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Wie kann ich es endlich zugeben? Ich will raus...

t.ripxz hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin (fast) 18 Jahre alt und depressiv seit etwa 4 Jahren. Quasi ging es ab der Pubertät los, die bei mir etwa 4 Jahre verzögert eingetreten ist - das ist auch der Grund für meine Erkrankung. Ich forsche seit Jahren nach meinen Ursachen und analysiere meine psychosoziale Situation etc. genaustens, raus kam dabei dass ich wahrscheinlich an einer verzögerten Pubertätsentwicklung leide, die so gut wie immer psychosoziale Probleme mit sich bringt. Mit etwa 13 kam ich in einen Basketballverein, zwar war ich schon von vorneherein ein schüchterner Junge doch es lief alles im Rahmen... bis alle anfingen, zu pubertieren. Nach einem Jahr im Verein sind mir die meisten schon deutlich über den Kopf gewachsen. Da ich immer noch eine Stimme wie ein 10-jähriger hatte, habe ich dieses Problem unbewusst kompensiert indem ich meine Stimme künstlich verstellte beim Sprechen, dieser Zustand hielt ebenso jahrelang an. Ich habe mich den Umständen entsprechend sehr minderwertig gefühlt, da ich im Kopf zwar so alt wie alle anderen waren, vom Körper etc. her jedoch war ich noch wie ein richtiges Kind und wurde mit Vereinsmitgliedern verglichen, die drei Jahre jünger waren... Immer hatte ich Hoffnung, irgendwann doch akzeptiert zu werden, doch ich habe das alles einfach in mich hineingefressen. Schließlich war ich noch sehr jung, da wusste ich nicht wirklich was geschieht. Ich habe mich einfach nur von Monat zu Monat schlechter gefühlt und begann irgendwann, vor dem Einschlafen mein Kopfkissen vollzuheulen und wusste nie warum.

Das soziale Problem beschränkte sich nicht nur auf den Verein, sondern auf mein gesamtes Sozialleben. Ich begann zunehmend, stärkere soziale Hemmungen aufzubauen und mich zu isolieren. Ich habe es bis heute schwer, mich in soziale Kreisen gleichaltriger unterzuordnen. Ich habe kaum Durchsetzungsvermögen, in Gruppengesprächen geht meine kindliche Stimme fast immer unter, als würde es niemanden interessieren was ich sage (Versucht mal, dauerhaft einen 14jährigen in eine Gruppe 18jähriger zu integrieren?!).

Dazu kamen dann später exzessive Stressphasen mit meinem damaligen Stiefvater, der seit über 10 Jahren anhaltende, depressive Zustand meiner Mutter sowie heute eine Cannabisabhängigkeit. Außerdem tendiere ich seit Monaten immer öfter dazu, durch Speed meine sozialen Hemmungen zu kaschieren. MDMA ist für mich auch kein Fremdwort, diese Substanz gibt mir das Gefühl enger Zusammengehörigkeit mit anderen und ermöglicht mir im Rausch noch viele andere Dinge, die ich seit 4 Jahren in meinem Leben vermisse. Man muss bedenken, ich habe in meiner bisherigen Jugend an so gut wie allen sozialen Herausforderungen versagt. Ich bin bereits so geprägt, dass ich Probleme habe Gespräche mit Gleichaltrigen zu entwickeln, ja ich bin schon wie SOZIAL ZURÜCKGEBLIEBEN. Zwar habe ich ja Freunde, und man sagt zu mir immer ich bin echt ein guter Typ etc., wollen die meisten nicht "zu viel" mit mir zu tun haben. Laufe ich in einer Gruppe mit Gleichaltrigen, bin ich so gut wie immer der, der nicht mit ins Gespräch kommt und ganz hinten nur mitläuft...

Ich will endlich raus aus der Scheisse, zwar habe ich bereits einen Termin beim Endokrinologen wegen meinem Pubertätsproblem, doch die seelischen Narben sitzen tief. Aus mir wurde ein extrem introvertierter Mensch mit echter Sozialphobie, ich bin von Depressionen tief geprägt. Bin aber jemand, der es sehr gut verstecken kann.

