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Was ist mit mir los? Kann nicht mehr arbeiten

f?ly^08x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

ich weiß so langsam nicht mehr weiter. Ich verstehe mich irgendwie selbst nicht mehr.

Ich stehe Morgens auf, gehe zur Arbeit. Ohne schlechtes Gefühl.

Im Büro angekommen gehst los. Ich fühl mich völlig am Boden.

Kann nichts mehr tun. Sufe dann teilweise auf Youtube weil ich das Gefühl habe ich muss mich ablenken.

Sonst lieg ich bald ganz da.

Dabei habe ich einen Haufen hoch interessanter Projekte vor der Nase.

Und eben auch noch das Tagesgeschäft.

Manchmal klappt es, dann kann ich mich dazu zwingen mich mit dem Thema zu befassen.

Aber sobald das Telefon klingelt krieg ich Herzrasen und denke mir wortwörtlich.

Wer ruft jetzt schon wieder an. Noch mehr Arbeit?

Anfangs hab ich gedacht, du jammerst auf nem hohen Niveau. Jetzt reiß dich mal zusammen und spinn nicht rum.

Alle diese Maßnahmen hab ich das Gefühl wirken wie ein paar Tropfen Benzin.

Können die Flamme entzünden und kurz ordentlich entfachen aber es reicht eben nicht um weiter zu lodern.

Ich schaffe es dann immer noch irgendwie mit Ach und Krach meine Termine einzuhalten.

Aber ich hab das Gefühl nicht mehr lange so weiter machen zu können.

Sobald die Kollegen oder Vorgesetzen mit neuen tollen Ideen kommen schmetter ich die zumeist ab

mit den Worten... Hast Du mal gesehen was hier zu tun ist? Wie soll ich das noch machen.

Ich komme aber auch insgesamt nicht weiter.

Sowas einfaches wie ne Bestellung in einem Portal aufgeben geht nicht. Ich kann es nicht.

Nicht weil es von den Fähigkeiten her nicht geht sondern ich hab das Gefühl fertig zu sein und schaffe das nicht.

Das war aber nicht immer so. Vor 2 Jahren lief das alles wie am Schnürchen. Egal was rein kam. Ruck Zuck war das Bearbeitet. Heute denke ich mir zum Teil Ausreden aus, warum irgendwas so unendlich lange dauert.

Ausreden die aber meist so fundiert sein, dass sie wirklich glaubhaft sind. Ich würde mir das sogar selbst glauben, wenn ich nicht die Wahrheit kennen würde.

Hin und wieder sind dann so Tage da hab ich das Gefühl hey nun haste es geschafft. Kriese überwunden.

Dann gehts plötzlich. Richtig gut. Und dann zwei, drei Tage später fall ich wieder runter.

Und meistens vom Gefühl her tiefer als vorher.

Was ist nur los? Sollte ich vielleicht den Job wechseln?

Jemand ne Idee?

Lg,

Fly

Antworten
mTond+CsMternxe


:)_

Ich würde mir das sogar selbst glauben, wenn ich nicht die Wahrheit kennen würde.

Es geht nicht. Du kannst es nicht. Du hast das Gefühl, fertig zu sein. Du schaffst es nicht. Das alles habe ich Deinem Post entnommen. Aber warum das so ist, habe ich nicht verstanden.

Kannst Du genauer sagen, was die Wahrheit ist?

Sollte ich vielleicht den Job wechseln?

Ich würde das im Moment noch etwas voreilig finden. Du musst schon gut wissen, was die Ursachen sind, damit Du Dir gegebenenfalls einen Job suchen kannst, wo es dann anders ist.

f{l1y08x7


Aber warum das so ist, habe ich nicht verstanden.

Weiß ich nicht. Wenn ich das mal wüsste, dann hätte ich schon längst etwas dran geändert.

Deshalb frage ich mich ja, was stimmt nicht mit mir.

Ich bin eigentlich nicht der Typ, der irgendwie ohne Problemlösung in der Ecke sitzt.

CBaram-alax 2


Solche Gefühle "es nicht zu schaffen", können latent in einem vorhanden sein und einiges blockieren. Dann ist die Frage, was ist der Auslöser gewesen in der Vergangenheit. Ich würde mich dann fragen, ob es in den zwei Jahren wirklich so gut gelaufen ist. Wie lange war die tägliche Arbeitszeit? Hat man das Gefühl nie ganz fertig zu werden? Bleibt neben der Arbeit überhaupt noch etwas Zeit für andere Dinge? Hat man hier vielleicht geglaubt es ist alles super aber in Wirklichkeit hat einem doch etwas gefehlt und man hat nicht hinhören wollen?

