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Was ist wichtig?

s3türm*chetn hat die Diskussion gestartet


Seit dem plötzlichen Tod meines Vaters, denke ich ständig darüber nach, welchen Sinn das Leben hat. Mir ist plötzlich bewusst geworden, wie extrem kurz das Leben ist und denke ständig, dass auch ich in einem Fingerschnipp alt sein werde und sterbe. Ich bin so irritiert, dass ich nicht mehr weiß was wichtig für mich ist und wie ich es am besten anstelle, dass mein Leben einen Sinn hat und erfüllt ist.

Was ist wichtig?

Vielleicht komme ich im Gespräch über diese Frage weiter...

Antworten
erinfach2aus(h=ar@rexn


Ich habe seit einiger Zeit dieselbe Frage, aber genauso wenig Antwort darauf. Ich glaube auch, dass man sich die Antwort selbst für sich zusammenbasteln muß. Es wird dir hier bestimmt niemand eine Antwort geben, aufgrund derer du dann deinen Lebenssinn bekommen wirst.

Entweder man findet selbst eine Antwort oder man bleibt ohne Sinn des Lebens.

s_türmcxhen


Ja, ist schon klar, dass keiner sagen kann was für mich wichtig und richtig ist. Ich sagte ja auch, dass mir das Gespräch darüber vielleicht hilft eine Antwort für mich zu finden. Außerdem bin ich interessiert daran, wie andere diese Frage für sich beantwortet haben oder welche Überlegungen sie dazu angestellt haben.

Welche Überlegungen hattest du denn dazu?

C6onm-rwan


Wie alt bist du, stürmchen? Ist dein Vater früh gestorben, oder einfach plötzlich?

In der Regel verliert man seine Eltern so Ende der 40er. Zeitgleich ist das ein Alter, wo man merkt, dass man für Körper und Geist mehr Arbeit aufwenden muss als früher, damit beides in Schuss bleibt. Nach meiner Theorie sind das alles zusammen so die Auslöser für das, was man gemeinhin "Midlife-Crisis" nennt. Die Unbekümmertheit des sorglosen Lebens, dessen Anfang man nicht bewusst erlebt hat (und dessen Ende man sich nicht vorstellen kann), ist vorbei. Es wird nicht immer so bleiben. Dinge enden. Diese Erkenntnis kann belastend sein, manche schmeißen wie verrückt ihr Leben über den Haufen, manche bekommen Depressionen.

Man muss aber nicht in diesem Alter sein, um sich Gedanken über die Endlichkeit zu machen. Der Verlust eines nahestehenden Menschens ist immer ein großer Auslöser. Bei mir war es die Krebserkrankung meiner Mutter vor 8 Jahren. Die mich bis zu ihrem Tod letztes Jahr immer wieder belastete, aber mich und meine Einstellung zum Leben weiterbrachte.

Was ist wichtig? Was gibt dem Leben einen Sinn?

Ich glaube, eine allgemeingültige Antwort gibt es da nicht. Meinen Frieden habe ich damit gefunden, indem ich mich mit der Endlichkeit arrangierte und aufhörte, an einer große Bedeutung der Existenz festzuhalten. Ich betrachte uns als eine Laune der Natur - des Zufalls über Milliarden von Jahren. Religion konnte mir keine besseren Antworten liefern und ich reihe mich in die Riege der Agnostiker ein. Mein eigenes Leben ist aus Sicht der Erde und erst Recht des Universums völlig unbedeutend.

Das mag jetzt nihilistisch klingen. So meine ich das aber nicht. Ich sehe den Sinn im Leben einfach, darin, dass man es lebt, und mir gefällt es. Ich gestalte es aktiv, das ist vielleicht der Unterschied. Ich kann nicht lange Zeit einfach rumsitzen und mich berieseln lassen. Das ist für mich verpasste Zeit, das macht mich nervös. Ich möchte Dinge probieren, Zeit für mich gewinnen. Und für andere eine Unterstützung sein, genauso wie ich manchmal Unterstützung brauche. Berufliche Karriere ist für mich seit Anfang 40 abgehakt, ich habe die letzten beiden Beförderungsmöglichkeiten ausgeschlagen. Selbstbestimmung ist mir wichtig, nicht das Hecheln nach fremder Anerkennung. Ich möchte mit mir im Reinen sein.

Mehr ist es eigentlich nicht. Es wäre schön, wenn ich mal Erfolg mit Musik und Schriftstellerei hätte, aber auch ohne Breiten-Erfolg macht mir die Kreativität Spaß und das Ausprobieren. Man braucht kein Denkmal. Wenn ich mal gehe, dann sollen sich meine Nächsten an mich erinnern, und das möglichst gut. Dann bin ich zufrieden.

