» »

Arzt empfiehlt: besser keine Kinder bekommen!

L&ola19=8x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Mein Bruder hat laut seinem Arzt so ne Art Psychose und ist schon seit Jahren in Behandlung. Grundsätzlich geht es ihm nun auch ganz gut. Trotzdem wollte der Arzt natürlich auch mal mit jemandem aus der Familie reden und ich habe mich dazu bereit erklärt als mein Bruder mich gefragt hat. Also sind wir gestern gemeinsam hin und ich hab erst einmal nur zugehört, weil ich keine Ahnung hatte was denn bei so einem Termin nun genau von mir erwartet wird oder was auf mich zukommt.

Es wurde also geredet, wir (also wir 3) haben uns über die Erkrankung meines Bruders unterhalten, der Arzt hat alles für mich nochmal erklärt usw. Dann stellte er meinem Bruder und mir noch ein paar Fragen zu unseren Eltern und unserer Kindheit sowie zu Krankheiten die in der Familie vorgekommen sind. Ich fand die Antworten jetzt auch nicht so unglaublich spektakulär - die Kindheit war in Ordnung, vielleicht etwa lieblos von Seiten der Eltern aber nicht "schlimm" oder sowas. Krankheiten wie Krebs, psychisches o.ä. kam jetzt auch nicht gehäuft in der Familie vor. Der Arzt hat sich das alles angehört und meinte dann zu uns - bezogen auch meinen Bruder aber auch auf mich - , dass er uns beiden abraten würde jemals eigene Kinder in die Welt zu setzen. Zum einen wegen der lieblosen Kindheit, da wir uns den eigenen Kindern ähnlich gegenüber verhalten würden (da wir es ja nicht anders kennen) und zum anderen, weil in unserer Familie in einem Fall eine Rückenerkrankung (Skoliose) vorgekommen ist - dazu eben noch die psychische Erkrankung meines Bruders, d.h. dass unsere Familie medizinisch "sehr belastet" ist.

Ich fand das echt einen Hammer! Ist es denn normal, dass ein Arzt so einen Kommentar abgibt? Vorallem: ich bin kerngesund und nur weil in meiner Verwandtschaft mal irgendwas vorgekommen ist, soll ich lt. ihm auf eigene Kinder verzichten?! Ich finde so ein Statement einfach unglaublich respektlos und unangebracht. Auch seinem Patienten kann man sowas doch nicht einfach ins Gesicht sagen, oder?!

Ich wünschte ich hätte da gesagt, dass ich so eine Aussage unverschämt finde, aber in dem Moment war ich einfach platt. Mein Bruder hat da auch gar nicht reagiert.

Was meint ihr denn? Findet ihr so eine Aussage von einem Psycho-Doc passend oder seid ihr auch der Meinung, dass ein Arzt sich mit derartigen Aussagen zurückhalten sollte?! Ich reg mich darüber jedenfalls noch immer auf...

Antworten
Avuber:gi8ne84


Rein theoretisch dürfte dann keiner mehr Kinder bekommen! In welcher Familie gibt es denn keine Krankheiten?

Das ist wirklich absoluter Quatsch! :|N

Pqaul_RYeverxe


Generell finde ich es absolut richtig und auch wichtig solche Empfehlungen auszusprechen.

Manche Menschen sollten tatsächlich keine Kinder bekommen. Die freie Wahl hat man (glücklicherweise) immer, aber einen Ratschlag anzunehmen ist in vielen Fällen genau das Richtige.

Wie arglos manche Menschen damit umgehen finde ich unverantwortlich, wenn manch einer aus purem Egoismus ein Kind in die Welt setzt, dem es dann schlecht gehen wird.

Ob das in deinem Fall gerechtfertigt war kann ich nicht beurteilen.

PJaul_RGevexre


Rein theoretisch dürfte dann keiner mehr Kinder bekommen! In welcher Familie gibt es denn keine Krankheiten?

Das ist wirklich absoluter Quatsch! :|N

Blödsinn. Es kommt darauf an wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist dass Krankheiten weitervererbt werden.

Echemalizger NuGtzer ($#467x193)


Auch seinem Patienten kann man sowas doch nicht einfach ins Gesicht sagen, oder

Können schon - aber eure Familiengeschichte ist auf dem ersten Blick nicht dramatisch. Da gibt es ganz, ganz andere Fälle - aber auch hier kann man das Zeugen von Kindern gesetzlich nicht unterbinden

L%ola1Q986


Ich weiß ja nicht was mein Bruder ihm bei vorherigen Sitzungen alles erzählt hat, aber ich war gestern das erste Mal bei dem Arzt (als Begleitung) und das gesamte Gespräch dauert auch nur 30 Minuten. Also wirklich "kennen" tut mich der Arzt nun nicht und nur weil mein Bruder eine Psychose hat und ein Onkel Skoliose hatte sagte er mir nun, dass ich keine Kinder in die Welt setzen sollte?! Vorallem weil das wirklich die 2 einzigen Fällen von "längeren Erkrankungen" in der Familie sind und in unserer Familie die Leute im Schnitt 90 geworden sind. Eine Häufung von Krankheiten kam jedenfalls nicht vor... Deshalb finde ich die Aussage ja so krass!

PcaulG_Reovexre


Du kannst dir ja einfach eine zweite Meinung einholen

SGugnflBoweNr_7x3


Das ist definitiv nicht mal eben so zu beantworten.

