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Depressiv?!

LKeerDgut hat die Diskussion gestartet


Hallo,

auch wenn keiner wirklich helfen kann, hilft es mir vielleicht, wenn ich einfach mal schreibe, was mich bedrückt.

Ich bin Anfang 30, lebe zusammen mit meiner Freundin unserem gemeinsamen Kind (etwas über 1 Jahr alt). Ich habe einen guten Job und werde (inzwischen) ganz gut bezahlt. Vor 10 Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich soviel erreichen werde. Gute Arbeit, Freundin und Kind. Mit Anfang 20 hatte ich noch nicht einmal meinste erste Freundin. War dafür immer viel zu schüchtern und hatte erst mit Mitte 20 den ersten Kuss, ersten Sex usw. Hatte damals in meinem Heimatort auch nur ein extrem geringes Gehalt als Azubi von unter 300€ selbst im 3. Lehrjahr. Inzwischen weit über das 10fache. Hab mir auch erst vor kurzem ein neues schickes Auto gekauft.

Also eigentlich müsste ich zufrieden sein. Aber ich bin so unglücklich, dass ich mich immer wieder Frage, warum muss ich das alles jeden Tag ertragen. Ich will das alles garnicht! Ob auf Arbeit oder Zuhause, ich fühle mich nie wohl. Arbeit ist eben Arbeit, dass macht nicht wirklich Spaß, ich mache es um gut Leben zu können aber mehr auch nicht. Bei 40 Stunden/Woche + ca. 10 Stunde/Woche in den Öffis bleibt einfach kaum privates Leben übrig. Alleine das ist schon ein Punkt, der mich unheimlich viel Kraft kostet und ich nicht so recht weiß, wie ich das noch über 30 Jahre durchstehen kann. Innerlich... "Das wars dann also?" Aber daran kann man wenig ändern, dass ist leider in diesem System so. Millionen die Arbeiten ohne Freizeit zu haben und Millionen die nur Zuhause sitzen und nichts finden oder es nicht wollen.

Aber auch Zuhause, ist es oft eher schlimmer als auf Arbeit, weil wir uns ständig streiten. Ich weiß inzwischen auch nicht mehr, wer an was schuld ist und ob es aus der Arbeit heraus resultiert oder weil wir uns schon so auseinander gelebt haben. Entsprechend hab ich auch das Gefühl, dass ich als Papa nichts tauge, weil ich Zuhause auch schon meist versuche, alleine zu sein. Ich bin froh, wenn meine Freundin mit unserer Tochter mal zu ihrer Mutter o.ä. geht und ich niemanden sehen muss. Dann habe ich einfach mal Zeit für mich, brauch keine Angst haben, dass wieder irgend eine Kleinigkeit in einen Streit ausartet usw. Alleine für den Gedanken fühle ich mich aber auch ein wenig schlecht.

Ich liebe ja unsere Tochter aber um ganz ehrlich zu sein, seit wir zusammen gezogen sind und besonders seit unsere Tochter da ist, bin ich mit jedem Schritt in Richtung eigene Familie unglücklicher geworden. Nur kann ich es selber kaum definieren warum das so ist. Das offensichtlichste für mich ist, dass ich kaum noch Zeit für mich habe. Ein Kind raubt eigentlich jede freie Minute, zumidnest in diesem Alter. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer gern allein war. Nur in unserm erstes Jahr wollte ich soviel wie möglich bei ihr sein. Sie sagt zwar oft das sie mich liebt aber es fällt mir immer schwerer das zu glauben. In den letzten Wochen habe zumindest bei mir die Geühle schon spürbar nachgelassen, weil immer alles im Drama endet. Bin irgendwie nurnoch auf Verteidigung weil sowieso alles zum Streit führen kann. Da mag ich inzwischen auch oft schuld sein, weil es sich so egal anfühlt, was ich tue oder sage, es kommt sowieso meist dazu. Durch meine Gleichgültigkeit steigert es sich aber noch mehr. Mich stören aber auch einige Dinge, die erst so richtig deutlich werden, wenn man eine Weile zusammen lebt.

