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Gedanken niederschreiben..

1V9Mie1z`ix91 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich weiß gar nicht so wirklich wo ich anfangen soll und ob es mir überhaupt etwas bringt hier zu schreiben, aber was ich merke ist, dass mich meine Gedanken in den Wahnsinn treiben und ich diese nicht mehr alleine in meinem Kopf haben will. Vielleicht bringt niederschreiben etwas und evtl. hat ja jemand einen guten Rat oder dergleichen.

Also wann das alles bei mir so anfing, dass mein Kopf zu viel über alles nachgedacht hat, kann ich gar nicht so richtig sagen. Das erste woran ich mich aber erinnern kann, wo es belastend wurde war mit ca 13. Meine Eltern schenkten mir eine wunderschöne Kindheit. Wir hatten zwar nicht viel Geld, aber haben viel unternommen und waren stets eine kleine Familie. Ich bin Einzelkind(weiblich). Ich habe Familie die weit weg wohnt, die wir trotz wenig Geld mindestens ein Mal im Jahr besucht haben. Schon damals hatte ich das Gefühl, dass die Zeit zwischen dem letzten und dem nächsten Besuch eher eine Zeit war die man überbrücken musste so gut wie es geht um dann so zu sagen wieder in die Heimat konnte wo man hingehört. Meine Eltern hatten nie wirklich Freunde hier, die einem irgendwie das Gefühl gaben, dass man hier auch ein zu Hause haben kann. Auch habe ich meinen Eltern irgendwie immer angemerkt, dass ihnen die Heimat fehlt.

Irgendwann als ich eben 13 war, fing es an zwischen meinen Eltern zu kriseln. Meine Mutter fand irgend ein Foto einer fremden jungen Frau im Geldbeutel meines Vaters. Er kam nach der Arbeit oft nicht nach Hause, übernachtete kurzfristig bei irgendwelchen geheimnisvollen Freunden, die keiner kannte. Man Vater packte dann auch irgendwann seine Sachen und zog aus. Meine Mutter, die ihn seit ihrem 18. Lebensjahr kannte und sie auch so lange zusammen waren, war natürlich am Boden zerstört. Sie weinte jede Nacht bitterlichst. Ich war zu der Zeit die einzige Person die sie hatte, da wie vorher schon erwähnt ihre Familie weit weg wohnt. Meine Aufgabe damals bestand darin meine Mutter zu trösten. Nach der Schule schnell nach Hause zu kommen, damit Mama nicht alleine ist. Ich kann mich eigentlich an keinen Moment erinnern an den meine Mama nicht geweint hat. Irgendwann konnte ich sie nicht mal nachts alleine schlafen lassen und hab bei ihr im Bett geschlafen. Sie hat dann irgendwann zu mir gesagt, dass ich das einzige bin was sie noch am Leben hält und wenn ich nicht wäre würde sie sich umbringen...

Mein Vater kam irgendwann wieder, sie konnten alles klären, gingen zur Eheberatung etc. Ich weiss nicht ob meine Mutter die Wahrheit wusste und sich nur ahnungslos stellte oder sie die Wahrheit gar nicht wissen wollte, aber mein Vater konnte ihr verkaufen dass er sich in eine andere Frau verknallt hat, mit der paar Mal beim Kaffee trinken war und sich dann doch wieder für meine Mutter entschied. Natürlich stimmte das nicht.. ich hab eines Tages seinen E-Mail Account gecheckt um der Sache auf den Grund zu gehen und da herrschte reger E-Mail-Verkehr zwischen ihm und dieser Frau. Zusammenfassend hatten sie eine richtige Affäre und mein Vater wollte meine Mutter auch verlassen für diese Frau, hat es aber doch nicht über das Herz gebracht. Ich hab das bis heute für mich behalten. Keiner weiß, dass ich was weiß... Naja, mein Vater ahnt es vielleicht, aber ausgesprochen wurde es nie.

Viele Jahre später hatte ich dann einen Freund, mit dem ich 6 Jahre zusammen war. Es war so die aller erste richtig ernsthafte Beziehung, die über lange Zeit ging. Zu Beginn war natürlich alles schön, aber irgendwann ging es los.

