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Männlich 48 - vielfältige Zwänge durch Sekte :-(

T[homEmy-6x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich leide seit nunmehr über 30 Jahren (seit meinem 16 Lebensjahr) an verschiedenartigen Zwangsgedanken

- autoaggressiver Art (vor allem springen von Gebäuden, aus Fahrzeugen)

- aggressiver Art (vor allem Messer und Werkzeuge)

- sexueller Art (obzöne Äußerungen, unsittliches Verhalten etc.)

- Verfolgungsideen (Angst vor sozialem Abstieg, vor Behörden etc.)

Ursächlich ist u.a. vermutlich ein Exposition an religiösen Fanatismus (Sieben Tages Adventisten) als Kleinkind, mir wurde bsp. schon vor dem Grundschulalter mit Sektenschriften / Bibeln das Lesen beigebracht, hier wurde dann ein alles sehender und bestrafender "Gott" in die über ich Instanz implemtiert. Bin heute Konfessionslos und bekomme Beklemmungen wenn ich eine Kirche betreten muss.

Ich habe einiges durch 2 Therapien (als Jugenlicher und vor ein paar Jahren wegen Schlafstörungen aufarbeiten können), die Gedanken sind jedoch noch nach wie vor da und kosten mich sehr viel Lebensfreude und Energie und greifen mich mittlerweile auch gesundheitlich an.

- 2007 Burn Out mit Magengeschwür

- Depressionen

- Reizdarmsyndrom

- generalisierte Myalgie (Fibromyalgie)

Ich schaffe es einigermaßen meinen beruflichen und privaten Verpflichtungen nachzukommen, habe aber niemanden mit dem ich über meine Probleme reden kann, und hoffe somit hier etwas Austausch und Hilfe zu finden.

Viele Grüße und Danke für Infos - Thommy

Antworten
E6laf&Remi5ch0x815


Inwieweit deine religiöse "Vorschädigung" ursächlich für deine Probleme ist kannst du dir, denke ich, nur selber beantworten. Evtl. wäre eine weitere Therapie in diese Richtung sinnvoll.

Vor Messern und Werkzeugen habe ich auch respekt und gehe entsprechend umsichtig damit um. Angst würde ich das aber keinesfalls nennen. Von alleine tun dir die Dinger nix.

Behörden können echt nerven. Aber im Grunde sind sie für dich da und nicht umgekehrt. Jedenfalls sollte das so sein.

Angst vor sozialem Abstieg ist nachvollziehbar. Solange aber, wie du selber sagst, beruflich und privat noch alles im Rahmen ist brauchst du deswegen doch keine echte angst zu haben.

Was deine Angst vor Religion im Allgemeinen angeht so würde ich es mit einer "Radikalkur" probieren. Setz dich einfach mal still und alleine in eine Kirche und lasse das Gebäude auf dich wirken. Oder du besuchst gar einen normalen Gottesdienst. Vielleicht siehst du das sie lediglich "Angebote" machen, die du annehmen kannst oder eben auch nicht.

Ich selber habe mit Religion nicht viel am Hut. Habe aber beruflich bedingt öfter mit der Kirche und auch mit Gottesdiensten zu tun. Meine Erfahrung ist das es - solange man sich geistig darauf einlässt - sehr vom Pastor (oder der Pastorin) abhängt wie man ihre "Angebote" wahrnimmt.

Wir haben z.B. seit einigen Jahren bei uns einen neuen (katholischen) Pastor. Den kann ich einfach nicht ausstehen. Gleichzeitig ist in der hiesigen evangelischen Gemeinde aber eine Pfarrerin, die ich absolut großartig finde und vor der ich einen großen Respekt habe.

Aber genug zur Religion.

BurnOut und Depressionen haben letztlich etwas mit dem Lebenswandel bzw. der eigenen Einstellung dazu zu tun. Wenn alles keine Rolle spielte, was würdest du ändern wollen damit du dich wohler fühlst?

Das andere genannte kann man sicher ärztlich behandeln lassen. Macht auf mich aber auch den Eindruck als wäre es stressbedingt.

rmemiJnd


Hallo *:)

Ich habe einiges durch 2 Therapien (als Jugenlicher und vor ein paar Jahren wegen Schlafstörungen aufarbeiten können), die Gedanken sind jedoch noch nach wie vor da und kosten mich sehr viel Lebensfreude und Energie und greifen mich mittlerweile auch gesundheitlich an.

Wie lange ist die denn Therapie als Jugendlicher her?

Wurde das Hauptthema in der 2. Therpie ausreichend aufgearbeitet?

