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Alles zerstören das man liebt - Borderline?

A^nonyOmousx88 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

mir geht es zurzeit sehr schlecht. Ich erwarte kein Mitleid oder Sätze wie "werd erwachsen", "reiß dich zusammen" oder "selber schuld", ich denke ich habe mittlerweile ein ernstes psych. Problem was zwischenmenschliche Beziehungen angeht, und hoffe einfach auf eine Erklärung dafür oder sich mit Gleichbetroffenen austauschen zu können.

Es geht darum das ich ein Mädchen verloren habe die mich sehr geliebt hat.

Über Monate hinweg haben wir versucht auf eine Beziehung hinauszuarbeiten, aber ich habe sie immer wieder weggestoßen und sie immer wieder um mich gekämpft. Bis ich mich von einer primitiven Art von ihr endgültig verabschiedet habe, ein Streit bei dem es so schien das ich nur darauf aus sei sie endgültig zu verjagen.

Am nächsten Tag wachte ich dann schon relativ früh auf, Griff panisch zum Handy und rief sie unter Tränen an das es mir leid täte, aber sie war nur noch kalt und abweisend zu mir. Natürlich verständlich, nachdem ich das Monate mit ihr abgezogen hatte. Ein hin und her aus "ich hasse dich, verlass mich nicht".

Nachdem ich dann realisiert habe, das ich einen Menschen weggeschmissen habe der mich wirklich sehr geliebt hat, bin ich zusammengebrochen, hab mein Kopf gegen die Wand geschlagen und mich heftigst mit Rasierklingen selber verletzt.

Heute geht es mir schon etwas besser, aber ich frage mich wofür das alles? Warum habe ich Dinge gesagt und getan die ich scheinbar nie so meinte? Kann ich es einfach nicht ertragen glücklich zu sein?

Ich muss sagen das unsere freundschaftliche Beziehung sehr eng war, sie kennt mich besser als meine Mutter, kennt all meine Verhaltensmuster, zum Teil sogar ohne das ich es ihr gesagt/zugegebene habe.

Es fing schon damals an, als wir gerade mal dabei waren Freunde zu werden. Ich habe ihr immer wieder gesagt ich tue dir nicht gut bis ich sie in meinem Leben akzeptiert habe.

Als es dann auf eine Beziehung hinauslief dasselbe, ich sagte nein weil mein Verstand nein sagte aber mein Herz sich nur so nach ihr gesehnt hat. Sie hat mich an dem Abend dann mehr oder weniger überredet es zu versuchen. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte, den ich bis heute bereue, da wir diesem ganzen Beziehungskram gut miteinander zurecht kamen.

Aber woher diese Bindungsängste? Ich wurde bisher von nur einem Menschen verlassen den ich sehr geliebt habe, meine erste große Liebe, im Dezember 2013.

Kann es etwa noch daher rühren? Oder artet meine Borderlinepersöhnlichkeit gerade erst richtig aus? Diagnostiziert wurde sie nach einem Suizidversuch im Sommer 2013.

Auch gestern hatte ich wieder starke Suizidgedanken, wobei auch ein regnerischer Montag der 13. war, ein schöner Tag zu gehen dachte ich. Letztlich ging es mir dann aber doch noch zu gut um diesen letzten Schritt zu wagen.

Es war einfach dieses Gefühl wieder mal versagt zu haben, sein Leben und eine Beziehung nie in den Griff zu kriegen . Ich bin 2 Jahre auf Bewährung wegen häuslicher Gewalt gegenüber meine Mutter und habe nur einen Nebenjob bei Mc Donald's, keine wirklichen Hobbys und nach dem sie jetzt weg ist nur noch einen Freund der sich wirklich für mich einsetzt, wobei er das mit dem psychischen Problemen bei mir nie so verstehen wird wie Sie es tat.

Aber auch er wäre schon fast weggewesen weil ich in in meinen aggressiven Anfällen mal wieder beleidigt habe um mich dann einfach paar Tage nicht zu melden.

Aber wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit bis auch er die Schnauze voll von mir und meinen Anfällen haben wird, und schlussendlich werde ich so ziemlich alleine dastehen. Niemanden mehr der mich aufbaut, mir was ausgibt, mich zu einer weit entfernten Party fährt, mir schreibt und sich Gedanken über mich macht.

Ich sehe einfach zu viele Dinge als selbstverständlich an und merke nicht was ich damit kaputt mache.

Mit meinen Eltern kann ich über meine Probleme nicht reden, weil einfach von vorne bis hinten die Bindung fehlt (haben Jahrelang auseinander gelebt und jetzt seit März mit meinem Jüngeren Bruder alle wieder in einer Wohnung).

