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Lebenskrise?

T4hiKs ThwiSlighti Gard\en


dazu müsst ihr wissen, dass ich mit etwas abstrakteren themen arbeite, wo ein "output" bzw. ergebnis, wenn überhaupt, nur sehr schwer greifbar oder sichtbar ist.

Das ist immer schwierig dann.

Ich habe schon oft gehört, dass z.B. einer der schlecht bezahltesten Jobs, dennoch der zufriedenstellenste ist: der Frisör :)z

Ich kannte einige Frisöre (es waren Freunde) und die sagen einfach immer wieder, wie sehr sie ihren Job lieben. Man sieht einfach, was man geschafft hat, kann sich (manchmal) kreativ ausleben, kann schnacken, ist unter Menschen, bekommt positives Feedback wenn der Kunde zufrieden ist etc. Klar kommt es auch darauf an, WO man arbeitet (in was für einer Art Salon), aber im Großen und Ganzen ist es schon so :)z

MCilkZy_e77


Ich habe jetzt natürlich mehr als 1.500 Euro zur Verfügung.

Ich habe ja geschrieben, mit 1.000 + 500 hätte ich FAST so viel zur Verfügung wie jetzt bei Vollzeit.

Dann würde ja auch tägliches Pendeln wegfallen.

Ich schwelge auch jetzt nich im Luxus, aber meine Hobbies kann ich mir leisten.

Superteurere Hobbies habe ich ja auch gar nicht.

Ich sag ja, ich wäre schon zufrieden, wenn ich mehr Zeit hätte um in Ruhe fernsehen zu können, lesen, günstiges Fitnessstudio für 30 Euro im Monat, Spaziergänge, vielleicht mal Kaffeehaus (alles nicht teuer....)

NIo% ris5k - nom fear


Jedes Wort im Eingangsposting könnte von mir sein, bis auf die Tatsache des aktuellen Jobs.

Denn ich habe nur beschissene zermürbende Zeitarbeitsstellen mit unterirdischem Einkommen.

Aber der Rest könnte 1:1 von mir sein.

Ich überlege mir, nach Teilzeitstellen zu suchen in einer Festanstellung, da verdient man sowieso das gleiche wie als Leihknecht der Vollzeit schuftet in den stressigsten Stellen.

Mit geringem Einkommen muss ich jetzt auch klarkommen aber dann hätte mein Leben wenigstens wieder einen Sinn!!

Nqo =riskA - no xfear


Sollte ich weiterhin bei Leiharbeit versauern, ich werde mich nicht mehr so aufopfern wie bisher.

Man soll die gleiche Leistung erbringen wie die Stammbelegschaft, aber für 40% weniger Geld (netto) und schlechte Bedingungen wie weniger Urlaub, keinerlei Arbeitsplatzsicherheit etc.

In Zukunft werde ich die Leistung erbringen:

Bekomme ich vom angemessenen Gehalt wie die Stammbelegschaft nur 60%, Leiste ich auch nur 60%. So einfach ist das und mehr kann auch keiner erwarten.

Dann fällt schon mal der größte Frust Faktor Weg.

NMo riXsk - noY feaxr


1500€ netto Vollzeit sind nicht viel?

Ich würde Leben wie Gott in Frankreich wenn ich jeden Monat 1500€ raus hätte.

CIomr`a4n


Bedingungsloses Grundeinkommen ist ein spannendes Thema. Allerdings darf man sich nicht all zu viel finanziell erhoffen. Es wäre wie HartzIV ohne den Zwang, zumutbare Arbeiten annehmen zu müssen.

Aber es muss genauso wie HartzIV finanziert werden. Da ein BGE aber deutlich höhere Anreize hat (keine Restriktionen, Hinzuverdienst in unbegrenzter Höhe möglich, keine Aufrechnung von Lebensgemeinschaften) darf man annehmen, dass die Kosten die Kosten von HartzIV um Längen überschreiten.

Im Bundeshaushalt sind für Ausgaben im Sinne des Sozialgesetzbuchs 33 Milliarden Euro vorgesehen. Davon 25 Milliarden für HartzIV und ALG2-Wohngeldzuschuss des Bundes.

Wir haben 81 Millionen Bundesbürger. Kostenneutral würde das bedeuten, wenn im Sinne des BGE jeder Bundesbürger diese Leistung erhält, für jeden Bundesbürger jährlich 407 Euro übrig bleiben - macht 34 Euro im Monat ]:D .

