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Zu träge zum leben?

RLismtridein_vTom_SCüdxen hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe seit Jahren mit schweren depressiven Episoden zu kämpfen. Eng damit verwoben ist mein extremes Übergewicht, das über die letzten Jahre ziemlich gestiegen ist. Im letzten Jahr habe ich mich ganz auf meine Promotion fokussiert, und seit dem Abschluss im Dezember kämpfe ich wieder mit all meinen Problemen.

Um die anzugehen, habe ich im Februar eine Behandlung in einer Klinik beantragt, die auf Essstörungen in Verbindung mit Depressionen spezialisiert ist. Von der Klinik gab es auch grünes Licht, aber kürzlich hat die Krankenkasse mein Gesuch zum zweiten Mal abgelehnt.

Ich versuche momentan, weitere Möglichkeiten aufzutun (ambulante Betreuung, längerer Aufenthalt in einer hiesigen Klinik), aber ich muss ehrlich zugeben, dass meine Hoffnung schwindet. Und dass mir Energie und Antrieb fehlen, so dass alles sehr langsam geht.

Ich hatte dieses Jahr bereits zwei mehrwöchige Aufenthalte auf der Akutstation der Psychiatrie, weil ich suizidal war Ich stand schon auf dem Hochhaus.

Ich habe bereits zwei Psychotherapien hinter mir; eine hat teilweise was gebracht, die andere eher gar nicht. Und auch hier befällt mich das Gefühl, das ich - schon lange - in jedem Lebensbereich habe: Ich strenge mich nicht genug an! Ich leiste zu wenig! Wenn die Therapie nichts bringt, ist es meine Schuld, weil ich zu wenig mitarbeite! Meine körperlichen Probleme habe ich mir selbst eingebrockt durch Faulheit und Fresserei! Ich erfülle die Erwartungen meiner Familie nicht! Ich bin zu faul zum leben! Weil ich lieber sterben würde als mich aufzuraffen.

Kennt jemand von Euch dieses Gefühl, überall unter (innerem) Leistungsdruck zu stehen? Das Gefühl, sich durch Trägheit sein eigenes Leben verpfuscht zu haben? Das Gefühl, dass einem da nur noch die letzte Konsequenz bleibt?

Wie geht Ihr damit um? Wie kann man die Schuldefühle loswerden? Das Problem ist auch, dass die innere Stimme sagt: "Du willst doch nur lernen, Dich und Deine Situation zu akzeptieren, damit Du weiter faul sein kannst." Hat sie Recht? Und wenn sie Recht hat, wie finde ich Motivation, was zu ändern statt mich umzubringen?

Zur Sicherheit: Ich bin momentan nicht suizidal. Aber ich weiß noch, wie es war, und diese Frage stellt sich immer wieder.

Antworten
C!ornflake's88*


Hallo @Ristridin_vom_Süden,

ich glaube nicht, dass du zu faul zum Leben bist! Schau, du reflektierst deine Situation und du warst in Therapie und willst in eine Klinik (ich würde übrigens noch mal Einspruch bei der KK einlegen! Dass die es ablehnen, ist nicht ungewöhnlich!). Du hast eine Krankheit. Depression. Essstörung. Es ist in der Depression vollkommen "normal", dass man lebensmüde wird und sich vielleicht sogar umbringen will oder darüber nachdenkt. Das kann auch Ausdruck der Erkrankung sein. Ich kann keine Diagnose stellen, doch mir scheint, dass du dich wieder in einer schweren depressiven Phase befindest.

Welchen Ausweg gibt es?

Wie genau ist deine momentane berufliche Situation?

Hast du Freunde mit denen du darüber reden kannst? Nimmst du Medikamente? Befindest du dich aktuell in psychologischer/psychiatrischer Behandlung?

Ich glaube es wäre auch wichtig,dass du deine ES irgendwie in den Griff bekommst. Du wertest dich ja noch mehr ab durch das Übergewicht. Kannst du dich gar nicht überwinden etwas Sport zu treiben? Zum Beispiel schwimmen. Oder mehr Bewegung in den Alltag einbauen? Eine Ernährungsberatung aufsuchen?

c:rie-ch>aprlie


...ich hatte auch immer das Gefühl, ich sei zu "faul" bzw. das wurde mir immer auch immer so gesagt, weil ich z.B. den ganzen Vormittag nur rum saß und der Haushalt hat sich gestapelt...

oder inder Shcule.....