B\romb:eerküc@hlxein


Ich empfinde zwei Therapien in 30 Jahren als sehr wenig. Bist du medikamentös in Behandlung?

TqhoPmmy-x66


...etwa 25 Jahre - es ist eigentlich alles aufgearbeitet (die Ursachen sind bekannt) - versuche auch in einigen Dingen (beruflich und in der Freizeitgestaltung) kürzer zu treten - nur der Kopf kommt noch immer nicht zur Ruhe - habe ständig das Gefühl zu Versagen und nichts zu schaffen - fühle mich nur entspannt wenn ich Arbeite - in Ruhephasen fängt wieder alles an zu rotieren - dazu dieses ständige mal Diffuse - mal konkrete Gefühl verfolgt zu werden (durch beruflichen Mißerfolg - Gerüchte im sozialen Umfeld etc.)...

...würde mich am liebsten zu Hause verbarrikadieren - mich nervt mittlerweile fast alles und ich habe keinerlei Lust auf Leute um mich - obwohl ich mich einsam Fühle :-(

T]hommyy-6x6


Ich nehme etwas für den Magen und L-Thyroxin gegen die Myalgien,da die Schildrüse auch angegriffen scheint (beginnende Hashimoto), habe hier und da nochmal versucht eine Beratung zu bekommen, jedoch sind die Wartezeiten entsetzlich lang, und unter der Woche habe ich aus beruflichen Gründen keine Zeit regelmäßige Termine wahrzunehmen, versuche somit mich selber aus dieser Mühle zu befreien - was teilweise auch gelingt, Hinweise auf Selbsthilfegruppen / Foren zum Thema Zwänge und Burnout sowie Entspannungstechniken sind somit herzlich willkommen.

Von Psychopharmaka halte ich nichts, zumal sie mir auch nicht wirklich Helfen ( hatte mal Serotoninwiederaufnahmehemmer ), die Depression verschwindet von alleine wenn ich beschwerdefreie Momente habe, im Winter nehme ich häufiger Johanniskraut...

Emhemahliger MNutzer (w#438245x)


Ich sags mal so: Für meine Begriffe bist du noch nicht richtig "austherapiert", da gibt es wohl noch "Brandherde" im Unterbewusstsein, die noch nicht bearbeitet sind.

Rational kann man da fürchte ich nicht sehr viel machen, weil um die "Störquellen " zu beseitigen, muss man tiefer rankommen, das schafft man z.B. mit einer reinen Gesprächstherapie gar nicht.

Welche Therapieform hattest du denn bislang und wie schätzt du selber den Erfolg dieser Therapien ein?

T{hom*mQy-6x6


Eine Gesprachs und Verhaltenstherapie, hat schon relativ gut geholfen, bekomme meine beruflichen und privaten Erfordernisse schon recht gut bewältigt.

Ich habe auch die Vermutung das sich hier jahrelanger / alter Ärger festgesetzt hat, gewisse Sachen (v.a. berufliche Enttäuschungen) sind auch noch nachzuvollziehen, Sport zum abreagieren scheidet wegen der Myalgien momentan leider aus, aber wohin dann mit dem alten Ärger, der alten Wut ?

aopri|lx45


Sport würde dir aber wahrscheinlich bei deinen Muskelschmerzen helfen, denn je mehr du Schonhaltungen einnimmst und Bewegung vermeidest desto mehr werden die Verspannungen sich manifestieren, sicherlich wäre es auch angebracht wenn du entsprechede Entspannungstechniken erlernst.

EzlpafRem?ich0I81x5


Schon mal über Yoga nachgedacht? Also nicht mir diese "Verrenkungen" sondern deren ganzheitlicher Ansatz...

Z"waEck44


Darf ich fragen, wie Deine aktuellen SD-Werte aussehen, wie Hashi diagnostiziert worden ist (Antikörper? Sonogramm?), wie groß Dein SD-Volumen ist, welche Dosis LT Du nimmst und wann Du zur letzten SD-Kontrolluntersuchung warst?

T8ho3mm,y-x66


...das weiss ich jetzt nicht Auswendig- nehme tägl. 100 mG - Schildrüse hat gutartige Knoten und ist verkleinert bei normeln Werten im Blutbild...

E.hemaligMer N?utz%er (l#438245x)


aber wohin dann mit dem alten Ärger, der alten Wut ?

Die könntest du mit einer geeigneten Therapie ein Stück davon abarbeiten. Verhaltens- und Gesprächstherapie sind irgendwann am Ende. Gestalt-Therapie könnte ich empfehlen, ist aber, wie alle anderen Therapien auch, von einem guten Therapeuten abhängig. Und auf Kasse gibt es die glaube ich auch nicht.

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