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äpfelchen und die Klinik

s*chne;cke19x85


Ich kann das schon verstehen, mit dem emotionalen hin und her.

Bei mir war es auch ganz oft zwischen "so schlimm, dass ich mir gar nicht mehr helfen kann" und (vielleicht nur eine halbe Stunde später) "erträglich, warum sollte ich ne Klinik brauchen?".

Mir persönlich hat das Schreiben schon sehr geholfen. Da kann man sich dann auch objektive Parameter setzen, z.B. "Wenn mehr als zwei Tage in der Woche richtig schlimm sind, dann brauche ich professionelle Hilfe und nehme die, die gerade verfügbar ist."

Ich versuche, deinen Zustand jetzt mal in meine (aktuell stabile Position) zu verfrachten:

- Es ist nicht normal, dass man sich selber verletzt

- es ist nicht normal, dass die Stimmung so stark schwankt

- es ist nicht normal, essgestört zu sein

- es ist nicht normal, Stimmen (die ich jetzt eher als Zwangsgedanken verstanden hätte) wahrzunehmen

- es ist nicht normal, dass ich im Urlaub von 'nem Schiff hüpfen will

- es ist nicht normal, wenn man eine so krasse Maske / Gefühlsdistanz nach außen tragen kann.

Mir hat der Vergleich mit Normalos auch geholfen. Und das Schreiben, weil in den Hochs die Tiefs immer ganz schnell ganz weit weg waren.

E}hemalfiger KN*utzerC (#50x9407)


Ich muss dahin, aber bis ich da bin, muss ich eben irgendwie klarkommen...

Mach es doch in deinen Gedanken mal konkret. Was würdest du in deinen Rucksack/Tasche packen, wenn du jetzt hinfahren würdest? Nur aus Übungszwecken. Ich erinnere dich daran, dass deine Medikamente bald leer sind. Du sagst selbst, dass du es alleine nicht schaffst. Dort kannst du kurzfristig Hilfe bekommen. Im übrigen geht es in der Akutpsychiatrie erstmal nur darum deinen Zustand zu stabilisieren. Alles weitere kommt dann in deiner Wunschklinik, in die du ja eh möchtest.

sMchnecWke1w985


PS: Hilft dir das? Könnten solche Fragen für dich als Richtlinien herhalten?

PSPS: Ich habe erst kürzlich erfahren, dass es einen relativ neuen Behandlungsansatz gibt, nämlich Psychoedukation. Das heißt, der Behandler klärt mit dem Patienten ab, was die allgemeinen Symptome der Erkrankung sind und auch die Richtlinien, wann sich der Patient Hilfe suchen soll. Das wäre doch ein tolles Programm für eine (stationäre) Therapie, dass du mit dem Therapeuten "Warnsignale" festlegst, anhand derer du deinen Zustand besser einschätzen kannst?

Ich habe wahnsinnig lange gebraucht, bis ich diese Einschätzung hatte. Dabei hat mir die Stoppschild-Technik (wenn ich Symptom xy habe, dann suche ich mir Hilfe. Kein langes Zerdenken, Entscheidung, fertig.) und Selbstbeobachtung bzw. Achtsamkeit sehr geholfen. Heute weiß ich z.B., dass es ein großes Warnsignal ist, wenn mir meine Hobbies keinen Spaß mehr machen. Ich weiß mittlerweile auch, dass meine Stabilität nur durch Arbeit erhaltbar ist.

Beispiel: Meine Mutter meint öfters: Hach, du bastelst so toll, das heißt, es geht dir gut. Falsch! Ich bastle, damit es mir gut geht. Oder mein crazy-lazy Lebensstil: Okay, manche Dinge sind kontraproduktiv, aber ich brauche nun mal sehr viel Zeit für mich alleine, damit es mir gut geht. Wie ein Diabetiker muss ich manche Dinge machen, um nicht wieder vollkommen abzudrehen. Und wie ein Diabetiker habe ich meine Parameter festgelegt, wo ich weiß: "Huch, es wird brenzlig!". Neben diesen Faktoren beruht ein Großteil meiner Stabilität auf Medikamenten. Ich bin (mit Einverständnis meiner Psychiaterin) mal geringfügig von der Dosierung abgewichen und nach zwei, drei Wochen bin ich wieder voll auf dem Psychotrip ("Häng dich auf! Du könntest dich doch aufhängen!") gewesen.

