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Auswirkung von Borderline auf Kinder

k4ato\si.toline hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ist es theoretisch möglich, dass eine Mutter die Krankheit auf ihre Kinder "überträgt" - also, dass die Kinder am Ende selbst glauben Borderline zu haben? Oder nehmen sich Kinder deren Krankheit an...

Ist die Frage so verständlich? ":/

Antworten
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Die Frage ist leider nicht verständlich. Schreib mal zu den Beispielen, was deiner Frage entspricht.

Beispiel 1: Mutter führt eine Lebensweise vom Borderline-Typ; das bedeutet für ein Kleinkind mal so, mal so; mal bekommt es die Brust, wenn es schreit, mal bekommt es sie nicht. Denn die Mutter dürfte ihre Verhaltensweise bereits vor der Geburt des Kindes praktizieren. Was für ein Kind sich daraus entwickelt, die Frage muss an die Fachwelt gestellt werden.

Beispiel 2: Mutter hält sich in der Baby-Phase noch an die gesellschaftlichen Normen, egal welche, aber es gibt Konstanz im Verhalten bei gleichen Situationen. Danach wird es schwankend. Mal wird auf ein Schreien freundlich reagiert, mal genau das Gegenteil. Bleibt es bei dieser Ausprägung, dann entwickelt sich vermutlich ein Kind mit der Gewissheit: egal was ich tue, bei Mutter kann es immer falsch sein. Es wird sich äußerst vorsichtig verhalten. Das setzt sich ein Leben lang fort, zumindest gegenüber der Mutter.

SVchwxarz6x66


Borderline ist keine Krankheit, sondern eine Störung und kann somit auch nicht vererbt werden. Borderline wird mutmaßlich durch ein traumatisches Erreignis in der frühen Kindheit ausgelöst, das krasseste Beispiel ist sexueller Mißbrauch, ein "harmloseres" Beispiel fehlende Mutter-/Vater-/Elternliebe, wobei nicht jedes traumatische Erlebnis bei jedem Menschen zu Borderline führt.

k<atosvitolxine


also es geht in diesem speziellen Fall darum:

Mutter hat Borderline und 2 jetzt erwachsene Töchter. Leben ohne Vater zusammen in einem Haushalt. Die jüngere Tochter (19J) hat Allüren wie ein Teanager. Wohl verspätete Pupertät. Jedes Mal wen die Tochter bockt, das heisst die Schule/Lehrstelle mal wieder schmeisst, dann reagiert die Mutter damit, dass sie sie zu nem Therapeuten schickt mit der Begründung, dass das Kind auch Borderline hat und ja garnichts für ihr Verhalten kann....

Sdchwa(rz66x6


Achso, ich hatte die Frage nur schnell überflogen, sorry. Es ist ja so, dass Partner von Borderlinern in eine sogenannte Co-Abhängigkeit geraten können, je nach Charakterstärke und sich die Verhaltensweisen zueigen machen. Gut vorstellbar ist, dass dies auch bei Kindern so ist, da diese ja nunmal aus den Verhaltensweisen der Eltern lernen und diese ggf. übernehmen.

S"chwoarz6X66


also es geht in diesem speziellen Fall darum:

Mutter hat Borderline und 2 jetzt erwachsene Töchter. Leben ohne Vater zusammen in einem Haushalt. Die jüngere Tochter (19J) hat Allüren wie ein Teanager. Wohl verspätete Pupertät. Jedes Mal wen die Tochter bockt, das heisst die Schule/Lehrstelle mal wieder schmeisst, dann reagiert die Mutter damit, dass sie sie zu nem Therapeuten schickt mit der Begründung, dass das Kind auch Borderline hat und ja garnichts für ihr Verhalten kann....

katositoline

Im Gegensatz zur Eingangsfrage ist es hier ja eindeutig die Mutter, welche die Möglichkeit einer Borderline-Störung auf ihre Tochter projeziert. Borderliner legen ganz bestimmte Verhaltensweisen an den Tag, welche sich selten im normalen sozialen Umfeld zeigen, aber in einer Partnerschaft oder engeren sozialen Bindungen wie z.B. Borderliner<->Chef oder Borderliner<->Therapeut, von daher kann man hier aus der Ferne nicht beurteilen, ob es sich bei der Tochter nun um spätpubertäre Zickereien handelt, eine Co-Abhängigkeit oder "echtes" Borderline.

