Kind mit erheblichen Problemen. Wo die Familie lange auf die ihr erdenkliche Art und Weise versucht hat, die Situation zu bewältigen. Bis es nicht mehr ging und bis man sich zu dem schweren Schritt der Unterbringung entschieden hat. Dazu bleibt zu sagen: Die Ursache ist unklar, alles andere war eine völlig normale familiäre Reaktion: Es lange zu versuchen, dennoch Entlastung zu suchen. Hinerher ist man oft schlauer, aber das bedeutet doch nicht, dass man IN der Situation falsch gehandelt hat. Man wusste nur das Ergebnis nicht!

Dann ist festzuhalten: Der Junge hat sich stabilisiert. Und wird durch einen Kontakt zum Onkel aus der Bahn geworfen. Das ist auffällig und die logische Konsequenz ist, dass der Kontakt unterbunden werden muss. Was auch immer der Grund ist (emotionale Verbindlichkeit, Missbrauch/Trauma,...), ist erstmal unerheblich. Wichtig ist, dass der Junge den Kontat zum Onkle nicht verkraftet und somit geschützt werden muss. Er kann diese Entscheidung nicht treffen, also müssen andere diese Verantwortung abnehmen.

Was bleibt ist zu schauen, WAS aktuell nich vekraftbar ist. Wo es herkommt. Und was das Grundproblem ist.

Soll heißen: Nur weil das Kind schon problematisch war, ist nicht grundsätzlich auszuschließen, dass AUCH im Kontakt mit dem Onkel etwas vorgefallen ist. Ich mag den Missbrauchs-Hype nicht, aber letztlich kam mir der Gedanke, dass da - zusätzlich zur vorhandenen Problematik - was vorgefallen sein könnte. Vielleicht nicht mal Missbrauch, aber halt irgendwas, was ein eh schon belastetes Kind überfordert, verschreckt,... hat. Das sollte geklärt werden (sofern möglich). Bis dahin: Keine erneute Überlastung. Und statt das Kind zu belügen: Kindgerechte Erklärung, dass das momentan nicht geht, weil es ihm nicht gut tut. Vielleicht braucht der Junge auch diese Sicherheit, dass der Onkel NICHT mehr kommt. Die Option, die Verantwortung für eine ambivalente Entscheidung (Sehnsucht nach ihm einerseits, aber auch Belastung durch "Etwas" andererseits) abgeben zu können. Sich irgendwie geschützt zu fühlen.

Was für mich auch im Raum steht, die die Frage nach der Diagnose. Der hier genannte "Personenkreis 35" ist KEINE Diagnose. ADS allein erklärt es nicht. Epilepsie auch nicht. Es können ja durchaus auch mehrere Dinge zusammenkommen. Aber: Welche Diagnosen stehen im Raum? Welche sind diskutiert, aber verworfen worden? Und rein praktisch: was klappt mit dem Jungen gut, was ist problematisch, welche Muster im Verhalten zeigen sich?

L}ichtAmHonrizont


Vielleicht braucht der Junge auch diese Sicherheit, dass der Onkel NICHT mehr kommt.

Guter Gedanke.

mAond+stxerne


Viele werfen dem Onkel Missbrauch vor. Sie sind der Meinung, der Onkel ist Schuld an der (drohenden) Behinderung Deines Sohnes. Deshalb raten sie Dir, den Kontakt zum Onkel abzubrechen.

Mir ist aufgefallen, dass der Onkel von selbst eigentlich kaum nach meinem Sohn fragt. Für die Konferenz am Mittwoch wurde mir nichts gewünscht. ZB Kraft, gute Ergebnisse, etc. Nichts.

Warum bist Du nicht froh, dass er sich nicht mehr bei Dir meldet? Er hat im Grunde genommen das von sich aus gemacht, wozu andere Dir geraten haben. Er hat sich stillschweigend aus Eurem Leben verabschiedet.


Ich bin inzwischen der Meinung, man sollte die Schuldfrage genau differenzieren, weil es unrealistisch ist, sie zu überwinden.

@ LichtAmHorizont

Ich würde daher auch den Kontakt vorerst unterbinden.

Das ist unnötig, weil der Onkel sich schon stillschweigend von selbst verabschiedet hat.

