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Traum von einer Familie (Eltern) vergessen?

SZoro;maxn


Clondyke, im Alter dreht sich das Abhängigkeitsverhältnis halt um. Dadurch sind doch auch die Voraussetzungen ganz andere. Und die Kommunikation ändert sich, weil plötzlich Grundbedürfnisse damit verbunden sind. Ich finde, deine Antwort und die von Lewian machen das aus beiden Perspektiven sichtbar. Und aus meiner Sicht finde ich beide Beschreibungen romantisch überhöht.

Und ohne dir zu nahe zu treten: hast du Kinder, Clondyke, oder ist die Mutter jetzt dein Ersatzkind?

@ Jaalma

Muss ich die Hoffnung, eine "normale" Familie zu haben, aufgeben?

Nein, wieso? Du bist doch klug. Du erkennst Muster. Du analysierst Verhalten. Ich finde, es ist nur ein kleiner Schritt dahin, so wie Sunflower_73 damit umzugehen: kompetent und erwachsen.

BTW: eine neue Chance auf eine "normale Familie" kommt mit eigenen PartnerIn und ggf. Kindern. Wo du dann maßgeblich die Chance auf Mitgestaltung hast.

Weshalb kann ich nicht standhaft den Kontakt meiden? Weshalb kann ich nicht nein sagen, wenn sie wieder anruft und "nett" spielt?

Zum Beispiel, weil du an das Gute glauben möchtest? Vielleicht auch, weil du so wenige Alternativen an sozialen Kontakten hast? Vielleicht, weil du dir für deine Kinder eine gute Oma wünschst? Und offenbar, weil du immer noch nicht unterscheiden kannst: was ist wirklich nett, was ist nur "nett gespielt"? Denn wenn du dich da auf dein Urteil verlassen könntest, könntest du das doch trennen. Ich halte es auch für ein Stück fehlendes Selbstvertrauen in deine Urteilsfähigkeit.

Ich habe mir das Buch "vergiftete Kindheit" gekauft und ich muss mir eingestehen, dass ich einige Parallelen gefunden haben. Ich möchte es nicht, aber es ist so.

Ich finde, gelesene Bücher manipulieren auch. Wenn du eine "normale" Familie möchtest, lohnt es sich, Bücher über "normale" Familien zu lesen. Darin stehen die Umgangsformen einer solchen, die Erlebnisse, Umgang mit Konflikten, normale Lösungen, usw. und so kann es als Orientierung dienen. Jetzt dient dir die "vergiftete Kindheit" als Orientierung. Und ich spekuliere mal, deine Wahrnehmung ist eben auch so eingestellt, dass du beim Lesen das vergiftete betonst. Anstatt das verbindende, normale. Aber das sollte doch auch darin vorkommen. Ein Ausweg daraus. Lösungsstrategien.

T2esatsARHxP


@ Jaalma

Wenn sie bei mir ist, kann ich sie auch nicht verjagen.

Naja, das wäre evtl. taktlos. Aber wenn sie bei dir rumschreit, dann kannst du sie vor die Tür setzen, das finde ich durchaus.

Und du kannst die Treffen in weiser Voraussicht bei dir von vorneherein zeitlich begrenzen und dann musst du dich auch daran halten: sag, sie kann mal eine Std.(oder wie du es dir vorstellen kannst) auf einen Kaffee o.ä. vorbeiguggen und nach 1 Stunde hast du keine Zeit mehr. Basta.

Und wenn es anfangs nett ist, genieße ich es sehr und oft verpasse ich den Zeitpunkt zu gehen, bevor wieder ein dummer Spruch oder Vorhaltungen kommen.

Tja, da musst du geistesgegenwärtig bleiben, denn sonst vermiest du dir den netten Augenblick mit ihr! Beende es immer lachend, dann kann man sich noch mehr aufs nächste Mal freuen :)z :)* .

*:) *:)

T4estRARHP


Als meine Mutter todkrank war, hab ich alles für sie gemacht, was sie wollte oder auch brauchte. Aber nicht, um ihr irgendwas zu beweisen, sondern weil mich das blanke Erbarmen mit der gequälten Kreatur anfocht. Ich würde niemanden in so einer Sit. im Stich lassen.

