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Weiß nicht weiter - zwei Ausbildungen und dann noch Studium?

M"ariii9x0 hat die Diskussion gestartet


Hey,

ich hab den Thread jetzt einfach mal hier im Psychologieforum anstatt im Berufsforum angesiedelt, weil es eigentlich eher ne psychologische Sache ist.

Folgendes: Ich konnte meinen beruflichen Weg bis jetzt nicht finden, was mich unglaublich belastet. :-/

Ich habe eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten absolviert, was mir absolut keinen Spaß gemacht hat. Dennoch habe ich es durchgezogen mit sehr gutem Zeugnis. Ich wollte damals eigentlich ne Ausbildung machen, in der Fremdsprachen integriert sind - jedoch nichts gefunden und dachte, dass ich ja dann eine Ausbildung mit rechtlichem Schwerpunkt machen könnte und danach einfach in ein normales Büro wechseln und irgendwann dann noch ne Fremsprachenquali machen. Jedoch ist es mit dieser Ausbildung nicht einfach, was in der Industrie als normale Bürokraft zu finden.

Danach habe ich dann das mit den Fremdsprachen "verwirklicht" und eine kaufmännische Ausbildung mit Zusatzquali Fremdsprachenassistentin für das folgende Jahr gefunden. Die Zwischenzeit habe ich mit einem halbjährigen Bundesfreiwilligendienst in einem psychologischen Zentrum (Sucht-/Maniekranke, etc.) überbrückt, der mir seeeeeeeehr viel Spaß gemacht hat. Mir wurde dort sogar eine Ausbildungsstelle als Heilerziehungspflegerin angeboten, die ich jedoch ablehnte, weil ich ja bei meiner kaufmännischen Ausbildung zugesagt habe. Gerungen habe ich dennoch mit mir, denn in dieser Zeit habe ich gemerkt, dass mir das Soziale sehr liegt und auch viel Freude macht. Auch einige Leute die ich kenne, sprechen mich immer wieder darauf an, dass das doch so zu mir passen würde.

Nun stecke ich also in meiner zweiten Ausbildung und ja, sie macht mir teilweise Spaß und ich bin auch dort gut. Aber ich bin nicht mit dem Herz dabei...klar, ein Bürojob ist gut aber ich kann damit im zwischenmenschlichen Bereich nichts bewirken. Die Fremdsprachen sind auch hier nur im praktischen Teil begrenzt anzuwenden... Das Psychologische/Soziale war schon immer meine Leidenschaft, genauso wie die Fremdsprachen. Ich konnte mich bis jetzt nicht entscheiden, aber ich habe diesen inneren Drang, dass ich gerne was bewirken würde mit meiner Arbeit. Das mag naiv klingen, aber ich weiß aus vielen Situationen, dass es mich ausfüllt.

Versteht mich nicht falsch, ich würde von mir behaupten, dass ich fleißig bin und ich möchte auch immer was erreichen, nur ringe ich jeden Tag mit mir. Ich würde danach gerne doch noch ein Studium der sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Suchtkranke/Psychische Probleme anhängen. Aber dann wäre alles davor verlorene Zeit. Ich müsste mich vor allen rechtfertigen, immerhin bin ich schon 24, bald 25 und hab doch nichts erreicht, also diese zwei Ausbildungen. Und dann noch ein Studium.. wieder kein Geld. Meine Mutter verzweifelt schon und macht mir Vorwürfe. Ich komme jedoch für alles immer selbst auf, suche mir Nebenjobs, aber klar... ihr Argument von wegen, wann ich denn endlich mal den Beruf gefunden hätte, den ich mir vorstellen kann, ist nicht ganz unrichtig. Geschweige denn, mal vollen Lohn zu verdienen.

