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In jeder Hinsicht versagt - keine Lebenskraft mehr

m algika8x2


Im Haushalt komme ich mit den Zwergen kaum hinterher. Räume ich irgendwo etwas auf, liegen wo anders wieder gleich drei Dinge mehr herum. Wäscheberge ohne Ende. In einem Zimmer totales Chaos.

Das würde ich unter Familienalltag verbuchen, mit 2 Kindern, ich glaub da kann man immerzu räumen :)_ :)_ :)_

Beruflich läuft es auch ganz schlecht bzw. jetzt ist ja endgültig Ende. Also durchaus Dinge, die ICH verschuldet habe

da ich die näheren Umstände nicht kenne, kann ich dazu leider nicht viel sagen.

Ich habe drei meiner Sternchen auf dem Gewissen.

??? Die Aussage verstehe ich nicht. Eine Fehlgeburt ist eine Entscheidung durch die Natur! außer Du hättest bewußt immer wieder Sachen gemacht, die dazu geführt haben können, aber das kann ich mir nicht vorstellen

Zu viel zum Thema schlechte Mutter.

Und so eine Aussage ist mMn IMMER subjektiv. Was ist eine "gute" Mutter?

zu viel Zeitschriften, Berichterstattungen um das Thema in den letzten Jahren lassen doch nahezu "jede" Mutter in irgendeiner Form als schlecht dastehen. Wenn man zuhause bleibt und die Zeit mit den Kindern verbringt, kann man nicht genug Geld verdienen um ihnen dies und jenes zu ermöglichen und gilt in mancher Augen als "assozial", nur weil die Kinder Klamotten vom SecondHand tragen und nicht irgendwelche Topmarken, dafür kann man jeden Tag mit ihnen spielen, kuscheln, für sie kochen etc. Wenn man arbeiten geht, um ihnen dies und jenes ermöglichen zu können, ist man eine Rabenmutter, weil man nicht die Zeit aufbringen kann sich rundum zu kümmern und man vielleicht öfter auf Fastfood oder TK zurückgreift.

H:a?yleQy M.


Jaalma, ich kann dir glaube ich nachfühlen, wie es dir geht. Ich war auch mal so entmutigt - fest davon überzeugt, mir klebt das Pech und die Misserfolge an den Schuhen. Das Leben zeigte es mir doch.

Deine Aufzählung ist heftig, und ich möchte das jetzt auch nicht abwiegeln. Billiger Trost ist auch nicht angebracht. Aber - darf ich dir wenigstens sagen, dass ich dieses Versagens- und Schuld-Loch, in dem auch ich saß, irgendwann hinter mir lassen konnte? Wieso und warum so lange nicht und dann doch, weiß ich im Grunde auch nicht - vielleicht so etwas wie Gnade?

Ich wünschte, ich könnte dir wenigstens eine winzige Hoffnungsbotschaft vermitteln ...

SUtatSusQuo-Vadixs


Liebe Jaalma, mich macht es sehr betroffen zu lesen, was Du alles erleben und ertragen musstest :-(.

Ich weiß nicht mehr, in welchem Faden ich zuerst von Dir gelesen habe, aber damals dachte ich, dass ich Deine Art zu schreiben mag. Du kommst irgendwie sehr warmherzig rüber. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du doch noch irgendwann glücklich wirst und mehr Glück im Leben hast. Tut mir leid, wenn ich nichts Hilfreicheres schreiben kann @:) :)*

J^aalxma_


Ihr seid echt nett. Danke dafür. @:)

@ Malika,

ja, ich bin Schuld, das kannst du mir so glauben. Ich habe drei der fünf verlorenen Kinder verschuldet. Für zwei kann ich nichts. Eines hatte Trisomie 18 und ist ab der 8. SSW nicht mehr gewachsen. Das andere wuchs nicht mehr und die Ausschabung erfolgte in der 9. SSW. Es war gesund, angeblich eine Laune der Natur. (Wie ich diesen Satz hasse.) Für die anderen drei trage ich die Verantwortung. Hätte ich nicht die Rolltreppe genommen, wäre ich nicht gestürzt und es hätte keine Plazentaablösung gegeben. Und was Tim und Steven angeht, da lese lieber im Sternenkinder Forum nach. Ich kann gerade nicht darüber schreiben.

