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Ich weiß nicht mehr weiter...

BVudy2<55x2 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

das Leben kommt mir so sinnlos vor... es ist immer dasselbe... man steht auf, geht in die Arbeit, kauft ein, schleppt das ganze Zeug hoch, isst und geht schlafen... wie "und täglich grüßt das Murmeltier". Ich hinterfrage in Gedanken jede Situation, z.B. wenn wir was trinken oder ins Kino gehen. Wenn wir Urlaub machen, ... ich sehe alles nur noch als Verpflichtung und nicht mehr als Spaß an. Ich habe keinerlei Freude an den alltäglichen Dingen. Meine Gedanken sind von meiner Ansicht der Realität vollkommen eingenommen. Ich mache mir viele Gedanken über die Welt, das System der einzelnen Länder, über die gesamte Menscheheit. Wieso soll ich Spaß haben, wenn es Menschen gibt, denen es täglich nur ums überleben geht. Es gibt mehr Leid und Elend als Gutes auf dieser Welt. Egal wie sehr man sich bemüht etwas Gutes zu tun. Das schlechte überwiegt und es nimmt immer weiter zu... Mein Fokus liegt nur noch in der Sicherheit meiner Familie. Das es Ihnen gut geht. Ich rede von der schlechten Welt, bin aber selbst nicht bereit mit "meinen" Mitteln zu helfen, da ich diese als nicht ausreichend für uns empfinde obwohl sie mehr als ausreichend sind. Ich möchte mehr und mehr... daher bin ich ein Heuchler...

Ich hatte vor 5 Jahren Panikattacken, die ich mittlerweile überwunden habe. Ein Kumpel zeigte mir im Internet auf einer bekannten Seite ein brutales Hinrichtungsvideo mit einer Kettensäge. Ich habe mir daraufhin extrem viele Gedanken gemacht. Wie groß die Angst bei diesen Menschen gewesen sein muss. Die Tatsache nicht mehr entkommen zu können. Ab da habe ich die Panik als lächerlich angesehen. Ich dachte mir an einem Herzinfarkt oder "natürlichen" Todes zu sterben, ist tausend Mal schöner als einen gewalttägigen Tod zu sterben. Allerdings nahm das Überhand. Der Geanke mich zu stärken, brachte mir mehr und mehr die "echte" Realität vor Gesicht... Ich konnte und kann z.T. immer noch nicht weg schauen, da ich den Gedanken nicht packe, diese Realität bewusst auszublenden und ein vorgespieltes Leben zu leben.

Ich bin so Gleichgültig... habe keinen Antrieb... meine Arbeit macht mir kein Spaß mehr.... wieso den ganzen Tag Statistiken aufbereiten, wozu ???, wieso in dieser Welt Freude empfinden... Wieso diese ungleiche Berechtigung... Wieso die ganzen Religionen... Wieso diese ungerechte Herrschaft... es gibt so vieeeeeeele Dinge, die in meinem Kopf kreisen...

und vor allem wieso mir helfen lassen. Ich bin doch nur ein kleeeeeeiner Fisch in diesem rießigen Ozean. Wieso sollte ein Psychiater so viel zeit in mir investieren, wo täglich tausende von Menschen bei Anschlägen sterben ??? Wo ist der Sinn ??? Es wird in einer langen Zeit evtl. nur einem geholfen und in dieser Zeit sterben Menschen verschiedener Art, Herkunft, Alters täglich und SINNLOSS!!!

Gruß

Antworten
r9athl:ose


Ich empfinde ähnlich wie du.

Erst gestern dachte ich, auch im Zusammenhang mit mir selbst, an Missbrauch und dessen Folgen. Das schon Kleinigkeiten, sexuelle Nötigungen in der Kindheit, dauerhafte Schäden bei uns anrichten. Wir sind für Verletzungen und auch Missbrauch sehr senibilisiert. Schon ein Watschen ist eine Totsünde. Wir leiden auch, wenn wir nur die kleinste Gewalt erfahren haben. Jeder Missbrauchte leidet.

Im Kontrast dazu fielen mir Zigeunermädchen ein. Ein Beispiel in Duisburg. Da gibt es Teestuben, da bringen Zigeunereltern ihre kleinen Kinder zum Missbrauch extra hin. Ein paar Euro die Stunde.

Das ist sowas von undenkbar für uns. Wie leben diese Mädchen später weiter? Werden die später nicht totgetriggert?

Das ist nur ein Beispiel. In fremden Ländern gibt es so schlimme Machenschaften und Gewalt und die Menschen dort verpacken das und leben ihr Leben. Haben die andere Seelen? Härtere Seelen? Die bessere Verdrängung? Oder sind wir hier zu verhäppelt und verpäppelt und leiden nur deswegen, weil es hier so üblich ist, an Missbrauch zu leiden?

Ok, das war jetzt blöde formuliert, ich wußte jetzt nicht, wie ich das beschreiben und in Worte fassen soll.

Aber es ist schon so...ich sehe die anderen Menschen fremder Länder (Westen mal ausgenommen) als wären sie aus Beton gemacht und wir hier sind aus Marzipan.

Bemerkenswert @ Buddy2552, dass Deine Paniken allein deswegen schon weggingen, weil Du sie im Kontrast zum Leid anderer Menschen als unsinnig empfunden hast.