Ich dachte es würde sich endlich alles wieder bessern wenn wir zusammen wäre, aber das war naiv von mir. Warum sollte auch eine psychische Erkrankung einfach so mit einem Umzug verschwinden?

Jedenfalls habe ich mich jetzt dafür entschlossen eine Therapie zu machen, eine sogenannte DBT-Gruppentherapie nach dem Linehankonzept. Es wird nur noch einige zeit dauern bis sie beginnt, und ob eine Gruppentherapie etwas für mich ist weiß ich auch noch nicht. Ich bevorzuge eher jemanden der sich voll und ganz auf mich fokussiert.

Außerdem habe ich gestern meine erste Fluoxetinpille genommen, nachdem ich festgestellt habe an einem Tiefpunkt angelangt zu sein und es so oder so bald zu Ende mit mir wäre, also wenigstens es mit Pillen noch versuchen obwohl ich mich Jahre gegen Antidepressiva gewehrt habe.

Ich hoffe diese beiden Maßnahmen werden mir helfen, mich stabilisieren, mir Raum zum atmen geben.

Ich ertrage es manchmal nicht mehr mich selber im Spiegel zu sehen. Diesen jungen, eigentlich gut aussehenden Mann, mit seinen zerschnittenen Armen der hätte so viele hübsche Frauen haben und zu Bundeswehr gehen können (war immer mein Traumberuf), wenn nicht dieses (selbst)zerstörerische Ich da irgendwo im Unterbewusstsein schlummern würde.

So, jetzt habe ich aber doch einen ganz schön langen Roman geschrieben, ich hoffe es hat jemand bis hier gelesen und kann mir evtl Ratschläge oder seine eigene Erfahrungen schildern.

Gruß

ein männlicher 21 Jähriger auf der Suche nach dem Leben

Antworten
Iws/abedll


Hallo Anonymous,

es wird Dich vielleicht gerade etwas überraschen was ich jetzt schreibe:

Beim Lesen Deines Textes, bzw. nach dem Lesen kann ich nur sagen: Wow! Du hast die besten Voraussetzungen auch wirklich etwas erreichen zu können.

Du reflektierst Dich selber sehr gut, da sind keine Schuldzuweisungen weder in die eine noch in die andere Richtung - alleine das ist schon mal :)^.

Du bist bereit Dich auf Möglichkeiten einzulassen Dir von Außen, von Fremden, helfen zu lassen.

Bitte sieh' Deine Selbstverletzungen weiterhin als Zeichen dafür, dass Du etwas ändern mußt damit es Dir besser geht, weil etwas falsch läuft - aber siehe sie nicht als "Versagen" Deinerseits an. Du beschreibst selbst sehr gut, dass sie erst mal nur ein Zeichen sind, dass einfach nur etwas schief läuft bei Dir.

Kurz und knapp:

Du bist meiner Meinung nach auf einem sehr, sehr guten Weg. Verliere diesen nicht aus den Augen. @:)

IOs/abexll


Ach und nochwas:

Stecke Dich nicht in eine Schublade - "Borderline" - bzw. den stereotypischen Dingen darüber was man so im Netz findet und kralle Dich daran fest.

Gerade im psychischen Bereich sind derartige Diagnosen oft nur so eine Art "Richtlinie", "den Borderliner" als Solches gibt es nicht. Also nicht in dem Sinne, dass diese alle gleich sind.

Ich habe im Laufe meiner Zeit hier (über 10 Jahre) so einige diagnostizierte Borderliner kennengelernt - sie unterscheiden sich genauso wie es Andere auch tun die keine solche Diagnose haben. Sie haben nur bestimmte Grundtendenzen, die aber gerade deshalb auch im Detail individuell behandelt werden müssen.

Jsulexy


Jedenfalls habe ich mich jetzt dafür entschlossen eine Therapie zu machen, eine sogenannte DBT-Gruppentherapie nach dem Linehankonzept. Es wird nur noch einige zeit dauern bis sie beginnt, und ob eine Gruppentherapie etwas für mich ist weiß ich auch noch nicht. Ich bevorzuge eher jemanden der sich voll und ganz auf mich fokussiert.

Dazu muss ich was sagen:

Die meisten DBT-Gruppen haben als Voraussetzung, dass man parallel eine ambulante Einzeltherapie macht. Ist auch sinnvoll. Ist das bei euch nicht so?

cSrieKc_har7lie


Vielelicht bist Du einfach noch nicht reif genug für Beziehungen. Oder noch nicht so weit, je nachdem.