Du könntest, wenn Du wolltest... iwann habe ich dann angefangen mich zu bemühen, aber selbst mit max. Aufwand meinerseits bin ich immer kurz vor dem Ziel an iwelchem Blödsinn gescheitert, meist organisatorischer Art oder eben, weil ich so viel Zeit immer verliere...

nun ja, aufgrund bestimmter Verdachtsmomente habe ich mich bei einem Spezialisten für Erwachsenen-ADS anschauen lassen und nehme nun seit 3 Monaten Stimulantien (Ritalin) - und ehrlich:

ich weiß gar nicht, wie ich miene Leben vorher geschafft habe. Dieses Gefühl, in Trägheit und Lethargie gefangen zu sein, monotone oder sich wiederholnde Arbeiten gar nicht angehen zu KÖNNEN und wenn dann nur durch massiven Druck von außen - das ist weg und ich atme auf.

HUannahxWe


Hallo Ristridin,

was mir erstmal auffällt:

Im letzten Jahr habe ich mich ganz auf meine Promotion fokussiert, und seit dem Abschluss im Dezember kämpfe ich wieder mit all meinen Problemen.

Ich leiste zu wenig!

Als gesundem Menschen fällt mir sofort dieser sachliche Widerspruch auf: Du wirfst dir selbst vor, zu wenig zu leisten. Du hast im Dezember deine Promotion eingereicht. Weißt du wie viele Menschen in Deutschland promovieren? Gerade einmal 0,9%. Quelle:

[[http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/164468,0.html]]

Das heißt, du gehörst zu 0,9 Prozent der gebildetsten Menschen Deutschlands. In einer Promotion steckt viel Arbeit und viel Können.

Und auch hier befällt mich das Gefühl, das ich - schon lange - in jedem Lebensbereich habe: Ich strenge mich nicht genug an! Ich leiste zu wenig! Wenn die Therapie nichts bringt, ist es meine Schuld, weil ich zu wenig mitarbeite! Meine körperlichen Probleme habe ich mir selbst eingebrockt durch Faulheit und Fresserei! Ich erfülle die Erwartungen meiner Familie nicht! Ich bin zu faul zum leben!

Du weißt das deine Gedanken nicht der Realität entsprechen, sondern Symptom deiner Krankheit sind. Das sind die Depressionen, die da sprechen. Wenn die weggehen, gehen auch diese Gedanken weg.

Kennt jemand von Euch dieses Gefühl, überall unter (innerem) Leistungsdruck zu stehen? Das Gefühl, sich durch Trägheit sein eigenes Leben verpfuscht zu haben? Das Gefühl, dass einem da nur noch die letzte Konsequenz bleibt?

Ja, kenne ich. Und ich wurde behandelt und denke schon sehr lange nicht mehr so.

Wie geht Ihr damit um? Wie kann man die Schuldefühle loswerden? Das Problem ist auch, dass die innere Stimme sagt: "Du willst doch nur lernen, Dich und Deine Situation zu akzeptieren, damit Du weiter faul sein kannst." Hat sie Recht? Und wenn sie Recht hat, wie finde ich Motivation, was zu ändern statt mich umzubringen?

Indem du aufhörst, deinen kranken Gedanken zu glauben. Du weißt, das sie nicht stimmen. Du bist gebildet, also tu, was ein gebildeter Mensch tut, wenn er eine Krankheit hat: Such dir einen guten Arzt, lass dich Richtlinienkonform behandeln, lies selbst wissenschaftliche Bücher zu deiner Erkrankung, lies praktische Selbsthilfebücher, trete einer Selbsthilfegruppe anderer Erkrankter bei.

Such dir einen guten Psychiater, dem du vertraust. Welche ADs nimmst du, wenn überhaupt? Setze die Medikamente nicht eigenständig ab. Probiere mit einem guten Psychiater mehrere ADs durch, bis ihr ein Medikament habt, das dir hilft.

Die kranken Gedanken gehen weg, wenn die Depression abklingt. Nur geht das eben nicht von heute auf morgen.

Ich würde auch die Krankenkasse telefonisch fragen, warum sie deinen Antrag auf die Spezialklinik abgelehnt haben- und was sie stattdessen vorschlagen, um deine schwere Erkrankung, die dir dein ganzes Arbeitsleben ruinieren könnte, zu behandeln. Lass nicht locker, es geht um dein Leben. Wende dich notfalls, wenn du selbst keine Kraft mehr hast, an die Caritas oder eine ähnliche Stelle, die dir helfen können, den Papierkrieg durchzustehen. @:)

R}istridiYn_vom_yxden


Hallo,

schonmal lieben Dank für die Antworten!

ich würde übrigens noch mal Einspruch bei der KK einlegen! Dass die es ablehnen, ist nicht ungewöhnlich!

