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mit Waffe bedroht keiner hat Polizei gerufen.

Echemaliger& Nutzekr (#4x58871)


Eine Straftat, die in Deutschland viel zu milde bestraft wird (die unterlassene Hilfeleistung hat den gleichen Strafrahmen wie die einfache Beleidigung - das ist einfach nur grotesk).

Ist das wirklich so? :-o Wird da nicht differenziert, ob jemand schwer atmend auf einem Mäuerchen sitzt (da finde ich es einfach nur unhöflich, nicht zu helfen), oder ob ein Unfallopfer im Sterben liegt und die Leute lieber mit der Handykamera draufhalten?

Es gab zu dem Thema mal einen grandiosen Tatort, "Es wird Trauer sein" oder so.

Eche-maliger{ Nutzer %(#5~45421x)


Wird da nicht differenziert,

Für die Differenzierung ist ein Gericht und der vorsitzende Richter zuständig.. und je nach dem wie gut die Anwälte arbeiten... fällt dann das Urteil aus. Voraussetzung ist aber, dass überhaupt ein Verfahren eingeleitet wird und es bis zur Eröffnung eines Gerichtsverfahrens schafft.

dXa=nnhaaltsoxallesXklaxr


Mehrere Leute kamen vorbei, keiner blieb stehen. Im Gegenteil, sie machten einen großen Bogen um mich, vermutlich in der Annahme "so früh am Tag und schon sturzbesoffen!" Erst als meine Mutter anfing, sich Sorgen zu machen und den Weg zur Ärztin abging, hat sie mich gefunden und nach Hause gehievt... %:|

Cornelia59

Genau, ....das mit Bogen um mich herum machen, war bei mir auch. Durch meinen Sturz öffnete sich meine Handtasche und sämtlicher Kram lag um mich herum verteilt auf dem Asphalt. Freundlich liefen die Vorbeigehenden in einem großen Bogen um mich herum, damit sie nicht auf meine Sachen treten... %:|

CYor"n(elixa59


Wird da nicht differenziert, ob jemand schwer atmend auf einem Mäuerchen sitzt (da finde ich es einfach nur unhöflich, nicht zu helfen)

Ich war regelrecht zusammengesackt, ich saß da nicht einfach so. Irgendwie kann ich mir im nachhinein schon erklären, warum die vorbeigingen. Ich hatte aber schlicht nicht genug Luft, um um Hilfe zu rufen oder wenigstens leise zu bitten.

Aber das Problem findet sich ja schon in der Bibel, in der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Da gehen auch erst die Leute am Opfer vorbei, bis sich einer findet, der hilft.

Vor kurzem war mal die Rede davon, daß es unter Strafe gestellt werden soll, mit dem Handy mitzufilmen, wenn jemand einen Unfall hat oder auf der Straße reanimiert wird usw. Weil häufig die Filme auf Youtube hochgeladen wurden, und das fanden die Opfer und die Angehörigen dann ganz und gar nicht mehr lustig. Ich kann mir sowas nur dadurch erklären, daß die Herrschaften Handyfilmer selber noch nie in der Situation waren, einen Angehörigen in dieser Lage zu sehen oder selber mal so dagelegen zu haben. Wenn es ihnen selber passiert, dann werden sie ganz schnell damit aufhören.

dbummsch&marLrer74


holla, das war ja ein schreckliches Erlebnis :)_

Wer weiss eben ob er dafür wirklich Konsequenzen zu befürchten hat. Wir die Opfer dürfen unsere Wunden lecken um es mal so zu sagen und denen passiert nichts. Den Tätern.

mit messer ist gefährliche Körperverletzung. das muss verfolgt werden soweit ich weiß und kann eigentlich nicht einfach so unter den tisch fallengelassen werden, wie wenn er euch mit bloßen Händen attackiert hätte.

bQella2g>ia


Ich drücke dir die Daumen, dass der Kerl gefunden wird.

Ist ja auch beängstigend, wenn du ihm täglich wieder begegnen könntest.

Ich selbst hab zum Glück noch nie so eine schlechte Erfahrung machen müssen.

Im Gegenteil. Ich saß mal hochschwanger im Baumarkt auf einem Panelenstapel, mein Mann fand wieder mal keine Ende und das Stehen fiel mir schwer.