Ich weiß nicht was ich machen soll, und ich schäme mich auch irgendwie, dass ich immer noch meine Richtung nicht gefunden habe. :°( :°(

Wie seht ihr das? Ist es total abwegig, noch das Studium dranzuhängen und dann mit 29 fertig zu sein...? :-( Oder würdet ihr einfach im kaufmännischen Bereich bleiben und den Traum an den Nagel hängen?

Vielen lieben Dank und Grüße

Antworten
Mqarii9x0


Ich habe mich einfach irgendwie immer in dieses Raster "Mach ne kaufmännische/bürotechnische Ausbildung, dann verdienst du einigermaßen was" pressen lassen. Denn Mädels machen einfach solche Ausbildungen. Das wollte man einfach auch von mir sehen und wurde mir immer wieder nahegelegt früher.. ich hab das auch nie hinterfragt bis jetzt ....

EUhemal)iger $Nutz=er T(#5L40s992)


Aber dann wäre alles davor verlorene Zeit. Ich müsste mich vor allen rechtfertigen, immerhin bin ich schon 24, bald 25 und hab doch nichts erreicht, also diese zwei Ausbildungen. Und dann noch ein Studium.. wieder kein Geld

Es gibt keine "verlorene" Zeit. Selbst wenn Du keine Ausbildung abgeschlossen hättest, wären das immerhin wertwolle Erfahrungen gewesen. So ist es - wenn Du die 2. Ausbildung auch beenden solltest - natürlich umso besser. Du hast jetzt für dich erkannt, was Du machen willst - wie willst Du es denn vor dir selbst rechtfertigen, diesem Wunsch nicht nachzugehen? Du bist absolut nicht zu alt, um demnächst mit dem Studium zu beginnen - ich garantiere dir sogar, dass Du nichtmals zu den Ältesten gehören wirst. Und mal ehrlich: Rente mit 67, ob Du jetzt mit 27 oder mit 29 oder mit 33 anfängst, "richtig zu arbeiten", macht auch keinen so großen Unterschied. Deshalb, mein Ratschlag: Gib' dem Studium eine Chance!

e?xperhtAe5x6


suche dir einen vermögenden Mann. :-)

McarlVene9


Ich denke du kennst die Antwort schon selbst. Man sollte das machen was einem Spaß macht und einen Job macht man ja schließlich fast sein ganzes Leben lang, was bringt es dir da, wenn du eine Ausbildung für etwas macht was dir gar nicht so richtig gefällt. Solange du dir das finanzieren kannst ist es doch vollkommen egal wie alt du bist, wenn du fertig bist. Wenn du nebenher was verdienen kannst und dir damit das Studium finanzierst wirst du sicher glücklicher damit sein etwas gefunden zu haben was dir gefällt und worin du etwas bewirkst!

MQariix90


Danke für eure Antworten... es stimmt ja auch, jedoch sind die meisten in meinem Alter schon mitten im Berufsleben :-(

kGlein.er_XdrachenXs%terxn


Verlorene Zeit? Quatsch! Du sitzt doch nicht mit dem Hintern auf der Couch und schaust Trash-TV, das wäre verlorene Zeit! ;-)

Du bist noch so jung, da kann man natürlich noch ausprobieren und rausfinden, was amn wirklich will. Selbst wenn du jetzt noch ein Studium dranhängst bist du mit Anfang 30 fertig, da kannst du dann immer noch 40 Jahre arbeiten!

Wohnst du noch daheim?

Wenn nein. dann ist es natürlich einfacher, vor allem wenn du deinen Lebensunterhalt selbst bestreitest, auch wenn es evtl. nur mit Unterstützung durch Bafög oder Studienkredit wäre.

Mein Lebenslauf ist auch nicht straigt: Gym abgebrochen, FOS, Lehre, Allg. Abi auf dem 2. Bildungsweg, 2 Studien....

Bin allerdings mit 18 ausgezogen und hab immer nebenher gearbeitet, eine eigene Firma aufgebaut, 20 Stunden Stellen gehabt...