Was mir mal wieder auffällt. Du bist 21 mit Erfahrugnen eines 40jährigen, Gefängnis, psychische Probleme, Selbsthass, "seit Jahren" mit den Eltern auseinander gelebt.

Himmel hilf - hattest Du denn keine Kindheit? In der man versucht hat, sich selbst zu finden und wenn das nicht so geklappt hat, sich auf Eltern, Familie, und nahen Freunden (der Eltern?) verlassen konnte?

Wieso hat jemand in Deinem Alter schon mit lauter so Mist zu tun?

Das versaut einem doch alles.... weil Du in den nächsten Jahren, in denen man eigentlich aufbauen solltest, erst mal aufholen mußt.... um dann mit 30 festzustellen, dass Beruf, geregeltes Familienleben, Beziehungen (Kinder) etc.. nur noch sehr schwer zu erreichen sind.

Vor diesem Hintergrund wäre es am besten, Du würdest Dich zu Fachleuten begeben - und einer sozialen Gruppe anschließen, in der Du Dich wohl fühlst, zum Üben.

cBrQiec|harlixe


na,

das mit der angestrebten Therapie/Gruppe war dann doch zu weit oben am Bildschirm....

das ist doch ein guter erster Schritt! :)^

E}hemalifger NutzeZr (#573<012)


Anonymous88

Ich finde wie Isabell , dass Du sehr reflektiert wirkst. Das ist die beste Voraussetzung, Dein Problem anzugehen.

Mit meinen Eltern kann ich über meine Probleme nicht reden, weil einfach von vorne bis hinten die Bindung fehlt

vielleicht liegt da ein Ursprungspunkt bezüglich der Beziehungsprobleme ?

Wobei ich denke , dass es oft mühsam ist die Gründe dafür zu suchen und darin auch versinken kann.

ein männlicher 21 Jähriger auf der Suche nach dem Leben

Du hast es schon , mußt nur daran feilen und schaffst das :-D

EUhemNaligeYr Nut\zer2 (#4382x45)


Dein heutiges Verhalten ist das Ergebnis deiner genetischen Veranlagung und deiner, seit Geburt stattgefundenen Sozialisation. Während du dir über deinen augenblicklichen "Zustand" relativ klar bist, scheinst du relativ wenig Ahnung darüber zu haben, wie so was kommt.

Eigentlich hast du einen wichtigen Faktor schon selbst erwähnt, nämlich deine früheren Familienverhältnisse. Nur weil deine aktuellen Familienverhältnisse nun erfreulicher aussehen, bringt dies aber automatisch keine Besserung für dich. Deine Verhaltensprogramme liegen tief unten in deiner Persönlichkeit abgespeichert. Sie bestimmen deine Verlust- und Bindungsängste von heute.

In der Therapie wird versucht, diese alten, "schlechten" Programme zu "korrigieren" (ich nenne es mal so). Das menschliche Gehirn ist zu weit mehr in der Lage, als schlechte Programme zu wiederholen, man muss es nur entsprechend trainieren und benutzen. Da helfen Psychologen und Therapeuten, wobei nicht alle gleich gut hilfreich sind, da musst du ausprobieren, wer dir wie am besten helfen kann.

Es gibt aber auch immer wieder junge Menschen, die es ohne Therapie auf die Reihe gekriegt haben.

"Borderline", was heißt das schon? Jemand tickt etwas anders als die Allgemeinheit.

Viel Erfolg bei deinem Bemühen, so zu werden, damit du dir selbst das Leben nicht schwer machst. Du bist erst 21, da hast du noch ein ganzes Leben vor dir, da lohnt sich jede Mühe, es besser zu machen.

ARnonym!ouxs88


Du bist meiner Meinung nach auf einem sehr, sehr guten Weg. Verliere diesen nicht aus den Augen.

Danke Isabelle, deine Sätze haben mich wirklich etwas aufgemuntert, ich werd mein bestes geben :)

Die meisten DBT-Gruppen haben als Voraussetzung, dass man parallel eine ambulante Einzeltherapie macht. Ist auch sinnvoll. Ist das bei euch nicht so?

Soweit ich weiß nicht Juley...

Das versaut einem doch alles.... weil Du in den nächsten Jahren, in denen man eigentlich aufbauen solltest, erst mal aufholen mußt.... um dann mit 30 festzustellen, dass Beruf, geregeltes Familienleben, Beziehungen (Kinder) etc.. nur noch sehr schwer zu erreichen sind.

