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Traum von einer Familie (Eltern) vergessen?

Jjaalxma hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe eine Frage und wollte mich austauschen mit evtl. Gleichgesinnten.

Meine Mutter ist seit ich denken kann sonderbar. Sie macht mich psychisch fertig, als Kind bekam ich auch mal Schläge. Nicht oft, aber es kam vor. Meist wusste ich nicht einmal, weshalb.

Immer wenn ich glücklich bin, wird sie aggressiv und versucht, mich psychisch zu erniedrigen. Deshalb habe ich mir oft geschworen, den Kontakt endgültig auf Eis zu legen. Doch dann tat sie nett und lieb und man konnte bzw. kann gut mit ihr sprechen. Ich freue mich und habe Hoffnung, dass es dieses mal klappen könnte. Das sie durch meine Rückzüge erkannt hat, dass ich mich nicht schlecht behandeln lasse. Aber nein, beim nächsten Besuch teilt sie wieder aus.

Muss ich die Hoffnung, eine "normale" Familie zu haben, aufgeben?

Weshalb kann ich nicht standhaft den Kontakt meiden? Weshalb kann ich nicht nein sagen, wenn sie wieder anruft und "nett" spielt?

Ich habe mir das Buch "vergiftete Kindheit" gekauft und ich muss mir eingestehen, dass ich einige Parallelen gefunden haben. Ich möchte es nicht, aber es ist so.

Freue mich über einen netten Austausch mit euch.

Grüße von Jaalma

Antworten
m(ond+sDt3ernxe


schwieriges Thema @:)

C/ornf1lakeXs88*


@Jaalma

Ich kann dich sehr gut verstehen. Mir geht es ganz genauso und wenn ich deine Zeilen lese, erkenne ich mich in vielerlei Hinsicht wieder... Ich frage mich oft warum Kinder mit "schlechten" Eltern diese so sehr lieben oder an ihnen hängen... Mehrfach habe ich schon versucht den Kontakt abzubrechen oder wenigstens aufs Nötigste einzugrenzen. Aber ich schaffe es nicht. Seit nun mehr als 9 Jahren versuche ich es aber scheitere immer wieder...

L+eChDatNnoixr


Hallo Jaalma,

ich glaube deine Situation nachfühlen zu können, schmerzlich. Meine Mutter (und ihr Lebenspartner ebenso) zeigt ähnliche Züge, jedoch auf ihre Art. Auch ich habe den Kontakt öfters komplett abgebrochen, manchmal ein halbes Jahr. Oder meldete mich nur sporadisch. Und seit mehr als 6 Jahren besuche ich sie nur noch stundenweise, bleibe also nicht mehr über Nacht in meinem Elternhaus. Eben wegen meiner Angst vor neuerlichen Streiten/Verletzungen.

Ich habe mir jahrelang - wenn nicht mein ganzes Leben - gewünscht, dass sich meine Mutter/Familie ändern möge. Insgeheim wünsche ich mir das wohl noch immer, denn jedes Mal wenn es zu neuen Unstimmigkeiten kommt, fühle ich mich anschließend wie zerschlagen..

Ich war bis vor einiger Zeit (u. A. deswegen) in Therapie und mein Therapeut las zwischen den Zeilen genau diesen Wunsch heraus, woraufhin er mir sehr eindringlich verdeutlichte, dass ich es nicht schaffen werde, meine Mutter zu verändern. Ich habe darüber nachgedacht. Es stimmt. Es stimmt so unheimlich, dass ich bis zum heutigen Tage darüber traurig bin. Ich werde meine Mutter nicht verändern können, denn sie selber müsste diese Veränderung auch wollen. Und daran scheitert es: Wir sind zwei zu sehr unterschiedliche Menschen, mit zu sehr unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben, zudem beide durch unsere Biographien (vor-)belastet. Zwangsläufig werden wir in vielen, auch grundlegenden Beziehungen aneinander geraten.

Das einzige was wir in unserer Situation nun tun können, ist lernen für uns selbst zu sorgen, sodass wir diese Mutterfigur nicht mehr zum Schutz/zur Geborgenheit brauchen. Vielleicht haben wir ja das Glück auf eine Person außerhalb der Familie zu treffen, bei der wir diese Bedürfnisse erfüllt finden. Vorausgesetzt, dass wir das auch annehmen können...die ganze Sache ist schwierig, wie mond + sterne schon schrieb...Vielleicht, mit einigem an Glück, wird es uns gelingen, eines Tages selbst eine Familie zu gründen, in der wir das nachholen, was uns selbst gefehlt hat. Und vor allem: das an unsere Nachkommen weiterzugeben, was uns selbst gefehlt hat.