Für mein empfinden ist sie zu unordentlich. Es geht mir nicht darum, eine persönliche Hausfrau zu haben, die alles macht. Aber wenn mir jede Motivation geraubt wird, was im Haushalt zu machen, weil es wenigen Stunden später sowieso wieder aussieht, dann besteht gleich wieder Streitpotential. Egal was sie anfässt, es wird danach einfach nicht wieder zurück geräumt. Wenn sie etwas kocht, dann steht das Geschirr immer mindestens bis zum Abend verstreut in der Küche rum. Meist noch mit Zewa zwischen den Essensresten, dass imemr alles schon zusammen klebt. Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt hab ich das ja alles übernommen aber jetzt verstehe ich es nicht mehr. Zumal sie wegen krankschreibung aber ohne große Einschränkungen den ganzen Tag zuhause mit unserer Tochter ist. Fast jeden Abend wenn ich nach Hause komme, sie die ganze Wohnung aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen und sofort geht meine Laune total in den Keller. Als ich meinen eigenen Haushalt hatte, empfand ich es nicth schwer Ordnung zu halten, obwohl ich kein Putzteufel bin.

Ich hab wohl wirklich in den letzten Jahren mein ganzes Leben versaut, denn ich kann mich schlecht trennen und sie mit unserer Tochter im Stich lassen. Also werde ich das ganze noch viele Jahre ertragen müssen. Vielleicht ist es auch zum Großteil meine Schuld, weil ich schon seit meiner Jugend eher depressive Gedanken habe und mir schon so oft ein frühes und schmerzloses Ende herbei gesehnt habe. Aber keine Sorge, ich mache nichts in der Richtung.

Naja, jetzt werde ich mal wiede rin Richtung Zuhause begeben... Nach dem Morgen erwartet mich sicher nichts nettes.

Antworten
H$annah%We


Lieber Leergut,

nach den ersten Zeilen dachte ich: Aha, typische Überforderung eines jungen Familienvaters, das gibt sich mit der Zeit wieder. Vielen jungen Vätern geht es in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes so, sie fühlen sich als Alleinverdiener unter Druck gesetzt und trauern ihrer unbeschwerten Singlezeit hinterher.

Aber als ich weiterlas, kam mir noch ein anderer Gedanke: Wie lange bist du schon mit deiner Freundin zusammen? Du schreibst immer wieder von der Zeit "bevor wir zusammengezogen sind" und "als ich noch alleine gewohnt habe".

Kann es sein, dass ihr noch nicht sehr lange zusammen seid, recht bald eure Tochter bekommen habt und nicht so richtig Zeit hattet, eurer Leben zusammen als Paar zu leben, euch Hobbies, einen Freundeskreis, all sowas zusammen zurechtzuleben, bevor ihr an das Projekt "Kind" geht?

Was definiert euch als Paar, was habt ihr gerne zusammen gemacht, als eure Tochter noch nicht geboren war?

Zu deiner eigentlichen Frage: Ja, es kann sein, das du depressiv bist. Mach mal den Selbsttest:

[[http://www.therapie.de/psyche/info/test/depressions-tests/depressionen-test/]]

Wenn der Test positiv ist, ab zum Hausarzt und dich behandeln lassen. Hast du schonmal Antidepressiva genommen oder eine Psychotherapie gemacht?

Aber selbst wenn es so ist, wird der Weg ein steiniger, bis du wieder gesund bist bzw. zufriedener bist mit deinem Leben. In der Zwischenzeit solltest du ergründen woher deine Unzufriedenheit kommt: Ist es wirklich die Arbeit? Langweilt sie dich, unterfordert sie dich? Könntest du da etwas ändern?

Könntest du alte Hobbies wieder aufnehmen, obwohl du abends müde und erschöpft bist? Es würde deiner Freundin sicher auch recht sein, wenn du wieder ausgeglichener bist, auch wenn sie dafür 1-2 Abende pro Woche auf dich verzichten müsste. @:)

L2eerg3ut


Danke HannahWe,

eigentlich hat meine Freundin auch einen Job, ist aber direkt von der Elternzeit nahtlos in die Krankschreibung gerutscht. Die Ärzte wissen nicht wirklich was ist. Manchmal ist sie nach etwas Anstrengung total erschöpft. Und in einigen Regionen recht empfindlich. Aber oft geht es ihr ganz gut. Deswegen bin ich eigentlich nicht de rAlleinverdienen auch wenn jetzt durch Krankengeld nicht mehr viel bei ihr übrig bleibt. Es reicht zumindest für die meisten ihrer Ausgaben, wobei wir nicht strikt trennen sondern ich schon versuche das meiste zu übernehmen.