Vermutlich kennt er die Mutter mit ihren Schuldgefühlen gut genug, um zu wissen, dass sie ihm insgeheim die Schuld für das ganze Desaster gibt.

Nötigenfalls würde ich, falls der Sohn noch einmal nach einem Besuch des Onkels fragt, etwas erfinden, weshalb das nicht geht

Alias braucht ihren Sohn nicht zu belügen. Sie kann es ganz ehrlich so sagen, wie sie es sieht.

Der Onkel wird schon seine Gründe haben, warum er sich nicht mehr meldet. Warum sollte sie ihm nicht die Gründe kindgerecht nennen, die sie vermutet?

Alias 706397


Eines vorab und nur kurz, weil ich später in die Klinik fahre, um ihn zu besuchen.

Der Onkel hat sich gestern Abend gemeldet, aber ich habe das Gespräch nicht entgegen genommen. Weiß also nicht, warum er angerufen hat. Ich werde ihm schreiben, dass ich im Moment keinen Kontakt haben kann, weil ich Zeit für mich brauche. Unser Kontakt ist zu eng gewesen und braucht einer Pause.

Für mich bleibt es nach wie vor ein Rätsel, warum mein Sohn nach dem Besuch derart in alte Verhaltensmuster gefallen ist, wie es jetzt aktuell der Fall ist. Und vor allem: warum hält es so lange an? Der Chefarzt sagte, das wäre auch eher untypisch für ein Trauma. Deshalb sind wir alle so ratlos. ":/

Am besten passen tatsächlich die Ausführungen von Individualist. Weil ich das irgendwie nachvollziehen kann und es zum Charakter des Onkels passt.

Er hat meinen Sohn sehr vereinnahmt und mich oft weggeschubst und vielleicht gefiel das meinem Sohn nicht. Aber jetzt muss ich alle Gedanken von mir abwenden, denn es soll ein schöner, möglichst entspannter Besuch werden nachher.

tlrigjgeVrw9orlxd


Und vor allem: warum hält es so lange an? Der Chefarzt sagte, das wäre auch eher untypisch für ein Trauma. Deshalb sind wir alle so ratlos. ":/

Das verstehe ich ja nun rein gar nicht, muß man wohl auch nicht, denn ein Traum hält GERADE lange an. Es hält für ewig an, wenn man es nicht durch Aufarbeiten in Schach halten und erträglich machen kann.

Alias 706397


Die Profis sagen, dass die Reaktion auf den Besuch für ein Trauma zu lange anhält. Es flaut halt irgendwann wieder ab. Aber bei meinem Sohn scheint es im Gegenteil immer schlimmer zu werden.

KUalin@kaxna


Dass man unter anderem auch an Missbrauch denkt, finde ich keineswegs abwegig. Allerdings finde ich die Frage insofern beinahe müßig, als nach meinem Eindruck unübersehbar ist, dass die Beziehung zwischen Sohn und Onkel sowieso und auf jeden Fall eine starke "inzestuöse" Komponente hat. Zumindest im übertragenen Sinne, also hinsichtlich der seelischen Qualität, und ich will gern ausführen, wie ich das meine und weshalb ich diesen schwergewichtigen Begriff selbst dann allen Ernstes für angebracht und verständnisfördernd halte, wenn es keine körperlichen Übergriffe gibt.

Alias, ich mag gern glauben, dass der Onkel eine liebe und verlässliche Bezugsperson ist, der nichts ferner läge als deinem Jungen schaden zu wollen. Aber er scheint auch - salopp gesagt - ein "Waschlappen" zu sein, der nicht so recht im Erwachsenenalter angekommen ist. Nicht nur Lieben, Verhätscheln, sondern auch Führen, Halt geben, Grenzen setzen, eine starke Identifikationsfigur sein, kurzum: das, was eine erwachsene Bezugsperson allgemein - und klassischerweise erst recht eine männliche - idealerweise ausmachen sollte, scheint nun so gar nicht die Stärke dieses Onkels zu sein. Möglicherweise "verabscheut" er all diese Attribute von Stärke sogar, was dann aber einiges mit ideologischer Verklärung eines eigenen Defizits zu tun hätte.