Sicher fünf Leute fragten, ob sie helfen könnten. Dabei sah ich nicht mal sooo schlecht aus, nur eben sehr schwanger ;-D

CcoMrne5liax59


Oh ja, da hattest du schwanger natürlich einen Vorteil. In einer Baumarkt-Umgebung fühlen die Leute sich wahrscheinlich auch nicht so gehemmt, jemanden anzusprechen, dem es scheinbar schlecht geht oder so.

b#el[lagi\a


Ich glaube gerade in Großstädten halten viele einen am Boden liegenden Menschen für betrunken oder unter Drogen stehend.

Mein Vater hatte mal einen epileptischen Anfall, da war ich noch ein Kind. Wir waren mit der ganzen Familie dabei und konnten ihm helfen.

Aber ich hörte, wie die Leute rundum raunten, dass er wohl betrunken sei.

Ich selbst hab mal eine Frau in einem Supermarkt- Restaurant angesprochen, die mit dem Kopf auf dem Tisch lag.

Als ich keine Antwort bekam bin ich zur Kassiererin und machte sie aufmerksam auf die Frau.

Die grinste nur und dann wurde die arme Frau, die wohl tatsächlich betrunken war hinausbefördert.... |-o

Dabei wollte ich ihr ja nur helfen, sie störte ja nicht und draußen war es kalt.

Mit der TE hat das allerdings nichts zu tun, ihre Notsituation muss ja mehr als offensichtlich gewesen sein.

L).vaDnPelt


Ich wurde mal in der Innenstadt auf der Kneipenmeile von einem Mann sexuell genötigt (an die Wand gedrückt, befummelt, etc.). Ich bin mir sehr sicher, dass die Situation auch von Außenstehenden als "nicht-einvernehmlich" wahrnehmbar war, trotzdem gingen alle vorbei. Das hat mich ganz schön schockiert.

Ich denke, ein Haupthinderungsgrund bei den Passanten ist: "Es könnten doch auch andere helfen, wieso ich?" und "da hat bestimmt sowieso schon jemand die Polizei gerufen".

Ganz schlimm finde ich aber auch, wieviele Spinner einfach durch die Gegend laufen.. Das macht mich manchmal fassungslos. In der Straßenbahn z.B. - wie oft da jemand wild-pöbelnd durch die Gegend läuft. Ich bin ehrlich: solange niemand individuell bedroht wird, halte ich mich da auch zurück, was soll ich diese Konfrontation eingehen? Wird allerdings jemand individuell angegangen, solidarisiere ich mich (das kann ich ganz sicher behaupten, da bereits so geschehen), d.h. setze mich dazu, sag dem Typen, dass das Mädchen und ich unsere Ruhe haben wollen usw. In meinen Augen ist das in einer solchen Situation auch das wichtigste: für das Opfer, denn es fühlt sich nicht mehr allein/ausgeliefert, für den Täter, denn er bemerkt, dass er nicht so ohne Gegenwehr und Aufmerksamkeit der anderen weiter agieren kann.

Bei einer Tat mit Waffeneinsatz muss es übrigens verfolgt werden. Egal, ob ihr erst Zuhause die Polizei gerufen habt. Ihr seid zwei Zeugen dieser Tat.

E@hem@aSliger NutHzer (#5409x92)


Ist das wirklich so? :-o Wird da nicht differenziert, ob jemand schwer atmend auf einem Mäuerchen sitzt (da finde ich es einfach nur unhöflich, nicht zu helfen), oder ob ein Unfallopfer im Sterben liegt und die Leute lieber mit der Handykamera draufhalten?

Bei dem individuellen Strafmaß wird natürlich differenziert - aber sowohl bei der unterlassenen Hilfeleistung als auch bei der einfachen Beleidigung ist die Höchstrafe ein Jahr Freiheitsstrafe. Und das finde ich für manche denkbaren Konstellationen viel zu wenig.

Ein Grund, warum dieses Denken

"Es könnten doch auch andere helfen, wieso ich?" und "da hat bestimmt sowieso schon jemand die Polizei gerufen"

so verbreitet ist in der Gesellschaft, ist sicherlich auch, dass die meisten intuitiv wissen, dass ihnen bei Untätigkeit/Teilnahmelosigkeit nicht sonderlich was passieren kann/wird.

Ebhema0ligGer Nut&zer (#458a871)


Ich war regelrecht zusammengesackt, ich saß da nicht einfach so.