LTewican


Ich weiss nicht, ob es weiterhilft, aber wenn man geboren wird, ist die Mutter ja der naechste Mensch. Es ist eine Urerfahrung, dass man total von der Mutter abhaengt, bzw, von beiden Eltern. Und da haengt dann spaeter auch die Sehnsucht nach Geborgenheit dran. Die Ur-Geborgenheits-Erfahrung ist, dass die Eltern fuer einen gesorgt haben, als man hilfloses Baby war. Ich glaube, das ist tief in uns verankert, und unbewusst ist immer die Hoffnung/der Wunsch da, dass diese Geborgenheit zurueckkehrt, und die eigene Urerfahrung ist ja, dass die eigenen Eltern quasi dafuer zustaendig sind. So stelle ich mir vor, dass es sehr schwer ist, sich davon konsequent abzugrenzen. Man verliert ja damit nicht nur den konkreten Kontakt zu seinen Eltern, sondern irgendwie auch eine Verbindung zu dieser Sehnsucht nach Geborgenheit. Zumal viele Eltern ja auch gut darin sind, einen so zu manipulieren, dass man denkt, man muss ihnen ewig dankbar sein dafuer.

Man muss das irgendwie innerlich klarbekommen, dass das getrennt ist davon, in der Gegenwart mit den Eltern noch Kontakt zu haben. Rein rational geht das vielleicht ganz gut, das zu trennen, aber emotional spricht die Verbindung mit den Eltern irgendwelche Urinstinkte an, ueber die man sich schwer hinwegsetzen kann. Ich glaube, das geht nur langsam, wenn man sich das bewusst macht, und nach und nach versucht, davon loszukommen. Man sollte es sich selbst verzeihen, wenn man das nicht so schnell schafft, wie man hofft.

Vtis [Aneiimxi


Sooooo toll geschrieben, lewian :)^ :)=

TtestAdRHFP


@ Jaalma

Solche Sachen mit der Mutter kenne ich auch. Mein Verhältnis zu meiner Mutter war sehr zweischneidig. Meine Mutter konnte sehr ungerecht und verletzend sein, sie war ziemlich launisch und auch egozentrisch und hat von meinen Geschwistern und mir viel erwartet. Ich habe mich nur in einigen wenigen Fällen von ihr verstanden, aber wirklich akzeptiert hab ich mich nie gefühlt.

Meine Mutter hatte nach dem Tod meines Vaters ein Alkoholproblem, sie hat das alles nie verwinden können. Wenn sie betrunken war, hat sie mich nur noch angeschrien und wir haben uns sogar mal geprügelt :-o Ich war damals gerade 18 geworden und dachte nur an eins: endlich aus der elterlichen Whg ausziehen und meine eigenen 4 Wände haben.

Mein Vater hat öfter mal gesagt: Jaja! Es gibt eben Wahlverwandtschaft und Qualverwandtschaft, und damit hat er die Sache 100% ig auf den Punkt gebracht.

Als ich endlich meine eigenen 4 Wände hatte (inzwischen 20), hatte ich oft das Bedürfnis, sie mal zu besuchen, in der Hoffnung, dass das Verhältnis sich entspannen könnte.

Tat es aber nicht- sie war fast immer betrunken und die Streiterei ging los, wenn ich zu ihr kam.

Ich beschloss erstmals in meinem Leben, in Sachen "meine Mutter" für mich selber zu sorgen. Als erstes beschloss ich, sie nur noch dann zu besuchen, wenn ich sie wirklich sehen wollte und nicht nur dann, wenn ich irgendwie ein schlechtes Gewissen hatte oder mich dazu verpflichtet fühlte.

Als nächstes sprach ich mir ihr darüber, dass ich es schrecklich und auch traurig fand, dass es immer Streit gibt, wenn sie betrunken ist. Meine Mutter hätte das niemals von sich aus gesagt.

Ich schlug vor, mich zu Besuchen vorher rechtzeitig anzumelden, damit sie Gelegenheit hatte, mich nüchtern zu erwarten. Ich bat sie auch darum, in meiner Gegenwart bitte nicht zu trinken und versprach, nur kurz zu bleiben, danach könne sie sofort was trinken, wenn ihr danach wäre.