Schlag deinem (zukünftigen) Behandler doch mal vor, dass ihr gemeisam eine "Warn-Liste" erarbeitet. Das gibt dir Sicherheit und Objektivität. :)*

E=hemaliger NYutzer 7(#5x09407)


Ein zugegeben sehr prakmatischer Gedanke kommt mir auch noch: Das Gutachten, welches dir für deine Wunschklinik fehlt, könntest du in einer Akuteinrichtung bei dir vor Ort ganz schnell bekommen.

äPpFfel]chen


@ Dybdahl

Ja doch, insgesamt trifft es auf mich zu. Ja, wenn es mir das nächste Mal richtig schlecht geht, dann sollte ich hingehen.

Vielleicht auch, wenn ich immer noch Medikamente habe, weil jetzt alles bis auf Seroquel und Tavor leer ist und beides nur dann wirkt, wenn ich davon richtig richtig viel nehme... was nicht schlau ist, aber in meiner Verzweiflung der einzige Weg war.

Und vielleicht wäre es dann schlauer, direkt zu gehen und vielleicht welche zu bekommen, die wirklich wirken, anstatt die jetzt noch aufzubrauchen...

@ Schnecke

Ja, ich weiß ja, dass ich nicht "normal" bin. In den von Dir genannten Punkten...

Und das Schreiben hilft wirklich. Einerseits hilft es mir schon, meine Gedanken zu verbalisieren, einfach in Worte zu fassen.

Dann sind sie geordneter (auch, wenn sie manchmal an sich ziemlich wirr sind) und irgendwie auch ein bisschen "draußen".

Wenn ich für mich selbst schreibe, dann fühlt es sich fast so an, als hätte ich es jemandem erzählt.

Aber es fühlt sich besser an, wenn man es jemandem schreiben kann, dazu noch Rückmeldungen bekommt oder einfach weiß, dass da jemand ist, der weiß, wie man sich fühlt... dann fühle ich mich nicht mehr so allein. Und auch irgendwie nicht mehr so "falsch", weil ich einfach mal nicht diese Maske trage. Das kann so erleichtern, deshalb schreibe ich gerne.

Gedanklich drehe ich mich noch ganz schön heftig im Kreis, das wird gerade beim Schreiben auch immer wieder deutlich, aber das sehe ich selbst ja auch. Bloß möchte ich deshalb nicht aufhören zu schreiben. Schon aufhören alles zu zerdenken, daran muss ich noch arbeiten.

Ganz oft würde ich das auch alles einfach mal so liebend gerne rausschreien, ganz laut und die Wut und die Gedanken und überhaupt alles, was in meinem Kopf ist, rauslassen, aber ich kanns eben nicht. Auch nicht, wenn ich alleine in den Wald gehe oder so, ich kanns nicht nach außen tragen außer über Selbstverletzung oder destruktives Verhalten allgemein...

@ Dybdahl

Mach es doch in deinen Gedanken mal konkret. Was würdest du in deinen Rucksack/Tasche packen, wenn du jetzt hinfahren würdest? Nur aus Übungszwecken.

Ich weiß nicht? Würde ich wissen, dass ich da bleibe über Nacht, dann wohl die Dinge, die man da braucht. Vielleicht würde ich aber auch voller Panik einfach losrennen, damit ichs mir ja nicht anders überlegen kann. Ich wohne circa 20-30 Minuten Fußweg, muss man dazu sagen ;-) .

Im übrigen geht es in der Akutpsychiatrie erstmal nur darum deinen Zustand zu stabilisieren. Alles weitere kommt dann in deiner Wunschklinik, in die du ja eh möchtest.

Das ist ja das Verrückte. Dadurch, dass ich so schnell so schwanke, bin ich ziemlich schnell wieder vorerst stabil, bis es eben wieder kippt.

äppf@elchHen


Was für Fragen meinst du jetzt genau? Bzgl. normal?

