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Einsame Freundin

HOannaKh Lauxra hat die Diskussion gestartet


Hallo,

eine Freundin von mir ist sehr einsam und ich möchte ihr gerne helfen.

Sie ist 24 und verheiratet und hat im März ein ungeplantes Kind bekommen. Eigentlich wollte sie eine Ausbildung anfangen, aber das ging wegen der Schwangerschaft nicht mehr.

Ihr Mann ist den ganzen Tag bei der Arbeit und sie leben in einem sehr kleinen Dorf, aus dem man ohne Führerschein und Auto - was sie beides nicht hat - nur schwer raus kommt.

Obwohl sie natürlich das Baby und den Haushalt als Fulltime Job hat, ist sie sehr einsam. Ich kann das sehr gut verstehen!

Sie sehnt sich nach mehr Kontakten, Arbeit und einfach einer Aufgabe, in der sie aufgeht.

Ich habe Angst, dass sie anfängt, das Kind zu hassen und sich selbst und dass sie immer unzufriedener und weinerlicher wird.

Ich finde keinen Ausweg für sie aus der aktuellen Situation. Habt ihr vielleicht eine Idee?

Vielen Dank schon mal!

Antworten
NXor]di8x4


Gibt es denn keine Krabbelgruppen oder ähnliches in der Nähe ? Vielleicht kann man da ja Kontakte knüpfen.

Und was Arbeit / Aufgabe angeht: Was kann sie denn ? Hat sie schon eine Ausbildung abgeschlossen oder was hat sie vor der Schwangerschaft so gemacht ?

bjellzagxia


Hallo Hannah Laura,

lieb dass du dich um deine Freundin sorgst.

Gerade in kleinen Dörfern gibt es doch oft Grüppchen oder Vereine.

Es wird wohlmöglich eine Krabbelgruppe geben, der sie sich anschließen könnte.

Oder so ein, wie hieß das noch.... Landfrauenverein.

So findet sie evtl. Kontakt zu den Dorfbewohnern... oder ist sie gar nicht neu dort?

Pw-80


Wenn es im dem Ort selber keine Möglichkeit gibt, wäre ein Umzug eine Option? Wenn nicht, ein Autoführerschein machen?

HmannqahH Laura


Danke für die vielen Antworten!

Ich habe gerade mal nachgeschaut: Eine Krabbelgruppe gibt es nicht und auch sonst besteht das "Dorf" auch eigentlich nur aus zehn Häusern.

Ein Umzug kommt nicht in Frage, weil sie wegen der Kleinen extra dorthin gezogen sind und es recht günstig ist, dort zu wohnen.

Finanziell ist auch momentan der Führerschein nicht drin.

Vor der Schwangerschaft (und Hochzeit) ging sie noch zur Schule; eine Ausbildung hat sie noch nicht gemacht. Die wollte sie ja eigentlich anfangen, aber durch die Kleine ging das nicht mehr.

Mich beunruhigt es sehr, dass sie sich in letzter Zeit häufig selbst bemitleidet und dass sie oft krank ist. Ich kann das alles verstehen, aber sie darf da nicht weiter rein rutschen!

bgellAagia


Ein Dorf aus 10 Häusern, das ist ja Einoede. Gibt es dort überhaupt andere Kinder?

Wenn ja, Eltern ansprechen und Mini Krabbelgruppe gründen.

Wie soll das denn gehen, wenn das Kind in den Kiga soll... So ohne Auto? Gibt's Öffis?

H7annah# Lauxra


Da es eine Kirche gibt, gibt es sogar einen Kindergarten (aber keine Schulen). Ja, es ist totale Einöde! Öffis gibt's gefühlt zwei Mal am Tag und da das Geld knapp ist, kommt sie auch nicht oft in die Stadt.

Die Dorfbewohner sind halt auch alle unterwegs tagsüber. Ich würde auch verrückt werden, wenn ich mir das vorstelle: Den ganzen Tag totale Stille bis auf Babygeschrei, Hundegebell und Glockenläuten. Das seit März und die Kleine soll erst mit zwei Jahren in den KiGa.

