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Familie wird immer winziger - komme nicht gut damit zurecht

RCubyn1a hat die Diskussion gestartet


Hallo alle zusammen,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Beitrag besser hier oder in der Kategorie "Abschied und Trauer" aufgehoben ist.

Gerne möchte ich mir etwas von der Seele schreiben. Sicherlich gibt es schlimmere familiäre Verhältnisse, aber es belastet mich ziemlich im Moment.

Im Februar 2013 starb meine geliebte Oma (die Mutter meiner Mutter), im vergangenen Monat mein Onkel (der Bruder meiner Mutter) mit Anfang sechzig an Krebs. Er wohnte um die 600 km entfernt, und es fällt mir schwer, zu verkraften, wie dumm das alles gelaufen ist und ich ihn nicht mehr sehen konnte (zuletzt war er an Ostern zu Besuch).

Zu meinem Vater habe ich keinen Kontakt (das Verhältnis war leider immer schon schwierig) und habe ihn schon acht Jahre nicht mehr gesehen. Entsprechend auch zu den Verwandten väterlicherseits (falls noch welche leben).

Nun bleibt mir noch meine Mutter, mein älterer Halbbruder und eine Cousine. Meine Mutter hat mich relativ spät bekommen (mit fast vierzig) und mein Halbbruder lebt leider nicht sonderlich gesund, weshalb mir das auch Angst macht.

Von Freunden und Bekannten höre ich immer, Mama und Papa, Oma und Opa, zwei Onkels und drei Tanten, vier Cousinen und drei Cousins....etc.... Und ich denke mir immer: Klasse, hätte ich auch gerne :-(

Vielleicht geht es hier ja jemandem ähnlich oder jemand weiß etwas hilfreiches dazu...

Liebe Grüße

Antworten
d)istaAnce x1


Was ist deine Frage an uns?

R:ubylnxa


Vielleicht geht es hier ja jemandem ähnlich oder jemand weiß etwas hilfreiches dazu...

Erfahrungen von Leuten, die das auch kennen hätten mich interessiert, oder vielleicht einfach ein paar mutmachende Worte/Tipps :-)

Cuorn\elia5x9


Tja, Familie kann man sich halt nicht aussuchen. So leid mir das für dich tut, aber damit wirst du dich zunächst mal abfinden müssen. Solange, bis du selber eine Familie gründest und Kinder bekommst. Dann kommt natürlich erstmal die Schwiegerfamilie hinzu, ein ganz frischer Schwung Verwandte, mit denen du dich hoffentlich gut vertragen wirst! Hinzu kämen dann irgendwann noch deine Kinder.

Ist das ne Perspektive für dich? Keiner von uns kann dir Verwandte herbeizaubern, aber das wäre ein Weg!

Amnd.rusch


Mmmhhh...also ich habe zwar eine große Familie quer über Deutschland verteilt. Zu Onke, Tanten, Cousinen etc, hatte ich noch nie Kontakt, die haben mich in der schlimmsten Zeit meines Lebens nicht unterstützt und heute brauche ich sie nicht.

Ansonsten habe ich tatsächlich nur meine Mutter und zwei Halbgeschwister und aktuell auch zu denen keinen Kontakt, womit es mir momentan sehr gut geht. Bei mir meldet sich meine Familie nur, wenn sie etwas braucht und darauf kann ich gut verzichten.

Mein leiblicher Vater ist vor kurzem verstorben, was wider Erwarten sehr hart für mich war, obwohl ich ihn seit einem viertel Jahrhundert nicht gesehen habe. Von daher kann ich dir eigentlich nur raten, nimm Kontakt auf und versuch, diesen wenigstens sporadisch zu halten, ich gäbe eine Menge, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.

Ansonsten: es kommt nicht auf die Größe Familie an, sondern auf die Qualität der Beziehungen. Ich sehne mich manchmal auch nach eine richtigen Familie und beneide andere. Dann sage ich mir aber immer wieder, dass es auch in anderen Familien Konflikte gibt. Pflege deinen Freundeskreis - es ist wichtiger, Menschen um sich zu haben, denen man etwas bedeutet und die für einen da sind, als zig Verwandte auf irgendwelchen Familienfesten zu treffen.