In so weit schon, wenn es nicht um die Dinge geht, die ich schon weiß. Wie jetzt Essstörung, etc.

Mir fällt oft schwer, bei akuten Dingen einzuschätzen, ob das jetzt normal, im Rahmen oder gefährlich ist.

Eben wie du schreibst, die Idee finde ich gut, mit der Warnliste.

Psychoedukation sagt mir was. So theoretisch vom Fachwissen her ist mir auch alles bekannt, ich habe im Studium ja ganz viel Psychologie und Psychopathologie. Bloß auf mich beziehen, das geht nicht.

An sich wäre so eine Warnliste wirklich gut. Dass ich vorher ausmache, was ich wann tue und nicht in der Situation, weil dann tue ich eben wahrscheinlich gar nichts mehr, weil ich so neben der Spur bin, dass ich nichts mehr einschätzen kann.

Das könnte ich vielleicht sogar mit meiner Beraterin vorher schon anfangen!

Gerade auch jetzt bzgl. der Gefahr, wenn die Suizidgedanken die Überhand gewinnen..

Ziemlich doof, dass ich für andere immer mehr tue, als für mich. Ich weiß, dass es mir leichter fallen würde, z.B. auch akut in die Psychiatrie zu gehen, wenn das vorher "durchgespielt" wurde, festgelegt wurde, wann und welche Anzeichen und so. Also wirklich so wie du schreibst.

Mir fällt alles leichter, wenn ich weiß, was ich tun soll. Wenn mir jemand sagt, was ich tun soll. Da spielt halt auch wieder mit rein, dass ich dann nur zu einem gewissen Teil die Verantwortung trage. Nicht komplett abgebe, weil den letzten Schritt gehe noch ich, aber ich bin so ein Mensch, der so unsicher in seinem Handeln ist, dass er immer die Bestätigung von außen braucht. Bestätigung ist das falsche Wort, eher die Erlaubnis. Ich rechtfertige mich auch grundsätzlich vor mir selbst und teilweise vor anderen, wenn ich etwas tue und muss ganz oft wissen, dass etwas "okay" ist... dass ichs darf.

EDhemalig!er N;utzer (#5x09407)


Vielleicht auch, wenn ich immer noch Medikamente habe, weil jetzt alles bis auf Seroquel und Tavor leer ist und beides nur dann wirkt, wenn ich davon richtig richtig viel nehme... was nicht schlau ist, aber in meiner Verzweiflung der einzige Weg war.

Und vielleicht wäre es dann schlauer, direkt zu gehen und vielleicht welche zu bekommen, die wirklich wirken, anstatt die jetzt noch aufzubrauchen...

JA! :)^

E;hemalipger Nut[zer (#5509x407)


Da spielt halt auch wieder mit rein, dass ich dann nur zu einem gewissen Teil die Verantwortung trage.

Das ist jetzt gerade nicht wichtig. Auf Dauer klar, aber in akuten Situationen (und ja, ich bleibe bei meiner Meinung: deine Situation ist akut, auch wenn sie gerade in diesem Moment für dich erträglich scheint. Für mich wäre sie es übrigens nicht...) darf man seine Verantwortung auch mal ablegen und sagen: Ich brauche Hilfe, ich schaffe es gerade nicht alleine. Das ist vollkommen in Ordnung!

äXp*fel;chen


Beispiel: Meine Mutter meint öfters: Hach, du bastelst so toll, das heißt, es geht dir gut. Falsch! Ich bastle, damit es mir gut geht. Oder mein crazy-lazy Lebensstil: Okay, manche Dinge sind kontraproduktiv, aber ich brauche nun mal sehr viel Zeit für mich alleine, damit es mir gut geht. Wie ein Diabetiker muss ich manche Dinge machen, um nicht wieder vollkommen abzudrehen. Und wie ein Diabetiker habe ich meine Parameter festgelegt, wo ich weiß: "Huch, es wird brenzlig!". Neben diesen Faktoren beruht ein Großteil meiner Stabilität auf Medikamenten. Ich bin (mit Einverständnis meiner Psychiaterin) mal geringfügig von der Dosierung abgewichen und nach zwei, drei Wochen bin ich wieder voll auf dem Psychotrip ("Häng dich auf! Du könntest dich doch aufhängen!") gewesen.