Haay4ley) xM.


Die Schuldgefühle … oh ja, mit das Schwerste, dazu eine Einstellung zu finden, mit der man wieder LEBEN kann.

Da spielt es auch gar keine Rolle, wie "objektiv" man schuld ist, da die Gefühle rufen: "Schuldig, schuldig!" Man windet sich unter ihnen wie unter einem Bannstrahl …

Ich konnte mir nur damit helfen, diese Gefühle abzugeben - an eine höhere Instanz. Und ich bat dort um Vergebung, wo ich es konnte. Vor allem musste ich lernen, mir selbst zu verzeihen, das was das Schwerste.

EWhemaliiger NYutzer 6(#4 5887x1)


Hätte ich nicht die Rolltreppe genommen, wäre ich nicht gestürzt und es hätte keine Plazentaablösung gegeben.

Hand aufs Herz, liebe TE: Wäre das nicht Dir, sondern Deiner besten Freundin passiert, würdest Du dann auch sagen, dass es ihre eigene Schuld ist, dass sie das Kind verloren hat?

Was ist mit den Opfern des Flugzeugabsturzes über der Ukraine: Sind die auch selbst schuld? Sie hätten sich schliesslich darüber informieren können, dass die Flugroute über ein umkämpftes Gebiet führt, oder? Oder sie hätten gleich den Zug nehmen können...

Gibst Du Dir auch an den Vergewaltigungen selbst die Schuld?

Schuld bringt keinen weiter. Selbst dann, wenn es - was ich bei Dir nicht sehe - eine offensichtliche Schuld im juristischen Sinne ist. Wenn z.B. Autofahrer, die am Steuer einschlafen, einen oder mehrere Menschen auf dem Gewissen haben, dann haben sie im Nachhinein auch die Wahl, wie sie mit ihrer Schuld umgehen. Es gab bei uns den Fall eines 18jährigen, der den Tod seiner Freundin (vermutlich) verschuldet hat (Autounfall auf glatter Fahrbahn bei vermutlich zu hoher Geschwindigkeit / riskanter Fahrweise). Würdest Du ihm raten, sich das Leben zu nehmen? Oder ist sie womöglich selbst schuld - sie hätte ja nicht einsteigen müssen? Richtig angeschnallt war sie auch nicht. Womit ich mit all diesen Beispielen hinmöchte: Der Begriff der "Schuld" bringt Dich nicht weiter. Null. Er macht Dich nur fertig. Du machst Dich selbst damit fertig.

Jeaal6ma_


Tja es geht aber um Risiko Vermeidung. Und Rolltreppen waren mir immer schon suspekt, ehrlich gesagt.

Und ja, wenn der Fahrer ein Raser war, wäre ich nicht eingestiegen, bei aller Liebe nicht. Aber das war nicht meine Entscheidung, sondern ihre und geht mich nichts an.

Und was ist mit meinen Jungs? Ich sollte mich schonen, habe es aus Angst nicht getan. Ja, das Risiko wäre vermeidbar gewesen und da spreche ich mich nicht frei. Sie wären sicher gesund auf der Welt. Die Geschwister leben auch, weil ich da keine Angst hatte und mich geschont habe. Es bringt mich nicht weiter, ja, aber ich werde mit der Schuld leben müssen und wahrscheinlich später in der Hölle dafür landen. Verdient ist verdient.

Nein, an den Vergewaltigungen gebe ich mir, entgegen vieler Leidensgenossinnen, keinerlei Schuld. Mein Cousin ist durchgedreht, weil seine Geschwister ihn als schwul verhöhnten, weil er lange keine Freundin hatte. Nun ist er dreifacher Vater und seine nun Ex musste unter Polizeischutz aus dem Haus geführt werden. Bis auf zwei aus der Verwandtschaft geben sie ihr die Schuld an allem. Was meinen Fall angeht, dass wissen nur meine Eltern. Mein Vater glaubt mir nicht. Und die anderen Vergewaltigungen war der werte Herr unter starkem Drogeneinfluss. Ich dachte, es wäre mein Freund, dabei stand dann er vor der Tür. Ist mir zweimal passiert mit ihm. Beim zweiten mal entstand Steven, den ich in der 21. SSW verloren habe.

