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Ich will mein sinnloses Leben einfach beenden!

X)aviD4 hat die Diskussion gestartet


Hallo Community,

dies hier ist mein erster Post solcher Art. war aber Jahrelang stiller mit Leser.

An der Überschrift kann man schon erkennen worum es geht. Es ist nämlich so, dass ich wirklich jegliche Lebenskraft verloren habe und seit Anfang des Jahres ständig Selbstmordgedanken kommen.

Kurz zu mir bin 28 Jahre alt, habe einen relativ festen Job mit gutem Lohn und lebe alleine und genau da ist mein Problem "Einsamkeit".

Ich war schon immer ein Außenseiter und hatte nie wirklich echte Freunde seit dem eigentlich wenn ich so darüber nachdenke schon immer. Also war immer der klassische Loser der gemobbt wurde wie er im Buche steht. Auf der Schule hatte ich ein paar Leute mit denen ich rumgehangen habe aber die haben mich im nach hinein nur ausgenutzt und Enttäuscht. Während der Ausbildung geschah das selbe in der Berufsschule. Ich wollte mich aber nie damit arrangieren alleine zu sein und habe bis ich 23 war immer versucht und versucht und versucht und versucht den Anschluss an meine Altersgenossen zu bekommen. Aber anscheinend wollte nie jemand mit mir etwas zu tun haben sodass ich dieses Kapitel für mich beenden musste sowohl männliche Freunde als auch weibliche. Ich hatte keine Lust mehr immer wieder gegen einer Mauer zu rennen.

Selbst meinen Cousins und Cousinen wollen nichts von mir wissen auch zu denen habe ich damals immer wieder versucht Kontakt aufzubauen. Ich bin halt das Schwarze Schaf der gesamten Familie und habe das Gefühl das ich irgendwie eine Schande für sie bin. Vor 2 Monaten hat einer meiner Cousins geheiratet und ich habe es zufällig durch Facebook erfahren. Schön gut und ich freue mich für ihn aber es ist schon demütigend wenn die eigene Mutter und Geschwister dort waren und man selbst nicht mal eingeladen war. Übrigens zu meinen Geschwistern (ältere Schwester und Bruder) habe mich sporadisch Kontakt. Werde auch manchmal zu Familienfeierlichkeiten eingeladen und gehe auch jedes mal dahin um auch mal mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Meine Schwester ist eigentlich die einzige die Versucht mit mir zu reden und mich gut behandelt. Jeder von meiner Familie ist Verheiratet oder hat zumindest eine Freundin aber auf diesem Gebiet habe nie etwas vorzuweisen und werde immer komisch angeguckt wenn ich Jahr für Jahr alleine bei irgendwelchen Geburtstagen und Hochzeiten aufkreuze. Ich zwar oft in Frauen verliebt aber Chance hatte ich nie bei denen. Zurzeit finde ich eine Arbeitskollegin ziemlich anziehend aber wie ich mitbekommen habe Datet sie wohl einen anderen Arbeitskollegen. Also kann ich das auch abhaken. Vielleicht auch besser so.

Meine Schwester feiert in ein paar Wochen groß ihren 35 zigsten aber werde wohl kurz bevor alle anderen da sind mein Geschenk an Sie geben und wieder gehen um die anderen nicht sehen zu müssen. Manche gehen oft danach noch Feiern oder etwas trinken und ich will wieder nicht verletzt werden indem mich keiner fragt ob ich mitkommen möchte. Will mich ihnen auch nicht aufzwängen sodass sie genötigt sind mich mitzunehmen mitleidig. Mitleid will ich auch nicht von niemanden.

Ich lebe seit 5 Jahren völlig Isoliert und verbringe immer jedes Wochenende zuhause entweder guck ich wie grade irgendwelche Serien oder schlage die Zeit Tod mit mit Videospielen. Seit 2 Jahren gehe ich regelmäßig zum Fitness um meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Ich kann mich auch an materiellen Sachen nicht mehr erfreuen sei es meine Schöne Wohnung oder mein Auto. Es macht einfach keinen Spass mehr. Das einzige was mich noch angetrieben hat war meine Arbeit aber auch nur weil mir sie mir das Gefühl gegeben hatte bzw. gibt gebraucht zu werden aber auch zu etwas gebrauchen zu sein. Manchmal will ich einfach das Auto bei 200 kmh gegen die Leitplanke lenken und hoffen dass es schnell geht. Ich weiß das diese Tage irgendwann kommen wird aber ich weiß nicht wann.