Ich glaube, dass ich selbst einfach wirklich noch ganz viel erarbeiten muss, um Zugang zu mir zu finden oder überhaupt Überlebensstrategien zu haben. Der Fokus lag immer auf Gewichtszunahme und die anderen Themen war nur am Rande da, was für mich aber genau die falsche Art ist. Ich weiß, dass mein Essverhalten anders wird, wenn ich mehr in die Tiefe gehe und da einen Weg finde - auch zu mir.

Wie hast du das alles erarbeitet? Alles in der Therapie? Überhaupt, dass man sich so findet, dass man das einschätzen kann.

Dein Beispiel passt ganz gut. Weil ich mache kreative Dinge sowohl, wenn es mir gut geht, als auch manchmal, wenn es mir richtig schlecht geht, um mich damit irgendwie auszudrücken. Genau so aber auch ganz lange und oft gar nicht. Das ist alles ein Durcheinander und ich habe wirklich kaum Anhaltspunkte, an denen ich festmachen kann, wie es mir geht.

Die Waage, weil die das beeinflusst und ich mich da etwas orientieren kann, wie sehr die Ausrastgefahr am Tag ist. Aber sonst.. die Antriebslosigkeit ist manchmal lähmend, aber manchmal ist es auch so toll, alleine im Zimmer zu sein und den ganzen Tag nichts zu tun. Ich versuche das daran festzumachen, ob ich "zappel" oder nicht. Wenn ich nämlich nichts tue, weil es mir schlecht geht, dann bin ich innerlich unruhig und fange irgendwann an zu zucken. Weil alles so kribbelt, dass es wie Stromschläge ist.

Das Gutachten, welches dir für deine Wunschklinik fehlt, könntest du in einer Akuteinrichtung bei dir vor Ort ganz schnell bekommen.

Das geht leider nicht, der Gedanke kam mir auch schon ;-) . Die Akutpsychiatrie hier ist im Klinikum, da gibts ja auch noch die DBT-Station und wenn die nicht das Richtige wäre, gehts in eine andere Klinik hier in der Gegend. Die arbeiten zusammen...

s:chnfeckue198x5


äpfelchen, mir ist bewusst, dass man Menschen nicht 1:1 vergleichen kann. Grade bei BL sind die Symptome halt soooo verschieden. :)_ :)*

Ich bin ja selber von Essstörungen betroffen, aber ich werte die Dinge halt immer nach der Bedrohung für mein Leben. Die krasseste Gefahr für mein Leben waren / sind immer die Depressionen und die Suizidgedanken. Ich habe v.a. Bulimie bzw. Binge Eating und das sind für mich aktuell keine lebensbedrohlichen Themen. Im Gegensatz zur Depression und den Ängsten, die für mich sehr schnell sehr lebensbedrohlich werden können. Bei dir ist die Gewichtung wahrscheinlich wieder ganz anders...

Ganz oft würde ich das auch alles einfach mal so liebend gerne rausschreien, ganz laut und die Wut und die Gedanken und überhaupt alles, was in meinem Kopf ist, rauslassen, aber ich kanns eben nicht. Auch nicht, wenn ich alleine in den Wald gehe oder so, ich kanns nicht nach außen tragen außer über Selbstverletzung oder destruktives Verhalten allgemein...

Ich kann das sehr gut verstehen. Diese scheiß Hemmung / Blockade im Kopf, wenn man schreien möchte, und es niemalsnicht kann. :-/ Wahrscheinlich verletzen sich deshalb so viele, weil sie nicht anders können. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich habe das Schreien aufgegeben, weil mich nie jemand gehört hat. Ich wollte meine Wunden zeigen und habe mich gleichzeitig soooo sehr geschämt. Auch in der Therapie konnte ich viele Dinge nur über Mails / geschriebene Texte fassen. Der Kopf und die Stimmungen rasten so schnell, dass ich entweder gar nichts mehr wusste (Phasen der Depersonalisation) oder irre lachend vor dem Doc saß, während ich ihm die "tollsten" Erlebnisse aus meinem Leben zum Besten gab.

