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Ungeheure (Verlust-) Angst um's Kind

M>onSdkiand hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich hoffe der Thread ist hier richtig!

Meine Tochter ist nun knapp ein Jahr alt und ich habe immense Angst um sie, erstmal unbegründet. Seit ich denken kann, habe ich immer schon Verlustängste gehabt, früher um meine Eltern, später um meinen Freund, dann um meinen Mann. Nun hat sich diese Angst um meine Tochter gelegt. Vor Jahren habe ich mal eine Therapie gemacht da auch Kontrollzwänge dazukamen die aber in meinen Augen nicht viel gebracht hat. Die Kontrollzwänge habe ich später alleine in den Griff bekommen. Nun ist es so, dass ich nicht dauerhaft Angst habe, es ist mal besser mal schlechter.

Gestern war so ein Ereignis, dass mich total zurückgeschmissen hat und ich seitdem erkenne dass ich offensichtlich doch ein größeres Problem habe als ich mir eingestehen möchte.

Ich bin mit meiner Kleinen im Kinderwagen über eine Straße (gehört mit zur Fußgängerzone in unserer Stadt) gegangen und habe irgendwie nur in eine Richtung geguckt. Es fahren dort überwiegend nur Busse und das auch eher selten. Es ist nichts passiert, und möglicherweise habe ich instinktiv auch nach links geguckt aber irgendwie hat es sich nicht so angefühlt. In dem Moment als mir das klar geworden ist, sind mir direkt schlimme Bilder vor dem gesitigen Auge hergehuscht und ich musste fürchterlich weinen und stehe seitdem irgendwie nebenmir. Die Ängste die ich sonst so habe, Krankheiten, Unfälle fühlen sich nun viel realistischer an und ich komme mir vor wie in einer Seifenblase. Ich kann das schwer beschreiben, aber ich habe ein ganz schweres gefühl in der Brust und kann kaum klar denken. Auch das Schreiben hier fällt mir schwer. Ich denke, dass ein Psychotherapeut möglicherweise helfen kann, vielleicht aber auch nicht. Ich habe immer gedacht, dass man so eine Angst selbst in den Griff bekommen kann, da es ja echt reine Kopfsache ist, aber mir fehlt irgendwie ein Lösungsansatz. Kennt das jemand? Hat jemand von euch selbst sowas erlebt und hat Tips?

Hoffe das liest sich nicht allzu wirr. ;-)

LG

Antworten
Kbleine!Hexe21


Ich würde dir dringend raten, einen Therapeuten aufzusuchen. Auch im Interesse deiner Tochter, denn die kommt bald in ein Alter, in dem du anfangen musst, sie etwas mehr los zu lassen.

MAondQkoinkd


Ja das denke ich mir auch. Meine Mama hat mir auch ihre Ängste alle weitergegeben und ich möchte diesen Fehler nicht auch begehen. :-(

H<ayle&y Md.


Mit hat gegen meine früheren Ängste (zu denen auch Verlustangst gehörte) geholfen, wirklich zu verstehen und zu akzeptieren, dass es einfach keine absolute Sicherheit gibt.

Leben bedeutet Wandel, und alle Angst der Welt ändert daran nichts. Wir können nicht mehr tun, als wir tun, das ist einfach leben - je mehr wir der absoluten Sicherheit hinterher laufen, desto mehr vertreiben wir sie. Das Zauberwort ist: Vertrauen.

Damit gelingt es mir heutze mehr, in der Gegenwart zu leben, zu erkennen und dankbar zu genießen, was ich - jetzt, heute! - habe. Mehr Sicherheit gibt es für keinen Menschen.

Wichtig ist auch, deutlich zu sehen, es sind lediglich Gedanken, die angst machen, die dich umtreiben. Du selbst bestimmt, auf was du dein Denken richtest; das kann dir niemand abnehmen.

Halte dich also an die Gegenwart. Die bedeutet, Dein Töchterchen ist gesund, es ist bei dir, und ihr habt einander. Aus vielen glücklich gelebten Augenblicken wird ein glückliches Leben; so glücklich wie nur möglich.