Ich möchte hierdurch auch kein Mitleid oder Verständnis, es kann auch ignoriert werden es tut nur gut sich das zum ersten mal von der Seele zu reden.

Vielen Dank und passt auch euch auf.

Antworten
BtaNmvbiexne


@ Hallo Xavi @:)

wieso siehst du dich als schwarzes Schaf der Familie? Hast du öfter schon Blödsinn gemacht? Wieso wurdest du immer gemobbt? Gibt es was an dir oder deinem Verhalten das dies erklären könnte?

Werde auch manchmal zu Familienfeierlichkeiten eingeladen und gehe auch jedes mal dahin um auch mal mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

Wie schaut es denn aus, wenn du Geburtstag hast. Lädst du dann deine Eltern und Geschwister auch ein?

@:) :)* :)_

HVolzVStrexich


Dein Problem ist also die Einsamkeit, alleine konntest du da bisher nicht ausbrechen also würde ich dir den Gang zu einem Coach empfehlen. Gibt auch Gruppenkurse zum erlernen und üben von Soft Skills. Vielleicht fehlen dir einfach gewisse Kompetenzen.

Und ich würde dir empfehlen dich nicht zu sehr in die Arbeit zu stürzen bzw. dein Selbstwertgefühl nur daraus zu beziehen, gerade im Arbeitsleben ist wirklich jeder ersetzbar. Wünsche es natürlich niemandem aber gerade dich könnte es dann wohl schwer treffen denn so wie du es beschreibst ist die Arbeit wohl dein einziger Halt im Leben.

m?usicuus_65


es tut nur gut sich das zum ersten mal von der Seele zu reden.

"Besser spät als nie" möchte man hier ausrufen. Aber bei dem einen Mal sollte es nicht bleiben! Du brauchst professionelle Hilfe (Arzt/Psychotherapeut). Wenn permanente Selbstmordgedanken kein Grund sein sollen, diese in Anspruch zu nehmen, was dann?

Eigentlich möchtest Du ja nicht sterben - dafür bist Du auch viel zu jung - sondern leben. Nur eben besser, mit weniger Frust und Leid.... Ich bin ziemlich sicher, daß dieses Ziel für dich nicht unerreichbar ist. (Einige Geduld und Ausdauer werden allerdings nötig sein.)

G7ol\dtaxu


Hallo,

ich glaube ich kann dich gut verstehen.

Ich habe selber so eine Phase durch. Ich schreibe bewusst "Phase", denn es hat sich bei mir geändert.

Depressionen fühlen sich so an wie immer weniger Gefühle, weder Freude noch Trauer. Man kann weder Freude empfinden noch weinen. Noch nicht mal weinen über sein eigenes mieses Leben.

Die Aussicht auf die Zukunft deprimiert. Mit dem eigenen relativ sicheren Job noch 40 oder 50 Jahre bis zur Rente überwintern? Jeden Tag auf dem gleichen Weg zur Arbeit fahren? Jeden Tag auf Arbeit den gleichen sinnlosen Kram verrichten?

Wozu soll das alles gut sein? Um Geld zu verdienen? Um einmal im Jahr nach Süden in Urlaub zu fliegen? Um einsam unter lauter Dumpfbacken in der Sonne zu liegen?

Wo ist der Sinn in dem ganzen? Wozu soll das alles gut sein? Wo ist der Sinn? Ist nicht alles so sinnlos?

.

Und wenn man schon soweit ist, dass alles sinnlos ist, kommt es dann auf eine weitere Sinnlosigkeit noch an?

Dann kann man auch einen Pakt mit sich selber schliessen: Wenn man eh schon mit dem Sinn des Lebens abgeschlossen hat und die Sinnlosigkeit erkannt hat, dann kann man sich sagen: Fünf Jahre noch. Und danach soll alles egal sein.

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Damit kauft man sich Zeit. Nämlich fünf Jahre. Danach gibt es keine Zunkunft mehr.

Und damit hat man sich fünf Jahre zum verjuxen und zum Ausprobieren gekauft.

Du arbeitest nicht mehr auf eine Zukunft hin.

Du brauchst dir nicht mehr Gedanken darüber machen, was andere Leute über dich denken. Weil nur noch fünf Jahre, du verstehst?

In diesen fünf Jahren aber kannst du alles ausprobieren, was du willst und wozu du dich sonst nie trauen würdest.