Da kommen wir aber an das Problem, meine Noten in der Berufsschule haben schlagartig einen Tiefstand erreicht, mein letztes Zeugnis war für meine Mutter laut ihren eigenen Worten wie ein Schlag in die Fresse. Weil wir meine berufliche Zukunft wunderbar geplant hatten etc. Dazu kommt meine dauerhaft eingetretene Scheissegal-Einstellung gegenüber allem. Wirklich allem. Ob es der neue Bafög-Antrag ist oder Arzttermine, ich will zwar eigentlich alles machen aber habe dann nie genug Antrieb dazu bzw. mir ist das alles dann gleichgültig. Ich merke wie ich über Jahre meine Mutter mit kaputtgemacht habe durch meinen "Entgleis-Kurs", habe ihr aber noch nie von meinen Depris erzählt obwohl sie es sicherlich vermutet. Meine zwei großen Brüder enttäusche ich auch nur noch, und meine Großeltern gehe ich gar nicht mehr besuchen. Außerdem rufe ich meinen Vater seit über 1 Jahr nicht mehr an weil er mich etwas gestresst hat. Mittlerweile lasse ich ihn einfach traurig stehen, blende ihn aus, weil es mir zusätzlichen Stress bereiten würde. Allein vor seiner Frage am Telefon wie es mir gehe graule ich mich... "gut!" müsste ich sagen, obwohl es eben nicht so ist.

Ich warte sehnsüchtig auf den Moment wo ich vor meinen Brüdern alles ausheulen kann und erzählen kann, aber es kommt nie dazu weil ich viel zu gehemmt bin. Oft denke ich mir dann: Ach scheiss drauf, ich versuchs später nochmal...

Wie bekomme ich diesen Anstoß um endlich meine Fresse aufzubekommen? Soll ich anfangen Citalopram zu nehmen was ich mal verschrieben bekommen aber nie genommen habe?

Der Text ist evtl etwas wirr geschrieben, bei Fragen füge ich gern Infos hizu..

MfG

Heute bin ich fast 18 und stehe da

Antworten
tarixpz


Mir geht es körperlich übrigens auch ziemlich scheisse. Ich bin extrem untergewichtig (54kg auf ca. 178cm), habe ein extrem kaputtes Essverhalten (bei Depritagen nehme ich meine erste richtige Mahlzeit erst gegen 17 Uhr ein, bei meinem Körper eine Katastrophe). Meine Lunge ist zerballert von den ganzen Cannabisköpfen die ich schon weggejagd habe, mein Gedächtnis, Lernvermögen etc. was eben für Schule und Beruf gebraucht wird ist auch vollkommen im Eimer zusätzlich durch Speed, MDMA (gut, die Gabe Texte zu verfassen etc. liegt mir wohl im Blut..). Ich habe fast garkeine Muskeln, ja, meine Arme sind einfach nurStriche mit einem Umfang von vielleicht 9-10cm?

Ich hänge fast nur noch drinnen, mein Gesicht/Körper ist wahrlich geprägt von Blässe, Krankheit und Verwahrlosung. Sport mache ich ja auch nicht mehr seitdem ich das Interesse daran verloren habe (Basketball, Parkour). Auch kreativ bin ich nicht mehr wie früher (Graffiti).

M$iao


....lautet deine Frage an uns tatsächlich nur, wie du deiner Familie sagen kannst dass es dir nicht gut geht?

Wenn du deinen Kurs beibehältst, wird es sehr gefährlich. Nicht nur dass du deiner Familie Kummer bereitest, wobei ich sowas herauszulesen glaube, dass du dich dagegen wehrst dass von dir etwas erwartet wird. Du schriebst, ihr habt deine Zukunft geplant und die Reaktion deiner Mutter hätte auch anders ausfallen können. Deine scheißegal Einstellung könnte also einfach daher rühren, dass du nicht einsiehst, dass man dein Leben plant und enttäuscht ist wenn du keine Leistung bringst.

Außerdem therapierst du dich mit den Drogen selbst. Wie selbstverständlich du davon erzählst.... als wären es nur Smarties. Du weißt, dass man von Drogen Psychosen bekommen kann, gerade wenn man eh mit der Psyche zu knabbern hat!? Und dann sitzt du sehr tief in der Patsche.

Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass du deine Familie ärgern willst. Vielleicht auch nur unbewusst. Für etwas bestrafen. ??? Gerade die Stelle, dass du nicht mehr mit deinem Vater redest, weil er dich "etwas gestresst" hat, finde ich höchst merkwürdig!

Aber um deine Frage zu beantworten. Schreib einen Brief und leg ihn auf den Tisch, damit alle ihn lesen können. Da musst du keinerlei Hemmungen überwinden.

tCripxz


Auf so eine dämliche undurchdachte Antwort werde ich keine anderweitige Reaktion geben. Für dumm kannst du wen anders verkaufen.

t6rip)z


Vergiss den vorrigen Beitrag..

Mein Vater ist persönlichkeitsgestört und er ist am Telefon ne Zeit lang ausfallend geworden über meine Mutter, und das ich mich für nen Job zu bemühen habe dies das.. aber ich war so instabil das mich das zu sehr gestresst hat alles.