Selbst mit ganz viel Abstrichen (nur 1x pro Haushalt, Erhöhung von Eigenleistungen im Krankheitsfall, Besteuerung des Gesamteinkommens) wird der Abstand zu den erträumten 1000 Euro Netto noch ganz weit bleiben. Ich befürchte sogar, dass ein BGE noch weit unter HartzIV-Niveau bleiben würde.

Ein spannendes Thema, aber die Träumereien, in denen Befürworter schwelgen, haben mit der Realität nicht viel gemein. Solange nicht jemand eine geniale Idee der Finanzierung hat. ;-)

poinkni2c-o75


Keinen Cent wollte ich für ein bundesweites BGE ausgeben....

wäre wirklich interessant zu hören, wie das finanziert werden sollte....von den Doofies, die freiwillig dafür arbeiten? Aber träumt weiter :|N

Hvayl)eGy Mx.


Wie ist man eigentlich auf die grandiose Idee: "staatliche Finanzierung für alle", also das BGE, gekommen? Von wem stammt sie?

Mwilk"ym_ex77


Ich weiß nicht, woher die Idee von einem bedingungslosen Einkommen kommt.

Aber ich denke es könnte nie funktionieren. Sehr viele würden sich damit zufrieden geben und nicht zusätzlich arbeiten. Also könnte es nie finanziert werden.

C+omrDaxn


Wie ist man eigentlich auf die grandiose Idee: "staatliche Finanzierung für alle", also das BGE, gekommen? Von wem stammt sie?

Die Idee ist fast so alt wie der Sozialstaat. Und die ursprüngliche Idee ist nicht schlecht. Jedem Bürger soll ein Minimum an Einkommen garantiert werden.

Die Vorteile:

- jedem Bürger wird ein Mindeststandard im Leben garantiert

- der Zwang zur Arbeit (wie in HartzIV) fällt weg

- Demütigende Antragsstellung und Amtsgänge fallen weg

- der Sozialstaat hat weniger Personalkosten

Soweit sind die Vorteile bestechend und auch menschenwürdig.

Wie genau das BGE realisiert werden soll, da gehen die Meinungen aber weit auseinander. Je höher der Profit von einem BGE, umso utopischer sind die Forderungen. Dass wirklich jeder Bürger (auch jedes Kind) ein BGE erhält und das auch noch hoch genug ist, um ein Leben über HartzIV-Niveau zu führen, und dass man auch noch hinzuverdienen darf, das ist das Idealbild vor allem linker Fantasten.

Realistischer ist da schon, dass man das BGE tatsächlich nur auf Antrag erhält, der Beitrag für Kinder deutlich geringer ausfällt, und dass man hinzuverdientes Geld extrem stark versteuern muss (wg. der Rückfinanzierung) oder angerechnet wird (analog der geringverdienenden Auffüller heute).

Der Anreiz der Zuarbeit bleibt bestehen, der Zwang hingegen fällt weg.

Die Personal- und Verwaltungskosten für Sozialhhilfe werden geringer (keine Prüfungen, keine Widersprüche).

Es ist menschenwürdiger als HarzIV.

Aber selbst im optimalsten Modell gilt: man wird sicher kaum mehr bekommen als wie bei HartzIV. D.h. nach Abzug des warmen Wohnens bleiben vielleicht noch 400 Euro Netto.

Die linke Auffassung eines BGE, dass jeder Bürger pro Monat einen solchen Satz geschenkt bekommt, ist astronomisch neben der Spur. Realistisch geht es lediglich darum, die Sozialhilfe wieder so menschenwürdig zu machen, wie sie vor ALG2 mal war, dabei aber stark zu vereinfachen.

T\his hTwil$ightO Gardxen


Vom DM Gründer Götz Werner persönlich ... bzw. er hat es eher publik gemacht...

Es gibt da sooo viele Seiten zum Einlesen in das Thema; wie das alles funktionieren kann und jeder eben besagte 1000€ bekäme.


Machbar wäre das wohl aber vom Staat im Leben nicht gewünscht. Dann kann man ja keinen mehr unterdrücken und in Angst klein,- und gefügig halten.