Als wir zusammen ziehen wollten und die Wohnung gefunden hatten, hatten wir wenige Tage vor dem endgültigen Umzug erfahren, dass sie schwanger ist. Also hatten wir noch noch ein halbes Jahr ohne Kind in der Wohnung. Um das gemeinsame Zusammenleben aufeinander abzustimmen war da also nicht viel Zeit, weil da schon die Schwangerschaft klar im Vordergrund stand. Geplant war unsere Tochter nicht ganz so früh, wir wollten noch 1-2 Jahre warten. Da meine Freundin mit ihrem vorherigen Freund nicht schwanger wurde und von den Ärzter klar gesagt bekommen hat, dass ohne eine OP da sehr wahrscheinlich auch nichts geht, hatten wir nur Persona um zu sehen, wann wir trotzdem besser aufpassen sollten. So kam es, dass wir dann doch früher als geplant Eltern wurden.

Depressiv bin ich bestimmt, da ich schon immer recht negativ eingestellt war aber zu einem Seelenklempner werde ich eher nicht gehen.

Hfa~n?nxahWe


eigentlich hat meine Freundin auch einen Job, ist aber direkt von der Elternzeit nahtlos in die Krankschreibung gerutscht. Die Ärzte wissen nicht wirklich was ist. Manchmal ist sie nach etwas Anstrengung total erschöpft.

Glaubst du, dass sie deswegen den Haushalt (deiner Meinung nach) vernachlässigt, wegen ihrer Krankheit? Wenn die Ärzte nicht wissen, was sie hat, könnte es eventuell auch psychisch sein?

Und in einigen Regionen recht empfindlich. Aber oft geht es ihr ganz gut. Deswegen bin ich eigentlich nicht de rAlleinverdienen auch wenn jetzt durch Krankengeld nicht mehr viel bei ihr übrig bleibt. Es reicht zumindest für die meisten ihrer Ausgaben, wobei wir nicht strikt trennen sondern ich schon versuche das meiste zu übernehmen.

Von Geld hatte ich garnicht geredet, aber ich finde es interessant, dass du es hier anführst. Fühlst du dich von ihr ausgenutzt, weil sie kein eigenes Einkommen hat im Moment?

Als wir zusammen ziehen wollten und die Wohnung gefunden hatten, hatten wir wenige Tage vor dem endgültigen Umzug erfahren, dass sie schwanger ist.

Meine Frage war eigentlich: Wie lange kennt ihr euch schon, wie lange seid ihr schon ein Paar?

Also hatten wir noch noch ein halbes Jahr ohne Kind in der Wohnung. Um das gemeinsame Zusammenleben aufeinander abzustimmen war da also nicht viel Zeit, weil da schon die Schwangerschaft klar im Vordergrund stand. Geplant war unsere Tochter nicht ganz so früh, wir wollten noch 1-2 Jahre warten. Da meine Freundin mit ihrem vorherigen Freund nicht schwanger wurde und von den Ärzter klar gesagt bekommen hat, dass ohne eine OP da sehr wahrscheinlich auch nichts geht, hatten wir nur Persona um zu sehen, wann wir trotzdem besser aufpassen sollten. So kam es, dass wir dann doch früher als geplant Eltern wurden.

Daran könnte auch deine Unzufriedenheit liegen. Du wolltest dieses Kind noch nicht sofort (auch wenn du es jetzt natürlich liebst, keine Frage!). Deine Freundin wollte anscheinend schon länger Kinder, sie hat es ja mit ihrem EX schon länger versucht.

Wenn ihr euch noch nicht lange kanntet, bevor ihr zusammen gekommen seid, und der Kinderwunsch noch nicht wirklich da war, dann kann es natürlich sein, dass du ihr jetzt unterbewusst vorwirfst, sie braucht dich nur als Ernährer und Geldverdiener.

Wahrscheinlich ist es nichtmal so, wahrscheinlich liebt sie dich wirklich. Aber wenn bei euch alles ziemlich schnell gegangen ist, also das zusammenziehen, Kinderkriegen, usw., dann kann es sich für dich so anfühlen.