Geht alles und ist super für Erfahrung für's Leben sammeln.

Mir macht so schnell keiner ein X für ein U vor, dafür hab ich schon zu viel gemacht und gesehen und nur weil ich so viele verschiedene Qualifikationen und Erfahrungen habe konnte ich vor vielen Jahren mein Hobby zum Beruf machen!

Tu das, was dir Spaß macht, Job ist wichtig, damit verbringt man sehr lange den Großteil seiner Zeit.

Lci_ver}pooxl


Ich finde mit 2 abgeschlossenen Berufsausbildungungen hat man schon einiges erreicht. Und es kann durchaus von Vorteil bei der späteren Jobsuche im soziale Bereich sein, wenn du noch andere Qualifikationen vorzuweisen hast. Und ganz wichtig: du hast eine Rückfallebene. Wenn das mit dem Studium doch nicht klappen sollte, dann hast du immer noch jede Menge Möglichkeiten, in einem bereits erlernten Beruf zurückzukehren und stehst noch komplett ohne alles da.

Ich werde selbst auch erst mit knapp 30 mein Studium beendet und habe viele Komilitonen, die mit Anfang/Mitte 30 erst ins Berufsleben einsteigen. Dafür mache ich genau das, was ich machen will und muss später nicht denken "hätte, wäre, könnte..."

Hab vorher auch schon einen Ausbildung abgeschlossen und kann dank dieser Ausbildung mein Studium selbst finanzieren. Arbeite halt nebenher in meinem Ausbildungsberuf und werde da auch deutlich besser bezahlt als in irgendwelchen klassischen Studentenjobs. Gerade im Büro findet man doch immer was. Sind dann zwar keine spannenden Traumjobs aber es bringt gutes Geld zu leben.

g+axto


Wie lange dauert die Ausbildung denn noch?

Ich habe mich einfach irgendwie immer in dieses Raster "Mach ne kaufmännische/bürotechnische Ausbildung, dann verdienst du einigermaßen was" pressen lassen. Denn Mädels machen einfach solche Ausbildungen.

Nein, Mädels machen oft was "Soziales", weil "Hauptsache, der Job macht Spass" und wundern sich dann, warum sie finanziell schlecht da stehen, schlechte Arbeitsbedingungen und/oder wenig Perspektiven haben. Leider bedenken Frauen zu wenig auch den finanziellen Aspekt ihrer Berufswahl.

Man sollte das machen was einem Spaß macht und einen Job macht man ja schließlich fast sein ganzes Leben lang, was bringt es dir da, wenn du eine Ausbildung für etwas macht was dir gar nicht so richtig gefällt.

Nur die wenigsten Leute haben heutzutage einen Job ihr Leben lang. Du bist bereits in deiner 2. Ausbildung. In 3 Jahren kannst du feststellen, dass irgendwas anderes dir noch mehr Spass macht und dann? Die 4. Ausbildung?

Jeder Job hat auch Aspekte, die nicht so viel Spass machen. Bevor du also dem ultimativ spassigen Job hinterher jagst, überleg dir genau, ob wirklich eine weitere Ausbildung notwendig ist. Manchmal reicht schon ein Job-, Unternehmens- oder Branchenwechsel um einen Job zu finden, der seinen Interessen mehr entgegenkommt. Oder eine Weiterbildung/Spezialisierung, die auf Vorkenntnissen aufbaut, aber eine entscheidende Richtung seiner Interessen geht.

Wenn du darin gar keine Möglichkeiten siehst, dann solltest du das Studium wagen.

ktleinerA_drhachJensutern


Nein, Mädels machen oft was "Soziales", weil "Hauptsache, der Job macht Spass" und wundern sich dann, warum sie finanziell schlecht da stehen, schlechte Arbeitsbedingungen und/oder wenig Perspektiven haben. Leider bedenken Frauen zu wenig auch den finanziellen Aspekt ihrer Berufswahl.