Sobald mein Ex irgendwo einen Ex-Lover von mir gesehen hat oder irgendwas von ihm gehört hat ging der Terror los, was ich denn für eine Hure/Schlampe/Nutte sei... er hatte vor mir kaum eine Frau und ich hatte viel mehr Partner als er. Eines Abends in einer Bar mit Freunden traf er draußen beim Rauchen einen ehemaligen Lover von mir mit dem ich ein Mal etwas geknutscht hatte, natürlich lange vor seiner Zeit. Mein Ex kam dann zurück in die Bar und schrie und beleidigte mich vor allen Menschen als dumme Hure, er sei jeden Tag damit konfrontiert... blabla... ich wollte am liebsten im Erdboden versinken. Er hat es immer wieder geschafft die Sache so hin zustellen, dass ich mich schuldig fühlte und um Verzeihung bat. Ich hatte das Gefühl ihm etwas schreckliches zu zumuten, ich wollte ihn doch einfach nur glücklich machen, dabei musste er so leiden...

Er nahm sich dann mehrmals das Recht mich zu betrügen, da er mich aber schon so kleinlaut gemacht hat, habe ich es nie geschafft mich zu wehren oder ihn zu verlassen sondern hab ihm sein Psychogelaber geglaubt, von wegen er tut das nur um damit klarzukommen was ich ihm zumute.... Die Beziehung eskalierte irgendwann so weit, dass er egal wann er weg war wo beim Feiern ich Angst haben musste dass er mich wieder betrügt, was er letztendlich auch jedes Mal tat. Wir waren einige Male getrennt aber dann kam er wieder an und kniete nachts vor meinem Fenster und alles war wieder gut. Wir sind dann auch zusammengezogen. Er führte sich auf wie der König, krümmte keinen Finger. Kaum hatte ich sauber gemacht, machte er wieder Dreck. Wenn ich schlafen musste da ich Wochenende oft arbeiten musste, war's ihm egal, er schmiss trotzdem Hauspartys und als ich am nächsten Tag von der Arbeit kam musste ich noch alles aufräumen. Wehe ich habe ihn mal angesprochen dass er was aufräumt, dann flogen Teller und Möbel... Es gab viele viele Geschichten z.B. dass er eines Abends einfach nicht nach Hause kam, Handy etc alles aus und er sich dann nach 4 Tagen meldete von wegen er war spontan 4 Tage in Italien mit 3 Freundinnen...

Er hat angefangen den ganzen Freundeskreis gegen mich zu stellen, niemand hat mich mehr gemocht, jeder hat mich schief angesehen, wenn ich dabei war. Und als ich ihn irgendwann doch verlassen habe, war natürlich er der Arme verlassene Mann und ich die blöde Nutte... was denn sonst?

Ca. 1 Jahr nach der Trennung fand ich einen neuen Partner, den ich kenne seit ich ca. 12 bin. ER ist das absolut Gegenteil von meinem Ex. Er ist tolerant und sehr ruhig. Steht immer auf meiner Seite. Was lediglich etwas schade ist, dass er nicht besonders großen wert auf Romantik legt, aber seine Stärken liegen einfach wo anders.

Jetzt Mal zu meinem eigentlichem Problem, weswegen ich diesen Post verfasse... Ich habe seit der Trennung mit meinem Ex ständige Auf und Ab's. Es geht mir 3-4 Wochen gut und dann bekomme ich ein Tief für paar Wochen. IN dieser Zeit stell ich alles in Frage... Meine Beziehung, mein Leben eigentlich alles. Ich bin immer wahnsinnig traurig, angespannt, fühle mich unwohl. Würde am liebsten gar nicht aus dem Bett aufstehen und den ganzen Tag nur weinen. Mein Freund schafft es mich da unbewusst immer etwas raus zu holen aber mein allgemeines Problem ist, dass sich meine Stimmung durch Kleinigkeiten so schnell ändern kann.

Wenn mein Freund mir mal nicht genug Aufmerksamkeit schenkt, oder mal sagt er muss Überstunden machen oder er mit Freunden unterwegs ist wenn ich gerade arbeite.. denke ich gleich, ich nerve ihn, er liebt mich nicht mehr und genießt jetzt sein Leben ohne mich und wahrscheinlich flirtet er auch mit anderen Frauen... Ich weiß ja, dass das nicht so ist, aber manchmal überkommt mich so ein Gefühl und lässt mich nicht mehr los.