Vor diesem Gespräch hatte ich Angst, aber so ging es ja nicht weiter. Wunder oh Wunder: sie hat eingewilligt! Ab da wurde alles immerhin ein kleines bisschen besser, wenn auch nie richtig gut, wie ich mir das wünschte. Ich wünschte mir endlich mal Geborgenheit und akzeptiert zu werden, so wie ich bin. Aber das Wünschen hat zu lange gedauert. Mir wurde klar, dass mein sehnlichster Wunsch nie in Erfüllung gehen würde. Ausserdem fiel mir auf, dass ich es mittlerweile auch etwas seltsam fände, wenn meine Mutter mich wie ein glückliches Kleinkind behandeln würde, und mir wurde klar, dass dieser Zug für mich schon lange abgefahren war.

Das ist wirklich traurig. Meine Kindheit war oft unglücklich und ziemlich mühsam für mich. Aber es war nun mal so, und zu mehr als zu einer Art stillschweigendem Waffenstillstand haben meine Mutter und ich es nie gebracht- nicht mal als sie todkrank auf dem Sterbebett lag.

Das ist jetzt schon 16 Jahre her, jetzt bin ich 54 und bin froh, dass das alles Vergangenheit ist.

Ich habe viele Andenken daran in meiner Wohnung, aber lebe damit im Hier und Jetzt und bin glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Manchmal bete ich im Stillen für meine Eltern und denke an sie, mögen die guten Geister sie begleiten.

Ich hatte nie den Anspruch, meine Eltern irgendwie zu ändern, (wie auch) und ich habe immer versucht, sie zu respektieren. Allerdings hätte der Respekt vor meiner Mutter ziemlich auf meine Kosten gehen können, wenn ich nicht selber auf mich aufgepasst hätte. Ich musste einsehen, dass ein gewisser Abstand zwischen uns nötig war, damit unser Verhältnis sich etwas entzerren und entspannen konnte. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich wirklich sagen konnte: OK, wir telefonieren und treffen uns eher selten, aber dann ists manchmal sogar nett und vor allem dann, wenn ichs rechtzeitig wieder zu mir nach Hause schaffe! also bevor die alten Streitereien wieder losgingen :-/ :-|

Ich bin möglichst dann gegangen, wenn es NOCH nett war, auch wenn ich gern länger geblieben wäre. Aber damit hab ich nicht mehr gepokert. Oft habe ich mich auch seltsam und total neben mir gefühlt, wenn ich wieder in meiner Whg ankam. Einerseits war ich darüber froh und erleichtert, andererseits dachte ich, ich gehöre gar nicht in meine Whg, ich sollte wieder zu Mutter zurück, und das musste ich immer wieder neu sortieren und mich zur Ordnung rufen. Nach einem Tag war der Spuk meist vorbei und ich war wieder "bei mir".

Tja, als sie dann krank wurde und starb, war ich total traurig. Mit ihrem Tod war für mich das allerletzte Fünkchen Hoffnung dahingegangen, dass es vielleicht doch noch mal gut werden könnte.

Aber ich habe mich zeitlebens immer darum bemüht, den Kontakt irgendwie positiv zu gestalten, auch wenns manchmal schiefging. Zu mehr waren wir beide nicht in der Lage, und mehr gibts dazu kaum zu sagen.

Meine Mutter führt in meinem Seelenleben mittlerweile ein kleines schrulliges Eigenleben. Sie lebt zufrieden lachend in unserem Haus, wuselt im Garten herum und ist eifrig am Werkeln, und ist dabei ganz entspannt. Ab und zu gibts Verwandtenbesuch (alles Familienmitglieder und Freunde, die längst nicht mehr da sind) und ich spiel Klavier, und alle tanzen dazu. Es gibt Häppchen, die Sonne scheint, mein Vater raucht seine Zigarillos und die Stimmung ist heiter- entrückt...

Das tröstet mich, wenn ich über früher nachdenke und traurig werde.

Es ist auf jeden Fall für alle Beteiligten schwierig, wenn eine sehr enge Beziehung sich lockert und jeder anfängt, seine eigenen Wege zu gehen. Du solltest versuchen, einen für dich machbaren Modus zu finden, wie du mit deiner Mutter klarkommen kannst. Dann gehts dir mit deiner Mutter besser und mit der Zeit begreift sie das vielleicht auch und kann sich vielleicht darauf einlassen.

Die Beziehung zur Mutter ist die älteste Beziehung, die man hat.

