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Arzt empfiehlt: besser keine Kinder bekommen!

SIirTeilexmark


grundsätzlich finde ich, dass, je nachdem wie schlimm die Krankheit ist, auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit kein Argument gegen Kinder ist. Niemand ist perfekt, und selbst wenn ich wüsste, dass ich etwas vererbe - wo ist da das Problem? Solange es gut behandelbar ist und die Lebensqualität nicht einschränkt (und wer kann das besser beurteilen, als die betroffene Familie selbst?). Ich meine, sollen jetzt auch Leute mit gängigen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten keine Kinder mehr bekommen? Wo soll das hinführen? Es ist alles nur eine Frage, wo die Grenze in Bezug auf die Lebensqualität ist.

Ich weiß ja nicht, wie schwer die Skoliose war, um die es ging. Aber im Grunde sagt der Arzt ja, dass es besser ist, nie geboren zu werden als diese Skoliose zu haben. Sofern es nicht gerade um allerschwerste Fälle geht, ist das reichlich absurd...

EXhemalig`er N<utzer m(#54x0992)


Zum einen wegen der lieblosen Kindheit, da wir uns den eigenen Kindern ähnlich gegenüber verhalten würden (da wir es ja nicht anders kennen) und zum anderen, weil in unserer Familie in einem Fall eine Rückenerkrankung (Skoliose) vorgekommen ist - dazu eben noch die psychische Erkrankung meines Bruders, d.h. dass unsere Familie medizinisch "sehr belastet" ist.

Der erste Grund ist völlig absurd, und für den zweiten Grund dürfte es dem Arzt an der nötigen Qualifikation fehlen, um das beurteilen zu können - oder ist er etwa auch Humangenetiker?

SGunfl}oweKr_7b3


Was hat das mit Humangenetik zu tun? Multfaktoriell heißt nicht, eindeutig genetisch. Aber mit genetischer Komponente. Das lernt man nicht nur im Medizinstudium...

E'hemaliager &Nutzyer (#5409x92)


Ich bezog mich auf die Skoliose, die - so legt es die Formulierung der TE nahe - für den behandelnden Arzt wohl maßgeblich gewesen zu sein scheint.

E/hemal1iger NuDtzer (#46x7193)


Skolioseformen gibts wie Sand am Meer - unter anderem auch mit genetischer Komponente.

SEoromVaTn


Was sich an der Stelle gelohnt hätte "Darf ich Sie mal was fragen?" -> "Ja, Frau Lola, fragen Sie!" ->

"Haben Sie Kinder, Herr Dr. Brinkmann?"

Wenn ja: bei welchen Erkrankungen in der Familie?

Wenn nein: warum nicht?

Und kann es sein, dass sie das ggf. vermischen?

Hintergrund meiner Gedanken: du schreibst: jahrelange Behandlung. Immer beim gleichen Psychiater? Ganz ehrlich: ich denke, dein Bruder wächst ihm ans Herz. An sich ist er ein Patient, aber irgendwie doch auch ein bisschen wie ein vertrauter junger Mensch, ein "Ersatz-Kind".

Junger Mensch weil du 1986 (29 Jahre) im Nickname drin hast, also denke ich mal dein Bruder ist ähnlich alt. Und der Psychiater wohl deutlich älter.

Ich bin der festen Überzeugung, auch Ärzte vertreten zwar eine Lehrmeinung/Schulmeinung (und die wird gerade mit der wachsenden Verbreitung von Gentests ja immer detaillierter, insofern kann er da auch einen Informationsvorsprung haben!), aber sie lassen auch persönliche Erfahrungen einfließen. Sie sind nicht so objektiv wie "Medizin-Maschinen", sie sind Menschen. Ich finde, wir sollten das als Vorteil sehen.

Vielleicht hat er sich nach Krankheiten in der Familie gegen eigene Kinder entschieden und überträgt das auf euch? Ich weiß, man soll nicht spekulieren, aber fragen kann ich ihn ja nicht. Ich weiß nicht, ob auch Psychiater in Supervision sind, wäre direkt mal interessant. Unter Supervision sollte er sich seiner eigenen Muster besser bewusst werden. Gerade bei langjährigen Arzt-Patient-Beziehungen.

Ich finde die Argumentation des Arztes nicht respektlos, wenn er Argumente nennt und zurückhaltend formuliert. Ich kann mir auch vorstellen, seine Aussagen waren etwas anders, als du hier wiedergibst.

mnon d+s8ternxe


Ist es denn normal, dass ein Arzt so einen Kommentar abgibt?

Üblich ist es nicht. Aber ich finde es gut, dass der Arzt den Mut hatte, seine Meinung zu sagen.