Ich warte noch auf den schriftlichen Bescheid von der Krankenkasse, habe bisher nur telefonisch erfahren, dass der Widerspruch abgelehnt wurde. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich einen zweiten Widerspruch einlege. Ich weiß, dass es was bringen kann, aber mittlerweile kommen mir schon wieder Zweifel, ob mir die Klinikbehandlung dauerhaft was bringen kann. Das liegt vielleicht auch wieder an meiner inneren Stimme, die sagt, dass es eh nur eine Frage der Disziplin ist. Und außerdem habe ich keine direkte Diagnose Essstörung, auch wenn meine Ärzte mir den Klinikaufenthalt empfohlen haben. (Ja, ich dreh mich im Kreis.)

mir scheint, dass du dich wieder in einer schweren depressiven Phase befindest.

Ja, die ist mir auch diagnostiziert worden.

Wie genau ist deine momentane berufliche Situation?

Ich bin seit dem Ende der Promotion arbeitslos. Momentan bin ich auch nicht in der Lage, mir einen Job zu suchen. Zuerst muss ich meine Probleme etwas besser in den Griff bekommen.

Hast du Freunde mit denen du darüber reden kannst?

Wenige. Das ist auch ein Teil des Problems - im Laufe der letzten Jahre sind meine sozialen Kontakte viel weniger geworden. Die meisten Studienfreunde sind weggezogen, und ich habe mich auch mehr zurückgezogen. Ich kann mir sogar vorstellen, das soziale Kontakte der Schlüssel sind. Wenn ich viel mit Freunden zusammen bin, geht es mir erfahrungsgemäß auch viel besser.

Nimmst du Medikamente?

Ja, Venlafaxin, L-Thyroxin und diverse Blutdrucksenker.

Befindest du dich aktuell in psychologischer/psychiatrischer Behandlung?

Nein, aber zur Zeit kommt mich eine Mitarbeiterin des sozialpsychiatrischen Dienstes besuchen, die mir auch im Haushalt hilft.

Kannst du dich gar nicht überwinden etwas Sport zu treiben? Zum Beispiel schwimmen. Oder mehr Bewegung in den Alltag einbauen? Eine Ernährungsberatung aufsuchen?

Sport klappt, wenn ich "äußere Kontrollinstanzen" habe. Als ich dieses Jahr in der Psychiatrie war, habe ich dort fast jeden Tag Kardiotraining gemacht. Früher habe ich eine Zeitlang mit Freunden zusammen Sport gemacht. Das wünsche ich mir für die Zukunft auch wieder. Aber allein fehlt mir meistens der Antrieb. Zumal ich durch mein massives Übergewicht mittlerweile schon sehr eingeschränkt bin.

Ernährungsberatung hatte ich auch schon, aber da hab ich nichts Neues gelernt. Es ist ja keine Frage des Wissens, sondern des Motiviert-zur-Umsetzung-Seins.

aufgrund bestimmter Verdachtsmomente habe ich mich bei einem Spezialisten für Erwachsenen-ADS anschauen lassen

In der Richtung hat mich eine Bekannte auch schonmal angesprochen, die selbst betroffen ist. Ich habe das bisher nicht weiter verfolgt. Eine andere Bekannte recherchiert zur Zeit zum Thema Hochbegabung, und als sie mir mal die Liste der Anzeichen vorgelegt hat, fand ich mich in den meisten Punkten wieder. Vielleicht auch ein Grund, das mal näher zu beleuchten. Da gibt es ja anscheinend auch spezielle Coachings, die evtl. helfen.

Du wirfst dir selbst vor, zu wenig zu leisten. Du hast im Dezember deine Promotion eingereicht.

Jep. Ich glaube schon, dass ich ein ganz guter Naturwissenschaftler bin. Aber ich scheitere dafür an den elementaren Dingen (Haushalt, Essverhalten). Obendrein habe ich in der Endphase meiner Promotion noch mit dem Rauchen angefangen. Total bescheuert, aber ich habe es bis jetzt noch nicht geschafft, wieder damit aufzuhören.

trete einer Selbsthilfegruppe anderer Erkrankter bei

Das würde ich total gerne machen. Aber ich habe hier im Raum Göttingen keine finden können. Es gibt Gruppen für Borderliner, Angstpatienten, Angehörige psychisch Kranker. Aber eine Depressionsgruppe habe ich nicht gefunden. Vielleicht habe ich mich beim Suchen mal wieder nicht genug angestrengt...

B6eni,taxB.


aber kürzlich hat die Krankenkasse mein Gesuch zum zweiten Mal abgelehnt.

Das ist üblich, die versuchen abzuwimmeln, erspart denen doch Kosten....