Da ist es klar, dass sowas eigentlich nie aufhört, auch nicht, wenn die Mutter schon lange nicht mehr da ist. Ich versuche auch nicht so zu tun, als wär meine Mutter wirklich nicht mehr da, sie lebt in meiner Erinnerung immer weiter. Allerdings kommen ja schon lange keine aktuellen Ereignisse oder Gespräche mehr dazu. Darum ist ganz unbemerkt mein kleines Traumhaus :)- entstanden, wo meine Mutter für immer lebt und herumläuft, werkelt und Besuch kriegt. Tja und in meinem kleinen Traumhaus ist tatsächlich alles so, wie ichs mir HEUTE wünschen würde, wär sie noch da.

Aber wäre sie noch da, wüsste ich noch genauer, was das für eine Illusion ist! Denn heute wär sie 92 und eine uralte Frau, oder sie wär halt etwas später verstorben und nicht mit 76.

Tja, und da schüttel ich diese Gedanken ab und kehre wieder ins Hier und Jetzt zurück, wo es mir gottlob sehr gut geht.

Ich hoffe, dass du auch dahin kommst, mit diesen familiären Dingen zurechtzukommen. :)* :)* :)* :)* :)*

*:) *:)

J]aalmxa


Vielen Dank für eure Antworten.

Es ist erschreckend, dass einige von euch ein ähnliches Schicksal haben. Wir werden wohl alle damit leben müssen, dass es ist wie es ist. Beim letzten mal hat es meine Mutter geschafft, dass ich keinerlei Energie mehr hatte und ich denke, ich habe diesen Faden eröffnet, um Kraft zu bekommen. Kraft, es als gegeben hinnehmen zu können und endlich mal auf Abstand gehen zu können.

Doch wie es wird, wenn sie wieder anruft, das weiß ich nicht. Ebenso wenig, ob ich trauern könnte, wenn sie nicht mehr wäre. Es erschreckt mich selbst, wie kalt ich manchmal geworden bin.

Saunflzowerx_73


Nur weil sie Deine Mutter ist, musst Du sich nicht lieben etc. eine gute Beziehung beruht immer auf Gegenseitigkeit...!

Ansonsten:

Es gibt mehr als "alte Muster" oder "Kontaktabbruch". Man kann den Kontakt auch so gestalten, dass es einem einigermaßen damit geht. Knapp halten, best. Themen meiden, auf Durchzug schalten,...

Ich habe mit meinem Vater ein ziemlich spezielles Exemplar und viel zu sagen haben wir uns auch nicht. Beziehung ist nicht wirklich existent. Aber wenn ich den Kontakt zu meiner Ma halten will, komme ich an meinem Vater nicht vorbei. Also mogel ich mich durch. Schweige, ignoriere, sage an den richtigen Stellen mal was - und denke mir meinen Teil. Nicht toll, aber es funktioniert und gibt mir das, was mir wichtig ist: Meine Mutter.

JRaaalmxa


Du hast schon Recht. Es ist nur schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, an dem ich gehe. Wenn sie bei mir ist, kann ich sie auch nicht verjagen. Und wenn es anfangs nett ist, genieße ich es sehr und oft verpasse ich den Zeitpunkt zu gehen, bevor wieder ein dummer Spruch oder Vorhaltungen kommen.

Edhemalig#er Nutwzer (#5'28611)


@ TestARHP:

Meine Mutter führt in meinem Seelenleben mittlerweile ein kleines schrulliges Eigenleben. Sie lebt zufrieden lachend in unserem Haus, wuselt im Garten herum und ist eifrig am Werkeln, und ist dabei ganz entspannt. Ab und zu gibts Verwandtenbesuch (alles Familienmitglieder und Freunde, die längst nicht mehr da sind) und ich spiel Klavier, und alle tanzen dazu. Es gibt Häppchen, die Sonne scheint, mein Vater raucht seine Zigarillos und die Stimmung ist heiter- entrückt...

Das tröstet mich, wenn ich über früher nachdenke und traurig werde.

Jetzt musste ich weinen. :°(

So stell ich mir das Jenseits auch vor.

Danke für den schönen Beitrag

CJlondymkxe


Oh, jetzt könnt' ich Sachen schreiben, die würde mir niemand glauben! Ich war das einzige Kind, hatte, seit ich denken kann, Angst vor meiner Mutter. In den Ferien wurde ich in einem Kinderheim geparkt und meine Eltern fuhren mit Freunden an die See. Eigentlich kannte ich meine Mutter nur keifend, streitend, laut schreiend u. schlecht gelaunt, verlogen und einfach nur schlimm. Mit 19 Jahren verließ ich mein Elternhaus, besuchte sie nur sporadisch u. nie länger als 2 Tage. Streiten war etwas, das meine Mutter gut drauf hatte. Sie hat mich nie umarmt oder gelobt, meine Kindheit war alles andere als schön. In meiner Abwesenheit hat sie schlecht über mich geredet in Nachbar- und Bekanntschaft und verleumdet.