Zufrieden sein - das ist eine gute Beschreibung. Nicht überbordenden Zielen nachlaufen und dabei selbst auf der Strecke bleiben.

D"er VKerw=irrte) Mann


Der Sinn des Lebens??

Eine sehr gute Frage. Die kann nur jeder für sich selber beantworten.

Jeder hat einen andere Sinn dafür. Für mich ist es inzwischen einfach so das es darum geht sein leben so zu gestalten das nach meinem abtreten von dieser Welt, es Menschen gibt die mich nicht vergessen werden. Und dennoch ich selber für mich glücklich bin und zufrieden.

e2infac2hauspharxren


Ja, ist schon klar, dass keiner sagen kann was für mich wichtig und richtig ist. Ich sagte ja auch, dass mir das Gespräch darüber vielleicht hilft eine Antwort für mich zu finden. Außerdem bin ich interessiert daran, wie andere diese Frage für sich beantwortet haben oder welche Überlegungen sie dazu angestellt haben.

Welche Überlegungen hattest du denn dazu?

stürmchen

Ich kann es (derzeit) nicht beantworten. Alle Antworten, die ich mal hatte, sind über den Haufen geworfen worden...von allein, durch meinen Zustand und durch äußere Einflüsse.

Ich kann nur sagen, dass ich das Leben hoffnungsvoll startete mit vielen Überzeugungen, die nach und nach wie Sand zwischen den Fingern zerronnen, bis nichts mehr übrigblieb...

So ähnlich wie bei der Lichtung der Kindheit....ach, den Weihnachtsmann gibt es gar nicht...schade...sach bloß, den Osterhasen auch nicht.... {:( %:|

setürmcwhen


Danke Comran, dein Beitrag gefällt mir sehr gut!

Ich bin 41 (mein Vater ist 72 geworden) und der Gedanke einer Midlife-Crisis ist mir ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen. Aber es stimmt schon was du sagst, dass da noch andere Faktoren zukommen, die meine Grübellaune begründen. Depression will ich das noch nicht nennen.

Gedanken über die Endlichkeit habe ich mir schon immer gemacht, aber plötzlich scheint mir das Leben so wahnsinnig kurz. Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht darüber. Und ich habe vielleicht sogar Angst es zu vermasseln und es zu verpassen. Das Leben. In meiner jetzigen Phase befinde ich mich mitten im Karriereausbau. Das macht Spaß, aber es ist auch ein gewisser Druck dahinter.

Deine Einstellung über das Universum, Religion und die Bedeutung des Lebens an sich, teile ich auch. Ich denke nicht, dass es das große Ganze dahinter gibt, sondern einfach das Leben existiert, weil es geschehen ist. Punkt.

Für mich persönlich ist es jedoch schon eine große Sache zu Leben und ich würde es gerne länger genießen als 80 Jahre. Es gibt so viel zu erleben, lernen, ausprobieren - vielleicht ist es die Fülle an Möglichkeiten, die es erst schwer macht. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ist das wirklich der richtige Beruf für mich? Wäre ich mit etwas anderem nicht glücklicher gewesen? Ich hasse mich für diese ewige, latente Unzufriedenheit oder zumindest den ständigen Zweifel daran. So viele Menschen haben viel weniger und sind dennoch glücklich.

Ja, Kreativität ist auf jeden Fall eine Möglichkeit Zufriedenheit zu finden. Bleibt oft auf der Strecke. Singe nur noch arbeitstechnisch. Male eigentlich gar nicht mehr. Wenn ich mir ein Projekt überlege, ist es so anspruchsvoll, dass ich es nicht anfange, weil es zu zeitaufwändig wäre. Und auch hier stimme ich dir aber zu, dass es keines äußeren Zuspruchs bedarf, um sich auszudrücken. Der kreative Akt ist das Ziel, nicht die Anerkennung dafür.

s(türm_cxhen


Lieber /liebe einfachausharren,

ja, das Gefühl der verlorenen Kindheit kann ich dir gut nachfühlen. Ich sehne mich auch in die Zeit zurück, als die Familie intakt und fröhlich war und alles schön war, weil es Rituale gab, die das Leben bestimmten.

sxtürmcMhxen


Hallo Der Verwirrte Mann,

der Punkt, dass es nach dem Ableben Menschen gibt, die sich intensiv an dich erinnern, ist scheinbar vielen sehr wichtig. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, aber ich glaube es ist mir wichtiger, dass ich so lebe, dass ich meinen Kindern den Weg geebnet habe, glücklich zu leben.