SQuRnflowXer_C7x3


Kommt mir bekannt vor. Mein Vater ist zwar das Jüngste von 9 Kindern, ist aber mittlerweile auch 72 und es liebt nur noch ein Bruder. Seine Geschwister hatten z.T. auch etliche Kinder, aber der Kontakt zur Familie ist nicht so toll - und meine Cousins/Cousinen sind z.T. so alt wie meine Eltern, genügen sich selber,... Und zu den Großcousinen gibt's halt auch kaum Kontakt. Meine Ma ist 72, ihr Bruder 73. Ich bin Einzelkind, mein Onkel hat nie geheiratet. Tja...

Kurzum:

Mit zunehmendem Alter meiner Eltern und zunehmenden Gesundheitsproblemem wird mir klar, dass ich ziemlich allein übrig bleiben werde. Zudem war ich bis vor einem Jahr quasi chronischer Single; eigene Familie ist nicht. Mein Partner war früh Vollwaise. Seine Geschwister sind deutlich älter und da ist der Kontakt bis auf eine Ausnahme auch nicht so toll. Sie leben relativ weit weg und nach einem Jahr Beziehung sehe ich seine Familie noch nicht wirklich als "meine" an. Und mit 42 ist ziemlich klar, dass ich keine eigenen Kinder mehr haben werde. Der Wunsch ist da, Finanzen und Gesundheit sprechen dagegen.

Viel mehr kann ich nicht beitragen zum Thema. Dass es hier s abgetan wird "und was willst du mit dem Faden jetzt", finde ich unschön. Klar ist es wie es ist, aber es darf einen doch beschäftigen...

HSa>tschIepsxut_


Ich kenne dies. So habe ich keine Geschwister und eine sehr kleine Familie. Letztes Jahr starb auch meine Omi, eine der wichtigsten Menschen für mich. Zwei Monate später wurde bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert.

Mir fällt es sehr, sehr schwer. Mit der Zeit merke ich, dass mir die Familie immer wichtiger wird und das Gefühl, diese Menschen zu verlieren (oder verloren zu haben), tut wahnsinnig weh. Das Einzige, was ich tun kann, ist die Zeit bewusst zu genießen und die Nähe zu meiner Familie zu suchen. Ich weiß nicht, was noch alles kommt - und das ist auch gut so.

Wahrscheinlich hilft dir meine Antwort wenig, aber ich kann deine Gedanken gut verstehen.

mynexf


Von Freunden und Bekannten höre ich immer, Mama und Papa, Oma und Opa, zwei Onkels und drei Tanten, vier Cousinen und drei Cousins....etc.... Und ich denke mir immer: Klasse, hätte ich auch gerne :-(

Es kommt doch nicht auf die Masse an. Bei den Leuten, die noch "alle haben" bedeutet das nicht, dass sich auch alle nahe stehen. Gibts natürlich, ist aber mMn auch nicht der Normfalfall. Bei mir wurden alle über 90 oder stehen noch voll im Saft, Bedarf nach Kontakt hab ich aber trotzdem bei den meisten nicht.

Wie alt bist du denn bzw. deine Mutter jetzt?

Inwiefern lebt dein Bruder nicht gesund? (was aber auch nicht heißt, dass er früh dran versterben muss)

Dass du schon mehrere Todesfälle miterleben musstest prägt natürlich irgendwie, aber das heißt ja noch lange nicht, dass auch deine Mutter oder dein Bruder früh an Krebs sterben. Das ist tragisch, aber auch nicht die Regel mit gerade einmal 60 Jahren.

Dass die Eltern und ältere Verwandte vor einem Sterben und man Angst hat, dann allein dazustehen, ist normal. Vor allem wenn man langsam Alterserscheinungen sieht, die Mutter vielleicht nicht mehr so fit und gesund ist wie gewohnt, sondern sich immer mehr Beschwerden einschleichen etc. Du wirst dich aber damit anfreunden, der "Übergang" das zu akzeptieren ist mMn das schwierigste. Und denkt nicht zu weit in die Zukunft. Vielleicht wird deine Mama 100 und alle Sorge jetzt war umsonst - wer weiß das schon .