M?ondkLind


Hayley M., deine Worte tuen gut da du Recht hast. Das sage ich mir in den guten Momenten auch! In den schlechten denke ich daran nicht, es ist als ob man dann ein Brett vor der Stirn hat an dem die positiven Gedanken abprallen. :-/ Ich weiß nicht wie es hinbekomme dass ich mir das immer vor Augen führen kann ohne mich von negativen Gedanken "ablenken" zu lassen? Bei mir ist es so: Je besser es im Leben läuft, desto stärker wird die Angst! :-(

HjaylmeyD Mx.


Bei mir ist es so: Je besser es im Leben läuft, desto stärker wird die Angst! :-(

Das kann schnell passieren, Mondkind. Denn wir wollen festhalten, was schön ist. Damit verlieren wir es aber schon im selben Moment.

Ich rate dir, das Denkthema nun nicht selbst mit Angst zu besetzen. Manchmal lassen sich die Gedanken loslassen, manchmal nicht. Das ist so - und im Großen und Ganzen menschlich und normal.

Besinne dich auf die Gegenwart, so gut es geht. Hinterfrage den Wahrheitsgehalt deiner gegenwärtigen Gedanken und wenn du merkst, dass du wieder weit abgedriftet bist, hol dich zurück, aber liebevoll. Schau dein Töchterchen an und denke: Jetzt! Jetzt ist sie hier, und ich liebe sie von ganzem Herzen. Das "heilt".

IWsabXelxl


Verirrten Beitrag gelöscht.

H$ayl8ey Mx.


Danke, Isabell. ;-)

Mondkind, dass nichts sicher und für Dauer ist, macht es andererseits auch so kostbar.

Wenn wir etwas festhalten wollen, ist es so, als ob wir von einer wunderschönen Blume verlangen, nie zu verblühen. Wir können sie trocknen, aber sie verliert ihre Farbkraft und Frische. Wir können sie festhalten in unserer Faust, aber sie wird auch dort ihre Schönheit einbüßen.

Das akzeptieren und lieben, was ist - für mich ist das geradezu das Geheimnis eines guten und glücklichen Lebens geworden.

MPond kinxd


Völlig richtig! Hayley, was ist das Geheimnis deiner Einsicht? ;-) Bist du an die Erkenntnis durch Therapie oder eines Buches oder tatsächlich Selbsteinsicht gekommen?

cthi


Ich möchte dir auch ans Herz legen, einen Therapeuten aufzusuchen. Ich hatte früher furchtbare Verlustängste, dann Ängste wenn ich allein war, Kopfkino mit Panikattacken dazu, also quasi das volle Programm. Bei MIR hat es sich ein wenig im Sande verlaufen, aber im Untergrund schlummert es immernoch. Und wehe wenn dann meine Mutter mit meinem Sohn (20 Monate übrigens) unterwegs ist und nicht wie geplant nach Haus kommt. Dann werd ich unruhiger und kribbeliger von Minute zu Minute und muss immer wieder im Kopf auf STOP drücken, wenn der Film wieder anfängt. Also komplett hab ich meine Ängste nicht in den Griff bekommen, aber ich hab sie auch nie wirklich therapieren lassen. Nun ist noch eine Depression dazu gekommen und ich habe recht kurzfristig für heute ein Vorgespräch bei einem Therapeuten bekommen. Ich kann dir nur empfehlen, dir eine Liste mit Therapeuten in deiner Nähe zu machen und die dann runterzutelefonieren. Ich hab mich, obwohl es mir echt schrecklich ging zeitweise, gut 6 Monate davor gedrückt, prokrastiniert wo ich nur konnte, doch jetzt, wo die ersten Hürden genommen sind, geht es mir schon etwas besser.

Kleiner Tipp am Rande, meine BKK hat ein InfoMedTelefon. Da kann man anrufen, nennt seine Versichertennummer und die starten dann eine Suche, nach dem, was man eben sucht. Das Ergebnis hab ich mir mailen lassen. Die rechnen direkt mit der BKK ab. Vielleicht bietet deine Krankenkasse ja etwas ähnliches an. Nachfragen lohnt sich absolut. :-)

HOaylLeyx M.


Mondkind, lass mich dir mit einem alten Schlager antworten: "War's nicht Offenbarung, war's eben Erfahrung ..." ;-)

Sachlicher: Ich hab vieles durch, Depression, Lebensangst, Zukunftsängste usw. - Irgendwann ist mir klargeworden, ich kann, wenn ich so weitermache, uralt werden und habe nichts davon wirklich gelebt.

Damit begann die Veränderung bei mir. Hab auch eine Menge dazu gelesen.

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