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Immer noch wie geschockt nach Krankenhausaufenthalt

AfugeummAugje hat die Diskussion gestartet


Guten morgen,

vielleicht bin ich eine Obermemme aber meinen letzten langen Krankenhausaufenthalt habe ich immer noch nicht verdaut und versuche selbst damit umzugehen. :[]

Ich war im Dezember in Südamerika im Urlaub und hatte mir eine schlimme Infektion zugezogen. Nach zuvielen Tagen kam ich in die Notaufnahme und blieb letztendlich für knapp einen Monat im Krankenhaus. Alle gaben sich die größte Mühe aber die Spartanische Einrichtung und der schlechte Zustand des Krankenhauses waren der erste Schock. Sowie dann eine NotOp am Auge mitten in der Nacht nach endlosem warten. Dann folgten 3 Wochen Schlafentzug wegen der stündlichen Medikation 24h/7d was mir noch den Rest gab und ich hab viel weniger gegessen und nahm sicher 10 Kilo ab. Und immer hieß es vielleicht kann ich in ein paar Tagen nach Hause fliegen. Alle paar Tage wurden die Medikamente gewechselt, weil kaum Besserung in Sicht war. Zum Glück flog dann extra jemand aus meiner Familie zu mir um beizustehen. War das eine Erleichterung :)* . Hätte ich dann dort erfahren, dass mir wegen drohender Hirnschäden evtl. das eine Auge entfernt werden müsste wäre ich sicher mit Tropf in der Hand zum Flughafen gerannt. %:|

Meine Begleitung etc. haben es mir zum Glück vorenthalten. Ich bin zwar wieder Topfit aber hab noch monatliche Untersuchung und dann bald die letzte OP. Muss noch oft darüber nachdenken und sprechen.

Geht das irgendwann von alleine weg oder sollte ich mir Hilfe in Anspruch nehmen? Wäre mir irgendwie peinlich..

Antworten
Aquge!umAuxge


Sorry für die Rechtschreibfehler. Ist noch zu früh.

J:a*n74


hast Du denn gesundheitliche Schäden davongetragen aufgrund des schlechten Krankenhaus-Zustandes, oder sind alle Schäden/Probleme direkt Folge der Krankheit, und in Deutschland hätte man Dich auch nicht anders behandelt?

Eine Obermemme bist Du sicherlich nicht, solche besteigen keine Flugezeuge und machen schon gar keinen Urlaub in Südamerika.

Sicherlich kann so ein Erlebnis Spuren hinterlassen.. kleines Trauma. Eindeutig therapiebedürftig ist allerdings auch, dass Dir das dann peinlich wäre ;-).

M&ilky4_e7x7


Ich finde überhaupt nicht, dass du eine Memme bist. In einem fremden Land so lange im Krankenhaus, das ist Horror! Noch dazu mit Not-OP usw.

Ich kann gut verstehen, dass du es noch nicht verarbeitet hast.

Vielleicht würde es dir ja wirklich helfen, mal mit einem Therapeut oder Arzt zu sprechen. Eine richtige Therapie ist ja vielleicht gar nicht notwendig, einfach mal mit einem Arzt drüber reden. Das hilft dir vielleicht schon viel. :-)

c6riech,arlxie


Hi Du,

Du hast mehrere Dinge zu verarbeiten. Erstens, dass es dich mit so iener schweren Krankheit getroffen hat. Zweitens, dass nun ständig alle an dir rummachen und wirklich ernste Gefahren, die dein Leben langfristig verändertn, sehr real werden. Und dann natürlich er Krankenhausaufenthalt selbst. Nich zu vergessen das Unwohlsein beim Wechseln der Kulturen nach so langer Zeit.

Du bist keine Memme. Du brauchst nun Hilfe und Unterstützung, Du bist traumatisiert, was voll verständlich ist!

_TPa+rvatxi_


Alle gaben sich die größte Mühe aber die Spartanische Einrichtung und der schlechte Zustand des Krankenhauses waren der erste Schock.