Ich weiß das es Zeit ist sein Leben von Grund auf zu ändern, und ich vieles nachholen wäre wie ein Spätzünder. Nur solche Sätze sind nicht gerade förderlich, da sie mich noch mehr unter Druck setzen und direkt Panik in mir hochkommt :-(

vielleicht liegt da ein Ursprungspunkt bezüglich der Beziehungsprobleme ?

ja, das vermute ich auch Porzellanseele... übrigens kreativer Name ;-)

J2ulney


Soweit ich weiß nicht Juley...

Ok... Du könntest dir trotzdem eine/n amb. Therapeuten/in suchen, wenn du schon selbst denkst, dass dir das gut tun würde @:) Und: DBT ist ne super Sache wie ich finde, sind ja meist auch nur sehr kleine Gruppen.

Zum Rest kann ich leider nichts sagen |-o Hab zwar auch Borderline, aber mit nur wenig Problemen im zwischenmenschlichen Bereich.

c]rie%charlixe


Ich weiß das es Zeit ist sein Leben von Grund auf zu ändern, und ich vieles nachholen wäre wie ein Spätzünder. Nur solche Sätze sind nicht gerade förderlich, da sie mich noch mehr unter Druck setzen und direkt Panik in mir hochkommt :-(

schon klar, aber brutal gesagt:

da muß JEDER durch. Wirklich JEDER. iwann muß man erwachsen werden und sich dem Leben stellen. Dass die Alternative nicht funktioniert, merkst Du ja gerade. Man kann eine Weile rennen, aber iwann ist die Flucht anstrengender als das, wovor man weg gerannt ist.

A7n[onymoHus[88


Es ist ein ständiges auf und ab:

mal denke ich ich schaff das jetzt und dann bekomme ich wieder Heulkrämpfe und bin so verzweifelt das ich schon am überlegen bin mich in den Bus zu setzen und zu ihr zu fahren, aber die Angst vor der Zurückweisung ist groß...

wPeihnachstss7ternRchenx3


Naja eigentlich bin ich ja jemand, der unverbesserlich an die Liebe glaubt, insofern würd ich sagen: Was hast du zu verlieren? @:)

Andererseits würde ich sagen: Krieg erst mal dich selbst ein wenig in den Griff, dann habt ihr ja auch eine ganz andere und vielversprechendere Beziehungsgrundlage. :)_

AKnkonymo/usx88


Hallo leute, folgende Situation:

Ich war gestern in der Disco weil ich mich eigentlich etwas ablenken wollte, aber wie es das Schicksal so wollte war sie auch da.

Ich bin dann auf sie zugegangen und habe mich bei ihr entschuldigt. Es sollte der Anfang von einem der schönsten Abende seit langem werden.

Wir haben viel gelacht, getanzt und sind uns auch wieder näher gekommen.

Ich war so ausgeglichen wie noch nie, was aber auch wohl an der Kombination Alkohol auf Fluoxetin lag.

Das Problem ist nur, das wir beide zzt. keine monogame Beziehung führen können, da ich eben diese Probleme habe und Sie sich für den anderen Partner völlig aufgibt, sich gefangen fühlt. Aber ich werde wohl nie eine polygame Beziehung führen können. Und dazwischen gibt es nun mal nichts außer befreundet zu bleiben.

Schon jetzt tut der Gedanke weh und lässt Selbstzweifel aufkommen warum ich ihr alleine nicht reiche und wie sehr sie mich wirklich liebt.

Fakt ist sie hat ihre zahlreichen Sexpartner zu der sie jederzeit könnte, ich glaube wenn ich alleine zu Hause sitzen würde und wüsste meine Freundin schläft grad mit jemand anderem würd es mich zerreißen :°(

J$a.8Nettxy


Hallo Anonymous88'

Du sprichst/schreibst wie aus meiner Seele !!!

Außer das ich weiblich bin.

Ich habe mich richtig erschrocken und aufgeregt zugleich.

Bei mir fing es so richtig erst mit 26 Jahren an.

Ich wusste natürlich immer das ich anders als die Anderen bin !

Meine Kindheit ist ein Horrortripp gewesen und ich habe trotzdem versucht immer wieder auf die Beine zu kommen, aber es ist mir bis heute nach vielen versagten-abgestoßenen

Beziehungen dann Suizit-Versuchen und Therapie leider immer noch nicht so richtig gelungen. Meine Agressionen sind mir selbst auch immer zu wider ,aber ich liebe und hasse gleich stark!!! Zu stark!!! Ich versuche aber mein Bestes auch wenn ich mich fühle als wenn ich mich im Kreis drehe.

Gruß

Ja.Netty

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