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1 Jahr näher am Tod - Kinderaussage

Hlim}mrNich hat die Diskussion gestartet


Guten Morgen zusammen,

ich war gestern bei meiner Nichte auf dem Geburtstag und die Antwort von ihr geht mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf.

Als ich sie gefragt habe, naaaa du wie fühlt man sich denn mit 7 ??? War ihre Antwort "nicht so gut, nun bin ich 1 Jahr näher am Tod" :-o

Ich wußte erst nicht wie ich darauf reagieren soll und hab ihr dann gesagt dass der Tod nicht berechenbar ist und man sich über jeden Tag erfreuen soll anstatt über sowas nach zu denken. Sie ist nun bald für ein paar Tage bei mir und ich weiß nicht ob ich das Thema nochmal ansprechen soll.

Ihre Eltern saßen dabei und haben nur geguckt, kein Ton gesagt.

Ich wollte aber in der Situation auch kein fass aufmachen und letztendlich ist es ja auch nicht mein Kind.

Habt ihr sowas schon mal von einem so jungen Menschen gehört und wie würdet ihr reagieren?

Wünsche einen sonnigen Tag!

Viel Wasser trinken nicht vergessen ;-)

Antworten
S)hojo


Viele Kinder interessieren sich für das Thema Tod und geben da auch manchmal was von sich, das einem den Mund offen stehen lässt.

Frag doch einfach mal die Eltern, wie die das einschätzen, wenn es Dich so gar nicht loslässt und Du nicht genau weißt, was damit anfangen. Grundlegend würde ich halt abwarten - ihr weder das Thema aufdrängen noch abblocken, wenn sie damit anfängt. Vielleicht gab es Todesfälle in ihrem Umfeld, vielleicht spricht man im Moment in ihrem Freundeskreis/ihrer Klasse über den Tod, wenn man ganz vorn mit dabei sein will, vielleicht beschäftigt das Thema sie aus Neugier. Ich empfinde es als sehr natürlich, sich damit zu beschäftigen, und gerade weil der Hauch eines Tabus darüberliegt und Erwachsene schnell und mit wenig Aufwand etwas konsterniert reagieren, ist es gerade für Kinder oft einfach reizvoll.

MFoxyi


Viele Kinder interessieren sich für das Thema Tod und geben da auch manchmal was von sich, das einem den Mund offen stehen lässt.

Kann ich nur bestätigen. Meine Tochter hatte eine Phase in der sie täglich dieses Thema hatte und teilweise war das von einer Qualität, dass man sich gruseln musste. Sie hat auch behauptet, sie wäre früher mit Prinz Friso befreundet gewesen, leider hätte er sie dann ertränkt.

Eventuell hat das Mädchen auch einfach einen Spruch aufgeschnappt, den sie von einer älteren Person gehört hat. Solche Sprüche kommen doch von Erwachsenen über 40 durchaus mal.

BZenit]aB.


Ich denke auch, es keinen wirklichen Hintergrund, sonst würde man nicht von einem Jahr reden. Wird ein cooler Spruch sein.

Und im übrigen ist es ja die Wahrheit....

Jeder Tag kann sogar der letzte sein, und manche Menschen sind unfähig, ihn ausgiebig zu erleben und zu genießen, sie können nur noch whatsapp....

FNunn+y-&Towxn


Hört sich für mich auch an, wie ein aufgeschnappter Spruch, welches sie selber vielleicht noch gar nicht richtig versteht.

Ich würde das Thema nicht ansprechen, wenn es nicht wieder von ihr zur Sprache kommt.

Ich habe als Kind den Tod als etwas schönes empfunden. OK, die Leute waren dann eben nicht mehr da, dass war schon blöd. Aber dafür hatten die dann einen schönen Garten bekommen ;-D . Bei uns sind die Gräber auf dem Friedhof mit Hecken eingesäumt, und das war eben der Garten meines Opas (und später meiner Oma).

PwowerXPuQffi


Ich denke auch, dass das ein doofer Spruch ist, den sie mal aufgeschnappt hat.

Mit 12 hatte ich auch so eine Phase, wo ich schon mit einem Bein im Grab stand. Das war immer lustig, weil es die Erwachsenen schockiert hat.

Du bist ihr ja ganz schön auf den Leim gegangen! ;-D

nHottr5anqugilizxed


das habe ich früher auch immer gedacht dass ich nun dem Tod ein Stück näher bin, damals hatte ich Angst vor dem Tod, heute ist es mir eigentlich recht will nicht mehr leben, aber Angst habe ich trotzdem irgendwie

Fdre|njna


Die Tochter von meiner Freundin war 9 als die Oma gestorben ist. Sie meinte nur ganz entspannt zu meiner Freundin, Mama das ist doch nicht so schlimm. Alle Menschen und Tiere werden geboren und müssen deshalb auch sterben. Wichtig ist doch nur dass die Zeit, die sie hatten schön war, egal wie lange.