Wenn er nur irgendwas von seiner Exfreundin erzählt, koche ich innerlich. Ich bin wahnsinnig eifersüchtig, schaffe es aber ihm das echt nur begrenzt zu zeigen. ich fühl mich wahnsinnig einsam, da ich eigentlich keine Freunde habe. Alle alten Freunde halten ja alle zu meinem Ex und ich wenn ich jemand neues kennen lerne habe das Gefühl, dass mich derjenige eh nur ausnutzt und melde mich dann einfach nicht mehr. Wenn ich mit meinem Freund und seinen Bekannten was mach, fällt es mir schwer sich zu öffnen da ich auch da immer das Gefühl habe niemand würde mir zuhören und ich wäre allen unsympathisch.

Ich habe seit ca 3 Jahren schlimmste Albträume. Ich träume vom Tod von meiner Familie, von Unfällen, Morden und ganz oft davon dass mich mein Freund verlässt und/oder betrügt, dass er mich so ansieht und so mit mir spricht wie mein Ex es getan hat. Mein jetziger Freund sagt es gibt Nächte da muss er mich bis zu 10 Mal aufwecken weil ich weine im Schlaf oder schreie. Davon weiß ich aber dann am morgen meistens nichts mehr. Manchmal wach ich in der Früh auf und fühle mich wie erschlagen weil ich das Gefühl habe immer noch mit meinem Ex zusammen zu sein und all diese Lasten noch zu tragen.

Ich fühle mich wahnsinnig einsam und gebe da irgendwie meinem Freund zu oft die Schuld er würde mich nicht genügend beachten, aber das ist ganz und gar nicht der Fall. Ich hab ständig das Gefühl, dass mich niemand haben will und mich keiner versteht und ich früher oder später eh wieder alleine bin. Wenn es ganz schlimm ist denke ich sogar darüber nach ob es nicht leichter wäre dem allem ein Ende zu setzen und finde auch nichts was mir mein Leben lebenswert macht, aber ich würde mir niemals etwas antun.

Irgendwie sitze ich da und warte darauf, dass mein eigentlich echt gut laufendes Leben in die Brüche geht (Wohnung verlieren, Freund verlässt mich, Job verlieren) und ich dann alleine wieder da steh und von Neuem beginne...

Diese Gedanken sind fürchterlich und ich seh in jeder Situation etwas Schlechtes und habe ständig Angst vor irgendwas und kann nicht genau sagen vor was...

Erst Mal genug, ich weiß nicht ob das überhaupt irgendjemanden interessiert was ich geschrieben habe, aber ich wollte mich einfach mal anonym mitteilen.

Antworten
EThejmaliger3 Nutz1er (#5x65974)


Hallo!

Aus deinem Text lese ich sehr negative Beziehungsmuster und Glaubenssätze raus. Hast du schon mal über psychologische Unterstützung nachgedacht?

M,etax4


Hey, also worauf wartest du?

Geh zu einem guten Therapeuten, für mich ist ganz offensichtlich, dass du Hilfe dabei brauchst, zu verarbeiten, was du erlebt hast. Angefangen bei deinen Eltern, weiter bei deinem Ex.

Was du da mit dir hast machen lassen, mitmachen musstest, ist schon ganz schön schlimm!

Such dir Hilfe, um mit dem Schmerz und Kummer klar zu kommen und damit du zuversichtlich und mit Selbstvertrauen ins Leben gehen kannst!

1|9Miezxi91


Hallo! Ich habe oft über psychologische Hilfe nachgedacht und war dann letztendlich auch bei einer Psychologin. Als ich aber vor ihr saß kam ich mir auf einmal so dumm vor, dass ich nur ein bisschen was erzählte und nix konkretes. Beim zweiten Termin hab ich gesagt es geht mir schon viel besser und bin nicht mehr hin. Als ich aber dann doch iwann den Schritt wagen wollte mich richtig zu öffnen, hat sie weder auf meine Anrufe noch auf meine ausführliche Email mit der Bitte um einen Termin geantwortet. Ich will nicht mehr zu ihr weil ich irgendwie das Gefühl habe auch sie zu nerven und dass sie mir mit Absicht nicht geschrieben hat. Einen anderen psYchologen würde ich mir gerne irgendwie suchen aber ich hab Angst dass auch dieser mich nicht versteht und nicht richtig auf meine Problematik eingeht. Ich arbeite in einer psychosomatischen Klinik und die Patienten beschweren sich so oft dass sich Therapeuten auf das falsche fixieren und ihnen. Ichs helfen können. Außerdem ist es mir peinlich vor meinem Freund. Obwohl ich es versuche vor ihm zu verstecken merkt er trotzdem dass irgendwas mit mir nicht stimmt und wenn ich dann auch noch zum Psychologen geh hab ich Angst dass er denkt ich sei irre, hätte null Selbstbewusstsein und er lieber eine starke Frau möchte... Ich weiß nicht, aber alleine schaffe ich es kaum mehr. Jedes Mal wenn so eine Phase kommt in der es mir wieder schlecht geht, wird es schwieriger damit klar zu kommen. Und die schlechten Phasen werden auch immer länger. Wie nennt man sowas? Bipolare Depression? Mal gut und plötzlich wieder schlecht?