Denn du brauchst niemals an die Zukunft denken. Denn die gibt es ja für dich nicht mehr. Nur diese fünf Jahre!

Du kannst deswegen einfach Frauen anbaggern und dich auf die Knochen blamieren. Weil, es ist ja eh egal. Fünf Jahre nur!

Du kannst deinen langweiligen Job kündigen und dir was interessanteres suchen.

Du kannst ins Ausland gehen und von deinen Ersparnissen leben. Du weist ja, nur fünf Jahre. So lange braucht das Geld nur reichen. Und die letzten Jahre bekommst du auch noch als Gelegenheitsarbeiter rum...

.

Du brauchst dir nie wieder Gedanken darüber machen, ob du dich blamierst. Du kannst einfach so sein, wie du immer sein wolltest. Du kannst überall rum erzählen, dass du noch nie eine Freundin hattest. Du blamierst dich womöglich, aber eh egal.. Fünf Jahre.

.

Da eh alles sinnlos ist, kannst du auch eine Psychotherapie versuchen. Kostet kaum Zeit. 6 bis 8 Wochen in einer Klinik, oder 2 Jahre alle 2 Wochen einmal eine Sitzung. Bringt was oder nicht..? Egal, da eh alles sinnlos ist, warum denn nicht...?

.

So, nach den ganzen Flapsigkeiten will ich auch mal wieder ernst werden.

Ich bin auch durch Depressionen gegangen.

Ich hatte auch aus dem heiteren Himmel heraus Gedanken der Art, wenn jetzt ein Unfall passieren würde....

Und da wusste ich, die Einschläge kommen näher...

So hat mein Leben keine Lebensqualität mehr.

Aber ich wollte ein Leben mit Lebensqualität!

Ich hatte auch so einen Fünf-Jahres-Pakt mit mir geschlossen...

Ich habe Klinik 8 Wochen mitgemacht, danach 2 Jahre Therapie und gleichzeitig seitdem Selbsthilfegruppe.

Und!!!

Mit drei Ausrufungszeichen!!!

Und! Ich habe mein Leben geändert.

Ich bin von Vollzeit auf Teilzeit runter gegangen, um mehr Freizeit für mich und meine Projekte zu haben.

Ich habe viele neue Leute kennengelernt und viel über das Leben gelernt.

Ich habe meine neuen Freunde so kennengelernt und mich ihnen so gezeigt, wie ich immer sein wollte.

Ich habe mich vor meinen neuen Freunden blamiert und erfahren, dass sie mich trotzdem noch mögen und zu ihren Parties einladen.

Ich habe alles mögliche ausprobiert, Kurse, Hobbies, Freundschaften.

Ich habe das alles als Experimentierphase gesehen.

Jetzt ist das mein Leben.

.

Gruß *:)

K2ant@enmecvhanixker


Du bist ein tolles Mädchen, Goldtau, aber wenn du das alles so durchgemacht hast, wüsstest du, dass das nicht von heute auf morgen geht. Dir fehlt das Mitgefühl. Es hilft keinem, dass du das alles geschafft hast. Hören auf damit, dich am leid anderer hochzuziehen, das nervt.

m3usicu~s_6x5


Dir fehlt das Mitgefühl (...) Hören auf damit, dich am leid anderer hochzuziehen.

Was, bitte, sollen diese Unterstellungen??

Ich finde Goldtaus Beitrag ziemlich bemerkenswert. Und Mitgefühl zeigt sie schon dadurch, daß sie so ausführlich schreibt und vom eigenen Erleben berichtet.

c@hief'olaxtu


@ Xavi4

Du hast ja nen guten Draht zu deiner Schwester. Hast du dich mal mit ihr über deine Situation unterhalten? Evtl. kann sie dir etwas helfen?

Ansonsten finde ich Goldtaus Idee gar nicht mal so abwegig. 5 Jahre und mal austesten. Du schreibst, du findest eine Arbeitskollegin reizend. Das Problem hier ist nun mal, dass wenn es mit einer Enttäuschung endet, ihr noch immer miteinander arbeiten müsst oder euch über den Weg läuft. Kann dann jedesmal sehr unangenehm sein. Evtl. versuchst du lieber wildfremde Leute kennenlernen, da können bestimmt andere dir mehr Tipps geben als ich (Dating-apps?).

GColdxtau


Hallo,

ich möchte die Diskussion von meiner Person weg lenken, denn es geht nicht um mich.

Xavi4,

ich kann dir zu Deinen Problemen nur das Schreiben, was mir selber damals geholfen hat.