Ich finde, eine sehr gute Einstellung...

d\angaqe87


Als ich sie gefragt habe, naaaa du wie fühlt man sich denn mit 7 ??? War ihre Antwort "nicht so gut, nun bin ich 1 Jahr näher am Tod" :-o

Ich hab das als Kind so empfunden als ich zehn wurde. Das hat mich einfach so als Erkentnis erwischt und lag mir eine Weile lang sehr schwer im Magen. da gab es gar keinen konkreten Anlass, mir wurde das einfach klar als ich einen großen Baum gesehen habe und mir klar wurde, dass ich niemals so alt werde wie dieser Baum. Ich erinnere mich an diesen Moment bis heute sehr genau und intensiv. Deine Antwort empfinde ich als sehr passend. Hast du denn regelmäßigen Kontakt zu dem Kind?

LH.vanzPelt


Ich wußte erst nicht wie ich darauf reagieren soll und hab ihr dann gesagt dass der Tod nicht berechenbar ist und man sich über jeden Tag erfreuen soll anstatt über sowas nach zu denken. Sie ist nun bald für ein paar Tage bei mir und ich weiß nicht ob ich das Thema nochmal ansprechen soll.

ich finde, es ist eine grandiose Feststellung für eine 7jährige. Möglicherweise hat sie gerade das Konzept entdeckt, dass es sowas wie ein typisches, menschliches Lebensalter gibt: Menschen werden ca. 80 Jahre alt, Katzen 18 Jahre, Hamster eher nur 2.

Ein Jahr älter werden heißt, ein Jahr näher an diese Zahl heranzurücken. Mathematisch völlig korrekt. Mit solchen Erkenntnissen und Konpzepten "spielen" und arbeiten die Kinder. Nennt man auch ganz kurz: "lernen" ;-)

Ich finde es verkehrt, ihr mitzuteilen, dass sie über sowas nicht nachdenken soll - Gedanken kann sie ja nicht einfach abstellen. Und es ist doch völlig natürlich, über sowas nachzudenken, sich Fragen zu stellen, den Erwachsenen fragen zu stellen und langsam Dinge zu verstehen. Kannst Du Dir vorstellen, diesen Gedanken von ihr offen zu begegnen? Von Dir aus würde ich das nicht nochmal ansprechen, wenn sie aber davon anfängt, was spricht dagegen, darüber zu reden? Es gibt übrigens tolle Kinderbücher zu dem Thema.

mCa/ripxosa


Habt ihr sowas schon mal von einem so jungen Menschen gehört und wie würdet ihr reagieren?

Ich habe so etwas noch nie von einem Kind gehört, aber ich würde mich nicht wundern, wenn sie einfach etwas nachgeplappert hat, was sie in ihrem Umfeld oder auch nur im TV gehört hat.

Die Aussage an sich gehört eigentlich eher in den Kontext von streng religiösen Menschen. Da wird der Geburtstag nicht gefeiert, weil er den Menschen ein Jahr näher an den Tod heranführt, sondern der Namenstag.

Ich wollte aber in der Situation auch kein fass aufmachen und letztendlich ist es ja auch nicht mein Kind.

Das ist auch gut so. Vielleicht solltest Du Deine Glückwünsche in Zukunft mit dem Hinweis versehen, dass man am Geburtstag nur einen einzigen Tag älter ist als am Vortag.

m&onndj+sterxne


Da man nicht wissen kann, ob es nur ein aufgeschnappter Spruch ist, würde ich es nicht sinnvoll finden, sie aktiv darauf anzusprechen.

Falls sie das Thema Tod tatsächlich noch beschäftigt, wenn sie ein paar Tage bei Dir ist, wird sie sicherlich noch einmal darauf zu sprechen kommen, wenn Du Dich für solche Themen aufgeschlossen zeigst.

Ich finde es übrigens gut, wenn man ihre Feststellung so stehen lassen kann, weil sie nunmal wahr ist.

Wünsche einen sonnigen Tag!

Danke, habe ich gehabt, und damit bin ich dem Tod wieder einen Tag näher. :°(

dsanDae87


Also ich finde das man darüber nicht zu viel nachdenken sollte. Es darf einen nicht regieren und dies Gleichgewicht zu finden fiel mir am Anfang schwer. Ich war richtig schwermütig.

Enhemalig;er NuXtze)r (#5302x18)


Sehr sympathisches Kind. Am Ende läuft alles auf das Sterben hinaus - auch wenn das gerne verdrängt wird.

moondH+stxerne


@ danae87

Aus dem Grund habe ich es mir übrigens abgewöhnt, meine Aussagen zu begründen. Die Tante hat gefragt, wie es ihrer Nichte geht. Anstatt ihre Antwort hinzunehmen, fängt sie an, über die Begründung zu diskutieren.

Also, Begründungen lieber weglassen.

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