Auf jeden Fall wirkt er beinahe abhängiger von deinem Sohn als umgekehrt! Allein das kann für ein Kind dieses Alters eine riesige, drohende, zugleich aber auch ganz schwer greifbare Last sein. Als Beobachter mit genügend Abstand kann man sagen: der Junge wird auf einer unbewussten Ebene vom Onkel emotional ausgebeutet, gewiss nicht aus böser Absicht heraus, sondern "nur" aufgrund von Defiziten in dessen Persönlichkeit. Aber das macht es ja nicht wirklich besser. Das Kind muss als Stützpfeiler für den Seelenhaushalt des Onkels herhalten, wird in diesem Sinne faktisch benutzt. Auch das ist eine Form von Missbrauch, die ich je nach Umständen für keineswegs harmloser halte als ihr körperliches Pendant.

Der Junge hat aber diesen Abstand eines unabhängigen Beobachters nicht, er ist ja selbst involviert und beteiligt. Die Sehnsucht nach einer männlichen Bezugsperson scheint größer ist als die verfügbare Auswahl, besser gesagt ist dieser Platz ja längst vom Onkel besetzt und blockiert, und auch wenn der diese Sehnsüchte nur unzureichend stillen kann, weil er dazu selbst viel zu "bedürftig" ist, so ist es für den Jungen doch der Strohhalm, der besser ist als gar nichts. Bevor man verhungert, isst man eben notfalls auch vergiftete oder süchtig machende Nahrung, auch das macht erstmal satt. Aus dieser Art von Sättigung abzulesen, dass "der Onkel dem Kind gut tut", erscheint mir oberflächlich. Das mag so sehen wer will, ich teile diese Auffassung ganz entschieden nicht.

Der Junge sitzt in der Falle. Ob er will oder nicht, er ist längst zum Teil eines unbewussten Deals geworden und auf "symbiotische" Weise an den Onkel gefesselt, selbst wenn dessen Einfluss auf subtile Weise, wie ein schleichendes Gift, schädigend ist. Der Junge wird das nicht fassen und benennen können, deshalb hat es gar keinen Sinn, ihn danach zu fragen, was ihn umtreibt. Wenn er so austickt, scheint das gestaltgewordene uferlose Haltlosigkeit in ihrer eindringlichsten Darreichungsform zu sein, zugleich Ausdruck einer inneren Zerrissenheit zwischen Loyalität zum Onkel und dem Bestreben, sich aus diesem System der gegenseitigen Abhängigkeit zu befreien.

Auch ich spreche mich nach derzeitigem Kenntnisstand dafür aus, den Kontakt zum Onkel vorerst auf unbestimmte Zeit zu unterbinden, aber das Kind dann nicht damit allein zu lassen. Da ist ja dann auch sowas wie "Trauerarbeit" nötig. Was er am dringendsten braucht, ist ein "Dolmetscher"; einer, der seine destruktiven Impulse besser versteht als er selbst. Und ihn unerschrocken vor sich selbst beschützt, indem er diesen Impulsen ohne Wenn und Aber Einhalt gebietet. Der Junge braucht vor allem Halt und eine starke Bezugsperson und Identifikationsfigur, um selbst wieder stark werden und auf eigenen Füßen stehen zu können. Mir ist schleierhaft, wieso ausgerechnet eine therapeutische Einrichtung das offenbar nicht souverän erkennt bzw. diesbezüglich keine hinreichenden kompetenten Andockpunkte bieten kann. :-/

Individualist

Nur weil der Beitrag hochtrabend und in gutem Deutsch formuliert ist, heißt es noch lange nicht, dass der Inhalt stimmen muß.

Ich sage das nur, weil viele jetzt meinen, so müsse es sein...

Nicht unbedingt. Nicht jedes Kind, was "von Waschlappen" betreut wird, rastet aus und bekommt ADS-Symtome...

I^nd ivi9duaolixst


Alias, gibt es zwischen dir und dem Onkel eine latente Konkurrenz um die Gunst des Jungen?

IjndividAualisxt


Ich sage das nur, weil viele jetzt meinen, so müsse es sein...

Ich selbst gehöre nicht zu denen, die das meinen. Und so wollte ich es auch gar nicht verstanden wissen. Es ist eine aus Erfahrung und dem Versuch der Einfühlung in das Kind entstandene Hypothese, mehr nicht. Wir können hier alle nur mutmaßen.

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