kJatositoOlinxe


wie kann man denn die Kinder (19J und 25J) dazu bewegen auszuziehen bei der Mutter? Bevor es noch schlimmer übertragen wird? Ohne, dass man die Gefühle der beiden verletzt, denn sie lieben ja ihre Mutter über alles. Ich hab nur das Gefühl, dass die Mutter den Kindern das Leben "nimmt".

vMiviTda


vermutlich kannst du sie gar nicht bewegen, es muss von ihnen selbst kommen.

kinder von psychisch kranken menschen fühlen sich für ihre eltern meist verantwortlich...abhängigkeit wurde ja bereits beschrieben. die beziehung ist vermutlich auch kein normales mutter-kind-verhältnis.

kinder von borderlinern haben ein sehr hohes risiko für bindungsstörungen...die beziehungen sind oft sehr ambivalent und kompliziert...da kommt man nicht soooo einfach zwischen. das thema ist sehr komplex.

hast du denn mal mit den beiden gesprochen wie es ihnen geht, was sie möchten und wie sie das sehen?

ansonsten kannst du dich auch ans jugendamt wenden und fragen, was sie anbieten können oder auch an den sozialpsychiatrischen dienst.

ansonsten...es kann nicht jedem geholfen werden und manche situationen sind für außenstehende schwerer zu ertragen als für die betroffenden selbst

k#atos,itoli'ne


es ist ganz schön verzwickt, mal sehen ob sich ne möglichkeit zu einem gespräch ergibt.

ja das stimmt, es ist schlimm mit anzusehen.

Jnulexy


Zur Entstehung von Borderline:

Studien zeigen, dass drei Faktoren für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ursächlich sein können:

Erbliche Belastung (Persönlichkeitsstörungen in der Familie). Hinweise auf genetische Faktoren liefern Zwillingsstudien, die zeigen, dass 60 % der Borderline-Störung genetisch bedingt sind.

Frühkindliche Traumatisierungen. Etwa 40 bis 70 % der Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung wurden als Kinder oder Jugendliche traumatisiert (sexueller Missbrauch, körperliche Gewalterfahrungen, Vernachlässigungen). Bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung können ähnliche hirnorganische Veränderungen beobachtet werden wie bei Patienten mit einer Post-Traumatischen Belastungsstörung.

Ablehnung durch die Mutter / Eltern bzw. gestörte Mutter-Kind-Beziehung, insbesondere dann, wenn die Mutter auch unter einer Borderline-Störung leidet.

[[http://www.psychomeda.de/lexikon/borderline-persoenlichkeitsstoerung.html Quelle]]

v5ampM28


Ich denke nicht dass ein Elternteil dem Kind eine Borderlinestörung übertragen kann. Wenn dann bekommt das Kind durch die psychische Störung der Mutter, eine Borderline Störung, oder andere psychische Probleme. Es kann auch eine PTBS entstehen, je nachdem wie die Mutter so drauf ist. Wenn ein Kind keine Sicherheit erfährt, launenhafte Eltern hat, oder die Mutter starke Stimmungsschwankungen hat, dann kann sich ein Kind nicht auf die Mutter verlassen...ist selbst zerrissen, zieht sich vielleicht sehr zurück, weil sie nie weiß wie die Mutter in paar Stunden drauf sein wird. Natürlich können solche Dinge psychische Störungen nach sich ziehen, auch eine Borderline Störung. Aber übertragen wird es nicht einfach so, kann es auch nicht. Ist ja nichts ansteckendes. Aber wenn ein Kind nicht in einer stabilen Umgebung aufwächst, keine Sicherheit erfährt, evtl. sogar Gewalt, keine Liebe, dann kann sich ein Kind auch nicht gesund entwickeln und wird Krank.

Meine Mutter, bzw. Eltern sind auch psychisch krank. Ich wurde aber nicht selbst psychisch krank, weil sie mir ihre Psychische Erkrankung übertragen haben, sondern durch ihr Verhalten.