Arbeiten gehen (Minijob) ist auch nicht drin wegen des Elterngeldes. Und es passt ja dann niemand auf die Kleine auf. Vertrackte Situation, oder?

b/ellaWgi(a


Nach meiner Einschätzung hat sie genau 3. Möglichkeiten:

1. Einfach so weiter machen und irgendwann vielleicht durchdrehen, depressiv werden.....

2. Aktiv werden, wo ein Kindergarten ist, gibt es auch Kinder. Kontakt zu den Eltern aufnehmen. Hier könnte der Pfarrer helfen.

Krabbelgruppe geht auch mit 2 oder3 Kindern.

3. Zu dem Schluss kommen, dass die ländliche Idylle nicht für jeden was ist und umziehen.

N2orbdi84


Das Problem ist tatsächlich das man auf dem Land mobil sein muss, es gibt keine Alternative. Ansonsten passiert nämlich genau das wie hier beschrieben, sie sitzt Zuhause und wartet darauf das der Mann mit dem Auto Heim kommt. Ganz hart gesagt: Daran müssen sie was ändern.

Ansonsten finde ich die Idee mit dem Pfarrer garnicht verkehrt, einfach mal nachfragen ob es in der Gemeinde (oder auch in Nachbargemeinden) entsprechende Gruppen gibt und ob sich da vielleicht auch jemand für den Transport anbietet.

PYlüsc.hbiexst


Wie weit ich denn das nächste Dorf entfernt? Kommt man da mit dem Fahrrad hin? Ist da vielleicht mehr los?

s>weenyh4x2


So ähnlich haben wir auch schon gewohnt, auch mit Kleinkind. Nach 1,5 Jahren hat ich die Nase voll obwohl ich mobil war. Sind dann wieder ein paar Km zurück in unser Heimatdorf gezogen. Das ist immer noch ländlich, hat aber Schule, Kindi, Arzt und einen kleinen Laden und gute Busverbindung, die war wichtig für die Kinder ;-) Deine Freundin sollte mit ihrem Mann dringend reden und ihm einen Umzug nahebringen, eine andere Lösung sehe ich auf Dauer nicht.

S7oroxman


eine Freundin von mir ist sehr einsam und ich möchte ihr gerne helfen.

Habt ihr vielleicht eine Idee?

Ich mag es immer nicht so richtig, wenn Leute für Dritte hier was einstellen. Was spricht dagegen, dass du ihr stattdessen geraten hättest, ihren eigenen Faden hier aufzumachen? Ist schon mal ein Weg, wie *sie* zumindest online Kontakt zu anderen bekommt, wo *sie* aktiv werden muss, Feedback bekommt. Und ein erster Schritt für sie.

Lösungen: ich würde mal in Richtung Elternzeit für ihn denken. In der Zeit kann er sie ja auch fahren.

Vor der Schwangerschaft (und Hochzeit) ging sie noch zur Schule; eine Ausbildung hat sie noch nicht gemacht. Die wollte sie ja eigentlich anfangen, aber durch die Kleine ging das nicht mehr.

Sie ging mit 23 noch zur Schule? Abendschule?

Wer jedes Jahr versetzt wurde, da sieht das doch so aus: Hauptschule mit 14, Realschule mit 16, Gymnasium mit 18/19)? Oder wurde sie so oft nicht versetzt?

Und in Richtung Fernausbildungsmöglichkeiten für sie kann man denken. Online kann man doch soooo viel machen, mit einigen wenigen Präsenzterminen. Und sonst: zumindest Ideen für kreative Hausarbeiten. Nach ihren Interessen.

Vielleicht auch im Rahmen der Arbeit des Mannes. Z.B wenn er irgendwas Freiberufliches macht, dann macht sie die Buchhaltung, Abrechnung, Termine, Telefonate, Rechnungen, Mahnungen, Materialbestellungen, Sachen zurechtlegen, den nächsten Tag vorbereiten. Dass sie ihm den Rücken freihält.

Wenn er angestellt ist: vielleicht kommt sie dort in der Nähe mit unter (Arbeit/Ausbildung). Dann können beide zusammen auf Arbeit/zur Ausbildung fahren. Für das Kind bräuchte man einen Platz zum Unterbringen. Da müssten sie sich ja Gedanken gemacht haben.