Ich meine, schließlich hatten Deine Panikanfälle ja auch irgendwelche (verdrängten) Ursachen. Aber anscheinend ließ sich das alles wegbügeln. *:)

B,ehinpd ThFe _Scenes


Im Kontrast dazu fielen mir Zigeunermädchen ein. Ein Beispiel in Duisburg. Da gibt es Teestuben, da bringen Zigeunereltern ihre kleinen Kinder zum Missbrauch extra hin. Ein paar Euro die Stunde.

Und wieder fehlt der Kotz-Smiley. Was für eine Welt. Gott sei Dank kann ich das in gewissen Grenzen ausblenden.

Es tut mir leid, dass ihr euch das Elend dieser Welt so zu Eigen macht. Ich habe das auch mal getan, bis ich wirklich begriffen hatte, dass ich es einfach nicht ändern kann. Ich bin dazu leider mit viel zu wenig Macht gesegnet.

Sorry, es ist sicher ein erstes Thema und mein Posting etwas OT, aber ich wollte es trotzdem gern schreiben. Alles Gute.

roath~lose


Und wieder fehlt der Kotz-Smiley. Was für eine Welt. Gott sei Dank kann ich das in gewissen Grenzen ausblenden.

Sowas darf man eigentlich nicht ausblenden. Die Polizei jedenfalls nicht, denn gegen diese Sache wird irgendwie nichts unternommen. Warum weiß ich auch nicht. Ich würde eh keinen Grund gelten lassen, warum dagegen nichts unternommen wird. :°(

B@uDdy2/5x52


@ rathlose Meine Panikattacken kamen aus meiner enormen Verantwortung und aus meiner Kindheit. Ich wurde zwar "körperlich" nicht missbraucht aber es gab eine Sache, die ich hier ungern schreiben möchte, die sich aber sehr ungünstig auf mein jetztiges Leben bzw. Lebeneinstellung ausgewirkt hat und es auch weiterhin tut. Meine größte Angst war damals plötzlich zu sterben. Ich habe den Gedanken erst zu lachen und im nächsten Moment zu sterben nicht gepackt. Vielleicht würde ich wieder in einer Panikphase reinfallen wenn ich intensiv darüber nachdenken würde. Das tue ich aber nicht und auch die Verselbstständigung ist in dem Fall weg. Das "plötzliche" hat mir Angst gemacht. Im Endeffekt ist es doch so, dass man im Leben nicht alles kontrollieren und am allerwenigsten ins Reine bringen kann. Vor allem wie groß ist in dem Fall das Leid für den Betroffenen ??? nicht groß und nicht lang. Wenn du aber in den Aufnahmen siehst, wie andere Menschen durch einen Unfall, eine langwierige Erkrankung oder aber durch Gewalt anderer sterben und das oft über einen längeren Zeitraum ist der natürliche Tod ein Segen.

Ich kann meine Gedanken nicht stoppen. Sie haben sich verselbstständigt. Ich lebe mein Leben in einer extremen Widersprüchlichkeit. In einem Moment empfinde ich die Quallen anderer so als wären sie Präsent und im anderen fühle ich mich Gleichgültig. Ich habe das Gefühl über mehrere Persönlichkeiten zu verfügen. Nur welche ist meine ??? Wer bin ich ??? das weiß ich nicht mehr und ich kann mich auch gar nicht mehr daran erinnen und das gibt es Erinnerungen die ich bewusst ausblende und nicht darüber nachdenke...

Auch bei sexueller Gewalt/Missbrauch... es fällt mir in dem Fall so schwer mich hineinzuversetzen. Wenn ich es mal schaffe dann empfinde ich das Ganze so schmerzhaft das ich selbt darunter leide. Dann wiederum hat mein Hirn einen Aussetzer und beschäftigt sich mit der Tatsache das Sex "eigentlich" was schönes ist/sein sollte und kann es mit Gewalt nicht verbinden obwol es so offensichtlich ist. Das geht mir mit vielen alltäglichen Dingen so, wie z.B. wieso muss die Arbeit immer zu einer bestimmten Zeit beginnen... Also ganz abnormale Gedanken...

Meine Gedankengänge sind für mich selbst so unbegreiflich. Ich verstehe mich nicht.

s*terFnenkinsd_mxia


Zunächst ist es doch fantastisch Budy, dass du dir Gedanken machst!

Freu dich doch, dass du nicht zu den fast 99,9% der Menschheit gehört, die stumpf ihren Alltag abspult und nicht einmal bemerkt, dass es auch noch Menschen und Schicksale außer ihnen selbst gibt.

Lass deinen Kopf nicht hängen, klar hat jeder im Leben sein •Päckchen• zu tragen, aber versuch dich davon nicht runter ziehen zu lassen. Denke positiv und wenn dir wirklich daran gelegen ist diese -doch auch sehr schöne Welt zum Teil- ein bisschen besser zu machen musst du ja nicht unbedingt materiell helfen: Egal ob ein paar Stunden im Monat im Tierheim, einer Suppenküche oder einem Altenheim-da merkst du schon nach dem ersten Mal, wie dankbar Hilfe angenommen wird und wie glücklich einen das auch selbst machen kann. Wenn jeder nur ein kleines bisschen mithilft haben wir schon sehr viel erreicht :-) ️.

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