Ich weiß nicht, ob ich das schon mal in einem deiner Fäden erwähnt habe: Als ich schließlich wirklich suizidal und bereit zu allem war (ich hatte sogar schon die nötigen Utensilien in der Garage zusammengesucht und den Ort ausgewählt), bin ich dann doch zu meinem vereinbarten Psychiater-Termin. Wurde GsD dann auch eingewiesen. Hätte man mich gehen lassen, wäre ich nicht mehr hier. Und erst viele Wochen später habe ich dann Videos auf meiner Kamera entdeckt, wo ich mich (Achtung, Trigger) voll an den Armen aufschneide, ganz irre lache und mich dann freudig mit konventionellen Nadeln und Zahnseide selbst wieder zusammenflicke

Das war echt krass, mich selber in dem Zustand zu sehen. Da wurde mir das Ausmaß des ganzen Leidens erst wirklich klar, und wie sehr man von der Realität abdriften kann. Einfach nur krass.

Ich möchte dir sagen: Ich habe immer noch Probleme. Aber dank Therapie und Medis sind das eben keine akut lebensbedrohlichen Zustände mehr bzw. Dinge, die ich zwar langfristig angehen muss(!), mich aber selber nicht so krass gefährden.

ä!pfelVchen


Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich habe das Schreien aufgegeben, weil mich nie jemand gehört hat. Ich wollte meine Wunden zeigen und habe mich gleichzeitig soooo sehr geschämt. Auch in der Therapie konnte ich viele Dinge nur über Mails / geschriebene Texte fassen.

Ja... ich habe noch nie geschrien. Ich weiß mittlerweile (aus Erzählungen halt, ich weiß ja so gut wie nichts mehr vor dem Alter von knapp 14/15), dass ich schon in meiner Kindheit nicht vor Menschen geweint habe. Meine Mama meinte mal, ich wäre gefühlskalt. Habe ich ganz lange geglaubt, bis mir jemand gesagt hat, dass ich alles andere als das bin... sondern stattdessen eigentlich sehr sensibel, nur alles mit mir selbst ausmachen muss. Wer jetzt Recht hat, keine Ahnung.

Schreiben ist leichter als reden. Man muss niemanden anschauen, ich kann niemanden anschauen, wenn ich über schwere Dinge rede.

Das war echt krass, mich selber in dem Zustand zu sehen. Da wurde mir das Ausmaß des ganzen Leidens erst wirklich klar, und wie sehr man von der Realität abdriften kann. Einfach nur krass.

Das kann ich mir vorstellen. Ich habe einmal ein Video von mir gefunden, dass ich gemacht habe, als ich weggedriften bin. Ich habe mir da nicht geschadet, aber war dennoch komplett irre und dann kann ich mir zumindest ansatzweise vorstellen, wie krass das ist. Wobei das noch viel viel krasser sein muss.

Ich möchte dir sagen: Ich habe immer noch Probleme. Aber dank Therapie und Medis sind das eben keine akut lebensbedrohlichen Zustände mehr bzw. Dinge, die ich zwar langfristig angehen muss(!), mich aber selber nicht so krass gefährden.

Dann kannst du aber unheimlich stolz auf Dich und den Weg sein, den du bisher gegangen bist! Und dass du so stark bist und das durchgehalten hast :)* @:)

sNchneck2e198x5


PS: Und Borderline, die ganzen Verhaltensweisen, die Erinnerungen gehen lassen, das ist m.M. nach das Schwierigste an der ganzen Chose. Irgendwie habe ich es mittlerweile geschafft, manche Sachen gehen zu lassen und die Erinnerung ist verblasst. Lange, lange, lange Zeit hatte ich das Gefühl, ich muss das alles festhalten, weil die wichtigen Menschen in meinem Umfeld immer die Scheiße runtergespielt haben, nach dem Motto: "Du spinnst, das ist doch nie passiert!". Es ist passiert. Wie gesagt, die Medis helfen mir sehr dabei, das alles gehen zu lassen.