Meine Mutter war im Grunde mit 76 Jahren schon alt, auch wenn sie nicht so wirkte. Sie wurde wunderlich und vergesslich. Meine Geschwister ärgerten sich über sie, weil sie geistig oft abwesend war, keine Lust mehr auf Haushaltssachen hatte und am liebsten nur noch im Garten sass. Auf plötzliche Besuche konnte sie sich nicht mehr wirklich einstellen und wurde dann hektisch. Das war meinen Geschwistern peinlich, wenn sie mal Freunde mitbrachten.

Ich sagte zu den beiden: Hey, Mutter muss doch jetzt nicht mehr so funktionieren wir früher, sie wird ALT!

Tja und so alt, wie sie sich verhielt, war sie irgendwie auch nicht mehr die Mutter, die ich früher mal kannte und fürchtete.

Klar, es kamen immer wieder dumme, schnippische Sprüche, aber die hab ich ignoriert, ich hatte ja immer die Hoffnung, mit ihr einen wirklich guten Modus zu finden.

Meine Geschwister wollten ihr Altern lange nicht akzeptieren und beklagten sich über sie, ich liess sie reden. Als sie dann Krebs kriegte und anfing, dahinzusiechen, hatten wir dann aber alle dreie maximale Probleme damit, uns mit der Tatsache bekanntzumachen, dass sie nicht mehr lange da sein würde. Wir waren total ausser uns und haben und viel gestritten und ich begriff mit jedem Tag mehr, dass ich nie mehr meinen ersehnten guten Draht zu ihr kriegen würde.

Als sie starb, haben wir alle drei furchtbar getrauert, jeder von uns auf seine eigene Art- und ich um meine letzte Hoffnung.

Mit ihrem Tod hat sich mein Verhältnis zu meinen Geschwistern dann aber ziemlich schnell entspannt, weil wir ja keinen Anlass mehr hatten, meiner Mutter zu beweisen, wer von uns der Tollste ist. Für mich war das sehr erleichternd.

Meine Geschwister verhalten sich mir gegenüber bis heute allerdings noch sehr oft so, als würden unsere Eltern noch da sein. Dann bin ich meistens etwas genervt, weil ich mich irgendwie längst upgedated bzw. abgenabelt habe.

*:) *:)

TFestMARxHP


@ Benutzerin

Ach, nicht weinen :°_ :)* :)* :)_ :)_ :)_ :°_

So stell ich mir das Jenseits auch vor.

Hm, ich stell mir meine Mutter im Jenseits so gar nicht vor.

Das mit dem Traumhaus ist einfach nur MEINE Phantasie und der Ort für alle meine unerfüllten Familienwünsche.

Meine Mutter wollte auf gar keinen Fall sterben und hat sich bis zuletzt mit aller Kraft gewehrt.

Sie wird sicherlich längst wiedergeboren worden sein, oder aber

die Geister haben ihr eine art meditative Ruhepause verordnet, damit sie in ihrer verbissenen Lebenswut wieder zu sich kommt ;-) :)-

Crlonodyke


@ Soroman

Was meinst Du denn "mit romantisch überhöht" ?

Wenn Du willst, kann ich Dir mal bisschen aus meinem Leben erzählen, das würde einiges bei Dir relativieren.

Ich war u.a. mit 27 Jahren bereits Witwe mit einem 15 Monaten alten Baby und 7 Jahren schwerer Krankenpflege meines schwerst krebskranken Ehemannes, hinter mir und das am Ende der Welt....

Ich habe schließlich 6 Kinder großgezogen, einen davon mit einer schweren psychischen Erkrankung, seinen Stiefbruder sah ich im Drogensumpf fast untergehen. Trotz der 6 Kinder habe ich immer (halbtags) gearbeitet, manchmal auch als Nachtwache. Für Romantik war da wenig Platz

Mein kleiner Junky ist inzwischen clean und hat 2 Studiengänge abgeschlossen, ist glücklich verheiratet.

Bin schon Oma von 3 Enkeln und kenne das Leben mit seiner ganzen Breitseite, aber "romantisch überhöht" war da nichts dabei. *:)

Jwaalmxa


Bin schon wieder am Ende meiner Kraft.

Es hatte so gut geklappt. Ich bin rechtzeitig gegangen und es war schön.