Solche Fragen würde ich mir stellen. Und ich würde mich fragen, was ich im Moment konkret brauchen würde, um wieder normal und ohne dieses Gefühl arbeiten zu können.

L~ic,htAmH7orizoxnt


Klingt nach Burnout.

fMlyx087


Solche Gefühle "es nicht zu schaffen", können latent in einem vorhanden sein und einiges blockieren. Dann ist die Frage, was ist der Auslöser gewesen in der Vergangenheit. Ich würde mich dann fragen, ob es in den zwei Jahren wirklich so gut gelaufen ist. Wie lange war die tägliche Arbeitszeit? Hat man das Gefühl nie ganz fertig zu werden? Bleibt neben der Arbeit überhaupt noch etwas Zeit für andere Dinge? Hat man hier vielleicht geglaubt es ist alles super aber in Wirklichkeit hat einem doch etwas gefehlt und man hat nicht hinhören wollen?

Solche Fragen würde ich mir stellen. Und ich würde mich fragen, was ich im Moment konkret brauchen würde, um wieder normal und ohne dieses Gefühl arbeiten zu können.

Naja ich bin seit 4,5 Jahren alleine auf meiner Position. Anfangs hatte ich damit keine Probleme. Aber die Arbeit wurde immer mehr und ist eigentlich für mindestens 2 ausgelegt. Es war eigentlich gar keine Zeit mehr für anderes. Alles was sonst so wichtig war habe ich im Büro oder vom Büro aus erledigt. 10 - 12 Stunden waren an der Tagesordnung. Ich habe inzwischen selbstständig auf 8 machmal 7 Stunden reduziert. Die Freiheiten da sind eigentlich groß.

Ich hab es aber persönlich nie wirklich gesehen.

Am Wochenende da fühle ich mich gut. Da habe ich Ruhe mache teilweise ganz was anderes und verschwende nicht einen Gedanken an die Arbeit. Mit der Arbeit fertig werden ist quasi unmöglich. Vorher schon und jetzt sowieso.

Wenn ich nicht selbst stark diszipliniert sagen würde, nach 8h ich mache jetzt Feierabend könnte ich 24 / 7 da sitzen.

Obwohl ja gemachte Arbeit und da ich meine Termine immer einhalten kann auch immer positiv honoriert wird.

Ich sage ja, verstehen kann ich es nicht.

Wenn ich es bildlich beschrieben müsste:

Ich habe das Gefühl irgendwo in einer Ecke zu stehen, laut um Hilfe zu rufen aber obwohl viele um mich rum sind hört es keiner und es sieht keiner, weil Augenscheinlich ja alles funktioniert. Die Arbeit baut eine Mauer um mich rum. Und bald habe ich keine Möglichkeit mehr immer wieder an der Mauer hoch zu klettern um den letzten Rest noch zu schaffen.

Zgwa`ck44


LichtAmHorizont hat es schon geschrieben; ich schließe mich an: Depression/Burnout.

SPunflojwetr_7x3


Klingt auch für mich nach Depression. Dieses "nicht können" ist da sehr typisch...

C6omqran


Du bist genau an der Grenze zum Burn-Out. Ganz klassischer Einstieg. Das ganze Liegenlassen, das Ablenken durch Nichtigkeiten, die Aggression, wenn nur das Telefon klingelt.

Es ist dir was über den Kopf gewachsen. Wie es dazu kam, ist erst einmal zweitrangig.

Probiere mal, nichts abzuarbeiten, sondern nimm dir mal die Zeit, eine Übersicht zu machen, mit welchen Themen du dich beschäftigen müsstest. Und in welcher Priorität. Und dann machst du daraus einen Zeitstrahl, wann was erledigt sein könntest und beziehst deinen nächsten Vorgesetzten mit ein. Es kann schon hilfreich sein, wenn man sich "Rückendeckung" holt, dass etwas länger liegenbleibt und dass man entlastet wird.

Probiere nicht, alle zufriedenzustellen, aber du darfst jetzt nicht in dieser Duldungsstarre bleiben, sonst wird die Arbeit immer mehr und du rutschst wirklich in den Burn-Out rein. Noch kannst du es schaffen.

fYl"y08x7


Guten Morgen,

vielen Dank für eure tollen Antworten.

Ich bin ganz ehrlich. Vor einer Diagnose Burn out habe ich eine riesen Angst.

Man sich ja auch so seine eigenen Gedanken.

Ich habe mich bisher einfach sehr davor gedrückt mit diesen Sympthomen zum Arzt zu gehen.

Zu groß die Angst einer Diagnose Depression oder Burn Out.

Comran vielen Dank auch dir.