Depressiv bin ich bestimmt, da ich schon immer recht negativ eingestellt war aber zu einem Seelenklempner werde ich eher nicht gehen.

Naja, dann ist der Leidensdruck anscheinend noch nicht groß genug. Aber ich würde dir empfehlen, deine Einstellung zu Seelenklempnern zu überdenken, bevor du Gedanken daran verschwendest, dass dein Leben versaut, sinnlos ist, und womöglich irgendwann lebensmüde Gedanken entwickelst. Depressiv zu sein bedeutet übriges nicht, negativ eingestellt du sein. Depressiv zu sein ist die tägliche Hölle im eigenen Leben, mit körperlichen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Sinnlosigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Schlafstörungen, Grübeln, Ängsten, usw.

Der Hausarzt wäre da aber sowieso der erste Ansprechpartner. Vielleicht reichen bei dir auch Tabletten, um das Tief zu überwinden, bis eure Kleine größer ist und deine Freundin und du wieder mehr Zeit füreinander habt und es weniger stressig ist. Alles Gute dir! @:)

Lqeerxgut


Wir waren etwas über 2 Jahre zusammen bevor wir zusammen gezogen sind. Jetzt sind es 4 Jahre.

Nein, dass sie mich finanziell ausnutzt denke ich nicht. Das ist garnicht ihre Art. So eine Freundin hatte ich aber vorher...

Sie sagt oft, sie kommt nicht dazu aufzuräumen. Problem ist halt, dass sie grundsätzlich immer erstmal alles liegen lässt, wo sie steht und am Ende des Tages eigentlich fast in jedem Zimmer zu tun hätte. Ich bin eher jemand, der ansich nicht oft aufräumt, dafür aber eigentlich immer alles gleich wieder dahin stellt, wo es hingehört. Muss ich erstens nicht suchen und 2. viel wenig aufräumen. Hab wirklich keinen Putzfimmel aber meine Mutter meinte früher auch, dass mein Zimmer immer schön aufgeräumt ist.

Diese unordnung ist manchmal schon sehr nervig und fühl mich dann auch nicht wohl in den eigenen 4 Wänden. Hab aber auch nicht Lust ihr immer hinterher zu räumen, weils eh kurz später wieder unordentlich ist. Wenn ich aber was sage, ist sie meist eingeschnappt oder gibt Streit. Sie war aber auch früher in ihrer Wohnung nicht sonderlich ordentlich, liegt also weniger an Krankheit oder Kind, sondern ist einfach ihre Grundeinstellung. Also wenn sie Aufräumt sieht es dann schon gut aus aber so der Grundgedanke, erst alles soweit kommen lassen, bis man denkt, jetzt muss aber wirklich was gemacht werden nervt mich schon sehr.

Depressiv zu sein ist die tägliche Hölle im eigenen Leben, mit körperlichen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Sinnlosigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Schlafstörungen, Grübeln, Ängsten, usw.

Antriebslosigkeit Ja

Sinnlosigkeit Ja!!

Müdigkeit Teilweise

Schwindel Nein

Schlafstörungen Eher weniger

Grübeln Ja

Ängsten Eher weniger

Wenn ich die ärztliche Kompetenz hier in der Großstadt so sehe, dann hab ich schon starke Zweifel, ob ich mich in so eine unangenehme Situation begeben möchte. Zudem wäre es auch zeitlich sehr schwer neben Arbeit und Zuhause noch regelmäßige Arzttermine unter zu bringen. Aber wie gesagt, empfinde ich so eine Therapie auch als sehr peinlich und sollte auch der Arbeitgeber besser nicht mitbekommen, weil ich schon in einer höheren Position im Unternehmen bin.

ZdwacAk4x4


Depressionen haben leider öfter die Tendenz, sich zu verschlimmern; das Gegenteil passieret seltener. 3 Monate einer schweren Depression verbrachte ich in einer Psychiatrie (rein medikamentöse Behandlung); danach war ich wieder arbeitsfähig. 17 Jahre später hat es mich noch einmal "erwischt". Ich habe mich rasch zum Psycho-Doc begeben und konnte deshalb ambulant behandelt werden. Kein einziger Fehltag, der depressionsbedingt war. Was sagt Dir das?

P"Sschybiest


Du musst deinem Arbeitgeber nicht mitteilen, dass du Depressionen hast.

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