PS: Müssen in solch einem Faden Antworten wie "Was ist die Frage?" (lies doch einfach genauer) und "Tja... musst du dich mit abfinden" (Ach nee, wirklich?) sein? :|N

SUunfloxwer_73


Für mich war mene Ma immer die Starke. Der so schnell nichts passiert. In den letzten 5 Jahren sind wir jetzt Darmkrebs und 2 künstliche Hüften durch (innerhalb von 11 Monaten). Komplikationen, geringe Beweglichkeit, damit einhergehend Stimmungsverschlechterung und doch ein leichter Abbau. DAS macht mir richtig Angst. Sie war halt immer fit, agil, kann Internet und Handy und und und.

Mein Vater hatte schon mit Ende 30 einen Schlaganfall, momentan so viele Gesundheitsprobleme dass man nicht weiß, wo man anfangen soll (mind. 3 OP's stehen an, er verweigert aber alles).

Das ist für mich irgendwie mit am Schlimmsten:

Dass die "Starken" schwächeln.

Dass so viele einzelne Probleme entstehen. Statt einfach nur langsames Altern. Kann es nicht anders umschreiben.

R@ubxyna


Danke für die bisherigen Antworten!

Wie alt bist du denn bzw. deine Mutter jetzt?

Ich bin 26, meine Mum 65.

Inwiefern lebt dein Bruder nicht gesund? (was aber auch nicht heißt, dass er früh dran versterben muss)

Er raucht leider sehr gerne und viel, und das bereits seit seinem 14. Lebensjahr (jetzt ist er 40).

Gruselig ist auch ein wenig, dass sein leiblicher Vater bereits mit 40 an einem Herzinfarkt verstorben ist..

Und denkt nicht zu weit in die Zukunft. Vielleicht wird deine Mama 100 und alle Sorge jetzt war umsonst - wer weiß das schon .

Ja stimmt, auch das wäre theoretisch möglich..das wäre schön :-)

Das ist für mich irgendwie mit am Schlimmsten:

Dass die "Starken" schwächeln.

Das kann ich verstehen.

Ich weiß nicht, irgendwie war das auch immer so selbstverständlich früher, dass diese Menschen da sind, um einen rum sind. Natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass jeder eines Tages sterben muss, aber als es dann auf einmal eintrat, relativ bald aufeinander folgend und auch noch so unerwartet, war dann doch sehr schockierend.

h!erze4nsgdutxe69


meine mutter starb mit 40, da war ich 13, mein vater hat sich nicht um mich gekümmert u mit 18 zog ich aus zu war ganz auf mich allein gestellt. man kann sagen ab 13 mußte ich selbst klar kommen mit schule, lehre u anderen problemen. zum reden hatte ich niemand. das war nicht grad schön, aber dadurch bin ich früh selbständig geworden u habe nun selbst familie u schon 1 enkelchen. wir haben ein sehr gutes verhältnis, familie ist das wichtigste. jeder muss seinen weg finden mit verlust u trauer umzugehen. ich wünsche dir alles gute @:)

A*n(tiZgoxne


@ Rubyna

Zu meinem Vater habe ich keinen Kontakt (das Verhältnis war leider immer schon schwierig) und habe ihn schon acht Jahre nicht mehr gesehen. Entsprechend auch zu den Verwandten väterlicherseits (falls noch welche leben).

Wäre es mit deinen Überlegungen dann nicht jetzt ein guter Zeitpunkt, eine Annäherung zu bedenken?

cAriech{arlxie


Eigene Kinder?

Meine Mom, mein Geschwister und ich waren immer drei, nun sind wir 10.... inkl. Kinder und Ehepartner....dafür sind nun natürlich die Großeltern nicht mehr da. Circle of life.

R'ubynxa


Wäre es mit deinen Überlegungen dann nicht jetzt ein guter Zeitpunkt, eine Annäherung zu bedenken?

Darüber denke ich auch ab und an nach, gerade jetzt im Moment. Aber da sind immer die Bedenken, dass ich mich in seiner Gegenwart genauso unwohl fühlen werde wie eh und je und dann wahrscheinlich noch enttäuschter bin und mich noch mehr allein fühlen werde als zuvor :-/ Das hält mich dann immer wieder davon ab.

Eigene Kinder?

Hmmmm....bislang habe ich nie auch nur den Hauch eines Kinderwunsches verspürt ;-D Aber gut, eventuell ändert sich ja sogar das noch eines Tages....

ceriecMhar=lie


naja, aber so ist das Leben doch gedacht, also mal ganz elementar....

die Alten gehen, die Neuen kommen.... wenn man diesem Pfad als Familie nicht folgt, stirbt man aus.

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