E&hema"ligeQr N9utze?r (#458$871)


Jaalma, ich möchte das auf keinen Fall runterspielen, was Dir alles passiert ist. :°_ Aber bringt es Dich weiter, Dir für Dinge die Schuld zu geben, an denen keiner schuld ist? Und Du hast mir meine Frage übrigens nicht beantwortet ;-) daher nochmal:

Hand aufs Herz, liebe TE: Wäre das nicht Dir, sondern Deiner besten Freundin passiert, würdest Du dann auch sagen, dass es ihre eigene Schuld ist, dass sie das Kind verloren hat?

J{aaYlma_


Die Frage habe ich beantwortet. Siehe Freundin und Raser. Es geht mich nichts an und ich habe mich da herauszuhalten.

Sweven4.ofZ.Ninxe


Deshalb erwarte ich auch keine Antworten, die mir vielleicht noch den letzten Rest geben.

Du hast welche bekommen und Du bist darauf eingegangen.

Und das ist auch gut so. :-)

Was hat man vom Leben?

Weiß ich auch nicht - aber ich lebe meins einfach ;-)

SatatuFsQuoVa;dixs


Es bringt mich nicht weiter, ja, aber ich werde mit der Schuld leben müssen und wahrscheinlich später in der Hölle dafür landen. Verdient ist verdient.

Nein, das wirst Du ganz sicher nicht... zumindest nicht, wenn das wahr ist, was ich glaube :)* .

Mit der Schuld, das ist eine schwierige Sache. Es bringt nichts, wenn Dir 100 Leute sagen, dass Du objektiv betrachtet nicht schuld warst, sondern auf tragische Art und Weise Pech hattest. Diese Erkenntnis muss aus Dir selbst heraus wachsen und dann wirst Du Dir selbst vielleicht auch vergeben können.

Ethemalig>er Nu6tzer (i#45R8871)


dann wirst Du Dir selbst vielleicht auch vergeben können.

Ich glaube, das ist der springende Punkt. Man muss sich selbst vergeben können, um wieder nach vorne schauen zu können. :)*

J6aa{lxma_


Könntet ihr euch jemals verzeihen, wenn ihr die eigenen Kinder auf dem Gewissen hättet?

Ich schaffe es einfach nicht mehr alleine, damit klar zu kommen. Ich kann nicht mehr. Oh Gott, ich kann wirklich nicht mehr. (Werde mir nichts antun, aber ich bin am Ende meiner Kräfte. Meinen Eltern bin ich sch... egal, im Gegenteil, sie sind froh am Tod meiner Schätze).

EzhemaRliger Njutzer (#!458x871)


Könntet ihr euch jemals verzeihen, wenn ihr die eigenen Kinder auf dem Gewissen hättet?

Ich habe nur die Geschichte mit der Rolltreppe gelesen, und da ich selbst keine Kinder habe, kann ich die Frage ehrlich nicht beantworten. Natürlich ist es schwer. Aber der Punkt ist ja, dass Du Deine Kinder nicht "auf dem Gewissen hast". Die Frage ist also schon falsch gestellt. Hättest Du Deine eigenen Kinder aus Unachtsamkeit mit dem Auto überrollt, würde ich verstehen, dass Du mit der Schuldfrage haderst. (Und selbst dann wäre es kontraproduktiv!) Aber letztenendes weisst Du nicht sicher, ob Dein Kind gelebt hätte, wenn Du nicht auf der Rolltreppe gefallen wärst. Und so Aussagen wie "hätte ich doch die Treppe genommen" sind natürlich objektiv totaler Quark. Millionen Schwangere nehmen täglich die Rolltreppe, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Willst Du denen allen unterstellen, dass sie das Leben ihrer Babys gefährden?