DAS kann ich sogar sehr gut nachvollziehen, denn ich hatte mal ähnliches Mitte der 90er in Kroatien, wo es noch Kriesengebiet war, erlebt. Ich war zum Glück nur ein paar Stunden im Krankenhaus und ich hatte zum Glück nichts lebensbedrohliches, aber die paar Stunden in der Klinik haben mir echt gelangt. Schon der bauliche Zustand der Klinik war eine Katastrophe. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass in jedem Moment die Decke über mir herunter kommt. Dann war, zumindest in dem großen Mehrbettzimmer in dem ich war, noch ein riesen Loch in der Wand. Sah aus wie ein Bombeneinschlag. Nachdem, was ich vorher schon im Land gesehen habe, wurde meine Angst, dass irgendwo eine Bome herunter kommen könnte, nur noch größer. Abgesehen von der Tatsache, dass da ungebetene Gäste durch das Loch hätten eindringen können.

Um die Sauberkeit und Hygiene war es auch nicht gut bestellt. Der Boden war schmutzig und überall Spinnweben. In meinem Bett waren noch Haare vom Vorgänger, eine eingetrocknete Blutlache auf der Bettdecke, welche ich beiseite schob und eingetrockenes Blut auf dem Kopfkissen. Aufs Kopfkissen habe ich mich auch noch aus Respekt vor dem Personal gelegt, denn für die war das alles völlig normal %:| Die anderen Betten sahen übrigens nicht viel besser aus %:|

Als dann nach gefühlten Stunden, der Arzt kam, wollte er, dass ich über Nacht bleibe, denn er hatte zu dem Zeitpunkt angeblich keine Zeit für mich. Ich und auch meine Eltern (ich war damals 10) wollten aber auf keinen Fall, dass ich in der Klinik länger bleibe. Meine Mutter hat dann den Arzt geschmiert. Aber das Geld, was sie bot, war ihm noch nicht genug, also bot meine Mutter mehr bis er annahm und mich behandelte. Ja, plötzlich hatte der gestresste Doctor in seiner nahezu geleerten Klinik viel Zeit für mich. Seine Instrumente waren zwar aus dem 1. Wk, aber er hat immerhin steril gearbeitet. Da hatte ich ja auch erst so meine Bedenken nach dem ersten Eindruck der Klinik.

Wenn ich mir aber vorstelle, dass ich hätte länger in der Klinik bleiben sollen wegen einer sehr schweren Erkrankung, wie bei dir, oder wegen eines schweren Unfalls... Ich wäre da tausend Tode gestorben. Es ist nun mal Fakt, dass es auch heute noch Länder gibt, deren Kliniken nicht auf dem von unseren gewohnten westlichen Standart sind. Die Möglichkeiten bestimmter Behandlungen sind daher auch oft stark begrenzt. Das war auch bei meinem Vater der Fall, als er in den 80ern in Nicaragua als Aufbauhelfer war, sich einen schweren Infekt einfing und fast daran gestorben wäre. Er hatte nur mit viel Glück überlebt.

Es hilft auf jeden Fall darüber zu reden, oder zu schreiben, wie ich es gerade getan habe. Ich merke auch, dass mir das gut hilft das ganze zu verarbeiten. ich war auch kürzlich in Therapie wegen einer PTBS. Ich hatte noch andes in Kroatien gesehen, was meinem Empfinden nach viel schlimmer war und worüber ich auch mit meinem Thrapeuten gesprochen habe, aber irgendwie konnte ich nie über die Sache im Krankenhaus sprechen. Ich hatte tatsächlich immer das Gefühl, dass er das nicht verstehen würde, obwohl er durchaus viel Verständins hatte. Aber ich hatte solche Hemmungen... Ich kann nicht erklären wieso.

Wenn dich deine Erlebnisse in der Klinik nicht loslassen und zu sehr belasten, dann suche Hilfe. Ich habe mir auch Hilfe gesucht, wenn auch erst nach Jahren und auch eher wegen anderen Dingen, aber ich kann es nur empfehlen. Ich bereue es aber schon, nicht über die Klinik gesprochen zu haben.

Mich würde aber mal interessieren, warum dich der Klinikaufenthalt noch so belastet. Ich meine, ich kann es nur erahnen, aber kannst du mal deine Gefühle genauer beschreiben, die du während des Aufentahltes hattest und welche Gefühle du jetzt hast?

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