Warum ist es dir wichtig, dass sich Menschen an dich erinnern? Bitte nicht falsch verstehen, ich stelle das nicht in Frage und will es nicht neativ bewerten, ich frage nur aus Interesse. ich bin mir noch nicht sicher, ob es für mich wichtig ist.

Ccomrxan


Ich bin 41 (mein Vater ist 72 geworden) und der Gedanke einer Midlife-Crisis ist mir ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen.

Vielleicht wurde dieses Empfinden durch den Tod deines Vaters etwas beschleunigt, und das sehr überraschend schnell?

aber plötzlich scheint mir das Leben so wahnsinnig kurz. Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht darüber.

Ich weiß nicht, ob dein Vater aufgrund einer Erkrankung gestorben ist oder wusste, dass sein Leben kürzer sein wird. Meine Mutter war Mitte 60, als die Diagnose Krebs kam. Sie hatte es sich gerade im Ruhestand eingerichtet, war fit, mein Vater auch, und wir alle freuten uns, dass sie jetzt noch einen goldenen Herbst haben können und die Früchte des Lebens auskosten. Und es kam ganz anders. Nicht, dass sie in der verbliebenden Zeit keine guten Tage hatte. Aber ich glaube, im Zeitpunkt der Diagnose kann die Enttäuschung über die kurze Dauer des Lebens nicht größer sein. Man braucht sehr lange, um damit seinen Frieden zu finden. Sie hat es aber irgendwie geschafft und das macht mir Mut.

Gedanken über die Endlichkeit habe ich mir schon immer gemacht, aber plötzlich scheint mir das Leben so wahnsinnig kurz.

Jeder weiß, dass das Leben endlich ist. Aber die Vorstellung ist abstrakt und so fern. Ich habe immer gerechnet. Als ich 30 war, kamen mir 50 Jahre wie eine Ewigkeit vor, da ich nur 30 kannte - und die sind rückblickend schon sehr lang. Jetzt bin ich 47 - statistisch habe ich meinen Gipfel bereits überschritten. Aber es beunruhigt mich nicht. Weil ich auch in den letzten Jahren gelernt habe, dass einen die Panik vor der ablaufenden Sanduhr vom Leben abhält. Obwohl ich heimlich immer noch rechne. Immer rückblickend - wo warst du vor 30 Jahren - meine Güte, was eine ewig lange Zeit. Mir ist aber auch klar, dass sich die Verhältnisse zu meinen Ungunsten entwickeln ;-) .

ich würde es gerne länger genießen als 80 Jahre

Mein Tipp: immer davon ausgehen, dass du es länger genießen kannst. Lebensstil und Lebensdauer arbeiten leider meist gegeneinander. Die Frage ist immer, auf was man eher verzichten kann. Ich treibe den Aufwand im Hinblick auf ein langes fittes Leben. Ich versuche, die Waage zwischen gesundem Lebensstil auf der einen, überschwenglichen Genuss und Hedonismus auf der anderen Seite immer ein bisschen mit Schwerpunkt Gesundheit zu gestalten. Stressabbau (Karriereende), Rauchen und harter Alkohol nur ganz gelegentlich (und dann hochwertige Sachen mit Stil und Qualität), regelmäßiger Sport und gute Ernährung. Das ist keine Garantie, aber ich verzichte dadurch auf nichts und genieße die gelegentlichen Genusssünden umso mehr. Ich möchte nicht doch plötzlich 90 oder mehr werden, um dann festzustellen, dass ich fett und bewegungsunfähig dahinvegetiere. Das ist mein Gewissen für die Zukunft, die ich noch nicht kenne.

Ist das wirklich der richtige Beruf für mich? Wäre ich mit etwas anderem nicht glücklicher gewesen?

Klingt stark nach beginnender Midlife-Crisis ;-) .

Ich hasse mich für diese ewige, latente Unzufriedenheit.

Jetzt verstehst du sicher meinen Schlusssatz aus dem vorangehenden Beitrag. Zufriedenheit muss man lernen, sie ist unglaublich wichtig. Nicht immer mehr wollen und dann im Sumpf der Oberflächlichkeiten untergehen. Leider leben wir auch in einer stark konsumorientierten Gesellschaft, wo Teilnahme am Freizeitstress, Einkommen und Gadgets über gefühlten Status entscheiden. Entschleunigen ist etwas sehr Wertvolles, das habe ich die letzten Jahre gelernt. Dann wächst wieder die Zeit für sich selbst.