Heute nun hat sie alles wieder zerstört. Ich müsste so vieles noch machen. Aber ich habe keine Kraft mehr. Hoffe, das wird bald wieder besser.

mkonNd+s)ternxe


Tut mir leid. @:)

Ich wünsche Dir den Mut und die Kraft, Deinen Weg weiter zu gehen, und ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem weiteren Lebensweg. :)*

Jbaa`lma


Danke dir sehr. @:)

Weißt du, früher tat ich alles, um meiner Mutter zu gefallen. Damit sie mich so annimmt wie damals meinen Bruder. Er wurde geliebt und verwöhnt, ich naja...

Sie fand alle meine Freunde hässlich. Und dann meinte sie mal, als sie einen ehemaligen Kollegen von mir sah, der sieht süß aus. Er hatte Locken, darauf stand sie. Ich tat alles, um mit ihm zusammen zu kommen in der Hoffnung, ich würde ein liebes Wort hören. Wir kamen auch zusammen und er hat mich betrogen von Anfang an. Dennoch hielt ich es 5 Jahre in dieser Beziehung aus, dann konnte ich nicht mehr.

Ich habe auch den Beruf erlernt, den sie für den einzig richtigen Beruf hielt. Ich hasste ihn. Habe ihn aber ausgeübt.

Ich habe meinen Bruder gehütet und habe fast mein ganzes Taschengeld in ihn investiert. Das tat ich auch gerne. Aber auch das war ihr nicht genug.

Ich brachte in der Schulzeit eine zwei nach Hause. Das war nicht gut genug. Eine eins wurde als selbstverständlich angesehen.

Es war noch viel mehr, würde den Rahmen aber sprengen.

Es hat mich sehr viel Kraft gekostet, zu versuchen, so zu leben, wie ich möchte. Aber selbst heute hat sie durch ihre Dominanz großen Einfluss auf mich.

T+estAzRHxP


@ Jaalma

Es ist wirklich höchste Zeit, damit aufzuhören, dir all die gemeinen Hässlichkeiten von deiner Mutter gefallen zu lassen.

Manche Mütter ziehen ihre Kinder nicht gross, sondern machen sie kaputt, so hart wie es sich lesen mag.

Ich empfehle dir dringend, alle Kontakte nur noch auf ein Minimum herunterzufahren und ganz neu und bewusst dein Leben für dich selber in die Hand zu nehmen.

Du bist erwachsen geworden, und kannst für dich selber sorgen. Deine Mutter brauchst du da nicht mehr und schaffst es alleine.

Allerdings fürchte ich, dass du die meisten Hoffnungen auf ein wenigstens halbwegs erträgliches Verhältnis zu deiner Mutter mehr oder weniger aufgeben musst.

Das hier so zu schreiben, tut mir leid,ich weiss selber, was das bedeutet. Aber ich habs überlebt und wenn ich mal traurig werde, ists nur noch kurz. Weil ich schon längst dafür gesorgt habe, dass mein Leben so glücklich ist, dass meine Mutter mit ihren Hässlichkeiten und überzogenen und widersprüchlichen Erwartungen an mich in meinem Leben keinen aktuellen Platz mehr hat. Wär sie am Leben, würde ichs wohl bei Pflichtbesuchen und- telefonaten belassen habe, die ich, wie oben beschrieben, kurz halten würde.

Aber das ist eh nur noch theoretisch, sie ist ja längst tot und heute wär sie uralt.

selbst heute hat sie durch ihre Dominanz großen Einfluss auf mich

Darum empfehl ich dir nochmals, die Kontakte herunterzuschrauben und ich würde ihr auch nicht mehr viel von mir selbst erzählen. Da würde ich ihr viel zu viel Breitseite bieten, worauf sie zielen könnte. Vermutlich musst du anfangen, dich ganz gezielt und strategisch gegen all die Übergriffe ihrerseits zu schützen. Also: Abtauchen und Kontakte kurz halten.

Es kann sein, dass sie dann rummotzt und nachbohrt und dass sie eventuell auch wieder gemeine Dinge sagt. Dann kannst du ihr aber klipp und klar sagen: du wärst es leid, ihre Gemeinheiten und ihre Kommandiererei oder was auch immer zu ertragen und damit ist jetzt Schluss.