Das klingt nach einem guten Plan, den ich einfach mal versuchen werde umzusetzen.

fGlyx087


Hallo Zusammen,

auch wenn ich nicht weiß ob dieser Beitrag gelesen wird von den damaligen Helfern.

Mein Dank geht an euch.

Ich stand so weiß ich heute tatsächlich kurz vor der Diagnose Depression / Burnout.

Jetzt heute, fast zwei Jahre später ist alles gut. Ich habe entsprechend reagiert und die Themen sehr offen angesprochen.

Es hat gedauert das zu überwinden. Aber jetzt läufts wieder gut.

Lg,

Fly

C!omrfan


Hey Fly087,

das ist doch mal eine tolle Rückmeldung! :)_ :)^ .

Freut mich für dich, dass du die Kurve gekriegt hast. :)z

Magst du vielleicht schreiben, wie du die Zeit dazwischen wahrgenommen hast und wie du vorgegangen bist? Ein Burn-Out-Risiko haben viele in der heutigen überladenen Zeit. Da wäre eine "Ich-habe-es-geschafft"-Geschichte sicherlich mutmachend für all diejenigen, die noch hadern, wie sie aus der Mühle wieder rauskommen.

f;ly08x7


Ja das mache ich doch gerne.

Also die Zeit zwischendurch war schon durchwachsen. Und um ehrlich zu sein weiß ich nicht genau wann der Punkt erreicht war, dass ich es geschafft hab mich aus dem Sumpf zu ziehen. Allerdings habe ich eine Vermutung.

Es hat sich bisher an den Bedingungen nichts geändert. Ich bin nach wie vor alleine auf meiner Position und die Vielzahl der Arbeit ist nicht weniger geworden sondern mehr weil in der Zwischenzeit auch das Unternehmen gewachsen ist.

Ich habe mir bestimmte Dinge angeeignet. Dazu gehört auch das Freizeit wirklich Freizeit ist.

Die Arbeit bleibt im Büro. Notfälle per Handy sind aber nach wie vor ok. Jedoch muss der Kopf in der Lage sein auch wirklich Job und Freizeit zu trennen. Das ist ein Lernprozess der nicht einfach ist.

Ein Psychologe oder ähnlich konnte mir nicht helfen. Ich habe auch keinen aufgesucht. Ich musste den Arsch buchstäblich selbst hoch kriegen.

Das besondere Problem ist zu erkennen wie man sich den Weg frei schaufeln kann. In meinem Fall war es zum einen das oben beschriebene und zum anderen die Erkenntnis das noch so viel Arbeit mich dann nicht fertig machen kann, wenn ich es schaffen eine ordentliche Struktur in den Tagesablauf zu bekommen. Also mir vorher klar zu machen, was steht an und wie gehe ich das am besten an. Das nächste war zu erkennen, dass mir mein Job zu langweilig war. Ich mich also weiterentwickelt hatte aber mein Jobumfeld nicht daran angepasst hatte. Das alles zusammen genommen führte zu dieser fast Depression oder Burnout.

Zu erkennen, was das Problem ist war das schwerste. Vor allem weil es nicht nur eine Sache war sondern gleiche eine Menge an Dingen die zusammen kamen. Da bleibt am Ende nur eine genaue Analyse seiner selbst. Was mach ich, warum und wie finde ich das.

Jede Änderung die ich durchgeführt habe hat Schritt für Schritt Besserung gebracht. Aber nicht sofort. Es hat eine Weile gedauert die Besserung auch zu erkennen. Selbst auch dafür offen zu sein, dass es wirklich besser geworden ist.

Heute habe ich sowohl meinen Tagsablauf gut im Griff, strukturiert und ich kann abschalten. Feierabend ist dann auch wirklich Feierabend. Die persönliche Weiterentwicklung in dem Sinne sich neuen Themen zu öffnen und darin auch eine erfüllende Herausforderung zu haben war ebenso wichtig. Alles in allem musste ich viele Rädchen drehen.

Heute weiß das es soweit nicht mehr kommen wird.

LG

Fly

Cvomrxan


Klingt super - vor allem, dass du es ohne externe Hilfe geschafft hast, indem du wieder selbst deinen Blick geschärft und deine Situation begriffen hast. Ursache und Wirkung getrennt. Und dann aufgeräumt.

Ich habe meinen Eintrag vor fast zwei Jahren obendrüber gefunden und ich glaube nach wie vor, dass es bei dir haarscharf war. Wenn du wirklich im Burn-Out gelandet wärst, hättest du es allein nur noch sehr schwer geschafft. Daher: Respekt, dass du das Ruder rumgerissen hast und die Geduld und Kraft aufbrachtest!

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