Bist du in einer Partnerschaft? Meine Frau und ich haben uns die letzten Jahre durch einige Widrigkeiten gegenseitig viel Halt gegeben. Auch das wird zunehmend wichtiger. Und wir haben erst kürzlich (da ihre Wechseljahre die ersten Anzeichen zeigen) einen Pakt geschlossen, dass wir uns mit allen Kräften für ein Beibehalten der Leidenschaft und Lebenslust einsetzen werden. Wie gut es klappt, da sind wir selbst gespannt, aber das Ziel "Leben genießen" hat bei uns einen großen Stellenwert.

Cyor{nflakexs88*


Ich kann dich gut verstehen stürmchen . @:)

Vor genau 4 Wochen ist meine Stiefmutti verstorben. Einfach so. Mit 46 Jahren. Ich mag die Bezeichnung Stiefmutter nicht. Das erinnert an die Hexe im Märchen. Sie war an der Seite meines Vaters seit ca.23Jahren,die Mutter meines kleinen Bruders und sie war meine Mutter für mich. Immer da. Liebevoll. Herzlich. Lächelnd. Sogar mehr als meine biologische Mutter... Ich denke jeden Tag an sie und sie fehlt mir so sehr :°( Vorher wurde ich noch nue mit dem.Tod (Familie) konfrontiert, außer bei meiner Arbeit. Mit 26Jahren stehe ich nun da und fühle mich hilflos. Ich weiß alles - Trauerphasen und bla,weil ich es gelernt habe bedingt durch meinen Job. Doch was nützt alles Wissen, wenn das Herz weh tut. Es gab so viel was ich ihr noch sagen und zeigen wollte. Ich fühle mich seither so extrem wechselhaft. Gut oder schlecht. Weinen oder erstarren. Ich frage mich oft nach dem Sinn. Dennoch weiß ich ganz genau,dass sie gewollt hätte, dass ich lebe, lache und liebe. Allein deswegen will ich es schaffen. Das kannst du auch versuchen stürmchen Lebe für deinen Vater, der immer in deinem Herzen weiterleben wird! @:) :)*

N)ordUi84


Ein weiterer Punkt der meiner Meinung nach mitspielt: Die Uhr läuft (subjektiv) schneller, je älter man wird. Als Kind haben die vier Wochen vor Weihnachten ne Ewigkeit gedauert, Heute schaut man einmal kurz nicht hin und es ist wieder ein Jahr vorbei.

Das ist auch ein Grund wieso ich möglichst wenig auf "Morgen" plane. Ich sage mir also nicht "wenn du in Rente bist fliegst du mal zwei Wochen nach Neuseeland" sondern ich versuche das möglichst in den nächsten x Jahren zu schaffen. Träume auf "später" zu verschieben ist so ne Sache, niemand weiß ob man 60, 80 oder 100 Jahre alt wird oder ob man nicht doch Morgen nen Unfall hat. Davon das man mit 60 oder 70 möglicherweise zu krank für seine Träume ist möchte ich garnicht anfangen.

Daher lieber im "Heute" leben, allerdings ohne das "Morgen" komplett aus den Augen zu verlieren. Man sollte sich schon in gewissem Rahmen um Altersvorsorge und die eigene Gesundheit kümmern damit man einen schönen Ruhestand genießen kann, man sollte bloß nicht alle Träume auf den Ruhestand verschieben und die Zeit bis dahin nicht genießen.

C6omrxan


Mit 26Jahren stehe ich nun da und fühle mich hilflos. Ich weiß alles - Trauerphasen und bla,weil ich es gelernt habe bedingt durch meinen Job. Doch was nützt alles Wissen, wenn das Herz weh tut. Es gab so viel was ich ihr noch sagen und zeigen wollte.

Cornflakes, meine Frau hat in diesem Alter ihren Vater plötzlich verloren. Sie hat daran lange geknabbert, dass sie sich nicht mehr "fertig austauschen" konnte. Pass auf dich auf, dass du abschließen kannst und das nicht zu lange mit dir rumträgst. Was eventuell helfen kann, ist, mal allein und viel Zeit zum Grab zu gehen und dann zu reden. Damit es rauskommt, auch wenn niemand antwortet. Wenn deine Stiefmutter in deiner Vorstellung noch irgendwie existiert, spürst du vielleicht, dass es bei ihr ankommt.

Dennoch weiß ich ganz genau,dass sie gewollt hätte, dass ich lebe, lache und liebe.