Ein Umzug kommt nicht in Frage, weil sie wegen der Kleinen extra dorthin gezogen sind und es recht günstig ist, dort zu wohnen.

War das so gut überlegt? Also das find ich generell unclever: wo hinziehen, wo sie zuhause offenbar selbst nicht arbeiten kann, aber auch nicht wegkommen, weil sie keine Fahrerlaubnis+Auto hat, die Strecken für Fahrrad/Mofa als zu lang angesehen werden, und Taxi als eh zu teuer eingeschätzt wird. Sie kann noch nach Fahrgemeinschaften suchen, jemand der sie mitnimmt auf Arbeit/zur Ausbildung. Oder mit einem Landfahrdienst etwas ausmachen, wo sich fahren lassen dann bezahlbar wird, weil man ein Kontingent bucht (z.B. 20 Fahrten, die abrufbar sind per Telefon).

Das schnellste Verkehrsmittel ohne jede Fahrerlaubnis: ein Pedelec (Elektrofahrrad) bis 25 km/h.

Kann man gebraucht kaufen, ggf. noch einen neuen Akku, wenn der alte schlapp macht. Das kostet auch wenig.

Damit kann man auch ohne große Fitness beträchtliche Strecken gut überbrücken, auch mit Kinderanhänger/Kindersitz und ist nur wenig wetterabhängig. Für zuhause braucht sie ggf. Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Sonst Mofa-Schein plus gebrauchtes Mofa und Kindersitz/Kinderanhänger, das kostet sehr wenig, Geld kann da nicht ausschlaggebend sein. Und auch gebrauchte Autos können bezahlbar günstig sein, wenn man einfach mal nachdenkt. Die Kosten für die Fahrerlaubnis hat sie immer. So hat sie wenigstens was zu tun.

Mieten "janz weit draußen" sind immer günstig, weil Fahrkosten dazu kommen. Das lohnt sich, vorher zu bedenken.

Und sonst: die anderen 9 Häuser haben ja auch Menschen drin. Vielleicht ist da noch jemand einsam und sehnt sich nach Kontakt? Gerade ältere Menschen. Die können sie ggf. auch mal fahren, und dafür macht sie so eine Art Betreuung des älteren Menschen. Bringt sie zur Fahrschule (Theorie). Und danach fährt sie, ggf. sogar das Auto des älteren Menschen, der sich selbst nur noch wenige Fahrten zutraut.

Ich habe Angst, dass sie anfängt, das Kind zu hassen und sich selbst und dass sie immer unzufriedener und weinerlicher wird.

Ich finde keinen Ausweg für sie aus der aktuellen Situation. Habt ihr vielleicht eine Idee?

Ok, und das wäre ja dann ein Thema für deinen Faden, Hannah Laura. :)z

Denn eure Probleme sehe ich als losgelöst voneinander.

SooIro`man


Und mancher macht auch einen kleinen Hofladen - dafür braucht es auch keine große Ausbildung. Hat ein paar Hühner, verkauft Eier, Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, vielleicht auch die Produkte daraus: eingelegte Gurken, Marmeladen, Kuchen, sowas, oder zugekaufte Produkte von anderen. Naja, auf dem Land haben das viele, aber vielleicht gibt's ja doch Abnehmer bei Leuten, die nicht mehr so können. Das geht auch ohne große Investitionen.

Was die Einsamkeit noch lindern kann: ein Haustier, z.B. ein Hund. Nur als Idee. Vorher sollte man sich das aber gut überlegen, dass man die nächsten Jahre mit ihm verbringen wird.

Oder sie könnte Haustiere der anderen Mitmenschen (9 Häuser) betreuen und so in Kontakt kommen. Oder deren Kinder mitbetreuen. Müssen ja keine ganz kleinen sein.

dOana|e87


Mich hat Forum wirklich gerettet. Ohne Witz. Hab nicht so einsam gewohnt aber keinen Anschluß bekommen und hier zu schreiben war eine riesen Hilfe. Ansonsten rad und Anhänger. Da schläft so ein Zwerg gut drinne, man wird Schwangerschaftskilos los, kommt rum und schafft auch weitere Strecken wenn man genug Zeit einplant.

mTond+nsterwne


Sie ist Deine Freundin? Warum ist sie dann einsam?

Sie hat Dich. @:)

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