1l9Miezxi91


Hab mir jetzt ein paar Adressen rausgesucht... wie soll ich das denn am Telefon sagen? hab irgendwie Angst da anzurufen

EshemAal!igerC Nutzer( (#5$659x74)


Wenn du merkst, dass du in der Therapie nicht wirklich gut arbeiten kannst, sprichst du das Thema einfach an und suchst dir ggf einen anderen Therapeuten.

Ist das nicht letztlich wenig relevant, was dein Freund darüber denkt? Immerhin machst du das für dich und deine Gesundheit. Wenn er kein Verständnis dafür hat, wirst du das leider nicht ändern können.

Warum du diese Stimmungsschwankungen hast bzw. ob diese einen richtigen Krankheitswert haben, kann dir nur ein Fachmann beantworten.

Was sind denn konkret deine Probleme? Was belastet dich?

1c9Miexzi91


Ich hab ständig das Gefühl dass va mein Freund mich nicht liebt, ich ihn nerve oder er mich hässlich findet. Und dazu noch meine schlimmen Albträume...

MWetax4


Und genau deswegen brauchst du Hilfe. Sag doch deinem Freund, dass du es wegen der Albträume tust. Das ist, glaube ich, nicht soo schwer nachzuvollziehen.

Ja, das ist natürlich frustrierend, keine Antwort zu erhalten, wenn man sich gerade öffnen will. Dann war die wohl nicht die richtige. Gib nicht auf! Rede am Telefon von dem, was du hier geschrieben hast, am besten machst du dir vorher Notizen auf einen Zettel mit den einzelnen Punkten.

Ich weiß, das braucht ein bißchen Überwindung, aber du hast es schon einmal geschafft. Vielleicht triffst du ja auch Patienten, die mit ihrem Therapeuten zufrieden waren und den oder die empfehlen können (muss ja offizeill nicht für dich selbst sein... ;-D )

1D9Mki[ezxi91


Ich werds probieren. Danke!

EQhema!liger Nlutzer (&#56597x4)


Kann es sein, dass du emotional ziemlich abhängig von der Liebe deines Freundes bist?

1h9M<iezxi91


Kann nicht nur sein, es ist so... Kriege ich nicht genügend "Liebe" dann ist alles schrecklich. Ich will endlich lernen selbstständig zu sein ohne mich emotional so an jemanden zu binden. Ich will einfach eine normale solide Beziehung führen und nicht immer in extreme ausarten. Ich Kriegs nur einfach nicht hin.

E?hemalig{er NutzRer (#56x5974)


Das hängt vermutlich auch stark mit deinem Selbstwertgefühl zusammen.

Was tust du denn für dich? Was magst du an dir?

1z9ZMyiezi9x1


Schon einiges. Ich lese gerne, kümmere mich um die Wohnung, den Haushalt. Schaue mir Filme an oder Spiele mal was. Ich finde ich bin gut in meinem Beruf. Ich denke dass ich klug bin. Ich finde mein Gesicht hübsch. Ich finde ich bin eigentlich ein angenehmer Mensch. Leider erfahr ich viel zu oft das Gegenteil.

EShemaCligerV NutzeBrR (#56597x4)


Leider erfahr ich viel zu oft das Gegenteil.

Gibt es da eventuell einige typische Beispiele, die das Veranschaulichen könnten?

Sdunf+low>er_73


Du bezeichnest Dich doch selber als Therapeutin... Was würdest Du DEINEN Patienten raten? Bzgl. Relevanz der eigenen Probleme etc.?

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