Meine macht das ebenfalls. Die warten dann darauf, dass Patient aufgibt....

Dran bleiben, nerven, bis es genehmigt wird. War bei mir immer so.... Hat oftmals Monate gedauert, aber dann haben sie die Kosten übernommen.

S*ilbe~rmondauxge


Hallo Ristridin,

unabhängig vom allgemeinen Thema erlaube ich mir eine Frage:

L-Thyroxin

Ist deine Schilddrüse gut eingestellt ? Wenn nicht, dann kann man dadurch Depressionen bekommen bzw sie können sich verschlechtern.

Kann es sein dass du ein anderes Antidepressivum bräuchtest ?

Und ansonsten toi-toi-toi für deinen Kampf mit der Krankenkasse ! :)* Für die wärs wohl billiger, du würdest einfach von ALG2 leben ? :(v

c<rie{charlie


Ich habe das bisher nicht weiter verfolgt. Eine andere Bekannte recherchiert zur Zeit zum Thema Hochbegabung, und als sie mir mal die Liste der Anzeichen vorgelegt hat, fand ich mich in den meisten Punkten wieder. Vielleicht auch ein Grund, das mal näher zu beleuchten. Da gibt es ja anscheinend auch spezielle Coachings, die evtl. helfen.

Die "symptome" sind bei klugen Menschen oft sehr ähnlich, das kann aber nur ein Fachmann auseinander diverdieren......

HB bist Du bestimmt , zumindest Teil-HB - aber das alleine ist kein Erklärung für Deinen Zustand, zumal Du deinen Intellekt ja kanalisieren konntest; das ist nämlich das, warum viele HBs auffällig werden - dass die Welt anders sehen und Nischne zum Austoben finden müssen, dann geht es (meist) besser, zumindest, wenn man es früh genug angeht.

Für weiteres bräuchte man mehr Infos, z.B. Schullaufbahn etc..

Rbistr3idin_v/om_WSüdexn


Ist deine Schilddrüse gut eingestellt ?

Die Fehlfunktion ist erst kürzlich in der Klinik festgestellt worden. Muss das demnächst mal wieder bei meinem Hausarzt kontrollieren lassen.

Kann es sein dass du ein anderes Antidepressivum bräuchtest ?

Habe schon mehrere durch in den letzten Jahren. Aber ich finde die Wirkung von Antidepressiva immer so schwer einzuschätzen.

Für die wärs wohl billiger, du würdest einfach von ALG2 leben ?

Oder abkratzen...

das kann aber nur ein Fachmann auseinander diverdieren......

Ich muss mich da mal umsehen. Kannst Du mir sagen, wie man einen guten Fachmann findet?

aber das alleine ist kein Erklärung für Deinen Zustand, zumal Du deinen Intellekt ja kanalisieren konntest

Ok. Ich kenne mich da wie gesagt noch nicht aus. Ich habe jedenfalls schon öfter das Gefühl "anders" zu sein. Höhere Mathematik? Kein Problem! Aber wie das mit den Frauen und dem Flirten funktioniert, da hab ich bis heute meine Schwierigkeiten. Hatte in meinem Leben zwei kurze Beziehungen (jeweils ca. 2-3 Wochen lang) und bin auch noch JM. Dass das mit der Liebe nie geklappt hat, hat mich auch lange sehr belastet. Aber das lag vielleicht auch primär an meiner Sozialphobie, die erst durch die Psychoanalyse wesentlich besser geworden ist.

Die Auswüchse der Sozialphobie kommen mir auch im Nachhinein grotesk vor. Ich bin quasi mit dem Mantra aufgewachsen: "Niemals auffallen. Was würden die Nachbarn denken?" Das Ergebnis war, dass ich mich ständig von allen Leuten beobachtet gefühlt habe. Wenn ich zum Beispiel durch die Stadt ging und an einem Laden vorbei latschte, in dem ich eigentlich was kaufen wollte, dann konnte ich nicht einfach auf der Stelle umdrehen. Dann hätten ja alle gesehen, dass ich zerstreut bin/nicht weiß wo ich hinwill. Also erst zur nächsten Straßenecke gehen, auf die Uhr schauen, so tun, als würde ich auf jemanden warten, dann zurück. Oder die Aktion gleich auf einen anderen Tag verschieben.

Bis heute habe ich, wenn in meiner Nähe eine Gruppe von Leuten lacht, reflexartig den Gedanken, dass sie gerade über mich lachen.