Keinen Cent wollte ich für ein bundesweites BGE ausgeben....

wäre wirklich interessant zu hören, wie das finanziert werden sollte....von den Doofies, die freiwillig dafür arbeiten?

Warum nicht? Du müsstest dann ja auch nicht mehr arbeiten. Nur wenn dir dein Geld nicht reicht, musst du eben dazu verdienen. Das bedeutet auch, dass die Gesellschaft komplett umdenken müsste: auch Jobs, die sozial wirklich wichtig sind werden dann dementsprechend bezahlt (Altenpflege, Kiga...), sonst würde sie ja keiner machen ;-)

C6omrxan


Es gibt da sooo viele Seiten zum Einlesen in das Thema; wie das alles funktionieren kann und jeder eben besagte 1000€ bekäme.

Wenn du das gelesen und verstanden hast, dann würde mich eine Kurzfassung in 5-10 Sätzen interessieren. Ich kann mir das nämlich nicht vorstellen.

Wenn man es nicht als Modell in wenigen Sätzen erklären kann, ist es vermutlich ein Irrtum ;-)

TZhisB Twil[ight ;Gkarxden


Sehr viele würden sich damit zufrieden geben und nicht zusätzlich arbeiten. Also könnte es nie finanziert werden.

Das glaubst du, weil du von dir ausgehst ;-D . Aber es gibt wirklich viele Leute, die eben nichts mit sich anfangen können und eine Aufgabe brauchen. Und die, die eben mehr Geld wollen um zu reisen, teure Sachen leisten wollen etc.

Dass wirklich jeder Bürger (auch jedes Kind) ein BGE erhält und das auch noch hoch genug ist, um ein Leben über HartzIV-Niveau zu führen, und dass man auch noch hinzuverdienen darf, das ist das Idealbild vor allem linker Fantasten.

Ja, so wäre es wohl realistischer. Ungefähre H4 höhe plus Kindergeld... das trifft es besser :)z

Der Anreiz der Zuarbeit bleibt bestehen, der Zwang hingegen fällt weg.

Die Personal- und Verwaltungskosten für Sozialhhilfe werden geringer (keine Prüfungen, keine Widersprüche).

Es ist menschenwürdiger als HarzIV.

Super Zusammengefasst.

Man ist nicht reich, aber es ist menschenwürdig!!!

Twhisk Twi`li+ght Gfarden


Und es ist ja auch gut, dass es eben nicht so viel Einkommen wäre, damit dieser Anreiz bestehen bleibt ;-) .Aber man MUSS eben nicht, man kann. Und das ist die gefühlte Freiheit :)= Die dieser Staat eben nicht möchte.

C}omr[an


Und das ist die gefühlte Freiheit :)= Die dieser Staat eben nicht möchte.

Wir werden seit 60 Jahren mehr oder weniger konservativ regiert. Jetzt bitte nicht lachen, aber ich hätte einer FDP in den 90ern eine realistische Umsetzung des BGE schon zugetraut. Bevor sie anfingen, zu spinnen, und noch echte liberale Gedanken vertreten haben.

Aber es hat nicht sollen sein.

Das ist nicht nur eine Frage des Staats, sondern auch die seiner Wähler.

Wir definieren die Gesellschaft leider noch stark nach Einkommen. Ein hohes Einkommen zieht den Hass autonomer Gruppen auf sich, ein niedriges Einkommen das surreale Hochgefühl des Besserverdienenden. Das alte Schichtendenken. Würden wir heute mal auf alle Pflege- und Entsorgungsberufe verzichten, dann würden wir schmerzhaft feststellen, was hier für den Euro an Arbeit geleistet wird. Leider hat man gemerkt, wie zäh allein die Mindestlohn-Diskussion in der Politik war, obwohl sie längst überfällig war. Daher wird es auch schwierig werden, dem "braven Bürger" vor der Wahl zu erklären, dass man künftig ein Einkommen auch ohne Gängelei und Forderungen auszahlt, und der Nachbar, dem das reicht, einfach mal zuhause bleibt. Da höre ich jetzt schon den Stammtisch .... %-|

Aber hier im Faden ging es ja um beides: ausreichend Einkommen für Freizeitkonsum, und genügend Freizeit. Und das ist mit BGE leider noch nicht gelöst, solange niemand erklären kann, wie die 1000 Euro pro Bürger zusammenkommen sollen.

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