Welche eigenen Gedanken, welche Gedankenspiele mir geholfen haben.

Bei solch düsteren Gedanken wie den Deinen ist es schon angebracht, ernsthaft über professionelle Hilfe nachzudenken.

Zum einen, einen Klinikaufenthalt. So etwas geht recht schnell zu bekommen, und dauert dann ca. 8 Wochen. Es ist aus meiner Erfahrung empfehlenswert, dann mit einer ambulanten Gesprächstherapie beim Psychotherapeuten weiter zu machen, um nach der Klinik nicht in ein Loch zu fallen.

Auch sind Selbsthilfegruppen nicht zu verachten! Da hat man Ansprache und kann sich seine Probleme von der Seele reden.

Ich kann dir das ganze auch nur aus der Ich-Erzähler-Form heraus schreiben. Ich bin kein professioneller Problemlöser, ich bin bloß ein Betroffener, der etwas ähnliches durchgemacht hat.

Ich kann dir nur meine Lebenserfahrung als Inspiration bieten, mehr leider nicht.

Ich hatte damals auch so ein Gefühl von großer Sinnlosigkeit. Ich hatte im Sommer eine Woche lang Überstunden gemacht, um am Freitag früher Feierabend zu machen, wegen Sommer usw. Ich hatte mich den ganzen Freitag auf den frühen Feierabend gefreut, aber auf dem Weg zum Parkplatz kam mir der Gedanke in den Sinn, "und, was mache ich jetzt zuhause?" Wozu das alles?

Mir kamen auch solche Unfall-Gedanken in den Sinn, nach praktisch perfekten Tagen, nachdem ich meine Wohnung ausgemistet hatte und mir neue Möbel gekauft hatte. Und alles aufgebaut und eingeräumt hatte. Eigentlich ein perfekter Tag, alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Und dann quasi aus heiterem Himmel solche Unfall-Gedanken.

So wie du dich in deiner Verwandtschaft fühlst, so fühlte ich mich auch damals so ähnlich. Ich fühlte mich auch einsam und abgelehnt. Quasi wie ein fünftes Rad am Wagen.

Ich hatte damals meine Klinik gemacht. Das hatte mir was gebracht. Zum einen, wegen der Mitpatienten. Weil ich mit dem Zusammensein mit den Mitpatienten irgendwie was über soziale Kompetenz lernen konnte. Und zum anderen über das - klägliche - Therapieprogramm. Weil ich daraus gelernt hatte, dass Gefühle, die eigenen Gefühle wichtig sind, und es auch wichtig ist, diese zu erkennen und auch zu äußern. Nicht nur zurückzuhalten und zu verbergen vor allen anderen Menschen.

Das war ein neues Konzept für mich.

Ich erkannte, dass meine Schwester die ganze Zeit, als ich depressiv war, sich immer um mich bemüht hatte. Obwohl ich gefühlsmässig ein Eisklotz war und sie nie an mich herankommen liess. Aber sie hatte nie aufgegeben, sie hatte mich nie aufgegeben. Als ich das erkannte, hatte es mich umgehauen. Ich konnte vor Glück, dass sie mich diese ganze Zeit immer noch geliebt hatte, nicht aufgegeben hatte, mich zu lieben; und vor Schuld, dass ich so ein Eisklotz ihr gegenüber war, nur noch heulen und weinen.

Wir sind uns danach näher gekommen und verstehen uns jetzt besser.

.

Letztlich und leider kann ich das von meiner Erfahrung heraus nur als Erfolgsgeschichte schreiben. Für mich war meine Depressionskrise ein positiver Wendepunkt für mich. Das ging auch nicht von heute auf morgen, sondern hat Jahre gedauert.

.

Ich kann dir nur schreiben, wie es bei mir war, wie ich mich dabei gefühlt habe. Ich bin sehr sehr froh, dass ich jetzt hier und heute lebe und meine Unfall-Gedanken nicht weiter verfolgt habe.

Ich weiß sehr gut, dass solche Geschichten auf Leute in Depressionsphase wie blöde und leere Versprechungen klingen, die doch nie eingelöst werden. Ich habe kein Argument dagegen, ich kann Dir nichts versprechen. Du kannst es nur für Dich selber ausprobieren. Ich kann Dir nur versprechen, es ist es Wert, es auszuprobieren.

Viele Grüße

mzs.92


Goldtau, ich ffinde deinen Beitrag sehr hilfreich und positiv.

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