Und jetzt: Das Blatt hat sich gewendet. Sie wird demnächst 90 Jahre alt, ist bettlägerig, braucht ständige Pflege, geistig voll da, aber körperlich total hilflos. Ginge sie in ein Pflegeheim, wären die Ersparnisse wie auch mein Elternhaus weg. Ich bin nun bei ihr seit 7 Monaten, pflege sie rund um die Uhr mit aller Liebe, Respekt und Aufmerksamkeit und "sammle so feurige Kohlen auf ihr Haupt" (Römer 12 V.20). Als sie noch Kraft hatte war das nicht möglich gewesen. Jetzt ist sie total hilflos, auf mich angewiesen und erlebt, was sie nie für möglich gehalten hätte. Sie hat in 7 Monaten mehr gelernt als in 90 Lebensjahren. Ich erlebe jeden Tag ihre Dankbarkeit u. ihre Veränderung. Anfangs kostete jede Berührung Überwindung (auch für sie), aber "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" geht halt nicht.

Neulich sagte sie, dass sie mich erst jetzt kennenlernt ":/ Wer versteht denn sowas.

Sie bekommt toll garniert ihre Lieblingsspeisen, der kleinste Wunsch wird von den Augen abgelesen.

Warum sage ich das ? Weil ich so ein guter Mensch bin, oh nein, bin ich mit Sicherheit nicht.

Sondern weil ich überzeugt bin, dass es besser ist, Böses mit Gutem zu überwinden und ich vor Gott stehe, der mein Leben einmal beurteilt. Es ist doch leichter in einer guten, lockeren u. liebevollen Harmonie zu leben, als zänkisch, oder ? Muss jetzt gehen, sie ruft....

LPeC6ha-tNoixr


Clondyke: :)= Ich bewundere dich dafür was du für deine Mutter tust. Ich weiß nicht ob ich das in dem Umfang könnte...aus mehreren Gründen heraus, nicht nur, weil meine Mutter und ich uns nie so besonders verstanden.

Dennoch, ich plane, sie eines Tages bei mir aufzunehmen. Dann wenn sie alleinnicht mehr leben kann. Den Platz hätte ich. Ich hoffe jedoch, dass sich bis dahin einiges wieder einrenkt und wir vorweg schon eine Basis zueinander finden.

Eqhemaligear Nutzxer k(#5286n11x)


@ Clondyke:

Wow! Du hast meine vollste Bewunderung!

Ich ziehe vor dir meinen Hut! :)^ :)= @:) :)*

kxleilner_dr]achefnsterxn


Ja, Mütter könne schon eine Qual sein!

ich hab auch so ein Exemplar. Immer nörgeld, unzufrieden, herrisch, zu keinerlei Annahme von Kritik fähig, abers elber austeilen bis zum Exzess, Krankheit als Druckmittel, klassischer Double-Bind ...

Ich bin mit 18 ausgezogen, da wurde es besser, hat aber immer noch oft gescheppert.

Mit den Jahren fing sie dann an Stimmen zu hören und nach 3 wirklich harten Jahren hat sie sich vor einigen Jahren endlich in einem hellen Moment in die Psychiatrie einweisen lassen: Diagnose leichte paranoide Schizophrenie.

Seitdem bekommt sie Psychopharmaka und es ist unfassbar, wie sehr sie sich seitdem zum Positiven verändert hat,

sie ist richtig empathisch und angenehm geworden im Vergleich zu früher.

Ok, mehr als 2 Tage sollten wir auch weiterhin nicht miteinander verbringen, aber wir sehen uns regelmäßig.

Seitdem ich weiß, dass sie wirklich krank ist und nicht nur bösartig, konnte ich ihr auch vieles verzeihen, was sie sich über die Jahre so geleistet hat.

Eigentlich schade, dass sie nicht früher mal in die Psychatrie ist, meinem Papa und mir, aber natürlich auch ihr wäre wirklich viel erspart geblieben. Aber immer wenn einer ihrer tausen Ärzte ihr das vorgeschlagen hat, hat sie den Arzt gewechselt und trotz Diagnose und obwohl sie ihre Medikamente brav nimmt, beharrt sie auch heute noch darauf, dass sie nicht "irre" sei.

Ich denke wirklich, dass hinter vielen bösartigen Eltern oft eine psychische Erkrankung steckt.

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