Mit Drogen therapiere ich mich nicht ... ich besitze umfangreiches Fachwissen über alle gängigen Substanzen, Süchte, deren Auswirkungen... ich konsumiere, um mir von meinen Depressionen und sozialen schwierigkeiten mal eine "Auszeit" zu gönnen, paradoxerweise ist mir vollkommen bewusst jedoch, dass (gerade serotogene und dopanerge) Drogen eine Depression gegebenfalls verschlimmern.

Ich will meine Familie nicht ärgern oder soetwas.. das ist absoluter Blödsinn. Ich komme einfach nur nicht klar.

tqr!ipxz


Außerdem hatte ich schon einmal eine Amphe-Psychose nach 1 Woche Speed. Ich kenne die Auswirkungen bestens, glaub mir. Nur meine durch depressive Phasen gekennzeichnete fehlende Selbstkontrolle ist das Problem,

jlunipUexr


Wer hat dir das citalopram verschrieben, das du nicht nehmen willst? Warum nicht? Würdest du darüber mit der Person die es verschrieben hat reden? Würdest du dir einen Psychotherapeuten suchen und ohne Mediakamente arbeiten?

J9anx74


So wie Du jetzt lebst bist Du auf dem besten weg in.. hm, ja, in was eigentlich. Eine Katastrophe, oder auch die geschlossene Psychiatrie.

Ich glaube, Du überschätzt den Einfluß der späten Pubertät und unterschätzt enorm den Einfluß Deiner offenbar sehr problematischen Eltern, aber das überblickt man als Betroffener auch alles nicht so richtig von Anfang an.

Und man merkt auch dass Du anscheinend sehr intelligent bist und Dir viele Gedanken machst und schon eine Menge Wissen hast. Das sind eigentlich hervorragende Vorraussetzungen für eine gelungene Therapie.

Also, "der Weg" wäre daher, die Drogen alle wegzulassen und stattdessen eine vernünftige medikamentöse Einstellung zu erreichen, und dazu eine umfassende Therapie.

Gegenüber der Familie musst Du im Grunde auch gar nicht reden (wobei die Tatsache dass das so ein Problem ist auch schon einiges aussagt), Du kannst Dich auch direkt an eine vernünftige Psychiatrie wenden.

PglüschLb!iesxt


Niemand hat das Recht deine Zukunft zu verplanen.

So wie es momentan bei dir aussieht wird es allerdings keine geben,

Es se denn du lässt die Finger von den Drogen und suchst dir Hilfe.

Google mal nach Christian Jährig. Der hat eine sehr hohe Stimme, weil er nie einen Stimmbruch hatte,und genau deshalb macht er gerade Karriere als Sänger.

tiripsz


In wie fern würde Citalopram mir helfen, mich zu öffnen? Bewirkt ein normaler bzw. dann erhöhter Serotoninspiegel für eine höhere Offenheit?

E(hemalpigerX NutzerJ u(#438x245)


Ein Medikament "öffnet" einen nicht. Psychopharmaka wirken auch nicht punktgenau und auf Knopfdruck, sondern eher diffus.

Sie verschaffen dir eine bessere Befindlichkeit, was du bislang mit anderweitigen Drogen (inklusive Nebenwirkungen und zusätzlichen Kosten...) erzielt hast, Ursachen für psychische Störungen beseitigen sie dagegen nicht, sondern dienen i.d.R. als flankierende Maßnahme.

Man öffnet sich nicht Gott und der Welt, sondern jemanden, dem man vertraut. Suche dir also jemanden aus, dem du vertraust. Möglichweise wären deine Brüder, oder einer davon, geeignet, dann würdest du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dann musst du anfangen, diese irrsinnig hohe Mauer, die du um dich herum aufgebaut hast, Stück für Stück abzutragen. Jeden Tag den Türspalt zu dir ein wenig weiter öffnen. Zeige Interesse an deiner Vertrauensperson und sie wird mit Interesse antworten. Etwas undurchsichtig erscheint mir dein Familienleben. Normalerweise fällt es irgendwann auf, wenn einer aus der Familie Schwierigkeiten hat. Interessiert es niemanden bei euch, oder hast du schon so dicht gemacht?

Du hast ein hartes Stück Arbeit vor dir, aber es ist möglich. Deine verzögerte Pubertät ist sicher eine Erschwernis, aber damit müssen andere Jungs auch zurecht kommen und schaffen dies, auch ohne sich zuzuballern. Also schaffst du das auch!

Und unsere Eltern können wir uns alle nicht aussuchen, die sind selten so, wie man sie gerne hätte. Irgendwann ist man aber erwachsen und dann muss man sein Leben selber in die Hand nehmen, egal welchen schlechten Start man hatte.

Beweise es dir selber und nicht irgend jemanden. Man hat nur dieses eine Leben, und deines fängt gerade erst an.

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