Ich habe vor vielen Jahren eine Frau kennengelernt, die den Nachbarn beim Einbiegen mit dem Auto in die Hofeinfahrt übersehen hat. Der Nachbar ist jetzt querschnittsgelähmt. Hier kann man also tatsächlich, rein juristisch, von einer Schuld sprechen. Natürlich war es keine Absicht, natürlich war die Frau hinterher genauso fertig wie der Nachbar, beide haben Familie. Zu allem Überfluss war ihre Tochter im Auto, als es passierte. Glücklicherweise ist die Frau sofort in psychologische Betreuung gekommen. Sie hat also diesen ganzen Prozess, sich vergeben etc., mehr oder weniger in einem Jahr abgeschlossen. Das war sie schon ihren Kindern schuldig, die natürlich auch gelitten haben, da sie gross genug waren, um zu verstehen, was passiert ist, und ja auch täglich mit dem Nachbarn im Rollstuhl konfrontiert waren. Die Frau war stark - ich glaube nicht, dass sie in Erwägung gezogen hat, sich das Leben zu nehmen. Schliesslich wollte sie ja auch für ihre Familie da sein. Ich glaube, auch ihr Nachbar hat ihr verziehen, sie hat ihm einen Brief geschrieben, wobei ich nicht weiss, ob sie ihn jemals abgeschickt hat, aber ich denke schon. (Vielleicht würde Dir so ein Brief an Deine Kinder auch helfen?)

Obwohl ich Dir diese Geschichte schreibe, sehe ich die Situation bei Dir anders. Du hast keine Schuld. Ich bin selbst jemand, der sehr schwarz-weiss denkt und gern eine Schuld bei sich selbst sieht, aber mein Freund hat mir das relativ erfolgreich abgewöhnt. Es geht im Leben nicht um Schuld. Es geht, platt gesagt, um das Hier und Jetzt. Deine verstorbenen Kinder haben nichts, aber auch gar nichts davon, wenn Du Dich jetzt aktiv und gezielt selbst fertig machst. Im Gegenteil, Dein Partner und Deine lebenden Kinder leiden darunter, am meisten aber Du selbst. Das hast Du nicht verdient, egal, wie laut Du jetzt protestierst ;-)

Ich schaffe es einfach nicht mehr alleine, damit klar zu kommen. Ich kann nicht mehr. Oh Gott, ich kann wirklich nicht mehr.

Ich glaube Dir gern, dass Du das alleine nicht schaffst. Das Päckchen ist zu gross. Deshalb brauchst Du jemanden, der Dir wirklich helfen kann. Dir Deine Sorgen von der Seele schreiben kannst Du hier, aber ich denke, keiner hier im Forum wird Dir einen so starken Gedankenimpuls geben können, dass Du loslässt. Die Frage nach Schuld und Sühne loslässt. Nach vorne schaust, Gutes erwartest statt Schlechtes. :)*

H$ayl-ey M.


Jaalma, deine Gedanken sagen dir, dass du schuldig bist. Deine Gefühle müssen diesen Gedanken folgen. Das ist nicht objektiv, kannst sicher sein. DU misst dir alle Schuld zu, und das ist, als ob du dir selbst einen Riesensack auf die Schultern packst.

Und was ist mit meinen Jungs? Ich sollte mich schonen, habe es aus Angst nicht getan. Ja, das Risiko wäre vermeidbar gewesen und da spreche ich mich nicht frei. Sie wären sicher gesund auf der Welt.

Du hattest Angst, schreibst du selbst, und die Angst hat dir erstens keine Entscheidungsfreiheit gegeben, und zweitens lässt sich so etwas nur unter "Schicksal" einreihen. Du hast es doch nicht absichtlich getan!

Die Mutter der 3 verunglückten Mädchen hat sich auch anfänglich die Schuld gegeben, absurderweise meinte sie, sie hätte ahnen müssen, was passieren kann. Das kann man IMMER, an jedem Unglücksfall kann man sich Schuld zumessen, und wenn man keinen unmittelbaren Grund findet, geht immer noch: "Ich habs nicht verhindert".

Manchmal denke ich, wenn man glauben kann, ist man besser dran; dann kann man die Schuldgefühle bei Gott abgeben. Und genau da gehören sie hin, denn wir selbst können nicht am Schicksal drehen, auch wenn wir das meinen.

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