Du brauchst jetzt gaaanz viel Zeit und Platz für dich allein und nur mit den Leuten und Dingen, die für dich gut sind.

Und glaub nicht, alles mit der Mutter wird gut, nur weils einmal gut gelaufen war, es kann immer wieder anders kommen!

Mache mal eine Liste, was DU dir im Leben so wünschst und dann mach einen Plan, wie du es auch ohne deine Mutter kriegen kannst. Schreib es auf, damit du es dir merkst! Und steht das, dann mache einen Plan, wie du deine Mutter da raushalten kannst, dir immer wieder Steine in den Weg zu legen.

Jammern bringt da nichts, da musst du ganz konkret und strategisch vorgehen, damit du dir Ziele setzt, sie ansteuerst und dann auch erreichst.

Ganz viel Power wünscht dir :)* :)* :)*

*:) *:)

JXaalmxa


Danke dir. @:)

Ja ich weiß, dass du zu 100 % Recht hast.

Weißt du, was am schlimmsten für mich ist? Wenn sie es nicht ertragen kann, wenn ich mal glücklich und zufrieden bin.

Doch ich muss dir Recht geben, jammern hilft nicht weiter. Ich muss etwas ändern, so viel Kraft es auch kosten möge. Ich habe nicht vor, wegen ihr komplett zu Grunde zu gehen. Mir geht es jetzt auch wieder besser als vorhin.

T6estAvRHP


Sagen wirs doch mal so: muss sie das ertragen können, wenn du glücklich bist? Nein, sie kanns doch finden wie sie meint! Es ist ihr Ding, und du löst es nicht damit, immer schön unglücklich zu sein, nur damit sie zufrieden ist.

Du kannst nicht auf ihre Art glücklich sein und sie kanns auf deine Art nicht, und dabei kannst du es ja einfach mal bewenden lassen.

sorgen musst du für deine Mutter da auch nicht: sie ist doch bestimmt schon ein grosses Mädchen, kann selber denken und rauskriegen, was sie zufrieden macht, gell :-D

hm, und wenn ihre Zufriedenheit nur auf dem Mist deines Unglücks wachsen kann, dann s. oben: halte den Kontakt so knapp wie möglich, und zwar in jeder Hinsicht:

Oberflächlicher Smalltalk verhindert zu tiefe Einblicke in dein Seelenleben

und konsequente zeitliche Begrenzung von Kontakten verhindert, dass sie wieder übergriffig wird.

Mein Tipp: Trefft euch nur noch im Café, weder bei ihr noch bei dir. Dann kriegt sie keinen "Heimvorteil" und dir kann sie (wenn bei dir zuhause) nicht in die Karten gucken.

*:) *:)

J\aalMmxa


Glaube mir, diese Frau kann mich kreuzweise. Heute war wieder ein Vorfall. Morgen muss sie zur Kontrolle in die Uniklinik. Ja, ich schäme mich, aber ich wünsche ihr kein Glück. Ich kann es einfach nicht mehr. :-|

kxnubbenliTnchxen


kennt ihr das buch "ein falscher traum von liebe"? ein erfahrungsbericht - ich musste daran denken, als ich eure beiträge hier gelesen hab... :-|

Jlaalmxa


Hallo knubbelinchen, nein, das Buch kenne ich nicht.

Mir wurde empfohlen, das Gespräch rechtzeitig abzubrechen. Aber heute habe ich auf die Uhr gesehen, wie lange es bis zur Eskalation dauerte. Es waren genau 7 Minuten!

Jqaa?lmxa


Ich komme immer noch nicht darüber hinweg. Als wir unterwegs waren, hat sie das Planschbecken abgebaut und mitgenommen. Als ich sie zur Rede stellte meinte sie, sie wüsste nicht mehr, wo sie es hingetan haben, mein Vater wohl auch nicht. Ja klar. Und sie hatte die Frechheit besessen, eine Wäschewanne mitzubringen mit den Worten: "Das ist doch viel besser als ein Planschbecken. Hier kannst du viel leichter das Wasser ausschütten. Ein Planschbecken ist der größte Quatsch" und andere Dinge zu anderen Themen.

Da habe ich die ganze Wut und den ganzen Frust rausgelassen und sie? Sie hat gelacht. >:( So ein Verhalten kann doch nicht normal sein.

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