Jaan74


Wenn die Kinder 19 und 25 sind, ist das Kind, oder beide, bereits in den Brunnen gefallen. Wenn sich da eine Störung manifestiert haben sollte, so ist das längst geschehen; jetzt passiert da wohl nicht mehr viel derartiges. Insofern kann man nur noch Schadensbegrenzung betreiben, wenn ein Schaden vorliegen sollte.

ich bin erst mit 25 ausgezogen, VIEL zu spät, und rückblickend muss ich sagen dass es sehr gut gewesen wäre, wenn eine Organisation wie das Jugendamt, oder auch wachsame Lehrer, schon viel früher ein Auge auf mich und meine Familie geworfen und mich da rausgeholt oder zumindest unterstützt hätte. Ist aber leider nicht passiert.

vUampx28


@Jan74

Ging mir genauso...Jugendamt war wohl bei uns, wir hatten auch eine Familienhelferin(Das weiß ich aus einer verschwommen Erinnerung und Aussage von meiner Mutter). Aber die haben nichts gemacht...die hätten mich da als Kind raus holen müssen. Vielleicht wäre ich dann nicht so stark traumatisiert, wie jetzt. Jugendamt macht oft Fehler, entweder handeln die gar nicht, oder zu schnell und übertrieben. Es ist wirklich traurig. :|N

J'axn74


Naja, ist allerdings auch ein zweischneidiges Schwert. Der psychische Wahnsinn offenbart sich Außenstehenden ja nicht sofort und es ist ja auch eine krasse Entscheidung, ein Kind aus einer Familie rauszunehmen. Ich hätte das damals auch gar nicht gewollt. Aber man steckt so drin.. Leute, die das alles nicht kennen, fragen auch erstaunt "warum bist Du nicht viel früher ausgezogen?", aber die, die es kennen, verstehen, dass man dazu gar nicht in der Lage gewesen wäre.. also an sich auch mit 25 noch nicht aber geht dann ja irgendwann nicht mehr anders.

Ich höre von meiner Mutter jetzt so Geschichten, ich wäre so ein Kontaktscheues Kind gewesen, sie hätte damals ja immer Kinderfeste organisieren müssen damit ich mal Kontakt habe (ich kann mich an keinerlei Kontaktscheu erinnern). Da war ich 3-5 Jahre alt oder so. Rückblickend war das wohl schon narzisstischer Missbrauch. Aber wie soll man das alles peilen wenn man 11 oder 12 Jahre alt ist? Die Lehrer sollten nur viel aufmerksamer sein. ich denke, bei Mobbingopfern in der Schule ist das Elternhaus immer eine Betrachtung wert (genau wie bei den Chef-Mobbern).

vma<mpx28


Bei mir gab es nicht nur psychischen/Emotinalen Missbrauch, sondern auch körperlich und sexuellen missbrauch. Also das ganze Paket quasi. Das Jugendamt hätte es besser sehen müssen. Ich kann mich zwar kaum an die Kindheit erinnern, aber glaube nicht das wir Kinder jemals einen Arzt vorgestellt wurden. Da wurde einfach nichts gemacht. Ich wurde als Kind gefragt von der Familienhelferin, ob es mir gut ginge bei meinen Eltern...was ich gesagt hatte, weiß ich nicht mehr. Es ist nur eine dunkle verschwommene Erinnerung. Vielleicht hab ich gesagt es ginge mir gut, aber das war dann definitiv falsch. Denn die ganze Kindheit war der Horror. Therapeutin meinte, das ich wohl die ganze Kindheit über dissoziierte. Ich spaltete ab, daher hab ich heute eine Dissoziative Störung unter anderem. Ich verstehe es bis heute nicht, warum keiner was tat...Lehrer, Ämter, nichts...

Und nein als Kind versteht man nicht was das alles zu bedeuten hat, was mit einem passiert...es frisst sich immer weiter rein, bis das Herz blutet...sich entzündet...und irgendwann aufhört zu schlagen. Weil man sich innerlich tot fühlt. Sorry so hart es klingen mag, es entspricht der Wahrheit. Lehrer, Jugendamt, Kindergärtner, Nachbarn, Verwandte, Freunde, alle sollten aufmerksamer sein. Viel zu oft wird noch weg geschaut. Und die Kinder müssen leiden...meine Eltern waren wirklich tolle Schauspieler...außen hin, waren sie nett, lieb...zuhause, gab es streitereien, Wutausbrüche, Gewalt usw. Meine Mutter wollte die Familie zusammen halten, nichts durfte nach draußen dringen. Krank, einfach nur Krank.

Mach dir keine Vorwürfe, weil du solange zuhause wohntest. Irgendwie ist man auch teilweise abhängig von den Eltern. Leider. Ich hoffe du kannst dich heute schützen vor ihnen.

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