Sorry, ich denke, Du weisst, wie es gemeint war. Ich finde ja, man sollte generell helfen (solange man sich selbst nicht gefährdet), aber natürlich ist es bei einem Autounfall mit potentiell tödlicher Folge "wichtiger" als bei einem Kreislaufzusammenbruch. Wenn ich hilflose Personen - ob betrunken oder krank oder verletzt - sehe, frage ich i.d.R. einfach, ob ich helfen kann. Die letzten solchen Situationen waren jeweils Rad- und Motorradfahrer, die gestürzt sind, und eine ältere Frau. Gottseidank ist jeweils nichts passiert, zumindest lehnten sie den Krankenwagen ab.

sowohl bei der unterlassenen Hilfeleistung als auch bei der einfachen Beleidigung ist die Höchstrafe ein Jahr Freiheitsstrafe. Und das finde ich für manche denkbaren Konstellationen viel zu wenig.

Wirklich, nur ein Jahr? Fahrerflucht fällt aber vermutlich nicht unter unterlassene Hilfeleistung, sondern hat ein eigenes Strafmass?

Ich kann schon verstehen, dass man erst mal ein schlechtes Magengefühl hat, wenn da ein Typ mit dem Messer herumfuchtelt, und Angst hat, selbst zum Opfer zu werden, wenn man für die Täter ersichtlich das Handy zückt und die Polizei ruft (ich würde vermutlich schnell um die nächste Ecke gehen und von dort die Nummer wählen). Was mir aber völlig fremd ist, ist a) gaffen und b) filmen/fotographieren. WTF!

EJhemaliger PNutzuer (#Y458871x)


Hier übrigens der von mir oben erwähnte [[https://www.youtube.com/watch?v=ciJE_O8S1Mw Tatort]] in voller Länge, sehr zu empfehlen.

E+hemali!ger !Nutze<r (#u52x8611)


Mangelnde Zivilcourage ist nicht immer der Grund, weshalb niemand die Polizei ruft.

Ich zB verpiss mich bei sowas hinter did nächste Ecke, wo ich nich sicher fühle, und rufe dann von dort die Polizei.

In Gegenwart solcher Typen muss ich mich zusammen reissen.

War selber schon Opfer solcher Taten und würde da in die ihrer Gegenwart nie irgendwas tun können

Hjayl2ey xM.


Das ganze Verhalten entspricht dem Werteverfall der Gesellschaft.

Wenn die Schrankenlosigkeit und das Ego ganz groß geschrieben werden, Hilfsbereitschaft und für andere etwas zu riskieren, aber nicht mehr als lohnende Eigenschaften gesehen werden, sondern fast als dumm gelten - dann kommt so etwas dabei raus.

Das ist der Preis, den wir heute zahlen für einiges, was als hoffnungslos altmodisch abgeschafft wurde. Selbst die angreifbare Kirche trug früher noch dazu bei, dass helfende Eigenschaften hoch gehalten wurden. Heute ist da außer ein bisschen Ethik nichts mehr.

FKlamec h<en379


Cornelia

Da ich morgens nichts hatte essen dürfen wegen Blutabnahme, wurde mir auf diesem Weg so dermaßen schwindlig und ich baute kreislaufmäßig derart ab, daß ich fast auf die Straße gefallen wäre. Ich konnte mich gerade noch auf ein Gartenmäuerchen setzen und hing dann da schweratmend und völlig fertig, kurz vor der Bewußtlosigkeit. Mehrere Leute kamen vorbei, keiner blieb stehen. Im Gegenteil, sie machten einen großen Bogen um mich, vermutlich in der Annahme "so früh am Tag und schon sturzbesoffen!"

die gleich Erfahrung hab ich auch gemacht, als ich frühschwanger war. Ich war Vormittags mit meiner Mutter in der Innenstadt unterwegs. Mir war schon übel und meine Mutter wollte noch in eine Drogerie. Da mir kotzübel war, hab ich zu ihr gesagt, ich warte draußen vor der Tür auf sie. Es war im tiefsten Winter un des waren Minusgrade.

Als meine Mutter in dem Laden war, sackte mein Kreislauf und ich mir war so hndeelend, dass ich dachte, ich werd ohnmächtig. Ich hielt es nicht mehr aus und legte mich halb auf den Gehweg vor dem Laden |-o

Keiner sprach mich an, im Gegenteil....eine Frau stieg kopfschüttelnd über mich drüber ...eben auch nach dem Motto "Samstag Vormittag und schon blau wie ne Amsel" %:| {:( {:(

Zum Glück kam meine Mutter bald raus und hob mich ganz schockiert auf.

Da hab ich auch am eigenen Leib erfahren, wie "hilfsbereit" die Menschheit heutzutage ist :[] :[]

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