Es ist lediglich sein persönlicher Rat an Euch. Denn festgelegte medizinische Vorgaben, wer Kinder bekommen sollte und wer nicht, gibt es nicht.

Im Bezug auf Deinen Bruder teile ich die Meinung Deines Arztes. Denn Psychotiker als Eltern finde ich sehr problematisch. Dabei geht es mir nicht um die Möglichkeit einer genetischen Vererbung.

Im Bezug auf Deine Person, weiß ich nicht, ob ich mich der Meinung des Arztes anschließen würde, weil ich nichts über Deine Kindheit weiß.

Ich kann schon irgendwie verstehen, wenn Du Dich über den Rat des Arztes aufregst. Deswegen weise ich nochmal darauf hin, dass es einzig und allein Deine Entscheidung ist, ob Du Kinder bekommst.

Die Meinung des Arztes ist in keiner Weise bindend.

AQntigo?ne


@ Lola1986

Sind wir nicht alle ein wenig bluna? ;-)

Und Skoliose kommt auch ohne familiäre Vorbelastung vor und ist behandelbar.

Bei einer Psychose würde ich mir allerdings überlegen, ob ich meinen Kindern als Elternteil damit wirklich immer gerecht werden kann. ":/

Kinder fragen nicht danach, wie es einem selbst gerade geht. Sie brauchen gerade in den ersten Jahren die permanente Aufmerksamkeit.

g)ato


dass er uns beiden abraten würde jemals eigene Kinder in die Welt zu setzen.

Die Frage ist, ob er das wirklich so dramatisch sagt und meinte, wie du meinst es gehört zu haben. Wenn er neutral eine Empfehlung abgibt, dann ist das ja grundsätzlich nicht schlimm. Du musst dich ja nicht daran halten.

ELhembaliger NVutzer 6(#5722255x)


Hallo Lola!

Ich kann Deine Empörung sehr gut verstehen!

Ich finde es auch anmaßend, einem Menschen, den man gerade mal eine halbe Stunde lang kennen gelernt hat, so eine Empfehlung an den Kopf zu werfen! Selbst, wenn er von Dir den Eindruck gehabt hätte, dass Du jetzt unter der "lieblosen" Behandlung in der Kindheit leidest und er eine hohe Gefahr sieht, dass Du das an Deine Kinder weitergibst, fände ich es deutlich passender - wenn er Dir schon ungebeten Ratschläge geben will - eine Aufarbeitung dessen zu empfehlen.

Mir kommt diese Reaktion des Arztes reichlich übertrieben vor! So ungefähr auf die Art "ich gehe lieber nicht aus dem Haus, es könnte ja ein Ziegel vom Dach fallen und mich erschlagen..."

Ich würde mal vorsichtig nachfühlen, ob die Behandlung die Richtige für Deinen Bruder ist und gegebenenfalls mit ihm einen anderen Arzt suchen.

Lg.

Ackerwinde

oYthellxo


so eine Aussage von einem Psycho-Doc

finde auch ich sehr befremdlich - nein, wirklich unverantwortlich! >:(

S'unfloqwer_x73


Mal ganz vorsichtig: Behandlung heißt nicht, dem Patienten nur Nettigkeiten zu sagen. Es geht auch darum, ihn (und ggf. Angehörige) über die Erkrankung AUFZUKLÄREN. Mit allen Risiken etc. Die bspw. bzgl. Psychose nun mal gegeben zu sien scheinen...

m'225x0


Also ich hab Skoliose und mir hat bisher keiner gesagt, dass ich keine Kinder bekommen soll.

Wie viele Familien gibt es schon, in denen es keine Krankheiten gibt?

Klar, bei Dingen, die auf jeden Fall erblich bedingt sind und die eine starke Belastung darstellen, verstehe ich so eine Empfehlung. Im Falle einer psychischen Erkrankung auch. Wie soll man sich um Kinder kümmern, wenn man mit sich selbst Schwierigkeiten hat?

Aber letztendlich bleibt die Entscheidung ja jedem selbst überlassen.

Finde es aber von dem Arzt schon etwas merkwürdig. Deinen Bruder kennt er ja schon etwas länger und kann die Situation wohl einschätzen. Dir gegenüber finde ich es aber etwas unpassend

o thelxlo


dann dürften z.B. Typ I-Diabetiker auch keine Kinder mehr zeugen ??

S{unfl o{we,r_x73


Sagt doch keiner... Es war ja auch kein Verbot, sondern eine (obendrein noch subjektiv gefärbte) Empfehlung. Achtung, politisc nicht ganz korrekt, aber: Das Euthanasie-Zeitalter haben wir hinter uns gelassen. Und dei US-amerikanischen Tendenzen machen sich hier hoffentlich auch nicht so schnell breit.

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