So ist es. :)z

Diejenigen, die von uns gegangen sind, haben fast alle schon diese Entwicklung selbst durchgemacht, und vermutlich ist das eigene Gehen einfacher als das Zurücklassen von lieben Menschen. Wenn sie diese Erfahrung auf uns übertragen könnten, das wäre sehr viel wert. Dann würden sich die Gedanken, die sich alle Menschen irgendwann (wie die TE) machen, viel einfacher anfühlen.

Aber es gehört leider zum Prozess des Lebens dazu und ist der Fähigkeit des Menschen geschuldet, dass er dies geistig erfassen kann. Ich vermute, unserer 15-jährigen Katze ist das deutlich egaler, solange der Napf voll ist und die Decke abends auf dem Sofa neben uns schön warm. Eigentlich beneidenswert, nichts zu verstehen. :-D

s/hrmch}en


@ Comran

Ich weiß nicht, ob dein Vater aufgrund einer Erkrankung gestorben ist oder wusste, dass sein Leben kürzer sein wird. Meine Mutter war Mitte 60, als die Diagnose Krebs kam. Sie hatte es sich gerade im Ruhestand eingerichtet, war fit, mein Vater auch, und wir alle freuten uns, dass sie jetzt noch einen goldenen Herbst haben können und die Früchte des Lebens auskosten.

Ok, es ging ihm nicht so super gut, er hatte Diabetis und Herzprobleme, aber er wollte gern noch ein paar schöne Reisen machen und keiner von uns, einschließlich ihm selbst, hatte mit diesem abrupten Ende gerechnet. Es ist eben irgendwann einfach vorbei, egal was man geplant hat.

Aber ich glaube, im Zeitpunkt der Diagnose kann die Enttäuschung über die kurze Dauer des Lebens nicht größer sein. Man braucht sehr lange, um damit seinen Frieden zu finden. Sie hat es aber irgendwie geschafft und das macht mir Mut.

Ja, das gibt Hoffnung, dass man bereit sein kann für den Tod.

Lebensstil und Lebensdauer arbeiten leider meist gegeneinander. Die Frage ist immer, auf was man eher verzichten kann.

Oh, ja! Der Streit von Engelchen und Teufelchen darüber, was gut für mich ist, ist manchmal ganz schön nervtötend. ;-D

Zufriedenheit muss man lernen, sie ist unglaublich wichtig. Nicht immer mehr wollen und dann im Sumpf der Oberflächlichkeiten untergehen. Leider leben wir auch in einer stark konsumorientierten Gesellschaft, wo Teilnahme am Freizeitstress, Einkommen und Gadgets über gefühlten Status entscheiden. Entschleunigen ist etwas sehr Wertvolles, das habe ich die letzten Jahre gelernt. Dann wächst wieder die Zeit für sich selbst.

Ich arbeite ständig daran. Mal mit mehr, mal weniger Erfolg...

Bist du in einer Partnerschaft? Meine Frau und ich haben uns die letzten Jahre durch einige Widrigkeiten gegenseitig viel Halt gegeben.

Eine Partnerschaft hat mich bisher immer eher aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich fühle mich am Besten allein. Halt geben mir meine Freunde und Familie.

Ich vermute, unserer 15-jährigen Katze ist das deutlich egaler, solange der Napf voll ist und die Decke abends auf dem Sofa neben uns schön warm. Eigentlich beneidenswert, nichts zu verstehen.

Ja, aber wenns drauf ankommt, würde ich doch nicht mir ihr tauschen wollen. Wäre mir doch zu langweilig. :-)

sbtürAmchen


@cornflakes88

Vor genau 4 Wochen ist meine Stiefmutti verstorben. Einfach so. Mit 46 Jahren.

Das tut mir sehr leid. Wenn jemand so jung sterben muss, ist es noch unbegreiflicher.

Es gab so viel was ich ihr noch sagen und zeigen wollte.

Genau. Ich denke auch immer, es gibt noch so viel, was ich ihn fragen wollte. Er hatte soviel Wissen und Weisheit, an das nun keiner mehr rankommt. Es ist für immer verloren.

Dennoch weiß ich ganz genau,dass sie gewollt hätte, dass ich lebe, lache und liebe. Allein deswegen will ich es schaffen. Das kannst du auch versuchen stürmchen Lebe für deinen Vater, der immer in deinem Herzen weiterleben wird! @:) :)*

Danke, das hast du sehr schön gesagt. Ich bin mir sicher, dass ich wieder fröhlicher werde. Es ist wie Comran sagt, glaube ich etwas, dass man sich erarbeiten muss.

:)* :)* :)*

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