Ja, man verdient nicht die Welt als "Sozialer" und ja, ich hätte kotzen können, wenn ich mein Gehalt mit dem meines Nachbarn, von Beruf Gymnasiallehrer verglichen habe. Aber: im Vergleich zu vielen anderen Berufen, leider auch im handwerklichen Bereich (Schreiner, Friseur, Schlosser, Maler) habe ich als Sozialpädagogin immer noch unfassbar viel mehr verdient und das, obwohl meine Freunde in diesem Berufen einen Meister haben, was für mich jetzt definitiv auch nicht weniger Wert ist als ein Studium.

e#xp3erte5x6


ich hatte mal einen Kollegen, der bei Feierabend immer sagte "so, wieder ein Tag weniger bis zur Rente" :)z das verflixte ist ja, dass die Jahre sich unendlich in die Länge ziehen, bis man dann mal Rentner ist. Aber ist man erst mal im Rentenalter, kommt die große Langeweile auf. Und außerdem ist es asozial, Menschen nach ihrem Beruf zu beurteilen. Müllmänner oder Kanalarbeiter z.B. sind kein angesehener Beruf, machen aber eine wichtige Arbeit. Der Wert eines Menschen hängt doch nicht vom Einkommen oder Beruf ab. Klar sollte man schon etwas Geld haben zum Leben aber wenn ich z.B. Frauen oder Männer sehe, die sagen, mir ist bei einem Partner unbedingt wichtig, dass er/sie mehr verdient als ich, einen Alpha-Status hat, könnte ich kotzen. >:( Ich denke Frauen sind emanzipiert und haben ihren eigenen Verdienst? Warum sollte der Kerl dann einen höheren Status haben als sie selbst?

Sdunflowber_7x3


Ich habe in Deinem Alter gerade erst mein Abi gemacht. ;-)

Mach' Dir klar, wie lange Du noch in einem Job tätig sein wirst. Du bist noch U30, d.h. kannst grundsätzlich noch BaföG beziehen. Ws spricht dagegen? Und in Deinem angestrebte Berech können Lebenserfahrung und etwas höheres Alter sogar hilfreich sein bei der Jobsuche.

SGoromxan


Wie seht ihr das? Ist es total abwegig, noch das Studium dranzuhängen und dann mit 29 fertig zu sein...? :-( Oder würdet ihr einfach im kaufmännischen Bereich bleiben und den Traum an den Nagel hängen?

Ich würde mich immer für das entscheiden, was mir Freude und Zufriedenheit verspricht. Und mich motiviert. Das Studium "Soziale Arbeit" hat aber einen Numerus Clausus, weißt du das? Also da mal informieren wegen Wartemestern und so. Als Anhaltspunkt:

[[https://www.nc-werte.info/studiengang/soziale-arbeit/]]

Wie so häufig empfehle ich auch hier das Berufsinformationszentrum, um mal einen Überblick über die Fakten zu bekommen: Gehälter, Entwicklungschancen, Stellenzahl, Bedarf, typische Arbeitgeber, sowas halt. Um nicht nur nach Bauch zu entscheiden.

Schwierig wird es, wenn die Vorstellungen vom jeweiligen Traumjob doch deutlich schwanken, und man das bei sich selbst erkennt. Oder wenn man wiederholt hinterher erst sieht, dass man sich eigentlich vorher schlecht informiert hat.

S9unfMlo\wer_x73


Puuh, as BIZ habe ich nie als so hilfreich empfunden. Eher schon die Fachschaften an den Unis.

Bzlg. Wartesemestern: Nach zwei Ausbildungen dürfte da so einiges zusammengekommen sein! Wobei die Studiengänge i.d.R. nur zum Wintersemester beginnen und die Bewerbungsfrist der 15.07. war. Also schlimmstenfalls noch ein Jahr warten...

A-urxora9x0


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