S!inixstra


Lieber Ristridin, verzeih, wenn ich nur meinen Ärger darüber ablasse, was du über das Mantra schreibst, mit dem du groß geworden bist... es gibt so wahnsinnig, echt wahnsinnig viele Menschen, die Jahrzehnte drauf verwenden müssen, ein gesundes Selbstbewußtsein zu bekommen, ich gehöre ja auch dazu und darum weiß ich, der Weg ist sooo lang und so schwer, wieso gibt es in dieser Herzensbildung, die man zur Erziehung braucht, so wenig kompetente Menschen, die ihre Kinder jahrelang ruinieren dürfen und selber steht man dann da und muß so mühsam kämpfen, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen.

Vor allem, das was du mit dem Laden schreibst, kenn ich auch, einfach umdrehen, nö geht nicht, könnte ja wer sehen und mich für blöd halten... echt, und dein Übergewicht resultiert wahrscheinlich auch daher, daß du dir einen großen Schutzpanzer um deine Seele legen wolltest :°_

c_rieGcUharxlie


Das Problem hatte ich von klein auf....

und immer noch oft... dass ich mir stundenlang Gedanken mache, was die anderen denken, dass ich mir Situationen immer und immer wieder vorkaue.... aber wie meinte meine extrem pragmatische Mutter:

nimm Dich nicht so wichtig. Eigentlich total simpel, aber ich versuche, danach zu leben und es wird immer besser.

RSistridi#n_Ovom_8xden


Ja, das verfolgt einen sehr lange. Ich kann mich auch noch an den Spruch "Schickt man Scheiße, kriegt man Scheiße" erinnern, wenn ich mal wieder bei einem Botengang nicht alles richtig gemacht hatte. Auch wenn man mir vorher nicht genau genug gesagt hatte, was ich machen sollte. Es wurde immer erwartet, dass man alles weiß, auch ohne, dass es einem erklärt wird. Und nachfragen ging auch nicht, dann war man ja mal wieder zu allem zu blöd und "stellte sich an wie der erste Mensch".

Diese Scheu, Autoritätspersonen um Rat zu fragen, hat mich in der Diplomarbeit eingeholt. Da ging nix voran, aber ich hatte zuviel Angst, meinen Chef und Betreuer mal Dinge zu fragen. Ich hab immer versucht, mir die Sachen selbst anzulesen, was aber in der Situation nicht so gut funktioniert hat. Damals kam auch der Absturz und ich war zum ersten Mal wegen Depressionen in Behandlung.

curZi5echar{lGie


Kannst Du das Problem nicht intellektuell lösen?

Indem Du Dir anhand eindeutiger Indizien aufzeigst, dass die Leute kognitiv nicht gut aufgestellt sind, insofern also gar nicht deine Liga? Das würde das Problem des Vergleichens lösen, da offensichtlich einfach nicht kompatibel.....

Es ist übrigens ziemlich normal, dass HB-Leute eine Disharmonie mit der Umgebung empfinden. Man muß sich aber klar machen, dass das immer eine zweiseitige Kiste ist. Es wird einem städig suggeriert, man wäre nicht normal, oder anders oder whatever.... analytisches Aufdröseln oder auch nur der Versuch desselben in Gespräche läßt den anderen schon vor Wut an einem Punkt kochen, an dem man selbst noch nicht einmal richtig in das Gespräch eingestiegen ist, nur so als Beispiel.

Es gibt viele Versionen von mismatches im Alltag; jede einzelne kann Dich fertig machen.

Man sollte jedeoch auf jeden Fall vermeiden, dass einen das Frühere einholt und dominiert, weil sonst hat man keine Energie für die Gegenwart. Schön eines nach dem anderen.

c*riec:hqarl-ie


Ich hab immer versucht, mir die Sachen selbst anzulesen, was aber in der Situation nicht so gut funktioniert hat. Damals kam auch der Absturz und ich war zum ersten Mal wegen Depressionen in Behandlung.

Was hat Dich in Depressionen gestürzt?

Das schlechte Ergebnis oder der Konfikt, dass Du wußtest, Du brauchst Hilfe, kannst sie Dir aber nicht holen?

Warst Du mittlerweile mal selbst Betreuer oder Projektkoordinator, als post doc beispielsweise?

Wie war das für Dich? Das wäre doch eine Möglichkeit, Dir Autorität und Selbstbewußtsein, auch "Macht" über andere qua Visitenkarte zu holen....

c#rRiecha\rlie


...also mir hilft da mein Job ungemein. Dass, egal, welche Geister aus der Vergangenheit hoch kommen, ich einfach nur den Umgang beispielsweise mit Studenten haben muß um zu wissen: hey, so minder kann ich gar nicht sein..... hat aber eine Weile gebraucht, bis ich so weit war.

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