Ich habe selber eine Geschichte mit krassem Cannabis-Entzug. Mir hat es geholfen, weil ich die Substanz, meine Reaktion usw. darauf immer war: Du kannst nicht unter einen gewissen Stimmungspunkt fallen. Dir kann es nicht "richtig" scheiße gehen. In dem Zustand habe ich es dann ertragen, mir diverse Erinnerungen anzuschauen. Nein, Drogen sind keine Lösung - zumindest nicht allgemeingültig. Mir haben sie aber geholfen, die Zeit bis zur passenden Medikation zu überbrücken Heute sind es Neuroleptika und Psychopharmaka, die mir diese Sicherheit geben.

Du hast mich mal nach meinem Erfolgsrezept gefragt, und ich habe dir gesagt: Ich hatte einfach wahnsinnig Glück. Gepaart mit Anstrengung, aber vieles war auch Glück.

Nur: auch Glück muss man finden. Auch Glück muss man zulassen.

Ich kann dir keine allgemein gültige Formel geben, außer: Gib nicht auf! Ich habe alle 5-7 Jahre eine Phase, wo ich stark mit der Suizidalität konfrontiert werde und der Frage, ob ich bleiben soll. Bisher habe ich mich immer fürs Bleiben entschieden und bisher habe ich es nie bereut. :)*

ä$phfelUch{en


Ja, ich glaube, ich stehe eigentlich noch ganz am Anfang vom Weg...

Aber deshalb ist es umso hilfreicher eben zu lesen, wenn es jemand schafft und weitermacht und einem dann Hoffnung gibt, dass doch irgendwie alles gut oder zumindest besser werden kann.

Ich glaube da auch irgendwie dran! Es gibt viele Dinge, die mich halten, zumindest im Glauben daran, weil ich so viele Dinge noch erleben und sehen will. Daran halte ich mich fest, bloß manchmal reicht meine Kraft nicht aus und alles verblasst.

Aber deshalb hilft es mir ja auch so sehr hier auf med1 zu lesen oder zu schreiben, weil es - abgesehen jetzt von der Beratungsstelle, das war ja aber damals noch nicht der Fall - die einzige Verbindung ist zwischen meinem Innenleben und anderen Menschen.

Deshalb danke, dass du schreibst! Auch von eigenen Erfahrungen, mir hilft das ungemein.

Auch, wenn ich weiß, dass es kein wirkliches Rezept gibt, weil man das eigene selbst finden muss.

:)*

dWa[nae}8x7


Gibs auf, Äpfelchen. Es kommt niemand der dich in die Klinik bringt, egal was du tust. Entweder du gehst oder stirbst leise in deinem Zimmer. Solange du dich an dem Gedanken festhälst das es bei dieser irren Tour ein Ziel gäbe, einen Punkt an dem es gut wäre, einfach so, solange wirst du weiter gehen. Also, bevor du das nächste Mal medis nehmen willst, nichts isst oder zur Klinge greifst, steh auf, nimm Schlafzeug und beweg dich in die Klinik. Es ist alles gestört und krank und mit dem Herzproblem geht man bestensfalls auch nicht erst zum Dok wenn man schonmal reanimiert wurde.

ä_pfTelchien


Solange du dich an dem Gedanken festhälst das es bei dieser irren Tour ein Ziel gäbe, einen Punkt an dem es gut wäre, einfach so, solange wirst du weiter gehen.

Ich will ja, dass dieser scheiß Gedanke weggeht. Macht er aber nicht.

Und ich würde loslassen und ihn verwerfen und wegschmeißen, aber ich weiß nicht wie.

Manchmal habe ich da ja sogar ein konkretes Ziel, z.B. eine konkrete Zahl, nach der "es gut wäre", aber natürlich spielt da der Gedanke mit rein, dass ich dann sage, dass es immer noch nicht reicht und außerdem wechselt die Zahl gelegentlich

Also, bevor du das nächste Mal medis nehmen willst, nichts isst oder zur Klinge greifst, steh auf, nimm Schlafzeug und beweg dich in die Klinik.

Ja... ich sehs ja selbst ein.

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