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Was ist wichtig?

s2türmc)hxen


@Nordi83

Ein weiterer Punkt der meiner Meinung nach mitspielt: Die Uhr läuft (subjektiv) schneller, je älter man wird. Als Kind haben die vier Wochen vor Weihnachten ne Ewigkeit gedauert, Heute schaut man einmal kurz nicht hin und es ist wieder ein Jahr vorbei.

:)^ so ist es

Träume auf "später" zu verschieben ist so ne Sache, niemand weiß ob man 60, 80 oder 100 Jahre alt

Leben im hier und jetzt ist eine Aufgabe, die ich täglich üben muss. Das ist der beste Rat.

S:unfDloVweor_73


Schwieriges Thema... mich beschäftigt es, weil ich zusehe, wie meine Eltern beide zunehmend gesundheitliche Probleme bekommen. Dieses Gefühl, dass sie "immer" da sein werden (oder zumindest gefühlt noch ganz lange), ist weg. Ich bin Einzelkind, sonst kaum Verwandtschaft (und die relevanten Personen alle älter als meine Eltern). War in den letzten Jahren zudem häufiger auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen.

Die große Sinnfrage ist es bei mir nicht, aber ein Thema, was mich beschäftigt. Meine momentane Antwort (in einer sehr zwiespältigen Lebensphase: Einerseits sehr glücklich, andererseits sehr große Unzufriedenheiten v.a. was Zukunftsperspektive angeht): Leben ist JETZT. Vielleicht ist es nicht nötig, immer den "großen Sinn" zu sehen. Aber in vielen kleinen Dingen, im Hier & Jetzt, für Zufriedenheit zu sorgen. Unabänderliche Nervfaktoren zur Kenntnis nehmen, reagieren - aber mich nicht aufreiben.

Halt so leben, dass ich - wenn man mr morgen sagt, meine Zeit ist vorbei - zufrieden sein kann. Im Rahmen des Möglichen das Beste draus gemacht habe. Klar ist man da schnell wieder bei den Nervfaktoren (ich würde gerne reisen, Einkommen reicht aber gerade mal für alltägliches Leben). Aber darum "im Rahmen des Möglichen das Beste draus machen".

C4omrxan


Ok, es ging ihm nicht so super gut, er hatte Diabetis und Herzprobleme, aber er wollte gern noch ein paar schöne Reisen machen und keiner von uns, einschließlich ihm selbst, hatte mit diesem abrupten Ende gerechnet. Es ist eben irgendwann einfach vorbei, egal was man geplant hat.

So ging es meinem Onkel. Unheilbare Hepatitis seit einem Trail in den 70ern, HIV-positiv aufgrund der 80er Ansteckungswelle. Er lebte bis zum Anschlag, machte gerade wieder Reisepläne, und dann fiel er ins Koma. Ich weiß nicht, was besser ist. Plötzlich, oder mit Vorbereitung. Ich wünsche mir für mich selbst eher was Plötzliches - aber natürlich so spät wie möglich. ;-)

Oh, ja! Der Streit von Engelchen und Teufelchen darüber, was gut für mich ist, ist manchmal ganz schön nervtötend. ;-D

Pssst: wenn du auf's Engelchen hörst, dann macht das Teufelchen hin und wieder viel mehr Spaß :)z .

Ich arbeite ständig daran. Mal mit mehr, mal weniger Erfolg...

Du bist ja noch jung ]:D . Das wird schon :)^ .

Ich bin mir sicher, dass ich wieder fröhlicher werde.

Das ist schon mal ein guter Vorsatz. Wie lange ist es eigentlich her, dass dein Vater gestorben ist?

C$omxran


Dieses Gefühl, dass sie "immer" da sein werden (oder zumindest gefühlt noch ganz lange), ist weg.

Sunflower, genau darüber kommt das Gefühl für das eigene endliche Leben. Die Eltern waren immer da. Man muss erst lernen, dass dies nicht so bleibt. Und damit reflektiert man viel über sein eigenes Dasein.

Ein ganz schlimmer Aspekt, über den ich mit kaum jemandem in meinem Umfeld gesprochen habe: Dass meine Mutter sterben würde, war klar, aber der schlimme Krankheitsverlauf, der uns die letzten Monate vor dem Tod alle belastete, war nicht klar. In meine Trauer mischte sich Wut. Wut darüber, dass ich ein unbeschwertes Leben wie Kollegen oder Freunde haben könnte, den Sommer genießen, sorglos sein. Aber ich konnte es nicht. Weil diese verdammte Krankheit und das verdammte Sterben zwischen mir und dem Leben standen. Den Großteil von 2014 habe ich nur im emotionalen Rauschen erlebt. Ich war nicht wütend auf meine Mutter, dass sie uns das "antut". Aber ich schämte ich sehr über diese Gedanken. Sie leidet und hat Schmerzen, und ich bin sauer, weil ich nicht sorglos am See liegen oder abends mit Freunden lachen kann. Was ist das bloß für eine Gewichtung? Aber da war dieses Gefühl, dass mir dadurch Lebenszeit gestohlen wird.

Rückblickend gehe ich stärker daraus hervor und bin mir sicher, dass ich den nächsten Verlust besser und gelassener begleiten kann. Es kann nicht viel schlimmer werden und ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, was man tun kann, und wie man Hilfe bekommt. Das beruhigt mich auch für mein eigenes Ende. Egal, wie schlimm es kommt: es geht, und es geht auch vorüber. Auch das ist ein Aspekt des inneren Friedens, so dass man sich wieder dem Leben zuwenden kann, wenn die Sorge vor dem Ende geringer wird.

S$unflowfer_z7x3


@ Comran:

Wobei diese Gefühle normal sind. Nur leider viel zu sehr tabuisiert werden...

Ich erlebe es jetzt ja schon... Meine Ma hat den Krebs überstanden und ihre beiden neuen Hüften sind auch gut geworden. Mein Vater wird zunehmend verhaltensauffällig (lange Vorgeschichte) und lässt bspw. den bereits vor 7 Jahren geäußerten Demenzverdacht nicht wie vorgesehen regelmäßig abklären. Sein Verhalten ist eine Katastrophe und es macht mich absolut sauer, dass er a) meiner Mutter das Leben zur Hölle macht und b) ich mich mit so einem "Schrott" rumärgern darf. Ich habe damit zu kämpfen, dass ich da auch deutlich unterscheide. Die körperlichen Sachen meiner Ma waren hart. Aber es war... okay. Mein Vater macht es einem schwer, es auszuhalten. Da kommt natürlich auch alter Müll hoch...

Zum Glück habe ich einige wenige Leute, mit denen ich reden kann. Und die Sätze wie "Ich wünschte, er fällt tot um, damit der Rest der Familie noch was vom Leben hat" äußern darf und verstanden werde.

satür'mchen


Ein ganz schlimmer Aspekt, über den ich mit kaum jemandem in meinem Umfeld gesprochen habe: Dass meine Mutter sterben würde, war klar, aber der schlimme Krankheitsverlauf, der uns die letzten Monate vor dem Tod alle belastete, war nicht klar.

Ich bin dankbar, dass das meinem Vater und auch uns erspart geblieben ist. Wenn die Reanimationsversuche Erfolg gehabt hätten, wäre mein Vater ein Pflegefall gewesen. Das hätte für ihn die Hölle bedeutet und ich hätte dies weniger verkraftet als seinen plötzlichen Tod.

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