Fakt ist:

Für best. Erkrankungen gibt es durchaus auch eine genetische Vulnerabilität, d.h. ein familiär bedingt erhöhtes Risiko. Da dieses Risiko aber meist nur in Kombination mit ungünstigen Umweltfaktoren zum Tragen kommt, kann man es durchaus vernachlässigen. Ein wenig anders sieht es aus, wenn sich bspw. Angst oder Depression seit Generationen durch die Familie ziehen und man selber betroffen ist. Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Kind erkrankt, statistisch erhöht (Genetik & ungünstige Umweltfaktoren = krankes Elternteil).

Aber auch hier: ERHÖHTES Risiko. Keine Sicherheit, dass das Kind krank wird. Man sollte die Risiko-Sache aber halt ggf. im Kopf behalten. Einfache Maßnahme, um das Risiko zu senken: Sich bspw. als Elternteil einer entsprechenden Behandlung zu unterziehen. Minimiert nämlich die Einflüsse er eigenen Erkrankung auf das Kind und somit minimiert sich dessen Risiko. Das Risiko minimiert sich aber auch, wenn man sich bspw. der negativen Faktoren (Lieblosigkeit) bewusst ist und bewust darauf achtet, dass diese alten Muster sich NICHT wiederholen. Nur weil die Eltern lieblos waren heißt es nicht, dass man es selber nicht anders kann. Man sollte nur wissen, dass man GEZIELT drauf achten muss!

Etwas kritischer ist es tatsächlich bei Psychosen zu sehen. Hier scheint (nach aktuellem Stand, auch wenn zunehmend Umwelt- & biologische Faktoren ins Licht rücken) es noch so zu sein, dass hier die genetische Komponente deutlich mehr Einfluss hat als bspw. bei Angst und Depression. Und ja, wenn man es als Behandler ernst nimmt, sollte man zumindest darauf hinweisen, dass es bei Psychose-Patienten (Ausnahme: rein drogeninduzierte Psychose) ein ziemliches Risiko gibt- und sich das mit dem Nachwuchs halt nochmals überlegen.

Von daher:

Der Arzt hat sich ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt. Wenn ich Deine Empörung beim Schreiben aber mal rausrechne, war die Botschaft aber auch nicht völlig daneben.

DU solltest Dir da nicht viel draus machen; Dein Bruder angesichts der Psychose aber vielleicht doch etwas nachdenklich werden.

EOhemal>iger) NutzPer (<#;46719x3)


Wieso genau regt dich das dann so auf?

M3oxyi


Also wenn es wirklich nur um eine Psychose und einen einzigen Fall von Skoliose geht, dann frage ich mich ernsthaft, wer dann noch Kinder haben soll?

A\uberg)ine8x4


Blödsinn. Es kommt darauf an wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist dass Krankheiten weitervererbt werden.

Paul_Revere

Der Arzt hat ja aber selbst alle Krankheiten der Familie über einen Kamm geschert.

Ich wüsste nicht wieso man selbst keine Kinder kriegen sollte, nur weil der Bruder (offenbar als einziger in der Familie) eine psychische Krankheit hat.

Klar ist es theoretisch möglich, dass das Kind die gleiche Krankheit erbt, aber priniziell als Arzt so eine Aussage zu tätigen, finde ich mehr als fragwürdig. Aber natürlich muss er über Risiken aufklären.

EohemaligWer Nu'tzer (#46x7193)


Ich wüsste nicht wieso man selbst keine Kinder kriegen sollte, nur weil der Bruder (offenbar als einziger in der Familie) eine psychische Krankheit hat.

Das hat Sunflower doch schön aufgeschlüsselt. Sprich multifaktorielle Einflüsse und statistische Wahrscheinlichkeit. "Kinderverbot" ist ohnehin eine Illusion.

Ich versteh ja, dass das die Wogeb hochgehen lässt, aber sonst wird doch auch alles kritisch hinterfragt / kontrovers diskutiert oder schlicht ignoriert... aber daraus ergibt sich doch noch kein Drama.

JFunge B#er"gfee


Lieblose Kindheit gibt man weiter? Blödsinn! Ich weiß Fälle, wo die Lieblosigkeit extrem war und die Traumeltern sind.

Imho ist das ne Frechheit vom Arzt.

f4alco -pelegkrinoi|dexs


Hallo Lola,

das tut ehrlich leid, was du dir anhören musstest. Wenn das wirklich die einzigen Fälle von Erkrankung in der Familie sind, finde ich vor allem dir gegenüber diese Aussage nicht korrekt. Bei deinem Bruder sehe ich das anders. Eine Psychose ist eine ernste Krankheit. Was sagte er denn dazu, möchte er Kinder?

Eine Skoliose würde ich jetzt nicht als Grund sehen, wegen dem man keine Kinder bekommen sollte, vor allem, es ist euer Onkel der diese Erkrankung hat und nicht ihr. Ich bin nie nach so etwas von meinem Psychiater gefragt worden. Ich meine, nach den Erkrankungen meiner Verwandten. Vielleicht nach denen meiner Eltern aber das weiß jetzt nicht mehr.

Was hattest du sonst für einen Eindruck von ihm?

Lg falco pelegrinoides

d#umhmschmUar[rer7x4


Lieblose Kindheit gibt man weiter? Blödsinn! Ich weiß Fälle, wo die Lieblosigkeit extrem war und die Traumeltern sind.

und ich kenne einen raucher, der 100 jahre alt wurde :-p

statistisch gesehen hat der Arzt recht. aber wie sunflower schreibt, muss man dann halt an dem punkt arbeiten. es kann ja nicht angehen, dass nach einem fall von lieblosen Eltern die Linie quasi erlöschen sollte.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH